Lebenswerte Städte

Urbane Mobilität

Rasantes Wachstum erfordert smarte Mobilität

GRI 103-1

Weltweit zieht es immer mehr Menschen in die Städte. Laut Prognose der Vereinten Nationen werden 2050 fast 70 Prozent der Weltbevölkerung im urbanen Raum leben. Das hat Folgen für das Verkehrsaufkommen und die Lebensqualität in der Stadt. Ein cleverer Mobilitätsmix, der weitere Ausbau der Elektromobilität und Lösungen für einen effizienteren Warentransport sind deshalb wichtiger denn je.

Aktuell geht ein höheres Verkehrsaufkommen oft mit steigenden Emissionen einher. Deshalb arbeiten wir daran, die urbane Mobilität effizienter, sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten — und mittelfristig eine CO2-neutrale Mobilität zu ermöglichen. Viele unserer Produkte und Dienstleistungen zielen schon heute darauf ab, die Verkehrssituation in Städten zu verbessern. Diesen Beitrag bauen wir kontinuierlich aus — zum Beispiel, indem wir helfen, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen oder verschiedene Mobilitätslösungen intelligent miteinander zu vernetzen.

Wie wir die städtische Mobilität mitgestalten

GRI 103-2

In unserer nachhaltigen Geschäftsstrategie haben wir das Handlungsfeld „Lebenswerte Städte“ fest verankert. Darin machen wir deutlich, wie wir Städten und ihren Bewohnern bei ihren Anforderungen in den Bereichen Sicherheit, Nachhaltigkeit und Effizienz der Mobilität helfen wollen. Das wollen wir erreichen, indem wir bestehende Daimler-Produkte für sie weiterentwickeln, bündeln und gleichzeitig gänzlich neue Lösungen entwickeln und testen.

Urban Mobility Solutions gestaltet den Verkehr von morgen

Mit dem Ziel, die Mobilität in der Stadt sicherer, effizienter und nachhaltiger zu gestalten, wurde 2019 der Bereich „Urban Mobility Solutions“ gebildet. Er ist im Vorstandsbereich Vertrieb der Mercedes-Benz AG angesiedelt, hat aber ein divisionsübergreifendes Mandat.

Aufgabe des Bereichs ist es, die Mobilitätsanforderungen der Städte durch einen kontinuierlichen Austausch noch besser zu verstehen und mit neuen Lösungen, Produkten und Geschäftsmodellen zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten beizutragen. Um neue Impulse und Trends der urbanen Mobilität frühzeitig aufzugreifen, arbeiten unsere Teams eng mit Vertretern von Städten, Partnern aus Industrie, Planung und Forschung sowie weiteren Daimler-Geschäftsbereichen zusammen. Dadurch wollen wir neue Geschäftsfelder erschließen, das Portfolio der Daimler AG weiterentwickeln und das Unternehmen auf zukünftige Entwicklungen im urbanen Raum vorbereiten.

Im Berichtsjahr hat Urban Mobility Solutions drei neue Angebotsbereiche für Kunden im städtischen Umfeld identifiziert:

  • „Datenbasierte Mobilitätsprodukte“: Wir entwickeln auf Basis von Fahrzeugdaten Produkte, die dazu beitragen, die Sicherheit im Stadtverkehr zu verbessern oder den Verkehrsfluss zu optimieren und effizienter zu gestalten.
  • „Urbane Mobilitätssysteme“: Wir beraten Städte und städtische Akteure (wie Eventveranstalter und Quartiersentwickler) in der Konzeption und Umsetzung ganzheitlicher Mobilitätssysteme zur Lösung urbaner Mobilitätsherausforderungen.
  • „Stadtoptimierte Fahrzeuge“: Wir entwickeln fahrzeugbezogene Angebote, die dazu beitragen, den spezifischen Anforderungen und Bedürfnissen des sich dynamisch verändernden urbanen Umfelds noch besser Rechnung zu tragen.

