Klimaschutz & Luftreinhaltung

Luftreinhaltung

Luftreinhaltung: Bessere Technologien erfüllen strengere Grenzwerte

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Zu unserer unternehmerischen Verantwortung als Automobilhersteller gehört es, individuelle Mobilität, Klimaschutz und Luftreinhaltung miteinander in Einklang zu bringen. Der Straßenverkehr hat noch immer einen erheblichen Anteil an den Luftbelastungen — vor allem im straßennahen Bereich. Die innerstädtische Luftqualität stellt daher für uns einen wichtigen Umweltaspekt dar. Weltweit haben Gesetzgeber Abgasnormen verabschiedet, die den Ausstoß schädlicher Stoffe wie Stickoxide (NOX) und Feinstaub regeln und die Belastungen reduzieren sollen. Die darin beschriebenen Emissionsgrenzwerte wurden in den vergangenen Jahren immer weiter verschärft. Um diese Grenzwerte heute und auch in Zukunft zu unterschreiten, entwickeln wir unsere Technologien stetig weiter.

Unser Augenmerk gilt darüber hinaus den Luftschadstoffemissionen aus unseren Werken: Sie zu verringern, ist eine ständige Aufgabe und Herausforderung — sowohl für unsere Werks- und Anlagenplanung als auch für den täglichen Betrieb. Von besonderer Bedeutung sind sogenannte flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds – VOC) vor allem aus unseren Lackieranlagen. Stickoxid- und Schwefeloxid-Emissionen aus Feuerungs- und Energieerzeugungsanlagen sowie Feinstäube beispielsweise aus Schweißrauchabsaugungen der Rohbaubereiche oder unseren Energieerzeugungsanlagen sind ebenfalls bedeutsame Luftschadstoffe.

Wie wir die Luftqualität in Städten verbessern wollen

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Bis 2025 soll unsere Neufahrzeugflotte keine relevante Auswirkung mehr auf die NO2-Belastung in urbanen Räumen haben. Darüber hinaus wollen wir die Entwicklung von Maßnahmen zur Feinstaubreduzierung vorantreiben.

Neue Dieselmotoren erfüllen strengere Grenzwerte

Möglich wird eine Senkung der NOX-Emissionen durch ein innovatives Gesamtpaket aus Motor- und Abgasnachbehandlung, das mit der neuen Motorengeneration OM 654 und 656 konsequent im Markt eingeführt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Dafür hat das Unternehmen rund drei Milliarden Euro in Entwicklung und Produktion investiert. Fahrzeuge mit den neuen Motoren haben auch auf der Straße niedrige NOX-Emissionen: Bei vielen Fahrten liegen sie nach dem Messverfahren sogar deutlich unter dem derzeitigen Laborgrenzwert von 80 Milligramm pro Kilometer. Im Dauerbetrieb von vielen Tausend Kilometern unter RDE-Bedingungen erreichen Fahrzeuge mit Dieselmotoren der neuesten Generation Emissionen um die 20 bis 30 Milligramm NOX pro Kilometer im Mittel.

Die Erneuerung des Bestands mit neuen Dieselfahrzeugen, die nach oder Euro 6d zertifiziert sind, ist ein sehr wirksames Mittel, die NOX-Emissionen im Straßenverkehr weiter zu senken. Bei Mercedes-Benz Pkw war seit Juni 2019 die Pkw-Flotte im Neuwagengeschäft in Europa mindestens nach Euro 6d-TEMP zertifiziert, seit Herbst 2020 nach Euro 6d. Möglich macht es unter anderem die erweiterte Abgasnachbehandlung mit zusätzlichem .

Wir verfolgen einen konkreten Maßnahmenplan

Neben der beschriebenen Einführung von Fahrzeugen, die die strengeren Emissionsgrenzwerte im Rahmen der RDE-Anforderungen erfüllen, tragen wir mit einer Reihe weiterer Maßnahmen dazu bei, die Luftqualität zu verbessern.

Software-Update verringert Stickoxidausstoß

Insgesamt entwickelt Daimler für nahezu die gesamte Diesel-Flotte der Abgasnormen Euro 6b und Euro 5 in Europa Software-Updates, die die Stickoxid-Emissionen der Fahrzeuge im Durchschnitt um 25 bis 30 Prozent im realen Fahrbetrieb verbessern.

