Klimaschutz & Luftreinhaltung

Klimaschutz

Unsere Fahrzeuge: Wir entwickeln neue Maßstäbe für Klimaschutz auf der Straße

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Das Pariser Klimaabkommen verfolgt das Ziel, die weltweite Klimaerwärmung — verglichen mit dem vorindustriellen Niveau — auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. In ihren Klimaschutzplänen legen die Unterzeichnerstaaten ihre Ambitionen zur Reduktion der Treibhausgase insgesamt und in den einzelnen Sektoren fest. So sieht beispielsweise der Klimaschutzplan der Bundesregierung vor, die CO2-Gesamtemissionen im Transportsektor bis 2030 um 40 bis 42 Prozent gegenüber 1990 zu senken.

Die EU-Gesetzgebung fokussiert sich auf Neufahrzeuge und schreibt für diese konkrete Reduktionsziele vor: Gegenüber den Basiswerten von 2021 sollen bis 2030 die CO2-Emissionen von Pkw um 37,5 Prozent und von Transportern um 31 Prozent gesenkt werden. Für 2025 wurde für beide Fahrzeuggruppen ein Zwischenziel von jeweils 15 Prozent vorgegeben. Für schwere Nutzfahrzeuge gilt, dass die CO2-Emissionen bis 2025 gegenüber dem Bezugszeitraum 2019/2020 im Schnitt um 15 und bis 2030 um 30 Prozent reduziert werden müssen. Zudem wurde das übergeordnete EU-Klimaziel im Rahmen des EU Green Deals von heute minus 40 Prozent auf mindestens minus 55 Prozent (für den Zeitraum von 1990 bis 2030) angepasst. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass die EU-Vorgaben für Neufahrzeuge ebenfalls signifikant verschärft werden.

Für uns ist das Pariser Klimaabkommen mehr als eine Verpflichtung — wir bekennen uns aus Überzeugung zu seinen Zielen und betrachten es als unseren Auftrag, durch technische Innovationen weltweit für CO2-neutrale Mobilität zu sorgen. Uns ist bewusst, dass hierfür hohe Investitionen nötig sein werden. Um sie zu finanzieren, wollen wir künftig verstärkt neue Instrumente wie nutzen. Diese bieten umweltorientierten Investoren die Möglichkeit, sich an der Umsetzung unserer Technologiestrategie direkt zu beteiligen. Neben nachhaltigen Investments bedarf es allerdings auch förderlicher Rahmenbedingungen, um emissionsarme Mobilität in großem Maßstab erfolgreich zu machen. Notwendig sind ambitionierte CO2-Bepreisungssysteme für fossile Kraftstoffe und der Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur sowie eines Wasserstoff-Tankstellennetzes.

Unsere Produktentwicklung berücksichtigt Emissionen von Beginn an

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Daimler hat sich zum Ziel gesetzt, Produkte zu entwickeln, die in ihrem jeweiligen Marktsegment besonders umweltverträglich und energieeffizient sind. Unsere Umwelt- und Energieleitlinien legen fest, wie wir dieses Ziel erreichen wollen. Die Produktentwicklung spielt hierbei eine Schlüsselrolle: Bereits in den ersten Phasen der Entwicklung entscheidet sich weitgehend, wie sich ein Fahrzeug auf die Umwelt auswirkt — und damit auch, welche CO2- und Schadstoffemissionen es verursacht. Je früher wir hierbei Umweltaspekte berücksichtigen, desto effizienter können wir die ökologischen Auswirkungen unserer Fahrzeuge verringern.

Die Umweltverträglichkeit künftiger Produkte prüfen wir systematisch. Ein wichtiges Instrument hierfür ist die entwicklungsbegleitende Dokumentation. Darin legen wir für jedes Fahrzeugmodell und jede Motorisierungsvariante bestimmte Eigenschaften und Zielwerte fest — zum Beispiel für den Kraftstoffverbrauch oder die Schadstoffemissionen. Mittels dieser Zielwerte bewerten wir auch die Meilensteine, die wir im Laufe der Produktentwicklung passieren. Hierzu gleichen wir den Ist-Stand des Projekts mit den Zielwerten ab. Falls nötig, leiten wir auf Basis dieser Bewertung Korrekturmaßnahmen ein.

So verankern wir die Verantwortung für umweltfreundlichere Fahrzeuge in unserer Organisation

Die Unternehmensleitung ist dafür verantwortlich, strategische Ziele unter anderem zur Reduktion unserer CO2-Emissionen zu setzen und diese zu überprüfen. Im Product Steering Board (PSB) wird die Entwicklung der CO2-Emissionen der Pkw-Flotte für diesbezüglich regulierte Märkte überwacht und prognostiziert. Dabei berücksichtigt das PSB den steigenden Elektrifizierungsgrad der Fahrzeuge und Änderungen der gesetzlichen Anforderungen, etwa die Einführung des neuen Messverfahrens . Über notwendige Maßnahmen entscheidet im Anschluss der Vorstand. Marktseitig können Preis- und Volumensteuerungsmaßnahmen das Erreichen der Ziele hingegen auch kurzfristig beeinflussen. Deshalb werden diese Maßnahmen im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung zur aktuellen ebenfalls mit dem Vorstand diskutiert.

Die Verantwortung dafür, dass die Vorgaben zum Klimaschutz umgesetzt werden, verteilt sich auf mehrere Bereiche und Vorstandsmitglieder: Auf Fahrzeugebene sind die Entwicklungsbereiche der Fahrzeuggeschäftsfelder zuständig; für Pkw und Transporter sind dies der Entwicklungsbereich „Produktgruppe Antriebe“ und die Produktgruppen der Fahrzeuge sowie die Mercedes-Benz Vans Entwicklung; für Lkw und Busse sind dies der Bereich Global Powertrain & Manufacturing Engineering Trucks sowie die Fahrzeuggeschäftsfelder. Eine besondere Rolle spielen auch die jeweiligen Direktionen der Antriebsstrangentwicklung. Auf Ebene der Produktionswerke sind die jeweiligen Produktionsvorstände verantwortlich, bei eigenen Niederlassungen die Vertriebsvorstände.

Unsere CO2-Bilanz erstreckt sich über die gesamten Produktlebenszyklen

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Der Großteil unserer CO2-Emissionen entsteht in der Nutzungsphase eines Fahrzeugs. Aber auch in weiteren Abschnitten des Fahrzeuglebenszyklus kommt es zu Treibhausgasemissionen, die wir in unserer Gesamt-CO2-Bilanz berücksichtigen. Die zur Bilanzierung nötigen Kennzahlen erheben und veröffentlichen wir gemäß den Grundsätzen des .

Diesem weltweit führenden Bilanzierungsstandard entsprechend differenzieren wir unsere CO2-Emissionen nach drei Kategorien, den sogenannten Greenhouse Gas Scopes. Zu Scope 1 gehören alle Emissionen, die wir selbst durch die Verbrennung von Energieträgern an unseren Produktionsstandorten verursachen, zum Beispiel bei der Stromerzeugung in unseren eigenen Kraftwerken. Scope 2 ordnen wir alle Emissionen zu, die durch die Erzeugung der von uns bei externen Anbietern bezogenen Energie, wie Strom, emittiert werden. Unter Scope 3 fassen wir jene Emissionen zusammen, die vor (Upstream) oder nach (Downstream) unserer unternehmerischen Tätigkeit entstehen. Dazu wird zum Beispiel der CO2-Ausstoß gerechnet, der in der Lieferkette (eingekaufte Güter und Dienstleistungen), durch den Betrieb (Nutzungsphase inklusive Kraftstoff- und Stromherstellung) unserer Fahrzeuge in Kundenhand oder beim Recycling der Fahrzeuge entsteht.

Für den gesamten Lebenszyklus der Mercedes-Benz Cars Flotte weltweit haben wir die Emissionen gemäß diesen Vorgaben berechnet. Dabei ergab sich für das Jahr 2020 ein durchschnittlicher CO2-Wert von 49,7 Tonnen pro Fahrzeug (siehe Grafik 9; im Vergleich zu 2019 wurde erstmalig die Logistik aufgenommen).