An diesen Projekten arbeitet Urban Mobility Solutions

Derzeit steht Urban Mobility Solutions vor allem mit europäischen und US-amerikanischen Vertretern von Städten und Regionen in intensivem Austausch: In den Gesprächen geht es um die Frage, wie der Verkehr auf Basis von Daten sicherer und effizienter gestaltet werden kann. Ebenso geht es um die intelligente Vernetzung der Fahrzeuge untereinander sowie mit der umliegenden Infrastruktur, um den Verkehr in Echtzeit zu optimieren.

Gemeinsam mit einer führenden europäischen Metropole hat Urban Mobility Solutions 2020 eine Data-Analytics-Plattform für intelligente und vernetzte Städte entwickelt. Mithilfe dieser Lösung sollen Städte sicherer und dadurch attraktiver werden: Die Experten von Urban Mobility Solutions nutzen die Daten der Fahrassistenzsysteme, um verkehrskritische Stellen in der Stadt zu identifizieren und Gefahrenzonen transparent abzubilden. Auf dieser Grundlage können Verkehrsplaner bessere Entscheidungen treffen, um die Verkehrssicherheit in der Stadt zu gewährleisten und entsprechende Maßnahmen effektiv umsetzen zu können. Das Produkt zur Steigerung der Verkehrssicherheit von Mercedes-Benz ist seit Anfang 2021 auch für weitere Städte verfügbar.

Ein weiteres Projekt hat Urban Mobility Solutions im Synergiepark in Stuttgart angestoßen. Es ist das größte Gewerbegebiet der Landeshauptstadt und soll in den nächsten drei Jahren um das Doppelte wachsen. Im Berichtsjahr hat Urban Mobility Solutions in Kooperation mit der Stadt Stuttgart und den Stuttgarter Straßenbahnen erste Mobilitätslösungen für den Synergiepark auf die Straße gebracht — darunter ein On-demand-Shuttle für die Belegschaft des Synergieparks: Die Mitarbeitenden der teilnehmenden Unternehmen können im gesamten Park in die Shuttle ein- und aussteigen — unabhängig von festen Fahrplänen und Haltestellen. Der Dienst ist via App abrufbar und im ÖPNV-Tarif enthalten. Als Shuttle eingesetzt werden Fahrzeuge von Mercedes-Benz, die teilweise elektrisch betrieben werden.

Im Jahr 2021 soll darauf aufbauend ein ganzheitliches Mobilitätskonzept für den Synergiepark in Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft entwickelt werden. Ziel ist es, den Pendlerverkehr mit der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur flüssiger zu gestalten. Umweltbelastungen, die durch Mobilität hervorgerufen werden, sollen dabei deutlich reduziert werden. Die in dem Konzept erarbeiteten Mobilitätslösungen sollen im Verkehrsverbund Stuttgart umgesetzt werden und für Mitarbeiter und Bürger zur Verfügung stehen.

Auch für die Messe Stuttgart hat Urban Mobility Solutions im Rahmen der Veranstaltung CMT 2020 ein Park- und Shuttle-Konzept umgesetzt — und darüber hinaus zusätzliche Mobilitätsangebote auf den Weg gebracht. So wurden den Messebesuchern während der Veranstaltung beispielsweise zusätzliche Carsharing-Fahrzeuge von SHARE NOW am Messeeingang zur Verfügung gestellt. Um das Straßennetz rund um die Messe zu entlasten, ist an einem Messewochenende eine zusätzliche vorübergehende Parkfläche am Daimler-Standort in Stuttgart-Möhringen entstanden. Zwischen der Parkfläche und dem Messeeingang verkehrte während dieser Zeit außerdem ein Bus-Shuttle.

Auch in weiteren Regionen innerhalb Deutschlands ist Urban Mobility Solutions aktiv. Ein Beispiel ist die Metropolregion Rhein-Ruhr: Die Initiative „Rhein Ruhr City 2032“ will die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2032 nach Nordrhein-Westfalen holen. Daimler unterstützt die Initiative als Partner. Ziel ist es, gemeinsam eine regionale Mobilitätsvision zu erarbeiten. Diese soll auch über die Spiele hinaus einen Beitrag zu Lebensqualität und nachhaltiger Mobilität in der Region leisten. Dafür arbeiten der Bereich Urban Mobility Solutions und der Bereich Zukunftsforschung eng mit unserem Partner Gehl sowie lokalen Stakeholdern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und der Bevölkerung zusammen.