Bereits 2017 hatte Daimler angekündigt, freiwillige Service-Maßnahmen mit Software-Updates für mehrere Millionen Dieselfahrzeuge in Europa anzubieten. Wie bekannt, führt Daimler zudem seit 2018 auf Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) verpflichtende Rückrufe durch, bei denen ebenfalls Software-Updates aufgespielt werden.

Die Rückrufe auf Anordnung des KBA umfassen verschiedene Fahrzeugmodelle (Pkw und Transporter) mit der Abgasnorm Euro 6b beziehungsweise Euro 5. Die freiwillige Service-Maßnahme für Fahrzeuge, die nicht Teil des Rückrufes sind, läuft wie geplant weiter.

Wir fördern Hardware-Nachrüstungen in Schwerpunktregionen

In vorab definierten Schwerpunktregionen beteiligen wir uns an einem Hardware-Nachrüstungsprogramm für Dieselfahrzeuge, das von der Bundesregierung initiiert wurde. Konkret hat Daimler einen Betrag von bis zu 3.000 Euro (brutto) je Fahrzeug als finanziellen Zuschuss für Hardware-Nachrüstungen zugesagt — sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Die Hardware-Nachrüstungen müssen von Drittanbietern entwickelt und angeboten und vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) genehmigt werden. Seit Sommer 2019 hat das KBA Nachrüstlösungen für verschiedene Fahrzeugmodelle freigegeben. Diese müssen im realen Fahrbetrieb unter bestimmten Bedingungen NOX-Grenzwerte von 270 mg/km einhalten. So soll eine erhebliche Verringerung der NOX-Emissionen im Dauerbetrieb des nachgerüsteten Fahrzeuges garantiert werden.

Um den Antragsprozess für den Daimler-Zuschuss für unsere Kunden möglichst effizient und einfach zu gestalten, haben wir hierfür eine eigene Website eingerichtet. Dort können Interessierte zunächst unverbindlich vorab prüfen, ob sie die genauen Zuschussbedingungen erfüllen. Über diese Webseite können Kunden nach Einbau einer genehmigten Hardware-Nachrüstung auch die Auszahlung des Zuschusses beantragen.

Mit lokalen Konzepten tragen wir zur Luftreinhaltung bei

Neben schadstoffärmeren Antrieben können auch intelligente Mobilitäts- und Logistikkonzepte dazu beitragen, die Luftqualität in Städten zu verbessern. Hierzu haben wir auf eigene Initiative lokale Maßnahmen eingeleitet.

Unsere verschiedenen Konzepte und Maßnahmen zum betrieblichen Mobilitätsmanagement haben wir unter dem Dach der f.l.o.w.-Initiative (f.l.o.w. — Fortbewegung, Lebensweise, Ökologie und Wirtschaft) gebündelt. Mit ihr unterstützen wir unsere eigenen Beschäftigten dabei, je nach Situation und Transportaufgabe das am besten geeignete Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit zu finden. Die Region Stuttgart spielt hierbei mit rund 80.000 Beschäftigten eine besondere Rolle. Hier fördern wir die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wie S-Bahn, Stadtbahn oder Bus unter anderem über Job- und Firmentickets. So tragen sie dazu bei, durch weniger gefahrene Straßenkilometer die Schadstoff- und CO2-Emissionen zu reduzieren und den Verkehr in Städten zu verflüssigen.

Wir wollen zudem besser abschätzen können, wie sich der Straßenverkehr auf die Luftqualität auswirkt. Deshalb beobachten und modellieren wir die Entwicklung der innerstädtischen Luftqualität an verschiedenen deutschen Messstandorten. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Messstandort „Am Neckartor“ in Stuttgart.

Neue Verfahren reduzieren Lösemittelemissionen in der Produktion

Unser Anspruch ist, Best-in-Class bei produktionsbezogenen VOC-Emissionen zu werden. Bei VOC-Emissionen handelt es sich um organische Kohlenwasserstoffverbindungen, die leicht flüchtig sind — also leicht aus der flüssigen in die gasförmige Phase übergehen — und gesundheitsschädlich sein können. In der Automobilproduktion werden sie hauptsächlich bei der Fahrzeuglackierung freigesetzt. Verschiedene Länder definieren und erheben VOC allerdings unterschiedlich, sodass eine weltweit einheitliche Erfassung schwierig ist. Außerdem unterliegt die Erfassung dieser Emissionen unterschiedlichen gesetzlichen Grenzwertvorgaben.