7 | Scope 1-, 2- und ausgewählte Scope 3-CO2-Emissionen in Tonnen pro Fahrzeug Mercedes-Benz Cars (2020)

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Scope 1-, 2- und ausgewählte Scope 3-CO2-Emissionen in Tonnen pro Fahrzeug Mercedes-Benz Cars (2020) (Grafik)

* Berechnungsgrundlagen siehe Anhang Wie wir unsere CO2-Emissionen berechnen und dokumentieren und (PDF:) Scope 3-Emissionen Mercedes-Benz Cars
** Siehe Ökobilanz der Fahrzeuge
*** Siehe Kennzahlen betrieblicher Umweltschutz
**** Fahremissionen Mercedes-Benz Cars Flotte (EU, China, USA und RoW) normiert, Laufleistung: 200.000 km, Datenbasis siehe Kapitel Klimaschutz: Auf dem Weg zur Erfüllung von CO2-Flottenvorgaben
***** Prognosewert.

Über alle Sparten hinweg: Unsere Zukunft ist elektrisch

Für all unsere Fahrzeugtypen — von Pkw und Transportern über Lkw bis hin zu Bussen — entwickeln wir rein elektrische und elektrifizierte Modellvarianten. Dank unseres modularen Entwicklungsansatzes ist hierbei ein schneller Technologietransfer zwischen den Divisionen möglich.

Unsere Schwerpunkte dabei: für Pkw und Vans die batterieelektrische Mobilität, für Lkw und Busse vollelektrische Antriebe mit Batterie oder Brennstoffzelle.

Deshalb arbeitet Daimler unter anderem weiter an hocheffizienten Verbrennungsmotoren, die auch mit E-Fuels betrieben werden können. Auch so können wir dazu beitragen, den CO2-Ausstoß künftiger Fahrzeuggenerationen weiter zu reduzieren. Allerdings sind heute noch sehr teuer in der Herstellung. Um diese weiterentwickeln und in den Verkehr bringen zu können, benötigen wir geeignete Regulierungsansätze. Zu nennen ist hier vor allem die sogenannte der EU. Diese sollte ambitionierte Quoten für das Inverkehrbringen synthetischer Kraftstoffe (inklusive grünen Wasserstoffs) vorschreiben. Hierfür setzen wir uns in unserer politischen Interessenvertretung aktiv ein.

Daimler Trucks & Buses setzt bei der Dekarbonisierung des Transports auf zwei komplementäre Technologien: vollelektrische Antriebe mit Batterie oder mit Brennstoffzelle. So kann Daimler Trucks & Buses die verschiedenen Bedürfnisse seiner Kunden optimal abdecken. Als Faustformel gilt: Je leichter die Beladung und je kürzer die Distanz ist, desto eher kann ein batterieelektrischer Lkw zum Einsatz kommen. Je schwerer die Beladung und je länger die Distanz, desto eher eignet sich die Brennstoffzelle.

Im November 2020 haben die Volvo Group und die Daimler Truck AG eine verbindliche Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet. Ziel ist die serienreife Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Brennstoffzellensystemen. Der Fokus liegt auf dem Einsatz in schweren Lkw, zusätzlich sollen die Systeme auch für andere Anwendungen angeboten werden. Indem die Unternehmen ihre Kräfte bündeln, können sie ihre Entwicklungskosten senken und die Markteinführung der Brennstoffzellensysteme beschleunigen.

8| Alternative Antriebe Mercedes-Benz Cars*

 

 

2019

 

2020

 

Weltweit

Hybrid

29.907

1,2%

115.191

5,2%

 

Elektroantrieb

19.622

0,8%

47.672

2,2%

 

Alternative Antriebe (gesamt)

49.529

2,0%

162.863

7,4%

 

MBC Absatz gesamt

2.456.347

 

2.202.579

 

Europa

Hybrid

16.091

1,7%

104.113

14,1%

 

Elektroantrieb

18.419

1,9%

42.711

5,8%

 

Alternative Antriebe (gesamt)

34.510

3,6%

146.824

19,9%

 

MBC Absatz gesamt

954.912

 

738.957

 

*

Retail-Absatz von Mercedes-Benz Cars (inkl. V-/X-Klasse)

Mercedes-Benz Cars & Vans verfolgt ambitionierte Klimaziele

Im Rahmen unserer nachhaltigen Geschäftsstrategie hat sich Mercedes-Benz Cars & Vans folgende Ziele gesetzt:

  • CO2-neutrale Neuwagenflotte bis 2039: Dies umfasst alle Wertschöpfungsstufen — von der Lieferkette über die Produktion bis hin zur Nutzungsphase und Entsorgung der Fahrzeuge.
  • mehr als 50 Prozent des Pkw- und Van-Absatzes mit Plug-in-Hybriden oder rein elektrischen Fahrzeugen im Jahr 2030. Die Umstellung findet über mehrere Etappen statt: Bis 2022 wollen wir unseren Kunden in allen Segmenten verschiedene elektrifizierte Alternativen anbieten — vom smart bis zum Transporter. Bis 2025 soll — je nachdem, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln — der Anteil rein elektrischer Fahrzeuge an unserem gesamten Absatz auf bis zu 25 Prozent anwachsen.
  • Bei der Mercedes-Benz AG streben wir an, bis 2030 die Treibhausgasemissionen der Neuwagenflotte während der Nutzungsphase () um mehr als 40 Prozent im Vergleich zu 2018 zu reduzieren. Dieses Ziel wurde uns von der bestätigt.

Im Team unterwegs zur CO2-Neutralität

Ein interdisziplinäres Team aus Umweltexperten, Einkäufern, Entwicklern, Logistikern, Experten aus der Produktion, Strategen und Vertrieblern kümmert sich bei der Mercedes-Benz AG um das Monitoring und die Steuerung der CO2-Emissionen, um das Ziel einer CO2-neutralen Pkw-Neuwagenflotte bis 2039 zu erreichen.

Der Bereich Konzern-Umweltschutz berechnet beispielsweise die CO2-Emissionen aller Baureihen und Antriebsarten bei Mercedes-Benz Pkw und erstellt Umwelt- und Ökobilanzen für den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge. Der Einkauf von Mercedes-Benz arbeitet mit mehr als 2.000 direkten Lieferanten zusammen, um auch in der Lieferkette potenzielle Umweltrisiken zu identifizieren und diese mithilfe gezielter Maßnahmen zu minimieren. In der Logistik müssen für unvermeidliche Transporte die Strecken optimiert und der jeweils beste Verkehrsträger genutzt werden. Nur so können Emissionen reduziert werden, die bei der Zulieferung von Gütern, beim Vertrieb und bei der Zustellung an die Verteilzentren anfallen. Da der Großteil der CO2-Emissionen in der Nutzungsphase eines Fahrzeugs entsteht, sind auch CO2-Strategen wichtige Mitglieder des Teams. Sie verantworten den -Abschnitt des Fahrzeuglebenszyklus und tragen mit ihrem Wissen zu den CO2-Emissionen, die während des Fahrbetriebs anfallen, bei. Auch weitere Stellhebel, etwa die CO2-neutrale Produktion oder ein nachhaltiges Ladekonzept für Mercedes-Kunden, sind Themen, die in der Arbeitsgruppe bearbeitet werden. Gemeinsam leistet das Team somit seinen Beitrag, damit die Dekarbonisierung der Fahrzeuge gelingen kann.

Auf dem Weg zur Erfüllung von CO2-Flottenvorgaben

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Europa. Aufgrund seiner gestiegenen Relevanz haben wir im Berichtsjahr 2020 erstmals die CO2-Emissionen unserer Pkw-Neuwagenflotte in Europa als „bedeutsamsten“ nichtfinanziellen Leistungsindikator definiert. Wie wir die Entwicklung unseres CO2-Flottenverbrauchs bei Pkw in Europa weiter einschätzen, entnehmen Sie dem Prognosebericht.