Smart Cities Team setzt nachhaltige Mobilitätslösungen mit Vans um

Mercedes-Benz Vans hat 2017 ein „Smart Cities“ Team etabliert. Das Team arbeitet heute eng mit dem Bereich Urban Mobility Solutions zusammen und betreut spezifische Themen für die Van-Sparte. Gemeinsam mit Städten und Akteuren im urbanen Umfeld — wie öffentlichen und privaten Transportunternehmen oder Betreibern von Transportnetzwerken (zum Beispiel Via, Bolt, Kapten) — ermittelt Smart Cities Mobilitätsbedürfnisse und setzt nachhaltige Lösungen um.

Dazu zählen unter anderem On-demand-Services mit batterieelektrischen Vans: So können Fahrgäste flexibel und in Echtzeit per App Fahrten buchen und sich an virtuellen Haltestellen abholen lassen. Häufig werden diese Services ergänzend zum bestehenden ÖPNV genutzt — beispielsweise für „die letzte Meile“ von der Endstation einer Metro bis zum Zielort. Auch Unternehmen, Universitäten und Flughäfen, die eigene Shuttle-Dienste für ihre Beschäftigten betreiben, greifen auf derartige Mobilitätslösungen mit Vans zurück.

Ein Beispiel hierfür ist der „BerlKönig“: Seit 2018 bieten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ViaVan, jetzt Via, den On-demand-Fahrservice an. Ein weiteres erfolgreiches Beispiel ist das Corporate Shuttle von BASF auf dem Werksgelände in Ludwigshafen: Beschäftigte und Besucher können auch hier über die App einen Van ordern, um ihr Ziel auf dem Werksgelände zu erreichen. In Stuttgart ergänzt der On-demand-Service „SSB Flex“ den bestehenden ÖPNV mit einer Mercedes-Benz Vans Flotte. Fahrgäste buchen über die App einen Sitzplatz und werden mit anderen Passagieren, die in die gleiche Richtung reisen, einem Van zugeordnet. Seit Ende 2020 ist der erste vollelektrische EQV (Stromverbrauch kombiniert: 26,4-26,3 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1,2 in die „SSB Flex“-Flotte integriert.

Betriebliches Mobilitätsmanagement: Wie wir die Mobilität unserer Beschäftigten nachhaltiger gestalten

Viele zurückgelegte Kilometer entfallen auf Arbeits- und Dienstwege. Um den dadurch verursachten Verkehr stauärmer und nachhaltiger zu gestalten, setzen wir neben der Elektrifizierung und Digitalisierung auch auf unser betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM).

Das BMM steht seit 2018 unter dem Dach der Mobilitätsinitiative f.l.o.w. (Fortbewegung, Lebensweise, Ökologie und Wirtschaft), in der wir verkehrsentlastende Lösungen entwickeln und bündeln. Unser Ziel ist es, gefahrene Straßenkilometer und CO2-Emissionen zu reduzieren sowie den Verkehr in Städten zu verflüssigen.

In der Region Stuttgart arbeiten rund 80.000 Menschen für Daimler. Damit sie möglichst klimafreundlich und staufrei zur Arbeit kommen, fördern wir über das Jobticket die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie S-Bahn, Stadtbahn oder Bus. Zudem konnten unsere Beschäftigten im Berichtsjahr an Tagen, an denen die Stadt Stuttgart Feinstaubalarm ausgelöst hatte, den ÖPNV in der Metropolregion Stuttgart für ihre Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz sowie für Dienstfahrten kostenlos nutzen. Daimler hat die Kosten für diese Fahrten übernommen.

