Nachhaltige Unternehmensführung

Nachhaltigkeitsmanagement

Daimler auf einen Blick

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1 | Daimler-Konzern

 

2019

2020

Beschäftigte (31. Dezember)

298.655

288.481

Produktionsstandorte

 

 

Europa

33

37

NAFTA

21

18

Lateinamerika (ohne Mexiko)

7

5

Afrika

2

1

Asien

8

11

Absatz (Einheiten)

3.344.951

2.840.402

Finanzielle Kennzahlen (in Mio. Euro)

 

 

Umsatz

172.745

154.309

Forschungs- und Entwicklungsleistungen

9.662

8.614

Ertragssteuern

1.121

2.330

Personalaufwand

22.657

21.848

Dividendensumme

963

1.444

Die Daimler AG ist eines der erfolgreichsten Automobilunternehmen der Welt. Mit den Geschäftsfeldern Mercedes-Benz Cars & Vans sowie Daimler Trucks & Buses gehört Daimler zu den größten Anbietern von Premium-Pkw und ist einer der weltweit größten Hersteller von Nutzfahrzeugen. Das Geschäftsfeld Daimler Mobility bietet zudem Finanzierung, Leasing, Flottenmanagement, Geldanlagen, die Vermittlung von Versicherungen und Kreditkarten sowie innovative Mobilitätsdienstleistungen an.

Wie wir Nachhaltigkeit verstehen

Nachhaltigkeit bedeutet für Daimler, dauerhaft wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Und zwar ganzheitlich, für alle unsere Stakeholder: Kunden, Beschäftigte, Investoren, Geschäftspartner und die Gesellschaft insgesamt. Wir konzipieren unsere Lösungen deshalb schon heute als zentrale Bestandteile künftiger klimaneutraler und nachhaltiger Mobilitätssysteme. Gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft schaffen wir einen gesamtgesellschaftlichen Mehrwert und die Voraussetzungen für unseren zukünftigen Geschäftserfolg. Dieser ganzheitliche strategische Ansatz gilt nicht nur für die eigenen Produkte und Produktionsstandorte; er umfasst auch die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette.

Nachhaltig auf allen Ebenen — unsere Geschäftsstrategien

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Grundlage für unser Handeln bilden die nachhaltigen Geschäftsstrategien unserer Geschäftsfelder, die der Vorstand 2019 verabschiedet hat. Dies bedeutet, dass Nachhaltigkeitsthemen unsere Geschäftsstrategien nicht nur ergänzen, sondern deren integrale Bestandteile sind. Genauso relevant wie Erfolg versprechende Geschäftsziele sind damit auch unsere Ambitionen, Ziele und Maßnahmen, die umgesetzt werden, um den positiven Wertbeitrag von Daimler auf Umwelt und Gesellschaft zu steigern.

Wir orientieren uns dabei an internationalen Rahmenwerken, den Bedürfnissen unserer externen und internen Stakeholder sowie globalen Trends. Daraus haben wir konzernweite Handlungsfelder abgeleitet sowie Verantwortlichkeiten, geschäftsspezifische Ziele, Prozesse und Maßnahmen definiert.

Konkret umfassen unsere strategischen Ambitionen die folgenden sechs Handlungsfelder:

  • Klimaschutz & Luftreinhaltung: Bis 2039 soll unsere Neufahrzeugflotte CO2-neutral werden und keine relevanten Auswirkungen auf die innerstädtische Luftqualität haben.
  • Ressourcenschonung: Wir wollen den Ressourcenverbrauch vom Wachstum unseres Geschäftsvolumens entkoppeln.
  • Lebenswerte Städte: Wir leisten einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt durch unsere Mobilitäts- und Verkehrslösungen.
  • Verkehrssicherheit: Wir verfolgen die Vision vom unfallfreien Fahren und entwickeln automatisiertes Fahren unter Einbeziehung gesellschaftlicher und ethischer Aspekte.
  • Digitale Verantwortung: Unsere Zukunft sind nachhaltige, datenbasierte Geschäftsmodelle. Mit ihnen stellen wir die Bedürfnisse unserer Kunden in den Mittelpunkt und gehen verantwortungsvoll mit Daten um.
  • Menschenrechte: Wir übernehmen Verantwortung und setzen uns für die Wahrung der Menschenrechte entlang unserer automobilen Wertschöpfungskette ein.

Um diese Ambitionen zu verwirklichen, arbeiten wir eng mit unseren Partnern in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen.

Außerdem setzen wir auf das Engagement unserer Belegschaft, die den Wandel mitgestaltet. Hierfür haben wir drei Grundlagen, sogenannte „Enabler“, definiert, die für unseren Erfolg in den sechs Handlungsfeldern unabdingbar sind:

  • Integrität: Um Integrität auf allen Ebenen und in allen Bereichen zu verankern, gehen wir regelmäßig in den Dialog. Außerdem geben wir unseren Beschäftigten Hilfestellung bei geschäftlichen Entscheidungen, um deren Eigenverantwortung zu fördern.
  • Beschäftigte: Als attraktiver Arbeitgeber fördern wir die Vielfalt unserer Belegschaft und vermitteln die notwendigen Fähigkeiten, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern.
  • Partnerschaften: Unsere Grundsätze für den politischen Dialog und die Interessenvertretung bilden die Basis für ein verantwortungsbewusstes und verlässliches Handeln mit dem Ziel, unternehmerische und gesellschaftliche Interessen miteinander in Einklang zu bringen.

2 | Unsere Marken

Unsere Marken (Grafik)

Wesentlichkeitsanalyse: So haben wir unsere strategischen Themen bewertet

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Um zu ermitteln, welche Nachhaltigkeitsthemen für Daimler und seine Stakeholder besonders relevant sind, haben wir 2020 eine umfassende Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Neben den bestehenden strategischen Handlungsfeldern und Grundlagen wurden dabei auch weitere, potenziell wesentliche Nachhaltigkeitsthemen und -trends analysiert. Insgesamt haben wir 15 Themen bewertet.

Die Analyse bestand aus vier Komponenten: einer Dokumenten-Analyse, einer SDG-Impact-Bewertung sowie einer breit angelegten Online-Stakeholder-Umfrage und Experteninterviews.

