Verkehrssicherheit

Automatisiertes Fahren

Automatisiertes Fahren: Herausforderungen annehmen und Chancen nutzen

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Zuverlässige Fahrsysteme, die ohne den Menschen hinter dem Steuer auskommen oder ihm einen Teil der Arbeit abnehmen, haben das Potenzial die Zahl der Verkehrsunfälle drastisch zu verringern: Die Systeme werden nicht müde, lassen sich nicht ablenken und auch nicht durch Emotionen beeinflussen — all das sind Faktoren, die bei Unfällen, die auf menschliches Versagen zurückzuführen sind, häufig eine Rolle spielen.

Doch eine potenzielle Verbesserung beim Thema Verkehrssicherheit ist nicht der einzige Vorteil : Die Technologie kann auch eine effiziente und ressourcenschonende Verkehrssteuerung ermöglichen. Ebenso kann sie dazu beitragen, Emissionen zu reduzieren.

Auch im Straßengütertransport gibt es großes Potenzial durch automatisiertes Fahren. Dies betrifft auch die Sicherheit, da die meisten Verkehrsunfälle im Frachtsektor ebenfalls auf menschliches Versagen zurückgehen. So kann der Berufskraftfahrer sowohl in monotonen als auch in anspruchsvollen Fahrsituationen durch automatisiertes Fahren unterstützt werden.

Bei allen Vorteilen ist auch Vorsicht geboten: Ethische und datenschutzrechtliche Risiken dürfen bei automatisierten Systemen nicht außer Acht gelassen werden. Diese berücksichtigen wir bei Daimler bereits in der Produktentwicklung. Eine besondere Rolle spielt dabei auch die verantwortungsvolle Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI). KI ist für automatisierte Fahrzeuge vor allem im Bereich des wichtig — unter anderem unterstützt sie das System dabei, Objekte und Situationen auf und neben der Fahrbahn schnell und sicher zu identifizieren.

Wir sind überzeugt: Für die Akzeptanz des automatisierten Fahrens in der Bevölkerung spielen neben der Sicherheit auch gesellschaftliche, ethische und datenschutzrechtliche Aspekte eine zentrale Rolle.

24 | Basis für die Akzeptanz und Sicherheit unserer Fahrzeuge sind auch ethische Aspekte

Basis für die Akzeptanz und Sicherheit unserer Fahrzeuge sind auch ethische Aspekte (Grafik)

So bereiten wir den Weg zum automatisierten Fahren

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Unser Ziel ist es, die Entwicklung automatisierter Systeme weiter voranzutreiben. Dabei berücksichtigen wir technische, rechtliche und ethische Aspekte gleichermaßen. Hierfür haben wir folgende Schwerpunkte definiert:

  • Daimler hat den Anspruch, eine führende Rolle auf dem Gebiet automatisierter Systeme einzunehmen. Ein Beispiel dafür ist die neue S-Klasse von Mercedes-Benz: In dieser sollen erstmals die automatisierten Systeme DRIVE PILOT und INTELLIGENT PARK PILOT zum Einsatz kommen.
    Mercedes-Benz macht Sprung hin zum hoch- und vollautomatisierten Fahren
  • Daimler trägt auf nationaler und internationaler Ebene dazu bei, zuverlässige rechtliche Rahmenbedingungen, technische Standards und ethische Leitlinien für den Einsatz der neuen Technologie zu etablieren, und fördert den dafür nötigen breiten gesellschaftlichen Diskurs.
  • Daimler bringt sich aktiv in den gesellschaftlichen und politischen Dialog zu ethischen Fragen im Kontext der neuen Technologien ein.

Einheitliche Regelungen schaffen Sicherheit und Vertrauen

Neue Technologien erfordern Rechtssicherheit: Daher engagiert sich Daimler in nationalen und internationalen Gremien und Verbänden, die sich genau dafür starkmachen. Auf diesem Wege wollen wir dazu beitragen, einen rechtssicheren Rahmen für die technische Zertifizierung der automatisierten Systeme zu entwickeln, und begleiten auch künftig weitere Gesetzgebungsverfahren.

