Klimaschutz & Luftreinhaltung

Dekarbonisierung der Produktion

Auf dem Weg zur CO2-neutralen Produktion

GRI 103-1

In unserer nachhaltigen Geschäftsstrategie haben wir unseren ganzheitlichen Anspruch formuliert, die Mobilität der Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Treibhausgasemissionen zu reduzieren, ist hierbei ein wichtiges Ziel. Dies gilt nicht nur für unsere Mobilitätslösungen, sondern auch für die eigenen Werke. Mit dem Ziel, langfristig CO2-neutral zu produzieren, kommen wir unserer Selbstverpflichtung zum Pariser Klimaabkommen nach und erfüllen weitere nationale und internationale Klimaschutzvorgaben.

Wie wir die Produktion umwelt- und klimafreundlicher gestalten

GRI 103-2

Daimler verfügt weltweit über 72 Produktionsstandorte, die jeweils unterschiedlichen regionalen und nationalen Gesetzen unterliegen.

Der Umwelt- und Klimaschutz in der Produktion wird geschäftsbereichsübergreifend über drei regionale Gremien gesteuert und koordiniert (Deutschland/Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien). Sie bieten unseren Experten für diese Themenfelder die Möglichkeit, sich unternehmens- und werksübergreifend zu vernetzen, und dienen zur Erarbeitung weltweit akzeptierter Standards und Vorgehensweisen. Ihr Auftrag ist es, unsere Umwelt- und Klimaleistung durch Entwicklung von Standards, Austausch bewährter und innovativer Verfahren und Kommunikation von Zielen kontinuierlich zu verbessern.

Diese Klimaschutzziele gelten für unsere Werke

Auch für unsere Werke haben wir uns ambitionierte Klimaschutzziele gesteckt:

  • Ab 2022: CO2-neutrale Produktion in unseren eigenen Mercedes-Benz Cars & Vans Produktionswerken weltweit und in den Daimler Trucks & Buses Produktionswerken in Europa.
  • Bis 2025: CO2-neutrale Produktion an allen Produktionsstandorten von Daimler Trucks North America (DTNA), wobei das Portland Truck Manufacturing Plant bereits 2020 die CO2-neutrale Produktion erreicht hat.
  • Bis 2030: Bei Mercedes-Benz Cars & Vans streben wir an, die CO2-Emissionen in unseren Werken (Scope 1 und 2) bis 2030 gegenüber dem Referenzjahr 2018 zu halbieren. Dieses Ziel wurde uns von der bestätigt.
  • Bis 2039: CO2-neutrale Produktion in allen Werken und allen Geschäftsbereichen weltweit.

Wir wollen in Zukunft CO2-neutral produzieren

Mit Blick auf die eigenen Werke und den Bezug der dort verwendeten Energie verfolgt die Mercedes-Benz AG ein ambitioniertes Ziel: Ab 2022 sollen die eigenen Produktionsstätten der Mercedes-Benz AG CO2-neutral produzieren — das sind weltweit mehr als 30 Pkw- und Van-Werke. Auch alle europäischen Bus- und Truck-Standorte sollen bis spätestens Ende 2022 ihre Produktion CO2-neutral stellen.

13 | Direkte und indirekte CO2-Emissionen aus der Produktion

Direkte und indirekte CO2-Emissionen aus der Produktion (Grafik)

Wir beziehen grünen Strom

Als ersten Schritt zur CO2-neutralen Produktion wollen wir die Treibhausgasemissionen, die bei der Herstellung der Fahrzeuge und der Energieversorgung der Werke anfallen, reduzieren oder — wo möglich — ganz vermeiden. Eine wichtige Säule hierfür ist die nachhaltige Stromversorgung der Werke, etwa durch den Bezug von Grünstrom: Alle deutschen Standorte der Daimler AG, der Mercedes-Benz AG, der Daimler Trucks AG und der Daimler Mobility AG wollen ab 2022 Strom beziehen, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammt und somit CO2-frei ist. Ein standortübergreifender Stromvertrag sichert zu jeder Zeit die vollständige Deckung des Strombedarfs mit einem Mix aus Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen. Ein Großteil des bezogenen Grünstroms soll in Deutschland produziert werden, beispielsweise in Windkraftanlagen, deren Förderung gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nach 20-jährigem Betrieb ausgelaufen ist. Damit wird unter anderem langfristig sichergestellt, dass sechs norddeutsche Windparks weiterbetrieben werden können.