Im Berichtsjahr sind die durchschnittlichen CO2-Emissionen unserer Pkw-Gesamtflotte in Europa (Europäische Union, Vereinigtes Königreich, Norwegen und Island) unter Anwendung der gesetzlichen Regelungen auf voraussichtlich 104 g/km ( inklusive Transporter, die als Personenkraftwagen zugelassen sind) gesunken. Damit haben wir die CO2-Ziele in der Europäischen Union (Europäische Union, Vereinigtes Königreich, Norwegen und Island) in 2020 erreicht.

9 | Entwicklung der CO2-Emissionen im Durchschnitt der Mercedes-Benz Pkw Flotte in Europa

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Entwicklung der CO2-Emissionen im Durchschnitt der Mercedes-Benz Pkw Flotte in Europa (Grafik)

* inklusive der als M1-Fahrzeuge zugelassenen Transporter. Alle anderen Jahre ohne Transporter
** Projektion

Im Jahr 2021 ist der Übergang vom bisherigen Prüfverfahren NEFZ auf das neue Prüfverfahren WLTP vorgesehen. Damit werden eine Anpassung der Verbrauchsziele und steigende Zertifizierungswerte einhergehen. Während im Jahre 2020 die CO2-Flottenziele basierend auf den NEFZ-Werten ermittelt wurden, werden diese im Jahre 2021 den regulatorischen Anforderungen entsprechend auf den WLTP-Werten basieren. Für den nach WLTP ermittelten Wert erwarten wir, dass unser Flottendurchschnitt in Europa (Europäische Union, Norwegen und Island) im Jahr 2021 gegenüber dem ebenfalls nach WLTP errechneten Verbrauchswert des Vorjahrs weiter deutlich sinken wird. Diese Entwicklung wird insbesondere durch den steigenden Anteil an vollelektrischen und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen an unserem Pkw-Gesamtabsatz begünstigt.

Im Berichtsjahr sind die durchschnittlichen CO2-Emissionen unserer leichten Nutzfahrzeuge (N1, LCV) in Europa (Europäische Union, Vereinigtes Königreich, Norwegen und Island) auf 186,5 g/km (NEFZ) gesunken. Der verschärfte CO2-Zielwert wird somit unterschritten.

Seit Mitte 2019 werden die Emissionswerte nach dem neuen Prüfverfahren WLTP ermittelt. Die bisherigen NEFZ-Zielwerte wurden Anfang 2021 dem neuen Verfahren entsprechend umgerechnet und die Flottenziele angepasst. Wir sind zuversichtlich, die neuen CO2-Flottenziele durch die Einführung verbrauchsgünstigerer Motoren und Getriebe und unserer elektrifizierten Modelle eVito und eSprinter auch künftig zu erreichen.

10 | Entwicklung der CO₂-Emissionen im Durchschnitt der Mercedes-Benz Transporter Flotte in Europa

Entwicklung der CO?-Emissionen im Durchschnitt der Mercedes-Benz Transporter Flotte in Europa (Grafik)

* Projektion

USA. In den USA gelten zwei aufeinander abgestimmte Flottenvorgaben zur Begrenzung von Treibhausgasen und Verbräuchen: der und die . Der GHG-CO2-Flottenwert der Daimler-Fahrzeuge in den USA hat sich in den letzten Jahren verbessert. Für das Modelljahr 2020 beträgt dieser Wert 256 g CO2/mi für die Pkw-Flotte sowie 289 g CO2/mi für die leichten Nutzfahrzeuge (auf Basis der letzten Prognose). Dennoch haben wir unsere durchschnittlichen Flottenziele von 196 g CO2/mi für die Pkw-Flotte beziehungsweise 265 g CO2/mi für die leichten Nutzfahrzeuge nicht erreicht. Die verbleibende Differenz konnten wir jedoch unter Anwendung der im Gesetz vorgesehenen Flexibilitäten — einschließlich des Erwerbs externer Credits — schließen.

11 | Daimler GHG-Werte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge USA

Daimler GHG-Werte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge USA (Grafik)

* Projektion

Die Modelle des Mercedes-Benz Sprinter unterliegen der GHG-Regulierung für die Klassen 2b/3. Die CO2-Ziele in dieser Klasse sind abhängig von der Zuladung, der Anhängelast und der Antriebsart der Fahrzeuge. Der CO2-Ausstoß unserer Fahrzeuge lag im Berichtsjahr bei 487 g CO2/mi, der Zielwert von 500 g CO2/mi wurde somit unterschritten. Wir gehen davon aus, die CO2-Ziele auch in den kommenden Jahren zu unterschreiten.

China. In China werden inländisch produzierte (domestic) und in das Land importierte (imported) Pkw getrennt und im Gegensatz zu Europa und den USA nach Flottenverbrauch ausgewiesen. Für unsere 100-prozentige Tochter Mercedes-Benz China (MBCL) ist damit der Wert der Import-Flotte relevant. Das Ziel lag bei 6,27 l/100 km, erreicht wurden 8,02 l/100 km (vorläufiger Flottenverbrauchswert — bei Einberechnung von Off-Cycle-Technologien kann der finale Flottenverbrauchswert besser ausfallen). Zur kurzfristigen Deckung von Verbrauchslücken in der Flottenzielerreichung werden wir externe Credits erwerben. Mit der Portfolioerweiterung bei rein elektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden wollen wir die Emissionsziele in China mittelfristig gemeinsam mit unserem Joint-Venture-Partner Beijing Benz Automotive (BBAC) erreichen.

12 | Daimler Flottenverbrauch Pkw in China

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Daimler Flottenverbrauch Pkw in China (Grafik)

* vorläufiger Wert ohne Off-Cycle Technologien

Die Modelle V-Klasse und Vito werden vom Joint Venture Fujian Benz Automotive Co., Ltd. (FBAC) produziert und bilden eine weitere lokale Flotte (domestic). Erreicht wurde ein Wert von 8,9 l/100 km, der Zielwert liegt bei 7,2 l/100km. Der Flottenausgleich ist gegenwärtig nur über einen Credit-Transfer möglich. Dies wird sich voraussichtlich bis 2025 nicht ändern, da die Flotte nur von einem Fahrzeugtyp gebildet wird.

In vielen weiteren Märkten gelten heute gesetzliche Grenzwerte für den Kraftstoffverbrauch und/oder den CO2-Ausstoß von Pkw-Flotten und leichten Nutzfahrzeugen — mit jeweils unterschiedlichen Zielwerten. Dies betrifft große Absatzmärkte unserer Produkte wie die Schweiz, Kanada, Japan, Südkorea, Brasilien, Taiwan, Indien oder Saudi-Arabien. Auch diese Zielwerte berücksichtigen wir bei der Weiterentwicklung unseres Portfolios.

Mit Mercedes-EQ prägen wir ein neues Markenzeichen für progressiven Luxus

Um unsere wachsenden Portfolios an Elektroautos wirkungsvoll zu vermarkten, hat Mercedes-Benz mit Mercedes-EQ eine neue progressive Submarke geschaffen. Die Fahrzeuge von Mercedes-EQ zeichnen sich durch zukunftsweisendes Design, intelligente Antriebstechnologie und komfortable Services aus.

Wir machen E-Mobilität im Luxussegment attraktiver. Mit Vorstellung des MBUX Hyperscreen hat Mercedes-EQ einen ersten Einblick in das digitale Interieur des kommenden EQS gegeben. Das vollelektrische Mitglied der nächsten S-Klasse Familie ist der erste vollelektrische Mercedes-Benz, der von Beginn an als E-Auto entwickelt wurde. Das eröffnet neue Möglichkeiten, vom Verbau der Batterien bis hin zum Design. Der Anspruch von Mercedes-Benz ist es, mit dem EQS künftig das Segment der vollelektrischen Luxuslimousinen anzuführen. Das klare Entwicklungsziel ist, die Reichweite zukünftiger Batterien durch Fortschritte in der Energiedichte deutlich zu steigern, die Serienreife zukünftiger Batterietechnologien voranzutreiben und nicht zuletzt auch die Ladezeiten signifikant zu reduzieren.

Mit der Luxuslimousine EQS, die ab 2021 an Kunden ausgeliefert werden soll, realisiert Mercedes-Benz bereits zwei wesentliche Entwicklungsziele: eine langstreckentaugliche Reichweite von mehr als 700 Kilometer (gemäß WLTP) und eine noch höhere Ladegeschwindigkeit im Vergleich zu den aktuellen Modellen.