Rechtliche Grundlagen für automatisierte Fahrsysteme wurden in Deutschland durch das StVG-Änderungsgesetz zum automatisierten Fahren geschaffen, das 2017 in Kraft getreten ist. Wir begrüßen dieses Gesetz, weil Deutschland damit als eines der ersten Länder eine rechtliche Grundlage für die weitere technische Entwicklung geschaffen hat. Darüber hinaus halten wir eine Weiterentwicklung des jeweiligen nationalen Verkehrs- und Verhaltensrechts für erforderlich, um einen rechtssicheren Einsatz von hochautomatisierten Systemen (SAE-Level 3) zu ermöglichen. Insbesondere für das fahrerlose Fahren bedarf es einer weiteren Änderung des Straßenverkehrsrechts. Wir begrüßen daher auch die Initiative der Bundesregierung zur Schaffung einer Genehmigungsgrundlage für den Betrieb von Kraftfahrzeugen mit autonomer Fahrfunktion.

25 | Die Technologiestufen auf dem Weg zum autonomen Fahren

Die Technologiestufen auf dem Weg zum autonomen Fahren (Grafik)

* Wir orientieren uns an den Bezeichnungen des VDA, im Englischen folgen wir den Begrifflichkeiten der SAE. Die Beschreibungen orientieren sich jeweils an denen des VDA.
** Anwendungsfälle beinhalten Straßentypen, Geschwindigkeitsbereiche und Umfeldbedingungen.

Inzwischen haben weitere Länder rechtliche Regelungen für den Einsatz automatisierter Systeme geschaffen — oder haben entsprechende Gesetzgebungsprozesse angestoßen. Neben Anpassungen im jeweiligen nationalen Verkehrsrecht bestehen jedoch weitere Hürden für eine Markteinführung der Technologie: So müssen die auch für den Straßenverkehr zugelassen werden können. Dafür hat die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) die Voraussetzungen geschaffen: Im Januar 2021 ist die die Regulierung in Kraft getreten. Damit wird in Deutschland der Weg frei, erste hochautomatisierte Systeme für Stausituationen auf Autobahnen auf den Markt zu bringen.

Um einen grenzüberschreitenden Einsatz von automatisiert fahrenden Autos zu ermöglichen, bedarf es darüber hinaus einer internationalen Harmonisierung der entsprechenden gesetzlichen Regelungen. Diese sollten möglichst kompatibel miteinander sein und gleiche Anforderungen an die Technologie stellen.

Das betrifft auch die Frage, wie mit den Daten, die für automatisiertes Fahren notwendig sind, umgegangen werden soll. Ein Beispiel ist die technische Normierung des in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Fahrmodusspeichers für automatisierte Fahrsysteme: Der Speicher zeichnet unter anderem auf, wann das automatisierte System aktiviert ist und wann der Fahrer das Fahrzeug steuert. Innerhalb der UNECE diskutieren Experten seine internationale Normierung. Wir unterstützen diesen Gestaltungsprozess und weisen hierbei auf die Notwendigkeit hin, die Technik datenschutzfreundlich zu entwickeln. Die Vorschrift ALKS enthält bereits die technischen Anforderungen zur Datenspeicherung im Fahrmodusspeicher während der hochautomatisierten Fahrt.

Automatisierte Systeme verantwortungsvoll entwickeln

Die Entwicklung von automatisierten Systemen geht mit besonderen Herausforderungen einher. Entsprechend greifen wir im Entwicklungsprozess auf die Instrumente unseres technical Compliance Management Systems (tCMS) zurück: So haben wir unter anderem spezifische Handlungsleitlinien für automatisierte Fahrsysteme erarbeitet. Komplexe Fragestellungen in diesem Bereich werden im Rahmen eines interdisziplinär ausgerichteten Prozesses bewertet und entschieden. Dabei werden technische, rechtliche und zertifizierungsrelevante Kriterien berücksichtigt.