14 | Energieverbrauch in der Produktion

Energieverbrauch in der Produktion (Grafik)

Im Berichtszeitraum wurden viele unserer Produktionsanlagen mit Strom aus regenerativen Quellen versorgt: Dies gilt beispielsweise für die Produktion des Elektroautos EQC (Stromverbrauch kombiniert: 21,5-20,1 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1,2 im Mercedes-Benz Werk Bremen und für die Batterieproduktion am Standort der Deutschen Accumotive GmbH & Co. KG im sächsischen Kamenz. Auch das Van-Werk Vitoria (Spanien) — in dem die Elektro-Modelle eVito und seit 2020 der EQV (Stromverbrauch kombiniert: 26,4-26,3 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1,2 von Mercedes-Benz Vans produziert werden — bezog für den gesamten Standort ausschließlich Grünstrom.

Wir erzeugen Grünstrom an immer mehr Standorten

GRI 302-1

Eine weitere wichtige Säule der CO2-neutralen Produktion ist der Ausbau der regenerativen Eigenerzeugung an den verschiedenen Standorten.

Im Berichtsjahr wurde im Werk Sindelfingen die „Factory 56“, die modernste Automobilproduktion von Mercedes-Benz, in Betrieb genommen und von Anfang an ebenfalls CO2-neutral mit Energie versorgt. Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaik (PV)-Anlage, die selbst erzeugten grünen Strom für die Fertigungshalle liefert. Hinzu kommt eine Vielzahl von Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die den Energieverbrauch in der Factory 56 senken. Außerdem sind rund 40 Prozent der Dachfläche begrünt. Damit haben wir neben einem Ausgleich für versiegelte Bodenflächen auch eine Regenwasserrückhaltung erreicht.

Ein technologischer Meilenstein wird mit der erstmals in einem Mercedes-Benz Werk installierten Gleichstromversorgung aus dem Produktionsumfeld der Factory 56 erreicht. Die auf dem Dach installierte PV-Anlage erzeugt Gleichstrom mit mehr als 5.000 kWP Gesamtleistung. Der erzeugte Strom wird ohne Wechselrichter und Verluste direkt in das werkseigene Gleichstromnetz eingespeist. Daher braucht er nicht in Wechselstrom umgewandelt zu werden, was mit einem Energieverlust von 10 bis 15 Prozent einhergehen würde. Wetter- und tageszeitbedingte Schwankungen des Energieangebots werden durch einen von der Mercedes-Benz Energy GmbH entwickelten Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von 1,4 MWh ausgeglichen. Neben einem messbaren Beitrag zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen erhöht die neue Technologie die Versorgungssicherheit der Produktion und stabilisiert zusätzlich das lokale Stromnetz, beispielsweise durch die Glättung von .

Auch an den Produktionsstandorten der Daimler Truck AG wurden weltweit viele PV-Anlagen errichtet. Besonders hervorzuheben ist der Standort Chennai in Indien, der im Jahr 2020 circa 16 Prozent seines Strombedarfs über die werkseigene PV-Anlage abgedeckt hat. Auch in Japan (Kawasaki), den USA (Portland, Cleveland, High Point), der Türkei (Istanbul) und Deutschland (beispielsweise Neu-Ulm, Rastatt, Gaggenau und Kassel) wurden PV-Anlagen in Betrieb genommen. Weltweit werden aktuell Flächenpotenziale für weitere Anlagen erhoben, um den Ausbau der Eigenerzeugung von Grünstrom als eine der Säulen zur Dekarbonisierung weiter voranzutreiben.

In der Produktion von Mercedes-Benz Pkw lag im Berichtsjahr der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch bei 60 Prozent und am Gesamtenergieverbrauch bei 26 Prozent. Bei Vans betrug der Anteil am Gesamtstromverbrauch 62 Prozent und am Gesamtenergieverbrauch 20 Prozent. Im Bereich Trucks & Buses konnte ein Anteil am Gesamtstromverbrauch von 45 Prozent und am Gesamtenergieverbrauch von 18 Prozent erreicht werden.