Am Standort Sindelfingen haben wir bereits 2019 die Ridesharing-App „flinc“ eingeführt. Die App ist eine Plattform für Pendler, die sich zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen möchten. Wir arbeiten daran, dieses Mobilitätsangebot zukünftig weiter auszubauen.

Innovative Stadtentwicklung: Daimler Buses forciert Mobilitätswende im Personenverkehr

Daimler Buses leistet bereits heute einen wichtigen Beitrag, die Zukunft des urbanen Verkehrs verantwortungsvoll zu gestalten: Mit unseren Elektrobussen, Mobilitätslösungen und digitalen Serviceangeboten wird der ÖPNV zunehmend lokal emissionsfrei und geräuscharm.

Wir bringen mehr Elektrobusse in den öffentlichen Verkehr

Daimler Buses leistet bereits heute einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Mobilitätswende im Personenverkehr gelingt. Das Ziel von Daimler Buses ist es, einen nachhaltigen, CO2-neutralen öffentlichen Personentransport in Städten zu ermöglichen. Den ersten Schritt auf dem Weg dahin hat Daimler Buses bereits 2018 mit dem Mercedes-Benz eCitaro gemacht. Seither entwickelt Daimler Buses seine Technologien kontinuierlich weiter. Kunden können auf ein Angebot an unterschiedlichen E-Busmodellen, Batterietechnologien und Ladeoptionen zurückgreifen — und damit die passende Lösung für ihren jeweiligen Anwendungsfall finden.

Im Berichtsjahr war der eCitaro mit bis zu zwölf Lithium-Ionen-Batteriepaketen verfügbar; seit 2021 ist er mit der nächsten Generation von Lithium-Ionen-Batterien erhältlich. Außerdem hat Daimler Buses 2020 den neuen elektrischen Mercedes-Benz eCitaro Gelenkbus zusammen mit einer neuen Feststoffbatterie vorgestellt. Die neuen Feststoffbatterien haben eine besonders hohe Energiedichte mit einer Gesamtenergiekapazität von 441 kWh. Sie sorgen damit für eine höhere Reichweite und sind besonders langlebig.

Der eCitaro ist aber nur ein Teil des Gesamtsystems eMobility von Daimler Buses. Denn für einen erfolgreichen Umstieg auf Elektromobilität im ÖNPV bedarf es mehr als der Anschaffung von Elektrobussen: Unterschiedliche Anforderungen und Bedürfnisse von öffentlicher und privater Seite müssen bei der Umstellung auf elektrische Busflotten berücksichtigt werden, um ein gutes urbanes Mobilitätssystem zu schaffen. Um die Verkehrsbetriebe dabei zu unterstützen, bietet das eMobility Consulting Team von Daimler Buses ihnen eine umfassende Beratung an.

Daimler Buses baut digitales Serviceangebot weiter aus

Digitalisierung und Vernetzung ermöglichen es, die Busmobilität effizienter und individueller auszurichten. Das Portal OMNIplus ON von Daimler Buses integriert alle hierfür nötigen digitalen Services und bündelt sie übersichtlich. Busunternehmen erhalten so einen personalisierten Zugriff auf sämtliche von ihnen gebuchten Services. OMNIplus ON stützt sich auf vier Säulen:

  • ON advance ermöglicht Busunternehmen ein vorausschauendes Flottenmanagement: Mit dem Service OMNIplus Uptime können Kunden den technischen Zustand jedes einzelnen Fahrzeugs aus der Ferne überwachen und Wartungs- sowie Reparaturbedarf frühzeitig erkennen.
  • ON monitor fasst sogenannte zusammen. Sie versorgen das Busunternehmen mit Flottendaten wie dem Kraftstoffverbrauch oder mit den aktuellen Betriebsdaten eines Fahrzeugs. Durch die Telematik-Dienste können Fahrstile analysiert, Fahrzeuge geortet und Einsätze effizient geplant werden. Zudem helfen sie, die gesetzliche Dokumentationspflicht für Fahrerkarten- und Massenspeicherdaten zu erfüllen.
  • ON drive unterstützt Fahrer bei ihrer täglichen Arbeit. Ein Beispiel: Über das Smartphone lassen sich Fahrzeugfunktionen — wie Reifendruck oder Füllstände — abrufen oder Fahrzeugprüfungen einfach durchführen.
  • ON commerce ermöglicht es Busunternehmen, Ersatzteile schnell und gezielt aus dem OMNIplus eShop zu beschaffen.