Der EQA – elektrischer Athlet im kompakten Format. EQA (Stromverbrauch kombiniert: 15,7 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1,2 heißt der Einstieg in die vollelektrische Fahrzeugwelt von Mercedes-EQ. Als enger Verwandter des GLA bringt er alle Eigenschaften dieses Fahrzeugs mit und kombiniert sie mit einem effizienten Elektroantrieb. Smarte Assistenten unterstützen den Fahrer in vielen Bereichen: unter anderem bei der Unfallvermeidung, der vorausschauenden und dadurch besonders effizienten Betriebsstrategie sowie der Navigation mit Electric Intelligence. Mit Mercedes me Charge können Kunden europaweit an über 175.000 öffentlichen Ladepunkten laden, Mercedes-Benz sorgt für den nachträglichen Ausgleich durch Grünstrom. Ab Frühjahr 2021 wird der EQA 250 bei den europäischen Händlern verfügbar sein.

Premium-Großraumlimousine — rein batterieelektrisch und variabel. Der Mercedes-Benz EQV (Stromverbrauch kombiniert: 26,4-26,3 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1,2 ist die erste Premium-Großraumlimousine von Mercedes-Benz mit rein batterieelektrischem Antrieb. Der EQV kombiniert die Variabilität der V-Klasse mit den Vorteilen eines lokal emissionsfreien Antriebs. Darüber hinaus ist der EQV in ein elektromobiles Ökosystem aus intelligenter Navigation mit aktivem Reichweitenmanagement und cloudbasierten Diensten und Apps eingebunden. Als zentrale Steuereinheit dient das Infotainmentsystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience). Maßstäbe für elektrische Mobilität in seiner Klasse setzt der EQV auch mit seiner Reichweite von bis zu 418 Kilometern1,2 und seinem breiten Einsatzspektrum für unterschiedlichste Kundenbedürfnisse.

Neue smart EQ Modelle lassen sich bequemer und schneller laden. Mit dem konsequenten Umstieg auf emissionsfreie, batterieelektrische Antriebe kehrt die Marke smart zu ihrem Ursprung zurück. In Kombination mit progressivem Design und intelligenter Vernetzung bieten die neuen smart EQ Modelle fortwo coupé (Stromverbrauch kombiniert: 16,0-14,0 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1,2, fortwo cabrio (Stromverbrauch kombiniert: 16,3-14,2 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1,2 und forfour (Stromverbrauch kombiniert: 16,8-14,6 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1,2 schon heute ein nachhaltiges und vollumfassendes Konzept für urbane Mobilität. Das Ladekonzept macht das Laden bequem und schnell: Mit dem optionalen 22 kW- mit Schnellladefunktion lassen sich die Batterien der neuen Modelle an einer 22-kW-AC-Ladesäule in weniger als 40 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen. Durch die Kooperation mit dem Ladenetzwerk-Partner Plugsurfing haben die smart Kunden Zugang zu Europas größtem Ladenetzwerk — angezeigt werden die öffentlichen Ladesäulen über die smart EQ control App.

Plug-in-Hybride ermöglichen emissionsfreies Fahren ohne Reichweitensorge. Auf dem Weg in die rein elektrische Mobilität stellen Plug-in-Hybride eine wichtige Brückentechnologie dar. Mercedes-Benz präsentiert hiermit ein effizientes Antriebspaket und geht damit einen weiteren Schritt in Richtung CO2-neutraler Mobilität. Ende 2020 standen mehr als 20 verschiedene Modellvarianten zur Wahl. Im Plug-in-Hybrid ergänzen sich Elektroantrieb und Verbrennungsmotor. Diese Kombination ermöglicht lokal emissionsfreies Fahren ohne Reichweitensorgen. Dabei stellen Lithium-Ionen-Akkus rein elektrische Aktionsradien sicher, die für einen Großteil der täglichen Fahrten mehr als ausreichen — im Kompaktsegment über 70 Kilometer (NEFZ) und im Luxussegment bis zu 100 Kilometer (NEFZ) elektrische Reichweite. Mercedes-Benz wird diese Technologie über die gesamte Palette ausrollen — von der A- bis zur S-Klasse, vom GLA bis zum GLE.

EQ Ready App — bereit für Elektromobilität? Passt ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid zu meinem Alltag? Die EQ Ready App unterstützt Autofahrer bei der Frage, ob ein Umstieg praktikabel wäre, indem sie das individuelle Fahrverhalten analysiert. Seit Einführung vor drei Jahren wurde die App über 1,6 Millionen Mal genutzt. Die aktualisierte Version der App ist seit 2020 verfügbar und bietet neue Funktionen wie die 7-Tage-Challenge, eine virtuelle Ladesimulation sowie ein verbessertes Nutzererlebnis durch das neue Design. Der Nutzer erhält noch mehr Funktionalitäten in noch mehr Ländern — rund 30 weltweit — und kann sich unter anderem davon überzeugen, wie gut die Ladeinfrastruktur in zahlreichen Märkten bereits ausgebaut ist.

Mercedes me Dienst — neues Feature schafft Spritspar-Anreize.

Im Juli 2020 startete in Europa der freiwillige und kostenlose Mercedes me App Dienst „Individueller Verbrauch“ für Fahrende unserer A- und C-Klassen sowie des GLE und GLS. Weitere Modelle werden folgen. Mit ihm kann der eigene, individuelle Kraftstoffverbrauch anonym geteilt und mit Fahrenden ähnlicher Fahrzeuge verglichen werden. Zukünftig planen wir beispielsweise, je nach Fahrweise individuelle Tipps zum Kraftstoffsparen anzuzeigen. Mit dem Dienst möchten wir die gesetzlichen Verbrauchsangaben sinnvoll ergänzen und individuelle Anreize zum Kraftstoffsparen setzen, indem wir den Verbrauch im Realbetrieb transparent machen.

Abweichungen zum Beispiel im Vergleich zum WLTP Zyklus können durch zahlreiche Faktoren wie Straßenbeschaffenheit, Beladung, Wetterverhältnisse, aber besonders durch die individuelle Fahrweise entstehen. Erste Daten zeigen, dass die individuellen Verbrauchswerte sowohl unter als auch über dem WLTP-Zertifizierungswert liegen können.

Alle gewerblichen Vans sollen auch mit Elektroantrieb erhältlich sein

Die Elektrifizierung der gewerblichen Vans, beispielsweise auf der sogenannten letzten Meile — dem letzten Wegstück beim Warentransport zur Haustür des Kunden — schreitet immer weiter voran. Insbesondere die Branche der Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) setzt hier starke Nachfrageimpulse. Bereits heute sind elektrische Mercedes-Benz Transporter und Stadtlieferwagen bei unterschiedlichen KEP-Diensten im Einsatz. In den kommenden Jahren wollen wir das Angebot stark ausbauen und alle gewerblichen Baureihen auch mit Elektroantrieb anbieten. Neben den Fahrzeugen selbst bietet Mercedes-Benz Vans ein ganzheitliches Ökosystem an Zusatz- und Beratungsleistungen rund um die Elektromobilität für gewerbliche Zwecke.