Die Wärmeversorgung wird nachhaltiger

Auch bei der Wärmeversorgung der Werke setzt die Mercedes-Benz AG den Hebel an: Hierzu plant Mercedes-Benz unter anderem den Einsatz von Biogas, Biomasse, Geothermie und Solarthermie. Außerdem werden mit Grünstrom betriebene Wärmepumpen in Betrieb genommen. Am Standort Bremen werden CO2-Emissionen beispielsweise auch durch den Einsatz von Fernwärme deutlich reduziert. Das Mercedes-Benz Werk Jawor (Polen) hat im Berichtsjahr durch den Einsatz solcher Technologien Motoren CO2-neutral produziert. Das gilt auch für die Batterieherstellung von Plug-in-Hybrid-Batterien, die dort in diesem Jahr begonnen hat. Das Werk wird dazu Strom aus einem Windpark beziehen und seinen Wärmebedarf über ein Biomasse-Pellet-Heizwerk und einen Kessel mit Biomethan aus nachwachsenden Rohstoffen decken. Die Mercedes-Benz AG gehört damit zu den ersten großen Industrieunternehmen in Polen, die Verträge mit lokalen Grünstrom- und Wärmeversorgern abgeschlossen haben. Weitere Werke und Maßnahmen werden aktuell betrachtet.

Unvermeidbare Emissionen werden kompensiert

Ergänzend will die Mercedes-Benz AG ab 2022 alle CO2-Emissionen, die sich bisher nicht vermeiden lassen, durch qualifizierte Klimaschutzprojekte kompensieren. Die Daimler Truck AG verfolgt in einem ersten Schritt für Europa denselben Ansatz. Unvermeidbare Emissionen entstehen insbesondere durch die Eigenerzeugung von Wärme und Strom in unseren bestehenden gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen. Alle bisherigen und alle zukünftigen Kompensationsprojekte entsprechen den hohen Qualitätsansprüchen des der Vereinten Nationen (UN) und sind zusätzlich nach validiert. Die Projekte vermeiden nicht nur CO2-Emissionen. Sie fördern auf vielerlei Weise eine nachhaltige, soziale und ökologische Entwicklung in den Projektländern. Zum Portfolio gehören Projekte zur erneuerbaren Energieversorgung — etwa aus Geothermie in Indonesien oder zur CO2-reduzierten Trinkwasseraufbereitung in Uganda.

Daimler investiert über eine Milliarde Euro in Batterie-Produktionsverbund

Die lokale Fertigung von Batterien ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Elektro-Offensive der Mercedes-Benz AG — und ein entscheidender Baustein, um die weltweite Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen bedienen zu können. Mercedes-Benz baut deshalb einen globalen Batterie-Produktionsverbund auf und investiert hierfür mehr als eine Milliarde Euro.

Der Verbund wird künftig aus Standorten in Europa, Nordamerika und Asien bestehen. Der 100-prozentigen Mercedes-Benz Tochter Accumotive GmbH & Co. KG in Kamenz (Deutschland) kommt dabei eine besondere Rolle zu: Als Kompetenzzentrum für den globalen Batterie-Produktionsverbund produziert sie seit 2012 Antriebsbatterien für elektrische und elektrifizierte Fahrzeuge von Mercedes-Benz und smart sowie Transporter. Das inzwischen in Kamenz errichtete zweite Werk war von Anfang an CO2-neutral konzipiert. Dort werden unter anderem die Batteriesysteme für den EQA (Stromverbrauch kombiniert: 15,7 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1,2 produziert. Seit Produktionsstart der Accumotive wurden am Standort Kamenz mehr als eine Million Batterien auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie für Elektro-, Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge sowie für gefertigt.

Gemeinsam mit dem lokalen Partner Thonburi Automotive Assembly Plant (TAAP) hat Mercedes-Benz Pkw auch in Bangkok (Thailand) eine Batterieproduktion errichtet, die 2019 den Betrieb aufgenommen hat. Weiterhin haben Mercedes-Benz und der chinesische Hersteller BAIC eine lokale Batterieproduktion am Standort in Peking aufgebaut. 2020 nahm auch unsere Batteriefabrik im polnischen Jawor die Produktion auf. Im Mercedes-Benz Werk Untertürkheim (Deutschland) ist in den Werkteilen Brühl und Hedelfingen ebenfalls je eine Batteriefabrik im Aufbau. Im Werkteil Hedelfingen laufen aktuell die letzten Vorbereitungen für die Produktion der Batteriesysteme für den EQS, der im nahe gelegenen Sindelfingen im ersten Halbjahr 2021 vom Band laufen soll. Auch die Batteriesysteme des EQE sollen in Hedelfingen produziert werden. Eine weitere Fabrik entsteht in der Nähe des bestehenden Mercedes-Benz Werks in Tuscaloosa (USA). Auch für das Mercedes-Benz Werk Sindelfingen (Deutschland) ist eine neue Produktionsanlage für Batterien geplant.