Daimler Buses baut seine digitalen Serviceangebote zudem kontinuierlich aus: Im Berichtsjahr hat Daimler Buses den neuen Service „OMNIplus ON SignalStore“ auf den Markt gebracht. Dem Kunden werden Datenpakete zur Verfügung gestellt, mit denen er über eine Datenschnittstelle historische und Echtzeit-Datenpunkte direkt aus dem Fahrzeug ins eigene System speichern und weiterverarbeiten kann. Dabei geht es unter anderem um Positionsdaten, Daten zu Hochvoltbatterien, Klima und Lüftung oder technische Daten zur Fehlerdiagnose.

Ein weiterer wichtiger Baustein von OMNIplus ON ist der neue digitale „OMNIplus eShop“, über den alle Ersatz- oder Tauschteile online bestellt werden können. Neben dem kompletten Produktportfolio finden sich seit 2020 auch die individuellen Busflotten sowie personalisierte Ersatzteile für ausgewählte Fahrzeuge im eShop wieder. Das Angebot wird kontinuierlich ausgebaut. Mittelfristig sollen auch 3-D-Druckaufträge für Kleinteile sowie Serviceverträge über den OMNIplus eShop buchbar sein.

Schnell, sicher, nachhaltig: Bus Rapid Transit System verbessert Personenverkehr

Schnellbussysteme — sogenannte Bus Rapid Transit (BRT)-Systeme — stehen für eine schnelle, komfortable und kosteneffiziente Mobilität: Mit separaten Busspuren ermöglichen sie einen staufreien und dicht getakteten Betrieb. Abgas- und Geräuschemissionen können gemindert werden. Die Unabhängigkeit vom übrigen Straßenverkehr erlaubt höhere Geschwindigkeiten und sorgt für mehr Zuverlässigkeit. Voraussetzung hierfür: Die Busse müssen an Ampeln Priorität erhalten. Wichtig sind außerdem moderne und barrierefreie Haltestellen, Pre-Ticketing und eine Verknüpfung mit dem übrigen ÖPNV sowie mit „Park-and-ride“- und „Bike-and-ride“-Angeboten.

Mit der Einführung eines BRT-Systems in der australischen Stadt Adelaide zählte Daimler vor rund 30 Jahren zu den Pionieren urbaner Mobilität. Heute gibt es weltweit rund 171 BRT-Systeme auf allen Kontinenten. Wir engagieren uns auch weiterhin für den Ausbau von BRT in aller Welt. So stellen wir geeignete Gelenkbusse bereit und beraten Verkehrsbetriebe bei der Einführung und Weiterentwicklung von BRT-Systemen.

Kompakt, flexibel, wirtschaftlich: Minibusse als Mobilitätsalternative im ÖPNV

Damit die Verkehrswende in den Städten und stadtnahen Regionen gelingt, braucht es neue Impulse. Stadt-Minibusse wie der Mercedes-Benz Sprinter City 75 spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie erhöhen die Flexibilität, Einsatzmöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit im ÖPNV.

So eignen sich Minibusse besonders gut für Strecken mit geringeren Fahrgastzahlen. Sie ermöglichen damit auch in Nebenzeiten — zum Beispiel nachts oder sonntags — und in Randgebieten, in denen weniger Menschen unterwegs sind, einen ökonomischen und ökologischen ÖPNV. Zudem können Minibusse auch auf Linien mit enger Streckenführung eingesetzt werden, für die Großbusse zu hoch, zu breit oder zu schwer sind. Entsprechend können Minibusse andere Routen fahren und neue Ziele ansteuern. Außerdem können Menschen mit Behinderungen durch den niedrigen Einstieg besser am regulären ÖPNV beziehungsweise am On-demand-Verkehr teilnehmen.

