Spurwechsel

Transparente Lieferketten

Daimler hat rund 60.000 direkte Lieferanten. Viele davon haben wiederum Sublieferanten, die ihrerseits Sub-Sublieferanten beauftragen und so weiter. Heraus kommt ein hochkomplexes, weltweites Geflecht, das sich dynamisch entwickelt. Damit wir Risiken identifizieren und im Bedarfsfall auch angehen können, schaffen wir Transparenz, unterstützt beispielsweise durch Blockchain-Technologien. Sie verbinden digitale Datensätze durch Codierungen. Alle Teilnehmer der Lieferkette können die Integration, Weitergabe und Bestätigung von Informationen jederzeit nachvollziehen. Zugleich bleiben vertrauliche Informationen geschützt.

In der Zusammenarbeit mit unseren Rohstofflieferanten stellen wir hohe ökologische und soziale Anforderungen — beim Kobaltabbau etwa bis hin zur Mine. Ein wichtiger Schritt ist der „Ambition Letter“, mit dem sich Lieferanten von Mercedes-Benz dazu bekennen, künftig CO2-neutrale Produkte zu liefern. Gerade die energieintensive Fertigung von Batteriezellen beeinflusst die CO2-Bilanz der Elektromobilität.

Nachhaltigkeit in der Lieferkette erfordert aber mehr als die Minimierung von Umweltrisiken. Sie muss auch und gerade potenzielle Menschenrechtsverletzungen adressieren. Dabei leitet uns der Grundsatz: Befähigung vor Rückzug. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass es den Menschen vor Ort oft mehr hilft, wenn man sich nicht abwendet, sondern Arbeitsbedingungen ermöglicht, die die Achtung der Menschenrechte gewährleisten. So wollen wir künftig nur noch Batteriezellen einsetzen, die mit Rohstoffen aus zertifizierten Minen hergestellt wurden. In zahlreichen Rohstoffinitiativen engagieren wir uns für mehr Transparenz sowie bessere Klima-, Umwelt- und Menschenrechtsstandards.

Auch auf regulatorischer Seite ist aktuell viel in Bewegung: In Deutschland steht das Sorgfaltspflichtengesetz bevor; weitere Länder arbeiten an verschärften Vorgaben, auch ein EU-weites Gesetz ist geplant. Wir unterstützen diesen Fortschritt, es sollte aber kein Flickenteppich unterschiedlicher Vorgaben entstehen. Zudem müssen die Maßnahmen bei den Menschen ankommen und für Unternehmen ohne Wettbewerbsnachteile umsetzbar sein.

Mit unserem ganzheitlichen Ansatz im Bereich Lieferkette tragen wir konkret zu der Erreichung der Sustainable Development Goals bei:

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Jedes Unternehmen ist gefordert, seine Wertschöpfungskette auf menschenrechtliche Auswirkungen hin zu analysieren. Natürlich kann kein Automobilhersteller alle Probleme allein lösen. Aber sie tragen Verantwortung, Veränderungen mitzugestalten – insbesondere in der Pandemie, denn sie hat ohnehin vulnerable Personengruppen besonders hart getroffen.

Laura Curtze (Foto)

Laura Curtze Leiterin des Bereichs Menschenrechte & Arbeitsnormen beim
Deutschen Global Compact Netzwerk (DGCN)

Bon Pasteur (Foto)
Seit 2019 unterstützt Daimler die gemeinnützige Organisation Bon Pasteur, um die Lebenssituation von über 19.000 Menschen in der Bergbauregion Kolwezi im Kongo, Südafrika, bis 2022 zu verbessern. Dafür stellt Daimler mehr als eine Million Euro zur Verfügung.
Rohstoffe (Foto)
Erz (Foto)
24 Risiko-Rohstoffe identifiziert Mehr

Daimler hat 24 Risiko-Rohstoffe identifiziert. Sie stehen im Fokus einer umfassenden menschenrechtlichen Überprüfung.

Terre des Hommes (Foto)
Die Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation Terre des Hommes in Jharkhand (Indien) hat das Ziel, Kindern im Umfeld von Glimmer (Mica)-Minen den Schulbesuch zu ermöglichen und ihre Familien wirtschaftlich zu unterstützen.

Was wir hier tun, soll bei den Menschen vor Ort ankommen

Nachhaltigkeit bedeutet für mich, die Auswirkungen unseres Handelns im Blick zu behalten — nicht nur ökologisch, sondern auch sozial. Ein Thema ist mir dabei besonders wichtig: die Achtung der Menschenrechte. Denn große Herausforderungen liegen meistens dort, wo unser Einfluss und unsere Kontrolle am kleinsten sind — das gilt für ein globales Unternehmen wie Daimler genauso wie für mich als Konsumenten. Weil sich komplexe Wertschöpfungsketten sehr dynamisch entwickeln, ist es nicht immer einfach, die menschenrechtlichen Risiken zu identifizieren und anzugehen. Umso wichtiger ist es, als Automobilhersteller aktiv zu einer Verbesserung beizutragen. Genau diese Herausforderung packen wir bei Daimler an. Es ist unser Anspruch, dass bestimmte Regeln und Standards im Bereich Menschenrechte nicht nur an unseren Standorten, sondern bestmöglich auch in unseren Lieferketten geachtet und gewahrt werden. Dafür entwickeln wir die notwendigen Prozesse und Maßnahmen. Konkret bedeutet das: Wir nehmen die Anforderungen, die zum Beispiel die Vereinten Nationen vorgeben, und setzen diese mithilfe unseres Human Rights Respect System um. Dieser eigens entwickelte Ansatz ermöglicht es uns, potenzielle Menschenrechtsverletzungen in unseren Lieferketten frühzeitig und systematisch anzugehen. Am Ende soll schließlich das, was wir hier tun, auch bei den Menschen vor Ort ankommen.

Marc-André Bürgel (Foto)
Marc-André Bürgel

Marc-André Bürgel leitet bei der Daimler AG den Bereich Social Compliance. Für Menschenrechte setzt er sich bereits seit seiner Jugend ein.

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