Als wichtiger strategischer Partner gehört künftig auch der chinesische Batteriezellenhersteller Farasis Energy (Ganzhou) Co., Ltd. (Farasis) dem Batterie-Produktionsverbund der Mercedes-Benz AG an. Unsere strategische Partnerschaft haben wir im Juli 2020 durch eine Kapitalbeteiligung von Daimler an Farasis von rund drei Prozent gefestigt. Die Vereinbarung mit Farasis ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur CO2-Neutralität von Mercedes-Benz im Rahmen der „Ambition 2039“. Kernelemente der Vereinbarung sind die Entwicklung und Industrialisierung hoch entwickelter Zelltechnologien sowie ehrgeizige Ziele in der Kostenposition.

Den Europäischen Emissionshandel nehmen wir als Anreiz

Industrieanlagen, in denen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe CO2-Emissionen verursacht werden und deren genehmigte 20 MW übersteigt, müssen laut Gesetz am teilnehmen. Der Anlagenbetreiber ist verpflichtet, jährlich die CO2-Emissionen zu ermitteln, der zuständigen Behörde darüber Bericht zu erstatten und CO2-Emissionszertifikate in Höhe der gemeldeten CO2-Emissionen an die Behörde abzugeben. Pro CO2-Emissionszertifikat (European Union Allowance – EUA) ist es dem Unternehmen gestattet, eine Tonne CO2 auszustoßen.

Im Daimler-Konzern unterliegen insgesamt zwölf Anlagen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Ungarn dieser Verpflichtung. Diese Anlagen erzeugen einen Großteil der am jeweiligen Standort für die Produktion benötigten Strom und Wärmemengen. Sie sind hocheffizient und nutzen fast ausschließlich Erdgas. Darüber hinaus besitzt das Werk Mannheim eine Gießerei, die ebenfalls unter die Regulierungen des EU-Emissionshandels fällt.

Die zulässige Gesamtzahl der EUA-Zertifikate innerhalb des EU-Emissionshandels ist begrenzt. Von dieser Gesamtzahl wird ein kleiner Anteil kostenlos an Industrieanlagen zugeteilt. Diese kostenlose Zuteilung verringert sich jährlich, sodass sie sich zum Ende der vierten Handelsperiode (2021 bis 2030) für die Automobilbranche und viele weitere Sektoren auf null reduziert haben wird. Ein Großteil der benötigten CO2-Emissionszertifikate muss damit kostenpflichtig bei EUA-Auktionen, im Börsenhandel oder im direkten Handel erworben werden. Bei Daimler legt ein internes Gremium mit Experten aus verschiedenen Abteilungen die Beschaffungsstrategie und das Risikomanagement für benötigte EUA-Zertifikate fest.

Derzeit sind über die Hälfte der CO2-Emissionen, die an unseren Produktionsstandorten in Europa verursacht werden, im Rahmen des Emissionshandels erfasst. Durch Maßnahmen wie Energieeffizienzprojekte oder den Ausbau der Kapazitäten zur regenerativen Strom- und Wärmeerzeugung versuchen wir, die CO2-Emissionen weiter zu verringern.

Wir haben uns auch auf deutschen Brennstoffemissionshandel vorbereitet

Ergänzend zum Europäischen Emissionshandel gibt es seit Beginn des Jahres 2021 in Deutschland einen gesetzlich vorgeschriebenen Brennstoffemissionshandel. Das neue Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) führt eine CO2-Bepreisung durch einen nationalen Emissionshandel für Umfänge ein, die nicht bereits dem Europäischen Emissionshandel (EU-EHS) unterliegen. Dies betrifft insbesondere die Sektoren Wärme und Verkehr. Damit müssen auch für jene von uns genutzten fossilen Energieträger, die nicht dem EU-EHS unterliegen, Zertifikate erworben werden.