Daneben befolgen wir auch ethische Prinzipien und weiterführende interne Regelwerke, darunter die Datenleitprinzipien und die KI-Prinzipien für den verantwortungsvollen Einsatz künstlicher Intelligenz, die ihre Anwendung auch in Bezug auf das automatisierte Fahren finden, sowohl für die Software-Aspekte, aber z.B. auch gesellschaftliche Aspekte in Verbindung mit der Hardware. Sie bauen auf unseren Unternehmenswerten auf und sind in unserer Verhaltensrichtlinie verankert.

Darüber hinaus wenden wir unsere interne tCMS-Richtlinie sowie die ISO-Standards 26262 und 21448 für sicherheitsrelevante elektrische und elektronische Systeme in Kraftfahrzeugen an.

Zudem orientieren wir uns in der Produktentwicklung an den 20 Regeln der Ethikkommission der deutschen Bundesregierung zum automatisierten und vernetzten Fahren. Gleichzeitig berücksichtigen wir aber auch Entwürfe und Beschlussvorlagen, die sich auf geplante Regulierungen und Standards beziehen — und tragen damit der dynamischen Entwicklung im Bereich des automatisierten Fahrens Rechnung. Darüber hinaus beachten wir externe Leitlinien, etwa von AI4People, dem Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) oder von der High-Level Expert Group on Artificial Intelligence (EU).

Kompetenzen für automatisierte Systeme bündeln

Technische, gesellschaftliche, ethische und rechtliche Fragen rund um das automatisierte Fahren beantworten wir in einem integrierten Ansatz. Hieran beteiligt sich neben unseren Experten aus Forschung und Entwicklung, Produktsicherheit und Qualitätsmanagement seit 2018 auch ein interdisziplinäres Team des Vorstandsressorts Integrität und Recht. Gemeinsam mit Ingenieuren, Juristen sowie Fachkräften für Datenschutz, Compliance, Sozialwissenschaften und Philosophie bewertet das Team mögliche Auswirkungen der technischen Neuerungen. Es schärft zudem das Bewusstsein für komplexe gesellschaftliche Fragen und Rechtsthemen, erarbeitet Lösungen und setzt diese um. Hierbei geht es beispielsweise um den verantwortungsvollen Einsatz von Daten bei der Programmierung oder um mögliche Verhaltensänderungen im urbanen Umfeld durch den Einsatz neuer Technologien. Auf diesem Weg wollen wir sowohl die Sicherheit als auch die Akzeptanz der Produkte steigern.

Für die gesellschaftliche Akzeptanz des automatisierten Fahrens ist es zudem wichtig, einen umfassenden Datenschutz zu gewährleisten. Entsprechend binden wir unsere Datenschutzexperten frühzeitig in die Konzeptentwicklung ein. Ziel sind datenschutzfreundliche Konzepte nach dem Prinzip .

Offener Technologie-Dialog festigt Vertrauen

Wir fördern den offenen Dialog zwischen Wirtschafts- und Verbraucherverbänden, Behörden, Industrievertretern und Zivilgesellschaft — denn eine breite gesellschaftliche Diskussion ist Voraussetzung für die Akzeptanz des automatisierten Fahrens.

Dazu nutzen wir seit 2015 den jährlichen „Daimler Sustainability Dialogue“ für den Austausch über ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen, die im Zusammenhang mit dem automatisierten Fahren stehen. Der „Daimler Sustainability Dialogue“ hat zuletzt am 5. November 2020 virtuell stattgefunden. Dort haben die Teilnehmer in der Arbeitsgruppe „Verkehrssicherheit“ unter anderem nachhaltige Verkehrssicherheitskonzepte diskutiert und waren sich einig: Verkehrssicherheit bleibt eines der zentralen und wichtigen Themen für die zukünftige Ausrichtung unserer nachhaltigen Geschäftsstrategie.

Die Teilnehmer diskutierten die Zukunft der Verkehrssicherheit vor allem auch unter sozialen Gesichtspunkten. Dabei ging es neben der technischen Zuverlässigkeit der Systeme um mögliche, durch die neuen Technologien ausgelöste gesellschaftliche Veränderungen und die Bereitschaft der Menschen, diese mitzutragen. Um zu verstehen, wie sich gewährleisten lässt, dass unsere Techniksysteme zukünftig in der Gesellschaft akzeptiert werden, ist der Dialog über deren soziale Auswirkungen von besonderer Bedeutung.