Mit dem eVito und dem eSprinter haben wir Elektrofahrzeuge in unserem Portfolio, die sich hinsichtlich ihrer Ausstattung und Reichweite hervorragend für die Anforderungen der KEP-Branche eignen. Im Berichtsjahr hat Mercedes-Benz Vans unter anderem einen Vertrag geschlossen, der die Auslieferung über mehr als 1.800 batterieelektrisch angetriebene eVito und eSprinter vorsieht.

eVito bietet verschiedene vollelektrische Nutzungsoptionen. Der vollelektrische eVito ist in zwei Modellen erhältlich: als Kastenwagen für den Gütertransport und als Tourer mit bis zu neun Sitzplätzen für den Personenverkehr. Der Kastenwagen bietet eine Reichweite von 150 bis 184 Kilometern1,2 (nach NEFZ) und einen Bordlader mit einer Leistung von 7,4 kWh. Der Tourer kommt auf 421 Kilometer1,2 Reichweite und die nutzbare Batteriekapazität von 90 kWh kann an einer Schnellladestation optional mit bis zu 110 kW in circa 45 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufgeladen werden.3,4 Eine besonders effiziente und komfortable Fahrweise ermöglicht ein neues Feature im eVito Tourer: die Rekuperationsstufe „DAUTO“. Nach der Maxime „vorausschauend fahren und Energie sparen“ vernetzt das Bordsystem die Informationen der Sicherheitsassistenten und passt die Stärke der situationsspezifisch und in Echtzeit an.

eSprinter Kastenwagen — zwei Batteriekonfigurationen stehen zur Wahl. Ende 2019 kam der eSprinter als 3,5-Tonnen-Kastenwagen mit einem Ladevolumen von elf Kubikmetern auf den Markt. Er ist in zwei Batteriekonfigurationen erhältlich — für eine höhere Reichweite (Reichweite bis zu 168 Kilometer1,2/Zuladung 891 Kilogramm) oder eine höhere Zuladung (Reichweite 120 Kilometer1,2/Zuladung 1.045 Kilogramm). Der eSprinter verfügt über eine Gleichstrom-Schnellladefunktion. Mit ihr kann die Batterie unter optimalen Bedingungen an DC-Ladestationen bei einer Ladeleistung von bis zu 80 kW innerhalb von circa 25 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden.3,4 Wie der eVito Tourer besitzt auch der eSprinter verschiedene und Fahrprogramme.

Wir beraten gewerbliche Kunden zur Elektromobilität. Wir unterstützen unsere gewerblichen Kunden mit ganzheitlichen und transparenten Beratungsangeboten zum Thema Elektromobilität. Ein Beispiel dafür ist die eVan Ready App. Mit ihr können gewerbliche Kunden überprüfen, ob die von ihnen gefahrenen Strecken auch mit einem unserer elektrischen Transporter zurückgelegt werden könnten. Und mithilfe des eCost Calculators können sie ermitteln, ob ein elektrischer Mercedes-Benz Transporter auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für sie attraktiv ist. Im Hinblick auf die Ladeinfrastruktur analysieren wir gemeinsam mit den Kunden ihren jeweiligen Standort. Dabei zeigen wir auf, welche Maßnahmen notwendig sind, um einzelne Fahrzeuge sowie kleinere oder größere Flotten effizient betreiben zu können.

Daimler Trucks & Buses verfolgt ambitionierte Klimaziele

Bei Daimler Trucks & Buses haben wir uns folgende Ziele für den Weg zum CO2-neutralen Straßentransport gesteckt:

  • Bis zum Jahr 2022 soll unser Fahrzeugportfolio in den Hauptabsatzregionen Europa, USA und Japan Serienfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb umfassen. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts planen wir, das Fahrzeugangebot zusätzlich um wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Serienfahrzeuge zu ergänzen.
  • Bis zum Jahr 2039 ist es unsere Ambition, unser Portfolio so umzustellen, dass wir in der Triade Europa, Japan und Nordamerika nur noch Neufahrzeuge anbieten, die im Fahrbetrieb lokal CO2-neutral sind.
  • Bis 2050 ist ein CO2-neutraler Transport auf den Straßen unser ultimatives Ziel.

CO2-Reduktionsziele der EU definiert

Für neue schwere Nutzfahrzeuge (>16 t) schreibt die EU eine Minderung des CO2-Ausstoßes von 15 Prozent bis zum Jahr 2025 und 30 Prozent bis zum Jahr 2030 vor (Bezugszeitraum 2019/2020). Die EU-Kommission hat hierfür eigens ein europaweit einheitliches Simulationsprogramm namens („Vehicle Energy Consumption Calculation Tool“) samt den dazugehörigen Test- und Messverfahren für CO2-Emissionen und Kraftstoffverbrauch gemeinsam mit Herstellern, Wissenschaftlern und weiteren Experten entwickelt. Die Daten werden europaweit erfasst und transparent gemacht. Wir haben eine klare Technologie-Roadmap definiert, um die Vorgaben der EU zu erfüllen.

Schwere Nutzfahrzeuge: Batterie und Brennstoffzelle ergänzen sich perfekt. Die Daimler Truck AG hat sich frühzeitig und konsequent der Elektromobilität bei schweren Lkw verschrieben. Wirklich lokal CO2-neutraler Transport funktioniert aus heutiger Sicht nur mit elektrischen Antrieben auf Basis von Strom aus Batterien oder der Umwandlung von Wasserstoff an Bord des Nutzfahrzeugs. Die Daimler Truck AG entwickelt und erprobt mehrere solcher Lösungen:

Konzept-Lkw GenH2 Truck für große Reichweiten mit flüssigem Wasserstoff. Das Konzeptfahrzeug Mercedes-Benz GenH2 Truck zeigt erstmals, mit welchen Technologien schwere Brennstoffzellen-Serien-Lkw zukünftig Fernverkehrseinsätze mit Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometern und mehr mit einer Tankfüllung bewältigen können. Der Serienstart des GenH2 Truck soll in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts folgen. Die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs soll dank des Einsatzes von flüssigem Wasserstoff, der eine deutlich höhere Energiedichte als gasförmiger Wasserstoff aufweist, mit der eines entsprechenden Diesel-Lkw vergleichbar sein — jedoch ohne lokale CO2-Emissionen zu verursachen.

Batterieelektrischer Fernverkehrs-Lkw bis zu 500 Kilometer mit einer Aufladung unterwegs. Der Mercedes-Benz eActros LongHaul gibt einen Ausblick auf einen rein batterieelektrisch angetriebenen Fernverkehrs-Lkw. Er soll regelmäßige Fahrten auf planbaren Routen energieeffizient abdecken. Die Serienreife des eActros LongHaul ist für das Jahr 2024 geplant. Mit einer Akkuaufladung wird seine Reichweite bei etwa 500 Kilometer liegen.

eActros kurz vor Serienreife. Der Elektro-Lkw Mercedes-Benz eActros für den schweren urbanen Verteilerverkehr ist schon eine Weile auf der Straße: Im Rahmen der eActros „Innovationsflotte“ testen Daimler Truck-Kunden das Fahrzeug in Deutschland und weiteren europäischen Ländern in intensiven Praxiseinsätzen. Die erste Kundenübergabe ist 2018 erfolgt. Die Erkenntnisse aus der Erprobung beim Kunden haben wir für die Weiterentwicklung des Fahrzeugs genutzt, das 2021 mit einer Reichweite von deutlich über 200 Kilometer in Serie gehen soll. Daimler Trucks wird das Fahrzeug in ein ganzheitliches Ökosystem einbetten, das auch Beratungsangebote rund um E-Mobilität umfasst. Hierzu zählen Routenanalysen, Überprüfung möglicher Subventionen, Unterstützung bei der operativen Flottenintegration und die Erarbeitung passender Ladeinfrastrukturlösungen.

Auch der Niederflur-Lkw Mercedes-Benz eEconic, der auf dem eActros basiert, kommt demnächst auf die Straße. Der Start der Serienfertigung ist für das Jahr 2022 angedacht. Der eEconic wird überwiegend im urbanen Bereich als Abfallsammelfahrzeug für Entsorgungsbetriebe unterwegs sein. Dieses Anwendungsgebiet eignet sich aufgrund seiner vergleichsweise kurzen und fest eingeplanten Routen von bis zu rund 100 Kilometern und einem hohen Stop-and-go-Anteil sehr gut für den Einsatz batterieelektrischer Lkw.