In der Dokumenten-Analyse haben wir die wesentlichen Auswirkungen wichtiger Nachhaltigkeitstrends auf Daimler ermittelt. Der Schwerpunkt lag dabei auf externen Einflüssen wie Regulatorik und Kapitalmarktanforderungen. Im Rahmen der SDG-Impact-Bewertung haben wir den Beitrag von Daimlers Geschäftsaktivitäten auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals — SDGs) evaluiert. In der Online-Umfrage konnten verschiedene Stakeholdergruppen die Relevanz der Nachhaltigkeitsthemen sowie unser aktuelles Nachhaltigkeitsmanagement aus ihrer Perspektive bewerten. Insgesamt haben 3.630 Personen aus 43 Ländern an der Umfrage teilgenommen. Von diesen stammten 43 Prozent aus Deutschland, 21 Prozent aus China, 16 Prozent aus den USA und 15 Prozent aus dem Vereinigten Königreich. Zudem haben wir 40 interne und externe Experten um ihre Einschätzung zu wesentlichen nachhaltigkeitsbezogenen Risiken und Chancen für unser Geschäftsmodell gebeten. Außerdem haben wir sie zu den wesentlichen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft befragt.

Bei der Analyse haben wir zwei Perspektiven betrachtet:

  • Inside-out: Welchen positiven und negativen Einfluss hat Daimlers Geschäftstätigkeit auf Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft?
  • Outside-in: Inwiefern wirken sich die Nachhaltigkeitsthemen auf Daimlers Geschäftsverlauf, die Geschäftsergebnisse und die Lage des Unternehmens aus?

Damit entspricht die Wesentlichkeitsanalyse sowohl den Berichtsanforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) als auch dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG).

Die 15 Themen wurden nach ihrer finalen Bewertung in einer Wesentlichkeitsmatrix zusammengefasst. Die höchste Bewertung erhielten die Themen Klimaschutz, Luftreinhaltung und Ressourcenschonung. Hiermit wurden unsere strategischen Handlungsfelder in ihrer Relevanz bestätigt. Eine sehr hohe Bedeutung wurde erstmals auch dem Thema nachhaltige Lieferkette zugesprochen.

Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse stellen eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der strategischen Handlungsfelder dar. Sie wurden mit allen verantwortlichen Fachbereichen besprochen und im Group Sustainability Board (GSB) vorgestellt.

3 | Vorgehen Wesentlichkeitsanalyse

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Vorgehen Wesentlichkeitsanalyse (Grafik)

4 | Unsere Wesentlichkeitsmatrix

Unsere Wesentlichkeitsmatrix (Grafik)

Sustainable Development Goals strategisch verankert

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Im Jahr 2015 haben die Vereinten Nationen ein zentrales Leitbild für eine weltweite nachhaltige Entwicklung verabschiedet. In seinem Mittelpunkt stehen 17 Nachhaltigkeitsziele. Um sie erreichen zu können, spielt die Wirtschaft mit ihrer Innovations- und Investitionskraft eine entscheidende Rolle. Wir nehmen diese Rolle bewusst an.

Die einzelnen Nachhaltigkeitsziele mit strategischen Kennzahlen und Maßnahmen zu verknüpfen und umzusetzen, stellt für viele Unternehmen noch eine Herausforderung dar. Zusammen mit TruCost haben wir daher im Berichtsjahr eine SDG-Impact Analyse durchgeführt. Ziel war es, unsere Unternehmensleistung im Hinblick auf die 17 SDGs zu bewerten. Dabei haben wir analysiert, welche positiven und potenziell negativen Auswirkungen Daimler auf die verschiedenen Ziele hat. Zudem haben wir die Nachhaltigkeitsziele identifiziert, die mit den größten Chancen und Risiken für das Unternehmen verbunden sind.

Die Ergebnisse möchten wir dazu nutzen, um den Beitrag unserer Geschäftsaktivitäten zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele weiter auszubauen. Dazu fokussieren wir uns auf die Bereiche, in denen wir den größten Mehrwert schaffen können.

Folgende SDGs stehen bei unserer Arbeit daher im Fokus:

SDG 8 (Icon)

SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum: Indem wir in unseren eigenen Einheiten sowie in der Lieferkette einen risikobasierten Managementansatz zur Achtung und Wahrung der Menschenrechte entwickeln und umsetzen, unterstützen wir die Durchsetzung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen. Durch die Herstellung unserer Produkte und Erbringung unserer Dienstleistungen schaffen wir zudem attraktive Arbeitsplätze in der ganzen Welt.

SDG 9 (Icon)

SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur: Connected, Autonomous, Shared & Services, Electric — mit der Verknüpfung unserer CASE-Felder gestalten wir die nachhaltige Mobilität der Zukunft. Mit den damit zu erwartenden Vorteilen, zum Beispiel für Sicherheit und Klimaschutz, demonstrieren wir das Potenzial digitaler Innovationen für unsere Gesellschaft.

SDG 11 (Icon)

SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden: Mit Angeboten wie elektrifizierten Stadtbussen und Lkw, Carsharing, und der multimodalen Verknüpfung von Mobilitätsangeboten fördert Daimler nachhaltige Mobilität in urbanen Ballungsgebieten.

SDG 12 (Icon)

SDG 12 Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster: Wir arbeiten daran, die Effizienz unserer Fahrzeuge zu steigern und den Rohmaterialeinsatz erheblich zu senken. Eine der Aufgaben dabei ist, Materialkreisläufe für Primärrohstoffe, die für unsere Elektrofahrzeuge benötigt werden, zu stärken. Auf diese Weise stellen wir die Weichen für nachhaltige Produktionsmuster.

SDG 13 (Icon)

SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz: Mit unserer nachhaltigen Geschäftsstrategie und den dazugehörigen Maßnahmen und Zielen für die Reduktion von Emissionen unserer Fahrzeuge, Werke und Lieferkette leisten wir einen konkreten Beitrag zum globalen Klimaschutz.

So steuern wir den Konzern nachhaltig

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Die Daimler AG ist das Mutterunternehmen des Daimler-Konzerns und hat ihren Sitz in Stuttgart. Unter dem Dach der Daimler AG wird die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns in der neuen Unternehmensstruktur seit Januar 2020 nicht mehr in fünf, sondern in drei Geschäftsfeldern geführt: Die Mercedes-Benz AG verantwortet das Geschäft von Mercedes-Benz Cars & Vans. In der Daimler Truck AG sind die Aktivitäten von Daimler Trucks & Buses gebündelt. Die bereits seit Jahren rechtlich eigenständige Daimler Financial Services wurde in Daimler Mobility AG umbenannt. Die Daimler AG nimmt in der neuen Struktur die Steuerungsfunktion wahr und erbringt Dienstleistungen für die Konzerngesellschaften. Daneben entscheidet sie als Muttergesellschaft über die Strategien des Konzerns, beschließt über strategisch bedeutsame Sachverhalte im operativen Geschäft und stellt konzernweit die Ordnungs-, Rechts- und Compliance-Funktionen sicher.