2021 will sich Daimler vor allem mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Unterstützung beim Aufbau eines Kompetenzzentrums in Freiburg zur Erforschung des zukünftigen Verkehrsgeschehens mit dem Ziel, auch soziale Aspekte der neuen Technologien wissenschaftlich zu erfassen
  • Entwicklung einer Argumentation für eine Regelung zum Umgang mit Daten als Bestandteil des BMVI Verkehrssicherheitsprogramms 2030
  • Arbeit an unserer internen Scorecard im Bereich Verkehrssicherheit, um unsere relevanten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen

Gremien und Verbände: Wir engagieren uns für verantwortungsvolle Entscheidungen

Daimler ist Mitglied in zahlreichen internationalen und nationalen Gremien und Verbänden. Hierzu gehören der Verband der Automobilindustrie, der Europäische Automobilherstellerverband und Arbeitsgruppen der UNECE. Im Rahmen der Verbandsarbeit wirken wir an Konsultationsverfahren zur Gesetzgebung mit und tauschen uns mit politischen Entscheidungsträgern aus.

  • Im April 2019 ist Daimler dem „Automated Vehicle Safety Consortium“ (AVSC) beigetreten. Das AVSC entwickelt Sicherheitsprinzipien für automatisiertes Fahren. Im Fokus stehen Sicherheitstests vor und während der Nutzung von automatisierten Fahrzeugen, die Verarbeitung und der Schutz von Daten sowie die Interaktion zwischen automatisierten Fahrzeugen und anderen Straßennutzern.
  • Außerdem haben wir uns seit Juli 2019 an dem Workshop „Ethikaspekte in der Normung und Standardisierung für KI in autonomen Maschinen“ des Deutschen Instituts für Normung (DIN) beteiligt. Der Workshop war Bestandteil unserer Beteiligung im Projekt mit dem DIN und der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik. Ziel des Projekts war es, eine Roadmap mit dem Titel „Ethikaspekte in der Normung und Standardisierung für KI“ zu erstellen. Das Projekt wurde im April 2020 abgeschlossen. Als Ergebnis wurde im September 2020 das White Paper „Ethik und Künstliche Intelligenz“ veröffentlicht. Das Dokument empfiehlt unter anderem eine Reihe von Prüfkriterien, die sicherstellen sollen, dass KI-Anwendungen die menschliche Autonomie achten.
  • Auf Basis des von uns im Juli 2019 gemeinsam mit Branchenführern aus der Automobil- und der Zulieferindustrie im Bereich des automatisierten Fahrens veröffentlichten White Papers „Safety First for Automated Driving“ (SaFAD) wurde eine Überführung in die internationale Standardisierung begonnen. Auf Grundlage der zwölf Leitprinzipien aus dem White Paper wurde mit unserer Beteiligung der ISO Technical Report TR 4804 erarbeitet, der in 2020 veröffentlicht wurde. Im nächsten Schritt wird die weitere Konkretisierung als ISO Technical Specification TS 5083 angestrebt.
  • Seit 2019 beteiligen wir uns am Forschungsverbund „Verifikations- und Validierungsmethoden (VVM) für automatisierte Fahrzeuge SAE Level 4 und 5“. Der Verbund knüpft an das 2019 abgeschlossene und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Verbundprojekt „Projekt zur Etablierung von generell akzeptierten Gütekriterien, Werkzeugen und Methoden sowie Szenarien und Situationen“ (PEGASUS) an. Er hat sich zum Ziel gesetzt, eine Systematik und Methoden für den Sicherheitsnachweis von vollautomatisierten und fahrerlosen Fahrfunktionen und Fahrzeugen zu entwickeln.
  • Seit 2019 wirken wir über die Spiegelgruppe „DIN-Normenausschusses Automobiltechnik“ des VDA bei der ISO TC/241 WG6 mit. Ihr Thema ist die „Entwicklung von Empfehlungen zu ethischen Abwägungen für autonome Fahrzeuge“. Mit ihnen soll eine ethische Perspektive im Entwicklungsprozess für automatisierte Fahrzeug-Systeme verankert werden. Die internationale Organisation für Normung (ISO) plant, die Empfehlungen im Sommer 2022 zu veröffentlichen.