15 | Spezifische Lösemittelemissionen (VOC) pro Fahrzeug

Spezifische Lösemittelemissionen (VOC) pro Fahrzeug (Grafik)

Ein Beispiel für unsere Anstrengungen, unsere VOC-Emissionen zu mindern, ist der öffentlich-rechtliche Vertrag zwischen dem Werk Sindelfingen und der Stadt Sindelfingen. Er besagt, dass pro Quadratmeter lackierter Fahrzeugoberfläche die Emissionen 20 Gramm nicht überschreiten dürfen. Messungen belegen, dass die real erreichten Emissionen in unserem örtlichen Werk deutlich geringer sind.

Wir optimieren bestehende Abluftreinigungssysteme kontinuierlich oder entwickeln neue Technologien. Zum Beispiel setzen wir seit 2019 den neuartigen „Eco Paint“-Lackierprozess für Trucks (EP-T) ein. EP-T ist ein umweltfreundliches Verfahren, das wir weltweit zur Lackierung von Lkw-Fahrerhäusern einsetzen. Zum einen arbeiten wir bei EP-T mit neuen Lackmaterialien. Festkörper machen darin einen Gewichtsanteil von rund 80 Prozent aus — entsprechend gering ist der Anteil der Lösemittel, die meist aus VOC bestehen. Zum anderen verwenden wir ein integriertes Nass-in-Nass-Verfahren für das Auftragen von und Decklack. Dabei wird die zweite Lackschicht direkt auf die noch nasse vorherige Lackschicht aufgetragen. Somit wird die sogenannte Ablüftezeit verkürzt, in der Lösungsmittel aus dem Lack entweichen können. Außerdem haben wir eine Anlage zur energieeffizienten und ressourcenschonenden des beim Lackieren entstehenden Spritznebels installiert. Mit diesen Maßnahmen können wir die Lösemittelemissionen gegenüber dem konventionellen Prozess um bis zu 60 Prozent verringern. Zugleich erreichen wir Energieeinsparungen und eine Reduktion der CO2-Emissionen um mehr als 50 Prozent.

Wir sorgen für gute und allergenreduzierte Luft im Fahrzeuginneren

Für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Fahrzeuginsassen sind gute Luft und allergiegeprüfte Oberflächen im Innenraum von Fahrzeugen sehr wichtig. Bei der Fahrzeugentwicklung achten wir deshalb darauf, Innenraumemissionen zu verringern und allergieauslösende Substanzen zu reduzieren. Außerdem verwenden wir hochwirksame Filter in der Klimaanlage, die ein Eindringen von Allergenen einschränken. Seit 2016 tragen viele unserer Pkw-Baureihen für den Fahrzeug-Innenraum das Qualitätssiegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (European Centre for Allergy Research Foundation – ECARF). Das ECARF-Siegel zeichnet Produkte aus, deren Allergikerfreundlichkeit wissenschaftlich nachgewiesen wurde.

Auch die folgenden Maßnahmen tragen dazu bei, Innenraumemissionen und allergieauslösende Substanzen in unseren Fahrzeugen zu reduzieren:

  • Weiterentwicklung der Daimler-Benz Liefervorschriften im Hinblick auf Emissionen und Gerüche im Innenraum (inklusive Grenzwertvorgaben für Lieferanten)
  • Weiterentwicklung der Materialien und Prozesse, die zur Herstellung der Innenraumbauteile verwendet werden
  • Überprüfung der Innenraumemissionen durch Messungen in eigener Fahrzeugprüfkammer

Emissionslabor Immendingen nimmt Betrieb auf

Seit 2018 bauen wir in Immendingen im neuen Prüf- und Technologiezentrum der Mercedes-Benz AG ein vollkommen neues Emissionsmesslabor. Im Berichtszeitraum nahmen wir das Emissionslabor Immendingen (ELI) schrittweise in Betrieb. Der operative Betrieb ist Anfang 2021 gestartet.