Seit 2020 ist der Mercedes-Benz Sprinter auch mit Überlandbestuhlung auf dem Markt — das macht ihn komfortabler, sicherer und flexibler.

Güterverkehr: Elektro-Lkw entlasten die Städte

In der Stadt bewegen sich nicht nur viele Menschen von A nach B. Auch eine große Anzahl von Gütern muss dort sicher und möglichst umweltschonend transportiert werden. Unser Auftrag hierbei ist es, den städtischen Verteilerverkehr gleichermaßen von Emissionen und Lärm zu entlasten.

Mit dem vollelektrischen Lkw eActros zeigt Mercedes-Benz Trucks, dass der schwere Verteilerverkehr für den urbanen Raum schon heute lokal emissionsfrei möglich ist. Der eActros hat eine Reichweite von rund 200 Kilometern. Er ist seit 2018 als lokal CO2-neutrale Alternative für den städtischen Verteilerverkehr bei verschiedenen Kunden in Europa im Praxiseinsatz: Der eActros wird dabei von Kunden aus unterschiedlichen Branchen getestet und für verschiedene Aufgaben eingesetzt — für den Transport gekühlter Lebensmittel ebenso wie von Bau- und Werkstoffen. Die Testphase läuft noch bis 2021. Der Start der Serienproduktion ist für dasselbe Jahr geplant.

Vorgesehen ist, dass im Jahr 2021 erste Praxistests des batterieelektrischen Niederflur-Lkw Mercedes-Benz eEconic für den Einsatz bei kommunalen Dienstleistern starten. Der urbane Einsatz in der Entsorgungswirtschaft eignet sich aufgrund der vergleichsweise kurzen und fest eingeplanten Routen von bis zu rund 100 Kilometern mit einem hohen Stop-and-go-Anteil sehr gut für batterieelektrische Lkw. Der eEconic basiert auf dem eActros und soll 2022 in Serie gefertigt werden.

Für den leichten innerstädtischen Verteilerverkehr setzen Daimler-Kunden weltweit seit 2017 den FUSO eCanter ein. Sein elektrischer Antrieb erzeugt lokal ebenfalls keine Emissionen. Im Berichtsjahr hat Mercedes-Benz Trucks weitere Fahrzeuge an Kunden in Europa und Japan ausgeliefert — damit waren im Berichtsjahr insgesamt über 200 leichte FUSO eCanter im täglichen Kundeneinsatz.

Daimler Trucks bietet Beratung und Infrastruktur-Lösungen für E-Lkw

Um den Kunden den Einstieg in die elektrische Transportlogistik so einfach wie möglich zu machen, bietet Daimler Trucks zu seinen E-Lkw ein ganzheitliches Ökosystem an. Dazu gehören auch ein umfassendes Beratungsangebot und die Erarbeitung geeigneter Ladeinfrastrukturlösungen.

Das Beratungsangebot ist modular aufgebaut und auf den Kunden individuell zugeschnitten. Die Beratung beinhaltet unter anderem Routen- und Betriebskostenanalysen, Überprüfung möglicher Subventionen sowie Unterstützung bei der operativen Flottenintegration.

Bei der Vielzahl von Möglichkeiten hilft Daimler Trucks den Kunden, die für sie optimale Antriebstechnologie zu wählen — je nach Branche, Segment und konkreter Anwendung. So ermittelt das Beraterteam beispielsweise, welche Ladesäule am besten geeignet ist und ob der Netzanschluss erweitert werden muss. Dabei werden wichtige Faktoren wie Ladeort und Ladezeit berücksichtigt.

Anfang des Jahres 2020 hat Daimler Trucks eine zusätzliche Weiche Richtung Zukunft gestellt: Mit der „eTruck Charging Initiative“ hat Daimler Trucks eine weltweite Initiative für den Aufbau von Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Lkw gestartet — und bringt hierfür alle Hauptakteure in einem Netzwerk zusammen. Darin treiben E-Lkw-Kunden, Stromnetzbetreiber, Energieversorger sowie Ladehardware-Hersteller und Ladesoftware-Anbieter gemeinsame Infrastruktur-Lösungen voran.