Um sich auf die Neuerung einzustellen, hat Daimler die Standorte und internen Verantwortlichen über die rechtlichen Anforderungen und die damit verbundenen neuen Aufgaben informiert. Um Doppelbelastungen aus europäischem und nationalem Emissionshandel zu vermeiden, gilt es beispielsweise zu belegen, dass eine Anlage bereits dem EU-EHS unterliegt. Gemeinsam mit Brennstofflieferanten haben wir hierfür die Abrechnungsmodalitäten angepasst und Zähler installiert, um gegebenenfalls die entsprechenden Nachweise zu erbringen. Außerdem haben wir für den Handel der Zertifikate bei Daimler entsprechende Prozesse implementiert.

Transportlogistik leistet Beitrag zum Klimaschutz

Unsere globale Transportlogistik bedient heute 75 Produktionswerke in rund 30 Ländern und etwa 8.500 Händler fast überall in der Welt. 2020 haben wir weltweit rund 2,7 Millionen Fahrzeuge transportiert. Zudem wurden in Europa allein im ersten Halbjahr 2020 annähernd 4,5 Millionen Tonnen Produktionsmaterial transportiert. Das globale Transportvolumen lag bei rund 350.000 Standardcontainern Seefracht und etwa 120.000 Tonnen Luftfracht. Aufgrund der Auswirkungen der weltweiten Corona-Maßnahmen waren Rückgänge in der Größenordnung von 15 Prozent gegenüber 2019 zu verzeichnen.

Um die hiermit verbundenen CO2-Emissionen zu reduzieren, arbeiten wir mit Hochdruck an der Optimierung des Logistiknetzes. Dabei geht es vor allem darum, die Knotenpunkte optimal miteinander zu verbinden, sodass zurückgelegte Strecken verkürzt werden können und die Auslastung verbessert werden kann. Außerdem spielen innovative Transportkonzepte und neue Transportmittel eine wichtige Rolle.

Bei der Auswahl von Logistikkonzepten berücksichtigen wir neben Kosten, Laufzeit und Transportqualität auch den CO2-Ausstoß. Ebenso ziehen wir bei der Auswahl von Logistikdienstleistern Nachhaltigkeitskriterien heran — von Umweltzertifikaten über den Einsatz von umweltschonendem Equipment bis zur Nutzung emissionsarmer Lkw nach der neuesten Euro-Norm.

Mercedes-Benz Pkw arbeitet permanent an der Optimierung des globalen Logistiknetzes. Das Unternehmen baut dabei insbesondere den Transport über das Schienennetzwerk stetig aus und setzt auf nachhaltige und digitale Innovationen. Bei der Umsetzung geht Mercedes-Benz Pkw nun den nächsten Schritt in Richtung CO2-neutraler Mobilität: Anfang 2020 wurde der Schienenverkehr in der Transportlogistik von Mercedes-Benz mit dem Logistikpartner DB Cargo auf eine CO2-freie Energieversorgung umgestellt. Damit wird das Produktionsmaterial für die Mercedes-Benz Pkw-Werke in Deutschland sowie Richtung des ungarischen Werks in Kecskemét ab sofort mit Ökostrom per Bahn befördert. Umgerechnet entsprechen die Transporte auf der Schiene täglich etwa 270 Lkw-Ladungen, die nicht den Weg über die Straße nehmen müssen.

Der Ökostrom, der für die Schienentransporte in Deutschland und Österreich genutzt wird, wird dabei ausschließlich aus einheimischen erneuerbaren Energiequellen bezogen. Er wird derzeit vor allem in Wasserkraftwerken erzeugt.

Neben dem Fokus zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen werden auch Aktivitäten zur Verkehrsreduzierung, Abfallvermeidung und Reduzierung des Energiebedarfs angestrebt. In diesem Zusammenhang wurde im vergangenen Jahr ein Pilotprojekt zur Reduzierung von Treibhausgasen im Nahverkehr der Produktionsstandorte beschlossen. Als erstes Werk wird seit Mai 2020 in Kecskemét eine Mercedes-Benz Actros-Flotte, bestehend aus sieben Fahrzeugen, für die täglich sieben Touren mit bis zu 100 Zustellungen ausschließlich mit einem alternativen Kraftstoff () betankt. Das Werk konnte dadurch seinen CO2-Fußabdruck bereits um mindestens 58 Tonnen reduzieren (dies entspricht circa der 15-fach zurückgelegten Entfernung Madrid-Moskau eines Megatrailers mit konventionellem Diesel). Ziel dieses Pilotprojektes ist es, die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Testbetrieb auch in die Strategie zur CO2-Reduzierung weiterer Werke einfließen zu lassen.