Unsere Governance-Struktur besteht aus Vorstand und Aufsichtsrat und entspricht der nach deutschem Recht für eine Aktiengesellschaft geforderten dualen Führungsstruktur. Der Vorstand leitet das Unternehmen, während der Aufsichtsrat den Vorstand überwacht und berät. Beide Organe arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen und orientieren sich am Deutschen Corporate Governance Kodex.

Die kurz- und mittelfristig orientierte variable Verfügungskomponente — der Daimler Company Bonus — wurde für den Vorstand sowie die Führungskräfte der Ebenen 1 bis 3 mit Wirkung zum 1. Januar 2020 weiterentwickelt: Sie beinhaltet neben finanziellen Zielen auch auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Transformationsziele sowie nichtfinanzielle Ziele mit Fokus auf Beschäftigte, Kunden, Integrität und Diversity.

Gemäß unseren nachhaltigen Geschäftsstrategien steuern wir unsere Arbeit in den sechs Handlungsfeldern über einen internen Berichtsprozess mit detaillierten Scorecards. Unsere Führungs- und Organisationsstrukturen unterstützen diesen Prozess durch klare Verantwortlichkeiten in jedem unserer Geschäftsfelder.

5 | Governance

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Governance (Grafik)

Unser zentrales Managementgremium für Nachhaltigkeit ist das Group Sustainability Board (GSB), das an den Vorstand der Daimler AG berichtet. Den Vorsitz des GSB teilen sich die beiden Daimler Vorstandsmitglieder Renata Jungo Brüngger, zuständig für das Ressort Integrität und Recht und Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG, sowie Markus Schäfer, zuständig für das Ressort Konzernforschung und zugleich Mercedes-Benz Cars Chief Operating Officer. Das GSB legt dem Vorstand Fortschrittsberichte und Entscheidungsvorlagen zu den Handlungsfeldern der nachhaltigen Geschäftsstrategien vor. Die Letztverantwortlichkeit liegt beim Vorstand, der durch den Aufsichtsrat bestellt wird. Der Aufsichtsrat entscheidet über die Transformationsziele des Vorstands, die auch nichtfinanzielle Ziele enthalten.

Die operative Arbeit leistet das Sustainability Competence Office (SCO), das mit Vertretern aus den Bereichen der beiden Co-Vorsitzenden sowie der Konzernstrategie und der Konzernkommunikation besetzt ist. Neben anderen Aufgaben überwacht das SCO die Fortschritte in den sechs Handlungsfeldern und drei Enablern der nachhaltigen Geschäftsstrategien, die in Form von detaillierten Scorecards mindestens einmal jährlich an das Gremium berichtet werden. Mithilfe einer Trackingliste überprüft das GSB zudem die Umsetzung der beschlossenen Aktivitäten.

Um Beschäftigte weltweit für das Thema Nachhaltigkeit weiter zu sensibilisieren, wurde in 2020 ein Basistraining zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt und ausgerollt. Dieses vermittelt Grundlagen zum Thema Nachhaltigkeit bei Daimler und den strategischen Handlungsfeldern im Rahmen der nachhaltigen Geschäftsstrategien.

Der Aufsichtsrat lässt sich durch das Board of Management in regelmäßigen Sitzungen ebenfalls über unsere Nachhaltigkeitsthemen informieren. Zusätzlich gibt es einen intensiven Austausch mit unserem externen Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung zu den Fortschritten in unseren nachhaltigen Geschäftsstrategien.

Unsere Richtlinien sind für unsere Beschäftigten zentral zugänglich

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Integrität, Compliance und rechtliche Verantwortung sind Eckpfeiler unserer nachhaltigen Unternehmensführung und Basis unseres Handelns. Die Grundlage dafür ist unsere Verhaltensrichtlinie. Ergänzt wird sie durch weitere interne Grundsätze und Richtlinien.

Das „House of Policies“ ist unsere digitale Plattform für Richtlinien. Alle konzerninternen Richtlinien und betrieblichen Vereinbarungen sind hier in einer nutzerfreundlichen Datenbank zusammengefasst, die für alle Beschäftigten zugänglich ist. Die Richtlinien sind in mehreren Sprachen verfügbar. Beschäftigte können hier zudem auf ein kompaktes webbasiertes Training zu Richtlinien zugreifen, Konzerngesellschaften auf eine Beratung zum lokalen Richtlinienmanagement.

Als grundlegende Richtschnur für unsere Geschäftstätigkeit setzen wir zudem die zehn Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen ein. Als Gründungsmitglied und Teil seiner LEAD-Gruppe sind wir dem UN Global Compact besonders verbunden. Unsere internen Grundsätze und Richtlinien bauen auf diesem internationalen Referenzrahmen und weiteren internationalen Prinzipien auf. Zu ihnen zählen die Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO), die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen und die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Im Rahmen unserer Teilnahme am UN Global Compact arbeiten unsere Fachbereiche in diversen Arbeitsgruppen mit — unter anderem zu den Themen Transparenz, Reporting und Verantwortung in globalen Lieferketten.

Finanzielle und nichtfinanzielle Risiken werden konzernweit gemanagt

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Der Daimler-Konzern ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die mit dem unternehmerischen Handeln der Daimler AG und ihrer Tochtergesellschaften verbunden sind oder sich aus externen Einflüssen ergeben. Unter einem Risiko verstehen wir die Gefahr, dass Ereignisse, Entwicklungen oder Handlungen den Konzern oder eines der Segmente daran hindern, seine Ziele zu erreichen. Dazu gehören finanzielle ebenso wie nichtfinanzielle Risiken. Gleichzeitig ist es wichtig, Chancen zu identifizieren, um die Wettbewerbsfähigkeit des Daimler-Konzerns zu sichern und auszubauen. Als Chance bezeichnen wir die Möglichkeit, aufgrund von Ereignissen, Entwicklungen oder Handlungen die geplanten Ziele des Konzerns oder eines Segments zu sichern oder zu übertreffen.