Beratungsansatz von Daimler Trucks bildet neue Komplexität bei Antrieben ab. Lkw-Kunden werden in den nächsten Jahren vor der Herausforderung stehen, aus einem wachsenden Spektrum möglicher Lösungen die für sie am besten geeignete Antriebstechnologie zu wählen — je nach Branche, Segment und konkreter Anwendung. Die Berater von Daimler Trucks begleiten die Kunden beim Einstieg in die E-Mobilität, erarbeiten gemeinsam Lösungen und bieten passende Angebote an. Kern des Beratungsansatzes von Daimler Trucks rund um die Elektrifizierung von Lkw-Flotten ist, die Aspekte Fahrzeugreichweite und Ladeinfrastruktur als Einheit zu behandeln. So befassen sich die Experten von Daimler Trucks auch im Detail damit, wie sich die Ladeinfrastruktur und die Ladevorgänge an sich optimieren lassen.

eCascadia absolvieren Praxistests. In den USA absolvieren derzeit der mittelschwere Freightliner eM2 und der schwere Freightliner eCascadia ebenfalls intensive Praxistests bei Kunden. Der geplante Start der Serienproduktion ist Mitte 2022.

eCanter: Kleine Serie in vielen großen Städten emissionsfrei unterwegs. Seit 2017 ist unser erster in Kleinserie gefertigter vollelektrischer Lkw auf dem Markt und in Kundenhand: der leichte Lkw FUSO eCanter. Mehr als 200 eCanter befinden sich bereits im Kundeneinsatz in Städten weltweit, darunter New York City, Tokio, Berlin, London, Amsterdam, Paris, Kopenhagen, Dublin und Lissabon.

Wir fordern staatliche Förderung für CO2-neutrale Lkw. Trotz aller Anstrengungen auf Herstellerseite werden die Anschaffungs- und Gesamtbetriebskosten von Lkw mit Elektroantrieb voraussichtlich auch im Jahr 2040 noch höher liegen als bei vergleichbaren Dieselfahrzeugen. Um die Kostennachteile auszugleichen und lokal CO2-neutrale Lkw wettbewerbsfähig zu machen, sind daher staatliche Lenkungseingriffe nötig. Nur mit förderlichen Rahmenbedingungen wird es sich für Flottenbetreiber lohnen, in CO2-neutrale Lkw zu investieren. Notwendig sind insbesondere eine europaweite Umstellung und Staffelung der Maut nach CO2-Werten — wobei CO2-neutrale Fahrzeuge eine signifikante Mauterleichterung bekommen sollten. Weiterhin benötigen wir für einen lokal CO2-freien Güterverkehr auf der Straße ein gezieltes Förderprogramm, eine flächendeckende Lade- und Wasserstoff-Infrastruktur sowie einheitliche Standards für den Transport und das Tanken von Wasserstoff.

CO2-Bilanz bei Bussen weiter verbessern

Unser Ziel, den Kraftstoffverbrauch bei Reise- und Stadtbussen über 18 Tonnen von 2005 bis 2020 um 20 Prozent zu senken, haben wir beim Reisebus zu 90 Prozent und beim Stadtbus zu 100 Prozent erreicht — Letzteres auch dank der Einführung des Mercedes-Benz Citaro hybrid. Dies zeigt, dass die Elektrifizierung unserer Flotte ein wichtiger Hebel ist, um Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen zu senken. Dementsprechend konzentrieren wir uns in der Entwicklungsarbeit bei Daimler Buses heute auf Elektroantriebe. Dafür ist seit vielen Jahren das Kompetenzzentrum für Elektromobilität am Standort Mannheim angesiedelt. Zudem verfolgen wir bei der Entwicklung der neuen Technologien einen ganzheitlichen Ansatz. Hierzu gehört auch ein umfassendes Beratungsangebot: Mit diesem sogenannten „eMobility Consulting“ machen wir den Umstieg auf elektrische Nahverkehrsbusse leicht und bieten den Betreibern zahlreiche Serviceleistungen an.

Neue Technologien machen emissionsfreien Linienverkehr praxistauglicher. Der vollelektrische Mercedes-Benz eCitaro bietet Städten und Verkehrsbetrieben die Möglichkeit, ihre Flotten auf lokal emissionsfreies Fahren umzustellen. Der batteriebetriebene eCitaro wird am Mannheimer Standort in Serie produziert. In vielen europäischen Städten ist er bereits im Linienbetrieb unterwegs. Die Zahl der ausgelieferten Modelle liegt inzwischen im dreistelligen Bereich. Je nach Einsatzzweck ist der Bus mit bis zu zwölf Batteriepaketen bestellbar. Daraus ergibt sich unter stadtbustypischen Einsatzbedingungen eine Reichweite von rund 170 Kilometern.

Reichweitenangaben vollelektrischer Stadtbusse sind oft schwer vergleichbar, da Bezugsgrößen fehlen und sie häufig unter Idealbedingungen ermittelt werden. Für den eCitaro können wir praxisnähere Angaben vorlegen, indem wir uns an dem bekannten Straßen-Testzyklus orientieren. Außerdem beziehen wir bei der Berechnung auch den Verbrauch der Nebenaggregate wie Klimaanlage und Heizung ein, um ein möglichst realistisches Bild für unsere Kunden zu erzeugen.

Die Daimler Truck AG entwickelt den eCitaro technologisch konsequent weiter, um ihn für den Linienverkehr praxistauglicher zu machen: So können Kunden den eCitaro seit 2020 auch als Gelenkbus (eCitaro G) mit bis zu 145 Fahrgastplätzen beziehen. Der elektrische Stadtbus ist zudem seit 2020 mit Feststoffbatterien (Lithium-Polymer-Batterien) erhältlich; seit 2021 ist der eCitaro außerdem mit der nächsten Lithium-Ionen-Batteriegeneration auf dem Markt. Dadurch wird die Reichweite erneut verbessert. Ab 2022 soll es den Batteriebus auch mit einem sogenannten Range Extender geben — einer wasserstoffbasierten Brennstoffzelle, die die Hocltbatterie mit Strom versorgt und die Reichweite des Busses erhöht. Dadurch können wir in Zukunft nahezu alle Einsatzgebiete und Linien im Stadtverkehr abdecken.

Mit eMobility Consulting bieten wir Beratung und Service aus einer Hand. Unser eMobility Consulting Team berät Verkehrsbetriebe bei der Umstellung auf elektrische Busflotten. Beratungsthemen sind unter anderem die Linienlänge, das Fahrgastaufkommen, der Energiebedarf, die Reichweitenberechnung und das Lademanagement. Unter der Marke OMNIplus hat Daimler Buses darüber hinaus ein Servicekonzept für Elektromobilität entwickelt, das den Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbietet und auch Dienstleistungen in der Kundenwerkstatt umfasst.

In unserer zentralen Stromtankstelle für den eCitaro erproben wir neue Ladetechnologien. Daimler Buses hat für den vollelektrisch angetriebenen eCitaro im Omnibuswerk Mannheim eine zentrale Stromtankstelle errichtet. Die Station dient dazu, den eCitaro im Produktionsdurchlauf sowie vor der Auslieferung zu laden. Außerdem können wir auf diese Weise neue Ladetechnologien wie Lademanagement, neue Kommunikationsprotokolle, neue Hardware für Steckerladung oder Dachstromabnehmer erproben.

Vielfältige Lösungen zum Laden und Wasserstofftanken erleichtern Umstieg auf alternative Antriebe

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Die Zukunft der Mobilität ist aus heutiger Sicht elektrisch — und Strom und Wasserstoff sind ihr Treibstoff. Daimler arbeitet kontinuierlich daran, das Tanken von Strom und Wasserstoff komfortabler, zugänglicher und schneller zu machen — zu Hause, am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum.

Mercedes me Charge & Green Charging — mehr Transparenz für die Kunden

Mit Mercedes me Charge erhalten Kunden aller batterieelektrischen Mercedes-EQ Modelle und aller Plug-in-Hybrid-Modellvarianten Zugang zu nahezu allen verfügbaren öffentlichen Ladestationen, die sich beispielsweise in der Stadt, an Einkaufszentren, Hotels oder Raststätten befinden. Die Mercedes me App zeigt vorab die genaue Position, die aktuelle Verfügbarkeit und den Preis an der ausgewählten Ladestation an. Diese Informationen sind auch über das Navigationssystem im Fahrzeug zugänglich und werden verwendet, um für vollelektrische Fahrzeuge eine Route inklusive Ladestopps zu berechnen. An der Ladesäule erfolgt die Authentifizierung über die Anzeige im MBUX Multimediasystem, die Mercedes me App oder die Mercedes me Charge Ladekarte. Alles Weitere wird über Mercedes me Charge ganz automatisch geregelt.