Wir wollen die technische Standardisierung öffentlich diskutieren

Eine Zulassung automatisierter Systeme für den Straßenverkehr setzt voraus, dass diese sehr hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen. Wir arbeiten deshalb intensiv daran, die hierfür notwendigen technischen Standards zu setzen. Die Ergebnisse der Projekte PEGASUS und VVM bezüglich Testmethoden und Freigabe automatisierter Fahrfunktionen wurden regelmäßig öffentlich vorgestellt. Wir unterstützen eine Fortführung dieser Aktivitäten und eine Harmonisierung mit internationalen Bestrebungen in diesem Bereich — zum Beispiel im Rahmen der Aktivitäten der ISO.

Darüber hinaus haben wir in den USA für unsere Projekte in Sunnyvale/Kalifornien (SAE-Level 4 bis 5) zusammen mit unserem Partner Bosch sowie „DRIVE PILOT“ (SAE-Level 3) in Long Beach/Kalifornien und Ann Arbor/Michigan jeweils ein sogenanntes veröffentlicht. Wir nutzen die VSSAs, um aktiv auf Regierungsorganisationen und andere Stakeholder zuzugehen und mit ihnen öffentlich über die Projekte zu diskutieren.

Mercedes-Benz macht Sprung hin zum hoch- und vollautomatisierten Fahren

Mercedes-Benz will den sicheren Betrieb hochautomatisierter Fahrzeuge technisch realisieren und den anspruchsvollen gesetzlichen Anforderungen an ein sogenanntes Level-3-System gerecht werden: Mit DRIVE PILOT (SAE-Level 3) und INTELLIGENT PARK PILOT (SAE-Level 4) geht Mercedes-Benz den entscheidenden Schritt zum hoch- und vollautomatisierten Fahren. Beide Systeme sollen in der neuen S-Klasse zum Einsatz kommen. Damit will Mercedes-Benz seinen Kunden die Möglichkeit bieten, in einem Serienfahrzeug die Fahraufgabe an das Fahrzeug abzugeben.

Voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2021 wird die neue Mercedes-Benz S-Klasse mit dem neuen DRIVE PILOT bei hohem Verkehrsaufkommen oder Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten in Deutschland hochautomatisiert (SAE-Level 3) fahren können.

Noch einen Schritt weiter wird Mercedes-Benz beim Parken gehen: Als Sonderausstattung in der S-Klasse hinzubuchbar ist eine entsprechende Vorrüstung für den INTELLIGENT PARK PILOT. Damit ist das Fahrzeug für fahrerloses, vollautomatisiertes Parken (SAE-Level 4) bereits vorbereitet. Derzeit kann die Funktion noch nicht genutzt werden. Die Nutzung wird möglich sein, sobald es die nationale Gesetzgebung erlaubt, die jeweiligen Parkhäuser mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet sind und der dazugehörige Mercedes me connect Service aktiviert ist.

Automatisierte Nutzfahrzeuge können die Sicherheit und Produktivität erhöhen

Teil- und vollautomatisiert fahrende Lkw bieten mehrere Vorteile — für unsere Kunden, die Wirtschaft und die Gesellschaft. Dazu gehören unter anderem Effizienzsteigerungen im Transportprozess oder Kraftstoffeinsparungen. Außerdem erwarten wir, dass die Automatisierung den Verkehrsfluss flüssiger machen kann — insbesondere auf Autobahnen. Vor allem jedoch können automatisiert fahrende Lkw dazu beitragen, den Straßenverkehr sicherer zu machen. und eine Vielzahl von Sensoren und Instrumenten können unter bestimmten Bedingungen die Gefahr eines Unfalls reduzieren sowie Unfallfolgen abmildern.

Bereits heute bieten wir bei Daimler Trucks teilautomatisierte Fahrsysteme (SAE-Level 2) an. Unter den Marken Mercedes-Benz, Freightliner und FUSO sind diese in unseren wichtigsten Märkten auf drei Kontinenten erhältlich.