Unternehmerische Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen und zu steuern, ist Aufgabe der Geschäftsfelder. Im Rahmen des Strategieprozesses ermitteln sie zudem, welche Risiken mit der geplanten längerfristigen Entwicklung verbunden sind und welche Chancen sich für weiteres profitables Wachstum bieten. Die Ergebnisse werden in den Entscheidungsprozess eingebracht. Um unternehmerische Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und konsequent zu handhaben, werden Steuerungs- und Kontrollsysteme eingesetzt, die in einem Risiko- und Chancenmanagementsystem gebündelt sind. Chancen und Risiken werden nicht verrechnet.

Mit dem Risikomanagementsystem sollen bestandsgefährdende und andere wesentliche Risiken systematisch und kontinuierlich identifiziert, beurteilt, gesteuert, überwacht und dokumentiert werden. Es ist integraler Bestandteil des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses in den Gesellschaften, Segmenten und Konzernfunktionen. Dies trägt maßgeblich dazu bei, die Unternehmensziele zu erreichen und das Risikobewusstsein im Unternehmen zu erhöhen.

Das Chancenmanagementsystem des Daimler-Konzerns ist an das Risikomanagementsystem angelehnt. Ziel des Chancenmanagements ist es, im Rahmen der Geschäftstätigkeit auftretende Chancen frühzeitig zu erkennen und möglichst optimal für das Unternehmen zu nutzen. Hierdurch sollen geplante Ziele abgesichert oder übertroffen werden. Im Chancenmanagement werden relevante, umsetzbare Chancen betrachtet, die bisher nicht in eine Planung eingeflossen sind.

Im Rahmen der Planung werden Risiken und Chancen mit einem Betrachtungshorizont von bis zu fünf Jahren erfasst. Über die Segmente werden die Informationen für die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat an das Konzernrisikomanagement weitergegeben. Darüber hinaus haben die Verantwortlichen für das Risikomanagement den Auftrag, Maßnahmen zu definieren und gegebenenfalls einzuleiten, um Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder den Konzern gegen diese abzusichern. Weiterhin gilt es, Maßnahmen umzusetzen, mit denen Chancen ergriffen, verbessert und — vollständig oder teilweise — realisiert werden können.

Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen sind fester Bestandteil des konzernweiten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses

Das Risiko- und Chancenmanagement ist ein fester Bestandteil des konzernweiten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses mit dem Ziel, die Erreichung der Unternehmensziele nachhaltig zu unterstützen und das Risikobewusstsein im Unternehmen sicherzustellen. Die Nachhaltigkeitsaspekte sind in den konzernweiten Risikomanagementprozess bei Daimler integriert. Unter Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen werden Bedingungen, Ereignisse oder Entwicklungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung (ESG) verstanden, deren Eintreten sich tatsächlich oder potenziell auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sowie auf die Reputation des Daimler-Konzerns auswirken kann. Unter Sachverhalten bezogen auf den Bereich Umwelt werden unter anderem der CO2-Ausstoß, Extremwetterereignisse sowie Abfallvermeidung und Recycling verstanden. Arbeitsrechtliche Standards, Produktsicherheit und Produkthaftung sowie Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards bei Lieferanten sind Beispiel für Sachverhalte unter dem Bereich Soziales. Der Bereich Unternehmensführung befasst sich beispielsweise mit Steuerehrlichkeit, Maßnahmen zur Korruptionsprävention sowie der Gewährleistung des Datenschutzes.

Die ESG-bezogenen Risiken und Chancen sind in den jeweiligen Kategorien des Risiko- und Chancenberichts entsprechend ihrer Ursache zu finden. Daimler orientiert sich mit Blick auf klimabedingte Risiken und Chancen an den Empfehlungen der . Darüber hinaus können rechtliche Risiken oder gesellschaftliche Verstöße von Partnern und Lieferanten einen negativen Einfluss auf die Reputation des Daimler-Konzerns, die Umwelt sowie auf die bei Partnern und Lieferanten beschäftigten Mitarbeiter haben. Als eines der Grundprinzipien des unternehmerischen Handelns achtet Daimler deshalb — auch bei der Auswahl von Partnern und Lieferanten — besonders darauf, dass gesetzliche und ethische Regeln eingehalten werden.

Weitere Informationen finden Sie im Risiko- und Chancenbericht des Geschäftsberichts.

So kommunizieren und evaluieren wir Risiken und Chancen

Die organisatorische Einbettung des Risiko- und Chancenmanagements erfolgt über die im Konzern etablierte Risikomanagementorganisation. Die Verantwortung für das operative Risikomanagement und für die Risikomanagementprozesse liegt in den Segmenten, Konzernfunktionen, organisatorischen Einheiten und Gesellschaften. Diese berichten turnusmäßig die konkreten Risiken und Chancen an ihre übergeordnete Einheit. Wesentliche, unerwartet auftretende Risiken sind unverzüglich zu berichten. Über die Segmente werden die Informationen für die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat an das Konzernrisikomanagement weitergegeben.

Für die kontinuierliche Verbesserung sowie die Beurteilung der Effizienz und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems ist das Group Risk Management Committee (GRMC) zuständig. Das GRMC setzt sich aus Vertretern der Bereiche Accounting & Financial Reporting, der Rechtsabteilung, Compliance, Technical Compliance, der Konzernsicherheit sowie den für Finanzen zuständigen Vorstandsmitgliedern der Mercedes-Benz AG, Daimler Truck AG und Daimler Mobility AG zusammen und wird von den für die Ressorts Finanzen & Controlling / Daimler Mobility und Integrität und Recht zuständigen Mitgliedern des Vorstands der Daimler AG geleitet. Die Interne Revision bringt wesentliche Feststellungen über das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem mit ein.

Umwelt- und Arbeitssicherheitsrisiken auf lokaler Ebene managen

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Für das Management von Umwelt- und Arbeitssicherheitsrisiken spielt das lokale Risikomanagement an unseren Standorten eine entscheidende Rolle. Um lokale Risiken im Arbeits- und Umweltschutz zu identifizieren und anzugehen, betreiben wir an unseren konzerneigenen Produktionsstandorten ein Environmental & Safety Risk Management. In seinem Rahmen prüfen wir regelmäßig, inwieweit wir unseren Sorgfaltspflichten () nachkommen. Dazu wird jeder Standort etwa alle fünf Jahre besucht und nach einem standardisierten Verfahren daraufhin untersucht, ob unsere Konzernrichtlinien im Umweltschutz beziehungsweise im Arbeits- und Gesundheitsschutz pflichtgemäß umgesetzt werden. Die Risikobetrachtung findet unter anderem in folgenden Themenfeldern statt:

Im Bereich Arbeitssicherheit:

  • Sicherheits- und Unfallmanagement sowie Arbeitssicherheitsorganisation
  • Durchführung gefährlicher Tätigkeiten
  • Gefährdungen durch Brand und Explosion
  • Risiken durch Maschinen und Anlagen

Im Bereich Umweltschutz:

  • Umweltmanagement
  • Emissionen in die Luft
  • Einleitung in Gewässer
  • Abfallwirtschaft
  • Boden- und Grundwasserkontamination

Gemeinsam, durch beide Bereiche:

  • Umgang mit umweltgefährdenden Stoffen und Gefahrstoffexposition
  • Risiken durch Umgebungsbedingungen

Die Ergebnisse werden den Werks- und Geschäftsfeldleitungen in Form von Berichten mitgeteilt, die daraufhin Verbesserungsmaßnahmen festlegen. Die Umsetzung der Maßnahmen wird jährlich im Rahmen eines Controllings erfasst.