Im ELI werden wir künftig sämtliche Mercedes-Benz Pkw-Modelle und Transporter auf messtechnisch testen. Neben Emissionen prüfen wir dabei auch elektrische Parameter wie Stromverbrauch und Reichweite. Möglich sind zudem Simulationen unterschiedlicher Höhen bis zu 4.000 Metern über Meeresniveau sowie klimatischer Bedingungen von minus 30 bis plus 50 Grad Celsius. Damit können wir aufwendige weltweite Tests von der Straße in das neue Technologiezentrum überführen. Zudem verfügt das ELI über Labor- und Werkstattbereiche — etwa für Versuche zur und zur Vorbereitung von Straßenfahrten zur mobilen Abgasmessung (Real Drive Emissions – RDE) mit dem portablem Emissionsmesssystem (PEMS).

Prozesse um Diesel-Emissionen: US-Behörden stimmen Vergleich zu

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Die Daimler AG und ihre Tochtergesellschaft Mercedes-Benz USA LLC (MBUSA) haben im Berichtsjahr einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Rechtssicherheit im Zusammenhang mit verschiedenen Diesel-Verfahren in den USA gemacht: Die US-Regulierungsbehörden haben im September 2020 einem Vergleich zivil- und umweltrechtlicher Ansprüche zugestimmt. Damit werden die entsprechenden behördlichen Verfahren im Zusammenhang mit Emissionskontroll-Systemen von rund 250.000 Dieselfahrzeugen in den USA beendet.

Bei den Behörden handelt es sich um die US-Umweltbehörden Environmental Protection Agency (EPA) und California Air Resources Board (CARB), die Environment and Natural Resources Division des amerikanischen Justizministeriums (DOJ), das California Attorney General’s Office sowie die amerikanische Zoll- und Grenzschutzbehörde (United States Customs and Border Protection). Daimler hat vollumfänglich mit den US-Behörden kooperiert und hat im Rahmen dieses Prozesses keine der EPA oder der CARB erhalten. Daimler hat sich zudem mit den Klägervertretern auf eine einvernehmliche Beilegung der Verbraucher-Sammelklage „In re Mercedes-Benz Emissions Litigation“ geeinigt, die vor dem US-Bezirksgericht für New Jersey anhängig war.

Mit der Beilegung der Verfahren werden langwierige streitige Auseinandersetzungen vor Gericht mit entsprechenden rechtlichen und finanziellen Risiken vermieden. Wie in den Vergleichsvereinbarungen festgehalten, bestreitet Daimler die Vorwürfe der Behörden sowie die Ansprüche der Sammelkläger und räumt keine Haftung gegenüber den USA, Kalifornien, den Klägern oder in sonstiger Weise ein. Die Vergleiche beenden die anhängigen Zivilverfahren von Daimler mit den US-Behörden, ohne festzustellen, ob Funktionalitäten in den Fahrzeugen unzulässige Abschalteinrichtungen sind.

Neben der Zahlung von Zivilstrafen sieht der Vergleich mit den US-Behörden vor, dass das Unternehmen sein technical Compliance Management System (tCMS) weiter verstärkt und Service-Maßnahmen für betroffene Fahrzeuge anbietet. Darüber hinaus wird Daimler landesweit sogenannte Mitigationsmaßnahmen durchführen. Sie dienen dazu, Stickoxid-Emissionen in der Umwelt zu reduzieren und zusätzlich weitere Projekte im US-Bundesstaat Kalifornien zu finanzieren.

Für die erwarteten Gesamtkosten der Vergleiche hat Daimler ausreichend bilanzielle Vorsorge getroffen: Für die Vergleiche mit den US-Behörden erwartet Daimler Kosten in Höhe von rund 1,5 Milliarden US-Dollar einschließlich der Zivilstrafe sowie der erwarteten Kosten für Mitigationsmaßnahmen und -zahlung sowie für die Durchführung der Service-Maßnahmen. Die geschätzten Kosten für die Beilegung der Sammelklage betragen rund 700 Millionen US-Dollar, einschließlich der noch vom Gericht zu genehmigenden Anwaltsgebühren und -kosten. Weitere Aufwendungen schätzt Daimler auf einen mittleren dreistelligen Millionen-Betrag in Euro, um Anforderungen aus den Vergleichen zu erfüllen.