Ein nächster Schritt im Transportgewerbe ist das vollautomatisierte Fahren (SAE-Level 4). Es könnte die Sicherheit, Effizienz und Produktivität im Straßengüterverkehr noch weiter steigern. Bei seinen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten rund um automatisierte Lkw orientiert sich Daimler Trucks an drei Grundsätzen:

  • Die Sicherheit von Fahrzeuginsassen und Verkehrsteilnehmern hat oberste Priorität.
  • Unsere Produkte entwickeln wir entlang der Bedürfnisse unserer Kunden und im Austausch mit diesen.
  • Es bedarf eines klaren rechtlichen und regulatorischen Rahmens für Betrieb und Haftung.

Vollautomatisierte Lkw (SAE-Level 4) bis zur Serienreife zu bringen, wird in den nächsten Jahren einen wichtigen Entwicklungsschwerpunkt bei Daimler Trucks darstellen.

Mit dem Start einer strategischen Kooperation zwischen Daimler Trucks und Waymo sind wir im Oktober 2020 auf diesem Weg einen wesentlichen Schritt weitergekommen. Als Auftakt der Zusammenarbeit kombinieren die Partner Waymos Technologie für automatisiertes Fahren mit einer speziell für diesen Einsatz entwickelten Variante des Lkw-Modells Freightliner Cascadia von Daimler Trucks North America. Waymo und Daimler Trucks wollen mit vollautomatisierten Lkw (SAE-Level 4) sowohl die Verkehrssicherheit als auch die Produktivität von Flottenkunden verbessern. Der mit dem Waymo Driver ausgestattete vollautomatisiert fahrende Freightliner Cascadia (SAE-Level 4) soll in den kommenden Jahren in den USA erhältlich sein. Waymo und Daimler Trucks wollen in absehbarer Zeit auch die Ausweitung der Aktivitäten auf weitere Märkte und zusätzliche Fahrzeugmarken prüfen.

Sein Know-how und alle Aktivitäten rund um das automatisierte Fahren bündelt Daimler Trucks weltweit in der Autonomous Technology Group. Zu den zentralen Aufgaben der globalen Einheit gehört es, unsere Gesamtstrategie für automatisiertes Fahren weiterzuentwickeln und umzusetzen — einschließlich Forschung und Entwicklung. Hinzu kommt der Aufbau der erforderlichen Infrastruktur und eines Netzwerks für den operativen Fahrzeugeinsatz.

Teil der Autonomous Technology Group ist das Software-Unternehmen Torc Robotics mit Sitz in Blacksburg (USA). Es zählt zu den weltweit erfahrensten Unternehmen im hochautomatisierten Fahren mit hoch entwickelter, straßentauglicher Technologie. Gemeinsam mit Torc Robotics erproben wir vollautomatisierte Lkw (SAE-Level 4) auf definierten öffentlichen Highway-Strecken — unter anderem in den US-Bundesstaaten Virginia und New Mexico. Zuvor haben wir die Technologie monatelang auf abgesperrten Strecken getestet. Für Daimler Trucks sind die Tests ein wichtiger nächster Schritt, um zuverlässige und sichere vollautomatisierte Lkw künftig weltweit auf die Straßen zu bringen.

Auch Luminar Technologies Inc., einer der weltweit führenden Anbieter von , ist Teil des Entwicklungsnetzwerks der Daimler Truck AG. Wir arbeiten eng zusammen, um mit Luminars Lidar-Technologie vollautomatisiertes Fahren (SAE-Level 4) auch für höhere Geschwindigkeiten, wie beispielsweise für Lkw in den USA üblich, möglich zu machen. Dies betrifft insbesondere die Erkennung von Objekten, die Datenverarbeitung sowie die Leistung des gesamten Systems. Dabei fokussieren wir uns zunächst auf den Einsatz der Technologie auf US-Highways, um einen sicheren kommerziellen Einsatz von Serienfahrzeugen zu ermöglichen.