Mithilfe von Managementsystemen sorgen wir zudem für klare Verantwortlichkeiten und ein transparentes, standardisiertes Reporting an unseren Produktionsstätten weltweit. Rund 98 Prozent unserer Belegschaft arbeiten an Standorten mit einem nach ISO 14001 zertifizierten Umweltmanagementsystem. Und rund 40 Prozent unserer Belegschaft an unseren Produktionsstandorten — das sind etwa 100.000 Beschäftigte — arbeiten mit einem nach ISO 45001 (beziehungsweise nach OHSAS 18001) zertifizierten Arbeitssicherheitsmanagementsystem.

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie, konnten die für das Jahr 2020 geplanten Standortevaluierungen aufgrund von Reisebeschränkungen und Lockdown-Regelungen nicht wie vorgesehen stattfinden. Um den Fünfjahresturnus künftig wieder einzuhalten, wollen wir die nicht stattgefundenen Evaluierungen in den kommenden Jahren nachholen. Das Controlling zum Umsetzungsstand der Verbesserungsmaßnahmen findet jedoch weiterhin in gewohnter Weise statt. Auch die Evaluierungsmethode wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Im Dialog mit Stakeholdern strategische Entscheidungen treffen

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Es ist uns wichtig, kontinuierlich mit allen unseren Interessengruppen im Gespräch zu bleiben. Das ermöglicht uns, unser Nachhaltigkeitsengagement aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, neue Trends zu identifizieren und aufzugreifen sowie Erfahrungen auszutauschen. Dabei geht es auch darum, kontroverse Themen bereits sehr früh konstruktiv zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht für uns immer ein Dialog, der für alle beteiligten Seiten ertragreich und zielführend ist.

Voraussetzung dafür ist die Identifizierung unserer Stakeholder. Stakeholder sind für uns Personen und Organisationen, die rechtliche, finanzielle, ethische oder ökologische Erwartungen an Daimler haben. Ob eine Person, Organisation oder Gruppe „Stakeholder“ unseres Unternehmens ist, hängt davon ab, wie stark sie durch unsere Entscheidungen beeinflusst wird oder umgekehrt unsere Entscheidungen beeinflussen kann. Unsere primären Stakeholder sind demnach Kunden, Beschäftigte, Investoren und Lieferanten. Darüber hinaus tauschen wir uns regelmäßig mit zivilgesellschaftlichen Gruppen wie Nichtregierungsorganisationen aus. Aber auch mit Verbänden, Gewerkschaften, Medien, Analysten, Kommunen, Anwohnern in der Nachbarschaft unserer Standorte sowie mit Vertretern aus Wissenschaft und Politik pflegen wir den Kontakt.

6 | Exemplarische Instrumente unseres Stakeholder-Dialogs

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Exemplarische Instrumente unseres Stakeholder-Dialogs (Grafik)

Diese Instrumente nutzen wir für unseren Stakeholder-Dialog

Um mit unseren relevanten Stakeholdern in den Dialog zu treten, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Zum einen nutzen wir eigene Dialogformate: Dazu zählt etwa der „Daimler Sustainability Dialogue“. Außerdem führen wir Stakeholder-Befragungen sowie Fachtagungen und thematische Dialoge durch, etwa in Form von Workshops oder über unseren Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung. Zum anderen beobachten wir aktuelle Diskussionen und informieren uns über damit verbundene Erwartungen, indem wir uns an branchenspezifischen und übergreifenden Netzwerken und Initiativen beteiligen. Zusätzlich werten wir Studien und andere wissenschaftliche Publikationen aus und führen eigene Medienanalysen durch. Sie helfen uns dabei, über den von uns initiierten Dialog hinaus Entwicklungen und damit verbundene Erwartungen zu erkennen.

So führen wir den Dialog auf Konzernebene

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Um den Dialog mit unseren Stakeholdern konzernweit zu implementieren, haben wir klare Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege für den Austausch festgelegt sowie spezifische Dialogformen etabliert. Diese proaktiven Dialogaktivitäten werden von Experten aus dem Ressort Integrität und Recht sowie weiteren Akteuren, etwa dem Bereich External Affairs (EA) initiiert. EA organisiert beispielsweise politische Dialoge. Der Bereich Integrität und Recht koordiniert zudem gemeinsam mit Corporate Communications den „Daimler Sustainablility Dialogue“. Weitere Dialogaktivitäten werden von unseren Nachhaltigkeitsgremien, dem GSB und dem Sustainability Competence Office, gesteuert.

Virtueller „Daimler Sustainability Dialogue“ trifft auf große Resonanz

Ein wichtiges Instrument für den Austausch mit unseren Stakeholdern ist der „Daimler Sustainability Dialogue“. Er findet seit 2008 einmal jährlich in Stuttgart statt und bringt Stakeholder aus unterschiedlichen Bereichen mit Mitgliedern des Daimler-Vorstands und des Managements zusammen. In verschiedenen Workshops diskutieren die Teilnehmer über ausgewählte Nachhaltigkeitsthemen und arbeiten gemeinsam an der Weiterentwicklung ihrer Ansätze. Unsere Themenverantwortlichen nehmen die Impulse der Teilnehmer auf, lassen sie in Zusammenarbeit mit den Stakeholdern in ihre Arbeit einfließen und berichten auf der Folgeveranstaltung über die Fortschritte. Im Berichtsjahr haben wir den „Daimler Sustainability Dialogue“ pandemiebedingt erstmals auf einer digitalen Meeting-Plattform durchgeführt. Vier Vertreter des Vorstands der Daimler AG erstatteten einen ausführlichen Lagebericht. Mehr als 200 externe und Daimler-interne Teilnehmende tauschten sich in acht Arbeitsgruppen unter anderem über Menschenrechte, Umweltschutz, Lebenswerte Städte sowie das Thema Beschäftigte & Integrität aus. Zum Abschluss diskutierte der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius gemeinsam mit renommierten Experten über die nachhaltige Transformation der Mobilität.