Ein externer Compliance-Monitor wurde nicht zur Auflage des behördlichen Vergleichs gemacht. Aufbauend auf dem bestehenden Compliance-Programm, hat Daimler 2016 bestehende Prozesse und Strukturen in ein konzernweites tCMS zusammengeführt und die technical Compliance seitdem mit einer Reihe von Maßnahmen gestärkt. Dafür wurden entsprechende Ressourcen investiert und Stellen geschaffen. Die Elemente des tCMS sind im „Compliance Operating Plan“ als Anhang in der Vergleichsvereinbarung mit der US-Regierung aufgeführt. Damit liefert Daimler eine Blaupause für ein effektives tCMS in der Automobilindustrie. Im Rahmen des Vergleichs mit den US-Behörden hat Daimler zugesagt, das bestehende tCMS ständig weiterzuentwickeln.

Eine detaillierte Beschreibung der behördlichen Verfahren mit Bezug zu Diesel-Emissionen findet sich in der Risikoberichterstattung des Unternehmens.

Wie wir mit Herausforderungen, Beschwerden oder Hinweisen umgehen

Insbesondere bei anspruchsvollen Auslegungsfragen und unklaren rechtlichen Rahmenbedingungen unterstützt unser technical Compliance Management System (tCMS) unsere Beschäftigten in der Produktentwicklung. Bei Unsicherheiten können sich Beschäftigte neben Kollegen und Vorgesetzten auch an sogenannte tCMS-Multiplikatoren wenden, die speziell in Bezug auf technical Compliance geschult wurden. Daneben stehen auch die Zertifizierungsbereiche sowie der Bereich Technical Compliance in der Rechtsabteilung zur Verfügung. Ist eine Frage so komplex, dass sie mithilfe der Anlaufstellen nicht geklärt werden kann, gibt es den sogenannten tCMS-Clearing-Prozess: Darin werden komplexe Fragen zu technischen Regelungen, die unklar sind oder Interpretationsspielraum zulassen, von einem Expertenteam aus Entwicklern, Juristen, Zertifizierern und Beschäftigten anderer Fachbereiche geprüft, aufgearbeitet und anschließend von einem Gremium bewertet und entschieden.

In Bezug auf den Vergleich mit US-Regulierungsbehörden in Zusammenhang mit Diesel-Emissionen hat Daimler zudem einen Prozess eingerichtet, über den Beschäftigte auf Herausforderungen bei der Einhaltung von Vergleichsauflagen und -vereinbarungen sowie etwaige Verstöße hinweisen können.

Um Hinweisen auf Verstöße mit hohem Risiko für das Unternehmen und die Beschäftigten fair und angemessen nachzugehen, haben wir bereits im Jahr 2006 ein allgemeines Hinweisgebersystem eingerichtet. Über dieses System sind die Beschäftigten des Daimler-Konzerns und Außenstehende aufgefordert, Hinweise auf Verstöße gegen Gesetze oder interne Regelungen zu melden.

So bewerten wir die Wirksamkeit unseres Managementansatzes

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Wir berücksichtigen die Schadstoffemissionen unserer Fahrzeuge frühzeitig im Entwicklungsprozess und verankern entsprechende Vorgaben in der entwicklungsbegleitenden Dokumentation. Darin legen wir für jedes Fahrzeugmodell und jede Motorisierungsvariante bestimmte Eigenschaften und Zielwerte fest — zum Beispiel für die Schadstoffemissionen. Anhand dieser Zielwerte bewerten wir auch Meilensteine, die wir im Laufe der Produktentwicklung erreichen. Hierbei gleichen wir den Ist-Stand des Projekts mit den Zielwerten ab — und leiten falls nötig Korrekturmaßnahmen ein.

An den Produktionsstandorten prüfen wir im Rahmen des Umweltmanagements auf Werksebene regelmäßig, ob die internen und externen Umweltschutzvorgaben befolgt und die Berichtspflichten erfüllt werden. Kontrolliert wird hierbei unter anderem der rechtskonforme Betrieb bei Luftemissionen. Sollte es zu umweltrelevanten Vorfällen kommen, erfassen wir diese und beseitigen eventuelle Schäden. Das Managementsystem wird sowohl durch externe Gutachter im Rahmen der Zertifizierung (ISO 14001, EMAS) als auch über interne Umweltrisikobewertungen (Environmental-Due-Diligence-Prozess) überwacht.