So bewerten wir die Wirksamkeit unseres Managementansatzes

GRI 103-3

Auf unserem Weg zur CO2-neutralen Produktion können wir bereits Erfolge vorweisen: Die langjährigen Ziele für eine CO2-Reduktion in der Produktion bis 2020 haben wir bereits 2019 erreicht. In 2020 konnte die Mercedes-Benz AG unter anderem durch verschiedene Effizienzmaßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen in der Produktion 18 Prozent CO2-Emissionen gegenüber dem Vorjahr einsparen. Systematisch erfasst werden diese in einer konzerneigenen und für die Steuerung konzernweiter Ziele implementierten Datenbank. Auch bei Trucks & Buses konnten die Treibhausgasemissionen um 20 Prozent reduziert werden.

Zukünftig haben sich die Mercedes-Benz AG und die Daimler Truck AG im Rahmen ihrer „Ambitionen 2039“ und als Ausdruck ihres Engagements für das Pariser Klimaabkommen neue Ziele gesteckt.

Die Fortschritte, die wir im Hinblick auf die Klimaziele für unsere Werke erzielen, werden mithilfe interner und externer Instrumente geprüft. Die Ergebnisse der Überprüfungen werden genutzt, um die Klimaschutzmaßnahmen anzupassen und weiterzuentwickeln. Für die interne Überprüfung haben die Mercedes-Benz AG und die Daimler Truck AG Kennzahlen definiert, die sie per Scorecard verfolgen. Mit der externen Überprüfung wurde eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betreut. Diese überprüft jährlich eine Auswahl unserer Unternehmensziele und deren Umsetzung.

CO2-Emissionen aus Energieverbrauch* (in 1.000 t)
GRI 305-1/-2

 

2016

2017

2018

2019

2020

CO2 direkt (Scope 1)

1.056

1.192

1.247

1.239

1.027

CO2 indirekt (Scope 2) – market-based

1.882

1.763

1.687

1.276

1.035

CO2 indirekt (Scope 2) – location-based

2.141

2.041

1.985

1.706

1.492

Summe – market-based

2.938

2.955

2.934

2.516

2.062

Summe – location-based

3.197

3.233

3.232

2.946

2.519

*

Die market-based und die location-based Methode sind gemäß GHG Protocol Scope 2 Guidance seit 2016 implementiert. Seither bildet der market-based Ansatz die Standardbilanzierungsmethode. Die historischen Daten 2006 bis 2015 wurden anhand einer der location-based ähnlichen Methode berechnet.

Spezifische CO2-Emissionen (in kg/Fahrzeug)*
GRI 305-1/-2

 

2016

2017

2018

2019

2020

Cars – CO2 direkt (Scope 1)

245

250

267

279

326

Cars – CO2 indirekt (Scope 2) – market-based**

611

565

562

431

426

Summe – Cars – Scope 1 & 2

856

815

829

711

752

Trucks*** – CO2 direkt (Scope 1)

746

663

629

676

742

Trucks*** – CO2 indirekt (Scope 2) – market-based**

1.286

1.084

933

834

954

Summe – Trucks – Scope 1 & 2

2.032

1.747

1.561

1.510

1.696

Vans – CO2 direkt (Scope 1)

372

340

355

346

333

Vans – CO2 indirekt (Scope 2) – market-based**

201

157

196

160

147

Summe – Vans – Scope 1 & 2

573

497

551

506

479

Buses – CO2 direkt (Scope 1)

1.408

1.177

977

1.083

1.471

Buses – CO2 indirekt (Scope 2) – market-based**

1.421

1.059

948

911

1.245

Summe – Buses – Scope 1 & 2

2.829

2.236

1.924

1.994

2.716

*

exkl. CO2 aus Kraftstoffen

**

Die market-based und die location-based Methode sind gemäß GHG Protocol Scope 2 Guidance seit 2016 implementiert. Seither bildet der market-based Ansatz die Standardbilanzierungsmethode.