Als global agierendes Unternehmen haben wir uns zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit weltweit in unseren Geschäftseinheiten und Fachbereichen zu etablieren. Deshalb organisieren wir den „Daimler Sustainability Dialogue“ auch in anderen Ländern und Regionen. Internationale Dialogveranstaltungen fanden in der Vergangenheit bereits in China, Japan, den USA und Argentinien statt. Im Berichtsjahr haben sich über 300 Stakeholder an dem inzwischen achten in China stattfindenden „Daimler Sustainability Dialogue“ beteiligt — auch hier erstmals virtuell. Die Teilnehmenden haben über Themen wie grüne Produktion, urbane Mobilität und gesellschaftliche Verantwortung diskutiert.

Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung begleitet uns konstruktiv-kritisch

Ein wichtiger Impulsgeber für unsere Nachhaltigkeitsarbeit ist seit 2012 der Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung. Seine Mitglieder sind unabhängige externe Fachleute aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Sie begleiten uns konstruktiv-kritisch in Fragen der Integrität und Unternehmensverantwortung. Der Beirat tagt in regelmäßigen Abständen und tauscht sich mit Vorstandsmitgliedern und Verantwortlichen der Fachbereiche aus. Im Berichtsjahr fand zudem eine gemeinsame Sitzung mit Vertretern des Aufsichtsrats statt. Die Beiratsmitglieder verfügen über vielschichtige Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Umwelt- und Sozialpolitik, Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung und diversen menschenrechtlichen und ethischen Fragestellungen. Im Berichtsjahr beschäftigte sich das Gremium vor allem mit der Transformation der Automobilindustrie, der Weiterentwicklung der nachhaltigen Geschäftsstrategien von Daimler und dem Umgang mit COVID-19.

Wir engagieren uns in Verbänden und Gremien

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Daimler steht in regelmäßigem Kontakt mit Vertretern von Wirtschaft, Politik und anderer Interessengruppen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Neben den von uns initiierten Dialogen engagieren wir uns in diversen Verbänden, Gremien und Nachhaltigkeitsinitiativen. Hierzu gehören insbesondere der UN Global Compact sowie econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e. V. und das World Business Council for Sustainable Development. Innerhalb dieser Initiativen tauschen wir uns auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft aus.

Medien- und Gremienarbeit nutzen wir für operative und strategische Entscheidungen

Für den Dialog mit unseren Stakeholdern nutzen wir außerdem Online- und Print-Medien, Expertengespräche, Workshops sowie lokale und regionale Dialogveranstaltungen. Individuelle Anfragen von Stakeholdern zu diversen Nachhaltigkeitsthemen werden außerdem direkt und dezentral durch einzelne Fachbereiche und Geschäftseinheiten bearbeitet. Dadurch schaffen wir mehr Nähe zum operativen Geschäft und können fachliches Know-how direkt einfließen lassen. Einzelne Anfragen bringen wir auch in Sitzungen unserer Nachhaltigkeitsgremien ein, um diese in strategischen Entscheidungen berücksichtigen zu können. Die Gremien koordinieren außerdem bei fachübergreifenden Themen den Dialog mit unseren Anspruchsgruppen. Die Gespräche im Berichtszeitraum waren unter anderem von den Themen Klimaschutz, Elektromobilität und Batteriewertschöpfungskette, Achtung der Menschenrechte, Lebenswerte Städte sowie Datenverantwortung und geprägt.

Auf kommunaler und regionaler Ebene ergebnisoffen diskutieren

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Wir stehen auch an unseren Standorten mit Anspruchsgruppen im Austausch. Anlass- und projektbezogen greifen wir Fragen, Bedenken, Kritik und Anregungen von Stakeholdern auf und stellen uns einem ergebnisoffenen Dialog. Zudem führen wir Dialog- und Informationsveranstaltungen zu aktuellen Themen durch. Die Ergebnisse der Dialoge fließen in die weiteren unternehmerischen Entscheidungen und deren Umsetzung ein.

Ein wichtiges Beispiel für den regionalen Dialog war die virtuelle Zwischenbilanzkonferenz des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg im September 2020. Die beteiligten Partner konnten dabei aktuelle Projekte und Informationen im Zusammenhang mit der Transformation der Automobilwirtschaft einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Wir nutzten die Gelegenheit, um über neueste Trends bei der Aus- und Weiterbildung sowie über unsere Aktivitäten im Bereich der urbanen Mobilität zu informieren. In einem Chat-Bereich konnten sich die Beteiligten mit den virtuellen Besuchern austauschen.

Nachhaltiges Investieren gewinnt an Einfluss

In den vergangenen Jahren ist das Volumen des verwalteten Vermögens, das auf Basis von Nachhaltigkeitskriterien () angelegt wurde, stetig gestiegen. Auch die wachsende Zahl an Investoren, die sich zu den von den Vereinten Nationen herausgegebenen Grundsätzen für verantwortungsvolles Finanzieren () bekennen, untermauert den Trend. Ein Treiber hierfür ist die Erkenntnis, dass die Portfolien der Investoren widerstandsfähiger sind, wenn die enthaltenen Unternehmen auch auf Nachhaltigkeitsaspekte hin bewertet wurden. Außerdem zeigt sich, dass gegenüber herkömmlichen Bewertungsansätzen bei der Rendite keine Einbußen zu erwarten sind. ESG-Kriterien werden dementsprechend bei Kapitalanlagen immer wichtiger. Für Unternehmen bietet diese Entwicklung die Chance, sich im Wettbewerb um Eigen- und Fremdkapital zu differenzieren. Hierfür sind nachhaltige Geschäftsstrategien, ambitionierte Ziele und Transparenz in der Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsaspekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette entscheidend. Auch vonseiten der Gesellschaft und der Gesetzgeber erleben wir ein wachsendes Interesse an einer nachhaltigeren Gestaltung ökonomischer Prozesse: Finanzströme sollen in nachhaltige Unternehmensaktivitäten fließen, die Umwelt und Gesellschaft dienen. So werden Unternehmen und Kapitalmarktakteure zunehmend für die ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer Geschäftsaktivitäten zur Rechenschaft gezogen.