Luftemissionen (in t)
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2016

2017

2018

2019

2020

Lösemittel (VOC)

7.971

7.735

7.929

7.506

6.483

Schwefeldioxid (SO2)

33

57

61

60

40

Kohlenmonoxid (CO)

2.843

2.203

2.515

1.962

1.502

Stickoxide (NOx)

1.243

1.185

1.050

1.568

1.349

Staub (ges.)

198

150

182

228

270

Spezifische Lösemittelemissionen (VOC) (in kg/Fahrzeug)

 

2016

2017

2018

2019

2020

Cars

1,31

1,18

1,37

1,47

1,77

Trucks*

9,08

8,23

7,55

6,90

8,24

Vans

4,36

3,99

3,52

3,98

3,37

Buses

18,04

10,19

10,62

11,23

14,88

*

Im Geschäftsfeld Trucks sind ab 2020 Reman-Umfänge nicht mehr berücksichtigt

Anbieter/Datenschutz

Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Bernd Pischetsrieder

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 19360
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315

RDE-Prüfverfahren (Real Driving Emissions)

Beim RDE-Prüfverfahren handelt es sich um ein Messverfahren, mit dem das tatsächliche Emissionsverhalten von Fahrzeugen im Straßenverkehr unter realen Bedingungen getestet wird.

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Euro-Norm 6d-TEMP

Die Euro-Norm 6d-TEMP ist eine im September 2018 eingeführte temporäre Abgasnorm, die für neue Fahrzeugmodelle gilt und Grenzwerte für den Ausstoß von Luftschadstoffen festlegt. Zusammen mit der neuen Norm wurde auch das RDE-Verfahren eingeführt. Die darüber hinaus gehende, strengere Abgasnorm Euro 6d wird 2021 in Kraft treten.

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Unterflur-SCR-Katalysator

Die selektive katalytische Reduktion (Selective Catalytic Reduction, SCR) bezeichnet eine Technik zur Reduktion von Stickoxiden in Abgasen. Ein Unterflur-SCR-Katalysator dient der Nachbehandlung von Fahrzeug-Abgasen und wandelt die im Abgas enthaltenen Schadstoffe durch chemische Reaktionen in ungiftige Stoffe um.

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Füller

Bei der Autolackierung dient der Füller dazu, Unebenheiten in der Oberfläche der Karosserie auszugleichen und eine Grundierung für weitere Lackschichten zu bilden.

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Trocken- /Nassabscheidetechnologien

Als Lackabscheidung werden Technologien bezeichnet, mit denen überschüssige Lackpartikel, die beim Lackieren von Autos in die Luft entweichen, gebunden werden können. Bei der Nassabscheidung wird Wasser eingesetzt, um die Luft zu reinigen. Eine umweltfreundlichere Variante ist die Trockenabscheidung, bei der ein trockenes Bindemittel (zum Beispiel Steinmehl) genutzt und somit der Einsatz von Wasser und Chemikalien reduziert wird.

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Rollenprüfstand

Ein Rollenprüfstand ist ein Instrument, mit dem verschiedene Leistungen eines Fahrzeugs getestet werden können. Dafür wird dieses mit den Rädern auf einer Rolle fixiert, sodass Beschleunigungseffekte simuliert werden können. So lassen sich beispielsweise dessen Antriebs- und Bremsleistung oder Emissionen messen.

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On-Board-Diagnose

Bei der On-Board-Diagnose wird unter anderem das Abgasverhalten von Fahrzeugen während der Fahrt kontrolliert. Ein im Fahrzeug integriertes Diagnose-System überwacht dabei sämtliche abgasrelevanten Bauteile und speichert aufgetretene Fehler.

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Notice of Violation

Eine „Notice of Violation“ (deutsch: Mitteilung eines Verstoßes) ist eine schriftliche Benachrichtigung einer staatlichen Stelle über einen Rechtsverstoß.

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