So bewerten wir die Wirksamkeit unseres Managementansatzes

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Fundierte Entscheidungen in den Entwicklungsprojekten bilden die Grundlage, um die Sicherheit der Produkte und die technical Compliance sicherzustellen. Im Bereich des automatisierten Fahrens sind die externen Vorschriften und Regelungen für künftige Entwicklungen derzeit noch lückenhaft. In interdisziplinären Experten- und Entscheidungsgremien werden die Anforderungen an die Produktgestaltung im automatisierten Fahren gemeinsam festgelegt.

Darüber hinaus können alle Beschäftigten in den Entwicklungsbereichen Fragen zur technical Compliance im Rahmen des interdisziplinär ausgerichteten Prozesses durch die tCMS-Gremien entscheiden lassen. Im Berichtszeitraum haben die etablierten tCMS-Gremien Fragestellungen zum automatisierten Fahren interdisziplinär bearbeitet.

Anbieter/Datenschutz

Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Bernd Pischetsrieder

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 19360
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315

SAE-Level/Automatisiertes und autonomes Fahren

Automatisierte Fahrzeuge unterstützen den Fahrer bei Aufgaben, die er in der Vergangenheit selbst übernommen hat. Hierbei werden fünf Stufen unterschieden: assistiert (SAE-Level 1), teilautomatisiert (SAE-Level 2), hochautomatisiert (SAE-Level 3), vollautomatisiert (SAE-Level 4) und fahrerlos (SAE-Level 5). Der Grad der Automatisierung nimmt mit jeder Stufe zu, die Kontrolle durch den Fahrer nimmt dementsprechend ab. Wir orientieren uns im Deutschen dabei grundsätzlich an den Bezeichnungen des VDA.

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Machine Learning

Computerprogramme, die auf Machine Learning basieren, können mithilfe von Algorithmen eigenständig Lösungen für Probleme finden. Machine Learning ist Bestandteil künstlicher Intelligenz.

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SAE-Level/Automatisiertes und autonomes Fahren

Automatisierte Fahrzeuge unterstützen den Fahrer bei Aufgaben, die er in der Vergangenheit selbst übernommen hat. Hierbei werden fünf Stufen unterschieden: assistiert (SAE-Level 1), teilautomatisiert (SAE-Level 2), hochautomatisiert (SAE-Level 3), vollautomatisiert (SAE-Level 4) und fahrerlos (SAE-Level 5). Der Grad der Automatisierung nimmt mit jeder Stufe zu, die Kontrolle durch den Fahrer nimmt dementsprechend ab. Wir orientieren uns im Deutschen dabei grundsätzlich an den Bezeichnungen des VDA.

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Automated Lane Keeping System (ALKS)

Ein Automated Lane Keeping System (ALKS) ist eine Technologie, die dazu dient, die seitliche und die Längsbewegung des Fahrzeugs über einen längeren Zeitraum selbstständig zu steuern. Während dieser Zeit übernimmt das ALKS die primäre Kontrolle über das Fahrzeug anstelle des Fahrers.

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Privacy by Design

Übersetzt heißt Privacy by Design „Datenschutz durch Technikgestaltung“. Der Grundgedanke des Ansatzes: Personenbezogene Daten lassen sich am besten schützen, wenn Soft- und Hardware von Grund auf datenschutzkonform konzipiert und entwickelt werden.

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Voluntary Safety Self-Assessment

Voluntary Safety Self-Assessments (VSSA) basieren auf einem Leitfaden der US-Behörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration). Auf freiwilliger Basis können Unternehmen, die mit dem Testen oder Inverkehrbringen automatisierter Fahrfunktionen befasst sind, ihre Vorgehensweisen und Bewertungen zur Sicherheit solcher Systeme dokumentieren und veröffentlichen.

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Redundante Sicherheitssysteme

In redundanten Sicherheitssystemen sind sicherheitsrelevante Funktionen in mehrfacher Ausführung vorhanden. Fällt beispielsweise das primäre Bremssystem aus, übernimmt ein zweites System die Bremsfunktion.

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Lidar-Technologie

Lidar (Light Detection and Ranging) ist eine Methode zur optischen Messung von Abständen. Lidar-Sensoren erkennen Objekte, indem sie per Laser durch hunderttausende Abstandsmessungen pro Sekunde ein 3-D-Bild der Fahrzeugumgebung erzeugen.

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