Gleichzeitig steigen auch die Forderungen und Pflichten zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen: Investoren erwarten eine Berichterstattung nach Standards wie TCFD (Task Force on Climate-related Financial Disclosure) und . Zugleich nimmt das Ausmaß gesetzlicher Offenlegungspflichten weiter zu — beispielsweise durch die neue und die Weiterentwicklung der Gesetzgebung zur nichtfinanziellen Berichterstattung.

Daimler profiliert sich als nachhaltiger Emittent

Unsere nachhaltigen Geschäftsstrategien mit beispielsweise der Ambition 2039 für die Mercedes-Benz AG sind die Basis dafür, dass Daimler am Kapitalmarkt als nachhaltiges Anlageobjekt wahrgenommen wird. Ein kontinuierlicher Austausch mit den Kapitalmarktakteuren sowohl aufseiten der Eigen- als auch der Fremdkapitalgeber steht dabei im Vordergrund. Hierfür nutzen wir Plattformen wie ESG-Konferenzen und -Roadshows sowie individuelle Gespräche mit Investoren und Investoreninitiativen. Der Bereich Investor Relations der Daimler AG arbeitet dabei eng mit den internen Nachhaltigkeitsexperten zusammen. Unterstützend haben wir 2019 eine Funktion bei Investor Relations eingerichtet, die sich schwerpunktmäßig um die Kommunikation mit Nachhaltigkeitsinvestoren und -analysten kümmert. Wir tragen damit auch der Entwicklung Rechnung, dass sich nachhaltiges Investieren zu einer zentralen Anlagestrategie entwickelt hat — vor allem für institutionelle Anleger. Sie stellen besonders hohe Anforderungen an die Transparenz der externen Berichterstattung nach ESG-Kriterien.

Die Entwicklungen aufseiten der Standardsetzer (zum Beispiel TCFD, SASB, GRI) und veränderte Anforderungen unserer Kapitalgeber an die ESG-Berichterstattung beobachten wir laufend. So können wir die wachsenden Anforderungen an die Transparenz seitens der Kapitalmarktakteure frühzeitig identifizieren.

Im Jahr 2020 haben wir erstmalig eine Referenztabelle für eine klimabezogene Berichterstattung veröffentlicht — und sind damit den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosure (TCFD) gefolgt.

Mit Blick auf die derzeitige Vielfalt bei den Berichtsstandards sind Initiativen, die der Harmonisierung dienen, aus Sicht der Unternehmen zu begrüßen. Dazu zählen etwa die gemeinsame Absichtserklärung der oben genannten Standardsetzer ( Statement of Intent to Work Together Towards Comprehensive Corporate Reporting) oder die Vorschläge der IFRS Foundation.

ESG-Ratingagenturen wie MSCI, Sustainalytics, ISS oder CDP sind weitere wichtige Akteure am Kapitalmarkt und im nachhaltigkeitsorientierten Anlageprozess. So legt Daimler im Rahmen von CDP Details zu klimabezogenen Aktivitäten seit mehr als 15 Jahren offen. Seit 2018 hat CDP seine Fragebögen zum Klimawandel an die Empfehlungen der TCFD angepasst und den vorausschauenden Ansatz zur Offenlegung von Klimarisiken übernommen. Im Jahr 2020 erreichte Daimler mit einem „A-“ erneut die Leadership-Kategorie. Die Rating-Ergebnisse werden mittlerweile von den meisten Anbietern öffentlich einsehbar auf den jeweiligen Internetseiten bereitgestellt. Um die Ratingagenturen angemessen mit Informationen zu versorgen, arbeiten wir bei Daimler fachbereichsübergreifend zusammen. Ziel ist es, unsere externe Berichterstattung weiterzuentwickeln, etwaige Lücken zu schließen und interne Veränderungsprozesse anzustoßen.

Um Daimler noch stärker als nachhaltiges Investitionsobjekt zu positionieren und die Chancen nachhaltiger Finanzierung für die Unternehmensentwicklung zu nutzen, haben wir 2020 ein unternehmensweites „Green Finance Framework“ entwickelt. Es ermöglicht uns, Investitionen in nachhaltige Technologien, beispielsweise durch Anleihen oder Kredite, zu finanzieren. Basierend auf dem Green Finance Framework hat Daimler Anfang September 2020 eine grüne Anleihe im Volumen von einer Milliarde Euro begeben. Das Rahmenwerk orientiert sich an den Green Bond Principles, den freiwilligen Prozessleitlinien der International Capital Market Association ICMA. Es wurde in einer virtuellen Roadshow vorgestellt und stieß auf großes Interesse seitens der Investoren. Für das Rahmenwerk erhielten wir von dem anerkannten Centre for International Climate and Environmental Research (CICERO) eine Zertifizierung mit der höchsten Bewertung: ein „Dark Green“-Rating.

Pensionsvermögen verwalten wir gemäß Nachhaltigkeitskriterien

Bei der Anlage des Pensionsvermögens agiert Daimler selbst auch als Investor. Bei der Auswahl der Kapitalanlagen spielen ESG-Kriterien eine zunehmend wichtige Rolle. Darüber hinaus werden auch mit nachhaltigen Investments verbundene Risiko- und Renditeaspekte berücksichtigt.

In Deutschland erfolgt die Kapitalanlage für den überwiegenden Teil des deutschen Pensionsvermögens über Vermögensverwalter, denen wir individuelle Mandate erteilen. Dabei achten wir verstärkt auf die Berücksichtigung und Transparenz von Nachhaltigkeitsaspekten im Investmentprozess und arbeiten ausschließlich mit Vermögensverwaltern zusammen, die die UN Principles for Responsible Investment unterzeichnet haben. Nachhaltigkeit ist auch Bestandteil der Anlagegrundsätze der Daimler Pensionsfonds AG.

Anhand einer Negativliste schließen wir zudem Investments in Unternehmen aus, die unsere Kernanforderungen nicht erfüllen. Darüber hinaus streben wir eine weitergehende Integration von ESG-Aspekten an und haben dafür 2020 ein Nachhaltigkeitskonzept entwickelt. Seine einzelnen Elemente implementieren wir nun schrittweise in unsere Anlageprozesse. Neben der Berücksichtigung von ESG-Ratings im Investmentprozess sollen auch ESG-Themeninvestments ausgebaut werden. Die im Rahmen des Nachhaltigkeitskonzepts umgesetzten Maßnahmen werden regelmäßig überprüft und an aktuelle Entwicklungen angepasst.