Mercedes-Benz Lkw fokussiert digitale Services

Die Digitalisierung verändert die Logistik: Prozesse, Objekte und sämtliche Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette sind digital miteinander vernetzt. Daten und innovative Technologien ermöglichen neue Logistikdienstleistungen. Dabei sind die Fahrzeuge selbst tiefer denn je mit dem logistischen Prozess verknüpft und benötigen entsprechend neue Grundeigenschaften. Vor diesem Hintergrund bietet Mercedes-Benz Lkw eine Vielzahl digitaler Services an, die Logistikprozesse, Fahrzeugflotten und einzelne Fahrzeuge optimieren. Dabei wird der Lkw immer mehr zur digitalen Dienstleistung: Truck-as-a-Service. Mit Services wie HABBL oder dem neuen Fleetboard unterstützt Mercedes-Benz Trucks seine Kunden dabei, die Produktivität ihrer Trucks weiter zu steigern.

Logistikprozesse mit HABBL effizienter gestalten

Eine ressourcenschonende Lösung für Geschäftskunden ist das System HABBL. Mit HABBL können Kurier-, Express- und Postdienstleister, Transport- und Logistikunternehmen sowie weitere Lieferkettenpartner ihre Prozesse effizienter gestalten und den Verkehrsfluss verbessern. Das System ist in allen Fahrzeugtypen sämtlicher Marken einsetzbar. Die dazugehörige HABBL App leitet Lkw-Fahrer Schritt für Schritt durch ihren Logistik-Workflow und steigert somit die Prozessqualität. Mehrwert schafft HABBL insbesondere, indem es

  • durch eine effiziente Kommunikation der auszuführenden Route hilft,
  • durch kürzere Stillstands- und Wartezeiten den Flächenverbrauch verringert und
  • durch einen angemessenen Umgang mit der Fracht Beschädigungen verhindert.

Fahrzeugflotten mit Fleetboard optimieren

Mit Fleetboard entwickelt und vertreibt Mercedes-Benz Trucks Telematik-Lösungen für ein bestmögliches Fuhrparkmanagement. Im Berichtsjahr hat Mercedes-Benz Trucks das Telematiksystem auf eine neue technologische Basis gestellt: Das Fleetboard-Portal läuft nun auf der Microsoft Azure Cloud. Dort stehen seit September 2020 alle Dienste bereit, die künftig in kürzeren Abständen aktualisiert werden und neue Features erhalten.

Auch für die Fahrzeugsteuerung bietet die neue Fleetboard-Benutzeroberfläche neue Möglichkeiten: Die Live-Ortung aktualisiert die GPS-Position der Lkw nun regelmäßig alle 30 Sekunden. Zudem lassen sich Routen planen und die dafür anfallenden Mautgebühren berechnen. Darüber hinaus stellt die Anwendung erstmals auch Informationen zum Einsatz der Sicherheitsassistenzsysteme in den Fahrzeugen zentral bereit: Sie zeigt beispielsweise an, wenn der Notbrems- oder Spurhalteassistent vom Fahrer abgeschaltet wird. Mit der Fleetboard Manager App stehen dem Fahrer auch Basis-Telematikfunktionen zur Verfügung: Das Tool zeigt CO2-Emissionen, GPS-Positionen, Laufstrecken und Kraftstoffverbräuche der Fahrzeuge an. Zusätzlich bewertet es die Fahrweise und weist auf Einsparpotenziale hin.

Strategische Investitionen in die Zukunft der Mobilität

Daimler betätigt sich über die Daimler Mobility AG als strategischer Investor im wachsenden Markt für urbane Mobilitätsdienstleistungen: So sind die Daimler Mobility AG und die BMW Group paritätisch an den YOUR NOW Joint Ventures beteiligt. Die YOUR NOW Mobilitätsdienste vereinen Lösungen für , multimodale Plattformen, Carsharing, Parken und das Laden von Elektrofahrzeugen.