Strom aus erneuerbaren Energien ist im Lebenszyklus eines Elektroautos ein signifikanter Faktor, um CO2-Emissionen zu vermeiden. Denn rund 50 Prozent des CO2-Fußabdrucks eines batterieelektrischen Fahrzeugs entstehen in der Nutzungsphase — jedenfalls wenn man beim Laden den EU-weiten Strommix zugrunde legt, der nach wie vor einen großen Anteil fossil erzeugten Stroms enthält. Um den Kunden künftig über die im Mercedes me Charge Service eingebundenen Ladepunkte zu ermöglichen, beginnt Mercedes-Benz ab 2021 mit der Markteinführung von Green Charging.

Dem Fahrer ist oft nicht bekannt, ob eine öffentliche Ladesäule Grünstrom oder Strom aus nicht erneuerbaren Energien bezieht, da dies in der Verantwortung der verschiedenen Ladesäulen-Betreiber liegt. Um dieser Intransparenz entgegenzuwirken und die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien zu fördern, verwendet Mercedes-Benz als erster Automobilhersteller in diesem Umfang sogenannte Herkunftsnachweise zur Vergrünung des Ladevorgangs. Sie stellen sicher, dass für das Laden von Elektrofahrzeugen eine äquivalente Strommenge aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz eingespeist wird. Das heißt, dass geladene Energiemengen nach dem eigentlichen Ladevorgang durch Grünstrom ausgeglichen werden. Um darüber hinaus einen Umweltnutzen zu ermöglichen, erfüllen die Herkunftsnachweise weitere Zusatzmerkmale, die in Form eines Ökostromlabels festgeschrieben sind und auf einen verstärkten Zubau von erneuerbaren Energien Anlagen abzielen.

Mit Mercedes me Charge ermöglicht somit Mercedes-Benz seinen Kunden, europaweit an öffentlichen Ladestationen mit der Gewissheit zu laden, dass eine Verwendung von Energie aus erneuerbaren Ressourcen sichergestellt ist.

Schnellladenetz bringt Grünstrom auf Europas Autobahnen

Im Rahmen des Joint Ventures IONITY bauen wir gemeinsam mit weiteren Automobilherstellern ein leistungsstarkes Schnellladenetz für Elektrofahrzeuge in Europa auf. IONITY verfolgt das Ziel, den elektrifizierten Individualverkehr über ein standardisiertes Ladenetzwerk entlang der wichtigsten paneuropäischen Routen auch auf Langstrecken zu gewährleisten. Mit kurzen Ladezeiten ermöglicht es ein schnelles Vorankommen auch auf der Langstrecke. So kann sich die Elektromobilität schneller am Markt etablieren.

Anfang 2021 waren über 300 IONITY-Schnellladestationen in Betrieb, viele weitere sind im Bau. Jeder dieser sogenannten Ladeparks verfügt über mehrere Ladesäulen. Die Ladeparks bieten Zugang zu einer Vielzahl von Ladepunkten, die alle zu 100 Prozent mit Grünstrom betrieben werden. Das Netzwerk verwendet den europäischen Ladestandard Combined Charging System (CCS). Die Ladeleistung von bis zu 350 kW pro Ladepunkt ermöglicht entsprechend ausgelegten Fahrzeugen eine deutlich kürzere Ladezeit. Alle Ladepunkte von IONITY sind in Meredes me Charge integriert.

charge@home — Einfach zu Hause laden

Für das schnelle Laden mit Wechselstrom gibt es die Mercedes-Benz Wallbox Home mit 22 kW Ladeleistung mit fest verbundenem Ladekabel für den privaten oder geschäftlichen Gebrauch, zu Hause oder am Arbeitsplatz. Sie ermöglicht ein komfortables Laden von batterieelektrischen und Plug-in-Hybrid Fahrzeugen. Mit einer Ladeleistung von 22 kW lässt sich das Fahrzeug erheblich schneller und deutlich sicherer aufladen als an der Haushaltssteckdose.

Zusätzlich stehen dem Kunden in den Märkten intelligente Wallboxen nationaler Partner zur Verfügung. Zudem bieten wir unseren Kunden einen vollständigen Installationsservice für unsere Wallbox-Angebote an. Dieser beinhaltet einen Vor-Ort-Check zu den Installationsbedingungen, eine ausführliche Beratung und natürlich die Installation.

So fördern wir die Ladeinfrastruktur für unsere Beschäftigten

Um Elektromobilität für unsere Beschäftigten attraktiver zu machen, treiben wir den Ausbau der Ladeinfrastruktur an unseren eigenen Standorten kontinuierlich voran: Seit 2013 haben wir mehr als 3.500 Ladepunkte errichtet. Ende 2020 standen damit Beschäftigten an Daimler-Standorten in mehr als 50 Städten Deutschlands umfassende Ladelösungen zur Verfügung. Mit dem Projekt „charge@Daimler“ bündeln wir unsere Aktivitäten zum Aufbau einer intelligenten Ladeinfrastruktur für alle konzerneigenen Liegenschaften in Deutschland. Dazu gehört die Ausstattung von Parkplätzen, Parkhäusern und Kundencentern ebenso wie die Elektrifizierung der internen Entwicklungsprüfstände und Testgelände. Unternehmensintern haben wir zudem sichergestellt, dass unsere Ladesäulen zu 100 Prozent mit zertifiziertem Grünstrom versorgt werden. Um das sicherzustellen, nutzen wir Herkunftsnachweise, die eine klimaneutrale Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien belegen.

Wir treiben den Ausbau von Wasserstofftankstellen voran

Auch das Netz an Wasserstofftankstellen wächst. In dem Joint Venture H2 MOBILITY Deutschland engagieren wir uns seit 2015 zusammen mit Air Liquide, Linde, OMV, Shell und Total deutschlandweit für den Ausbau der Wasserstofftankstelleninfrastruktur. Ende 2020 waren in Deutschland 88 öffentlich zugängliche Wasserstofftankstellen mit 700 bar in Betrieb, sieben befinden sich noch im Bau, zwölf weitere sind in der Planungs- beziehungsweise Genehmigungsphase. Im Berichtsjahr hat H2 MOBILITY somit sechs neue Standorte ans Netz gebracht. Das langfristige Ziel der Partner ist es, ein Netz von bis zu 400 Wasserstofftankstellen aufzubauen. Ein besonderer Fokus wird hierbei auf dem Ausbau einer Infrastruktur für Anwendungen mit schweren Lkw liegen. Ähnliche Infrastrukturprojekte betreiben wir mit weiteren Partnern in Europa sowie in den USA, China und Japan.

Anfang Dezember 2020 haben wir mit der Linde AG eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung der nächsten Generation von Flüssigwasserstoff-Betankungstechnologie für Brennstoffzellen-Lkw unterzeichnet. Mit dieser Zusammenarbeit wollen wir das Tanken von Wasserstoff so einfach und praktikabel wie möglich machen.

Des Weiteren haben wir uns zum Ende des Berichtsjahrs mit der Volvo Group, IVECO, OMV und Shell zur Initiative H2 Accelerate (H2A) zusammengeschlossen. Das Ziel der Initiative sind der weitere Aufbau der Serienfertigung von wasserstoffangetriebenen Lkw und ein europaweites Betankungsnetz für CO2-freien Wasserstoff.

So bewerten wir die Wirksamkeit unseres Managementansatzes

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In unserem Managementansatz zum Klimaschutz verfolgen wir die Ziele unserer „Ambition 2039“ und wollen damit unserer Verpflichtung zum Pariser Klimaschutzabkommen nachkommen. Für die Erreichung der Ziele haben wir Maßnahmen definiert. Durch interne und externe Leistungsbeurteilungen bewerten wir deren Umsetzung: Intern prüfen die Fachbereiche mehrmals jährlich den Fortschritt. Extern lassen wir ausgewählte Zielsetzungen und Umsetzungsmaßnahmen durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft auditieren. Nach den Vorgaben der Science Based Targets Initiative (SBTI) hat die Mercedes-Benz AG zudem einen konkreten CO2-Reduktionspfad definiert. Seine Konformität mit dem Pariser Klimaschutzabkommen wurde durch die SBTI bestätigt.