Im Ausland berücksichtigen wir die länderspezifischen Anforderungen.

Wie wir unsere Steuerpflicht erfüllen

GRI 207-1/-2/-3

Daimler versteht sich als verantwortungsbewusstes Unternehmen, das bestrebt ist, die weltweit geltenden steuergesetzlichen Pflichten unter Beachtung der Unternehmenswerte und der Wahrung sozialer und ethischer Verantwortung zu erfüllen.

Im Rahmen der Konzernsteuerstrategie verfolgen wir insbesondere folgende Prinzipien:

  • Wir stellen sicher, dass die steuerlichen Pflichten der Konzerngesellschaften erfüllt und Integritätsstandards durch geeignete Maßnahmen wie effiziente, qualitativ hochwertige und verlässliche Expertise, Prozesse, Systeme, Methoden und Kontrollen eingehalten werden.
  • Realisierung eines aktiven Risikomanagements für den Daimler-Konzern und dessen handelnde Mitarbeiter durch ein hinreichendes Tax Compliance Management System (Tax CMS)
  • Dem Grundsatz des „good corporate tax citizen“ folgend wird eine legale, aktive, aber nicht aggressive Steuerplanung auf Basis wirtschaftlicher Gründe („tax follows business“) verfolgt. Zudem streben wir eine kooperative, transparente und konstruktive Zusammenarbeit mit den Steuerbehörden an. Dabei wahren wir unsere Rechtspositionen und vertreten unsere Interessen, wo immer wir es für sachgerecht und legitim halten.

Die Konzernsteuerstrategie legt den Rahmen des Handelns fest und wird durch organisatorische und inhaltliche Richtlinien, Vorgaben und Anweisungen konkretisiert und umgesetzt.

Die steuerlichen Richtlinien regeln die Verantwortlichkeiten, Aufgaben und Pflichten, sie machen konkrete Umsetzungsvorgaben für die gesetzliche Erfüllung und schärfen damit das Bewusstsein im Daimler-Konzern für steuerliche Sachverhalte. Gemäß dem unternehmerischen Verhaltenskodex sind vorsätzliche Verstöße gegen steuerliche externe und interne Vorgaben oder das Unterlassen von Korrekturen fehlerhaft verarbeiteter Vorgänge im Sinne der intern gültigen Regelverstoß-Richtlinie zu melden und zu verfolgen.

Zur Sicherstellung einer Tax Compliance hat die Konzernsteuerabteilung ein Tax CMS etabliert. Ein Tax CMS ist ein abgegrenzter Teilbereich des Compliance Management Systems (CMS). Teil des Tax CMS ist auch ein aktives steuerliches Risikomanagement. Es überwacht und kontrolliert, ob steuerliche Verpflichtungen eingehalten werden. Dieses konzernweit konsistente Risikomanagementsystem dient dazu, steuerliche Risiken im Daimler-Konzern und damit gegebenenfalls verbundene persönliche Risiken der handelnden Mitarbeiter effektiv zu identifizieren und zu reduzieren. Umfasst hiervon sind zahlreiche Maßnahmen, wie zum Beispiel ein Tax Risk Review oder die Einbindung in das Interne Kontrollsystem (IKS) und in den konzernweiten Risikomanagementprozess gemäß Risikomanagementrichtlinie. Im Berichtsjahr sind uns keine wesentlichen Regelverstöße gegen die Steuergesetze bekannt geworden.

Anbieter/Datenschutz

Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Bernd Pischetsrieder

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 19360
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315

Ride-Hailing

Unter dem Begriff Ride-Hailing versteht man eine Mobilitätsform, bei der Fahrer und Fahrzeug via App für eine Beförderungsleistung angefordert werden. Dabei werden die Fahrten — anders als beim Ride-Sharing in der Regel nicht mit anderen Fahrgästen geteilt.

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Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)

Die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) ist eine vom Financial Stability Board gegründete Initiative zur Unternehmensberichterstattung. Ihr langfristiges Ziel ist es, klimabezogene Chancen und Risiken in die Geschäfts- beziehungsweise Finanzberichte von Unternehmen zu integrieren. Im Jahr 2017 hat sie dazu Empfehlungen zu einer einheitlichen Klimaberichterstattung für Unternehmen herausgegeben.

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Due Diligence

Im Allgemeinen handelt es sich bei Due-Diligence-Verfahren um eine sorgfältige Prüfung, Analyse und Bewertung eines Unternehmens. Eine Menschenrechts-Due-Diligence umfasst Maßnahmen, die ein Unternehmen ergreift, um Risiken in Bezug auf Menschenrechte im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit, seiner Lieferkette und der von ihm in Anspruch genommenen Leistungen zu erkennen und verantwortungsvoll zu managen.

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Künstliche Intelligenz (KI)

Unter künstlicher Intelligenz (KI) versteht man Computersysteme, die Merkmale menschlicher Intelligenz aufweisen. KI-Systeme können beispielsweise eigenständig lernen, schlussfolgern oder sich selbst verbessern.

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ESG-Kriterien

Die Abkürzung ESG steht für die englischen Begriffe Environment, Social und Governance. Im Kontext der nachhaltigen Finanzwirtschaft wird das Kürzel genutzt, wenn es bei Investitionsentscheidungen um die Berücksichtigung von Gesichtspunkten aus den Bereichen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Governance), kurz: um ESG-Kriterien, geht.

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UN Principles for Responsible Investment (UNPRI)

Bei den sechs UN Principles for Responsible Investment (Prinzipien für verantwortliches Investieren) handelt es sich um eine Initiative eines internationalen Investorennetzwerks. Ihr Ziel ist es, die Auswirkungen von Investitionsaktivitäten auf ESG-Themen besser zu verstehen und die Unterzeichner dabei zu unterstützen, ESG-Kriterien bei ihren Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen.

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Sustainability Accounting Standards Board (SASB)

Das Sustainability Accounting Standards Board (SASB) ist eine US-amerikanische gemeinnützige Organisation, die branchenspezifische Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt hat.

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EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomie (auch Sustainable Finance Taxonomy) ist ein Klassifizierungssystem, das von der Europäischen Kommission erarbeitet wurde und erstmals ein einheitliches Verständnis der Nachhaltigkeit von wirtschaftlichen Tätigkeiten in der EU schaffen soll. Ziel ist es, EU-weit Wirtschaftsaktivitäten nach ihrer Nachhaltigkeit zu beurteilen, um entsprechende Finanzentscheidungen zu erleichtern.

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