Gleichzeitig baut Daimler Mobility die Aktivitäten im Bereich Premium-Ride-Hailing aus: Im Rahmen eines Joint Ventures mit der Geely Technology Group ist Ende 2019 der App-basierte Limousinen-Fahrdienst „StarRides“ in Hangzhou (China) an den Start gegangen. Im Laufe des Jahres 2020 wurde StarRides zudem in den chinesischen Metropolen Chengdu, Guangzhou, Peking, Shanghai und Xi’an gelauncht. Bereits seit 2013 ist Daimler Mobility an dem Berliner Chauffeur- und Concierge-Anbieter Blacklane beteiligt. Darüber hinaus hält Daimler Mobility Beteiligungen an weiteren Mobilitätsdiensten wie Bolt oder Turo.

Mit YOUR NOW nachhaltiger unterwegs

Die Mobilitätsdienstleistungen der YOUR NOW Gesellschaften können dazu beitragen, die Mobilität in der Stadt nachhaltiger zu gestalten. So betreibt der Carsharing-Anbieter SHARE NOW über 2.150 elektrische Fahrzeuge in ganz Europa. In Amsterdam, Madrid, Paris und Stuttgart setzt SHARE NOW dabei auf vollelektrifizierte Flotten.

Beim Ride-Hailing per FREE NOW können Kunden direkt über die Buchungsseite Hybrid- und vollelektrische „Eco-Fahrzeuge“ bestellen. Ziel von FREE NOW ist es, den Anteil dieser Fahrzeuge an der Gesamtflotte weiter zu erhöhen. Zudem können Kunden in ausgewählten Standorten eine Fahrt mit anderen Fahrgästen teilen oder — für kurze Strecken — einen Elektro-Scooter oder ein E-Bike über die App mieten.

So bewerten wir die Wirksamkeit unseres Managementansatzes

GRI 103-3

Als fester Bestandteil unserer nachhaltigen Geschäftsstrategie leistet das Handlungsfeld „Lebenswerte Städte“ mit seinen richtungweisenden Mobilitäts- und Verkehrslösungen einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt. Deshalb haben wir die Initiative auch in das bestehende Managementsystem der Daimler AG integriert. Die einzelnen Aktivitäten innerhalb des Handlungsfeldes „Lebenswerte Städte“ werden über die jeweiligen Ziele der verantwortlichen Geschäftsfelder gemessen. Außerdem stehen wir mit Stadtvertretern und führenden Experten im Themengebiet Stadt- und Verkehrsentwicklung in einem intensiven Austausch. Auch dabei erhalten wir wertvolle Anregungen für neue strategische Initiativen. Außerdem nutzen wir ihre Rückmeldungen zur Überprüfung und Verbesserung unserer Konzepte.

1 Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration.

2 Die tatsächliche Reichweite ist zudem abhängig von der individuellen Fahrweise, Straßen- und Verkehrsbedingungen, Außentemperatur, Nutzung von Klimaanlage/Heizung etc. und kann ggf. abweichen.

Anbieter/Datenschutz

Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Bernd Pischetsrieder

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 19360
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315

Telematik

Telematik (zusammengesetzt aus Telekommunikation und Informatik) ist eine Technologie, die den mobilen Datenaustausch mit der computergestützten Verarbeitung dieser Informationen verbindet. Telematik-Lösungen/-Dienste in Fahrzeugen dienen zum Beispiel dazu, permanent Positions- und Fahrzeugdaten zu sammeln und auszuwerten.

Alle Glossar-Begriffe

Ride-Hailing

Unter dem Begriff Ride-Hailing versteht man eine Mobilitätsform, bei der Fahrer und Fahrzeug via App für eine Beförderungsleistung angefordert werden. Dabei werden die Fahrten — anders als beim Ride-Sharing in der Regel nicht mit anderen Fahrgästen geteilt.

Alle Glossar-Begriffe