Zudem setzen wir auf Dialoge rund um das Thema Klimaschutz und nutzen die gewonnenen Erkenntnisse daraus, um unseren Managementansatz zu überprüfen und gegebenenfalls neu zu justieren: So pflegen wir bei unserem jährlich stattfindenden „Daimler Sustainability Dialogue“ einen intensiven Austausch mit Umweltinstituten und Nichtregierungsorganisationen. Darüber hinaus finden das ganze Jahr über Gespräche mit unserem Vorstand zum Thema Klimaschutz statt. Auch Politik, Öffentlichkeit und unsere übrigen Stakeholder geben uns immer wieder Rückmeldungen, wie die von uns gesetzten Nachhaltigkeitsziele wahrgenommen und bewertet werden.

Seit Jahren ist das Erreichen der CO2-Flottenziele bereits ein Kriterium zur Festlegung der Vorstandsbezüge. Im Berichtsjahr haben wir dieses Anreizsystem weiter ausdifferenziert und von Abteilungsleiterebene an aufwärts auf das gesamte obere Management ausgedehnt. Wir erwarten davon eine konzernweit wachsende Motivation zur Erreichung der gesetzten Nachhaltigkeitsziele.

1 Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration.

2 Die tatsächliche Reichweite ist zudem abhängig von der individuellen Fahrweise, Straßen- und Verkehrsbedingungen, Außentemperatur, Nutzung von Klimaanlage/Heizung etc. und kann ggf. abweichen.

3 Minimale Ladezeit von 10 bis 80 Prozent unter optimalen Bedingungen an DC-Ladestation mit Versorgungsspannung 400 Volt, Strom 300 A; die Ladezeit kann abweichen abhängig von verschiedenen Faktoren, wie z.B. Umgebungs- und Batterietemperatur und bei Einsatz zusätzlicher Nebenverbraucher, wie z.B. Heizung.

4 Maximale Ladeleistung an DC-Ladestation mit Versorgungsspannung 400 Volt, Strom 300 A; die maximale Ladeleistung ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wie z.B. Umgebungs- und Batterietemperatur und dem Ladezustand der Batterie beim Ladestart.

Anbieter/Datenschutz

Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Bernd Pischetsrieder

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 19360
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315

Green Bonds

Green Bonds („Grüne Anleihen“) sind festverzinsliche Wertpapiere, die zur Kapitalbeschaffung für nachhaltige Projekte dienen. Dies können zum Beispiel Projekte im Bereich erneuerbare Energien oder nachhaltige Mobilitätslösungen sein.

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WLTP

WLTP (World Harmonised Light Vehicle Test Procedure – WLTP) ist ein internationales Messverfahren. Mit ihm wird geprüft, wieviel Kraftstoff ein Auto verbraucht und ob es die Abgasgrenzwerte einhält. WLTP hat das alte Messverfahren NEFZ zum 1. September 2017 abgelöst.

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CO2-Flottencompliance

Neben Grenzwerten, die einzelne Fahrzeugmodelle für ihre Typzulassung nicht überschreiten dürfen (zum Beispiel Schadstoffemissionen), macht die EU auch Vorgaben zur „CO2-Flottencompliance“. Dafür wird in Abhängigkeit vom Durchschnittsgewicht der Flotte eines Herstellers ein CO2-Emissionsgrenzwert definiert, den der Hersteller mit seiner Neuwagenflotte nicht überschreiten darf.

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Greenhouse Gas Protocol (GHG)

Das Greenhouse Gas Protocol (kurz: GHG Protocol) ist die aktuell am weitesten verbreitete Standardreihe zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen.

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E-Fuels

Bei E-Fuels handelt es sich um synthetische Kraftstoffe, die mithilfe von Strom aus Wasser und Kohlendioxid (CO2) hergestellt werden.

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Renewable Energy Directive

Die Renewable Energy Directive (Erneuerbare-Energien-Richtlinie) wurde 2009 mit dem Ziel der Förderung von Energie aus erneuerbaren Quellen in der EU erlassen. Mit der zuletzt 2018 überarbeiteten Richtlinie wurde das Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien am europäischen Strommix bis zum Jahr 2030 auf mindestens 32 Prozent zu erhöhen.

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well-to-wheel

Well-to-wheel heißt wörtlich übersetzt „von der Quelle bis zum Rad“. Bei der well-to-wheel Betrachtung wird neben dem Fahrbetrieb (wie bei der tank-to-wheel-Betrachtung) auch die Produktion des Energieträgers, beispielsweise die Stromproduktion oder die Herstellung von Benzin, berücksichtigt.

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Science Based Targets Initiative

Die „Science Based Targets Initiative“ (SBTI) ist eine gemeinsame Initiative des CDP, des UN Global Compact, des World Resources Institute und des World Wildlife Fund (WWF). Ihr Ziel ist es, Unternehmen dazu zu bewegen, Ziele für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen festzulegen, die mit der von der Wissenschaft geforderten Dekarbonisierung vereinbar sind, um die Erwärmung auf weniger als 1,5 Grad Celsius/2 Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Temperaturen zu begrenzen.

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tank-to-wheel

Tank-to-wheel heißt wörtlich übersetzt „vom Kraftstofftank bis zum Rad“ und berücksichtigt (anders als bei der umfassenderen well-to-wheel-Betrachtung) die Wirkungskette von der aufgenommenen Energie (Benzin, Strom) an bis zur Umwandlung in Bewegungsenergie beim Fahren.

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NEFZ

Der Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ) ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Prüfverfahren zur Messung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen von Fahrzeugen. Das Verfahren ist zum 1. September 2017 durch das Testverfahren WLTP ersetzt worden.

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Greenhouse Gas Protocol (GHG)

Das Greenhouse Gas Protocol (kurz: GHG Protocol) ist die aktuell am weitesten verbreitete Standardreihe zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen.

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Corporate Average Fuel Economy Standards (CAFE)

Corporate Average Fuel Economy (CAFE) bezeichnet eine gesetzlich geregelte Begrenzung des durchschnittlichen Kraftstoffverbrauchs einer Fahrzeugflotte in den USA. Autohersteller müssen die CAFE-Standards für ihre Pkw- und leichten Nutzfahrzeug-Flotten erreichen, um diese in den USA verkaufen zu können. Die Grenzwerte werden jährlich neu berechnet.

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Bordlader

Bordlader sind fest in einem elektronisch angetriebenen Fahrzeug verbaute Ladegeräte zum Aufladen der Batterie.

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Rekuperation/Rekuperationsgrade

Als Rekuperation bezeichnet man die Rückgewinnung von elektrischer Energie etwa beim Bremsvorgang, die ansonsten in Form von Reibungswärme verloren ginge. Der Rekuperationsgrad gibt das Verhältnis zwischen zurückgewonnener und eingesetzter Energie in Prozent an.

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Rekuperation/Rekuperationsgrade

Als Rekuperation bezeichnet man die Rückgewinnung von elektrischer Energie etwa beim Bremsvorgang, die ansonsten in Form von Reibungswärme verloren ginge. Der Rekuperationsgrad gibt das Verhältnis zwischen zurückgewonnener und eingesetzter Energie in Prozent an.

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VECTO

VECTO (Vehicle Energy Consumption Calculation Tool) ist ein neues Simulationswerkzeug, das von der Europäischen Kommission entwickelt wurde und zur Bestimmung der CO2-Emissionen und des Kraftstoffverbrauchs von schweren Nutzfahrzeugen (Lastwagen, Busse und Reisebusse) mit einem Fahrzeuggewicht von über 3,5 Tonnen verwendet wird.

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SORT-Zyklen

SORT-Zyklen ist die Bezeichnung eines standardisierten Tests für Stadtbusse, der vom Internationalen Verband für öffentliches Verkehrswesen (UITP) initiiert wurde. Ziel ist es, die Fahrzeuge bezüglich ihres Kraftstoffverbrauchs vergleichbar zu machen.

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Grünes Laden

Unter grünem Laden versteht man das Laden von Elektrofahrzeugen mit Öko-Strom.

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