***

Im Geschäftsfeld Trucks sind ab 2020 Reman-Umfänge nicht mehr berücksichtigt

1 Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration.

2 Die tatsächliche Reichweite ist zudem abhängig von der individuellen Fahrweise, Straßen- und Verkehrsbedingungen, Außentemperatur, Nutzung von Klimaanlage/Heizung etc. und kann ggf. abweichen.

Anbieter/Datenschutz

Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Bernd Pischetsrieder

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 19360
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315

Science Based Targets Initiative

Die „Science Based Targets Initiative“ (SBTI) ist eine gemeinsame Initiative des CDP, des UN Global Compact, des World Resources Institute und des World Wildlife Fund (WWF). Ihr Ziel ist es, Unternehmen dazu zu bewegen, Ziele für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen festzulegen, die mit der von der Wissenschaft geforderten Dekarbonisierung vereinbar sind, um die Erwärmung auf weniger als 1,5 Grad Celsius/2 Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Temperaturen zu begrenzen.

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Lastspitzen

Lastspitzen treten zum Beispiel in Stromnetzen auf, wenn kurzfristig eine deutlich erhöhte Energienachfrage besteht. Um sie zu decken und eine unterbrechungsfreie Versorgung sicherzustellen, muss kurzfristig mehr Strom ins Netz eingespeist werden. Dies kann zum Beispiel durch Batteriespeicher oder Pumpspeicherkraftwerke geschehen.

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Clean Development Mechanism (CDM)

Der Clean Development Mechanism (Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung) wurde im Rahmen des Kyoto-Protokolls eingeführt, um Industrieländern das Erreichen ihrer Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu erleichtern und gleichzeitig den Technologietransfer in Entwicklungsländern zu fördern: In seinem Rahmen können in Entwicklungsländern Maßnahmen zur Emissionsminderung umgesetzt und die damit erreichten Einsparungen zertifiziert werden. Die entsprechenden Zertifikate (Emissionsreduktionseinheiten, englisch Certified Emission Reductions oder abgekürzt CER) können auf die Reduktionsziele in Industrieländern angerechnet werden.

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Gold Standard

Der Gold Standard ist der höchste Qualitätsstandard bei CO2-Kompensationsprojekten. Projekte nach dem Gold Standard tragen neben der Vermeidung von CO2 auch zur nachhaltigen ökologischen und sozialen Entwicklung im Projektumfeld bei. Der Gold Standard wurde unter der Federführung des WWF und unter Mitwirkung des Bundesumweltministeriums entwickelt.

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48-Volt-Systeme/-Bordnetz

Als Bordnetz wird die Gesamtheit aller elektrischen Komponenten in Fahrzeugen bezeichnet. Ein 48-Volt-Netz ist deutlich leistungsfähiger, weil es mit der Betriebsspannung von 48 anstelle der üblichen zwölf Volt arbeitet. Es ist daher für Elektroantriebe mit hoher Stromaufnahme besser geeignet.

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Feuerungswärmeleistung

Die Feuerungswärmeleistung steht für die Wärmeenergie, die einer Feuerungsanlage im Dauerbetrieb durch Verfeuern eines Brennstoffs zugeführt werden kann. Nach Abzug der Energieverluste ergibt sich die Wärmeleistung der jeweiligen Heizungsanlage.

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Europäischer Emissionshandel (EU-EHS)

Der EU-Emissionshandel ist ein Klimaschutzinstrument mit dem Ziel, Treibhausgasemissionen zu senken. Eine staatlich festgelegte Obergrenze gibt dafür an, wie viele Tonnen CO2 insgesamt ausgestoßen werden dürfen. Für jede Tonne CO2 braucht ein Unternehmen eine Emissionsberechtigung. Die Emissionsberechtigungen können auf dem Markt frei gehandelt werden. Allerdings ist ihre Zahl limitiert. Hierdurch bildet sich ein Preis für den CO2-Ausstoß, der bei Unternehmen Anreize setzen soll, ihre Emissionen zu reduzieren.

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HVO-Diesel

HVO-Diesel (aus dem Englischen: hydrogenated vegetable oils) ist ein Biokraftstoff, der durch Hydrieren (Hinzufügen von Wasserstoffatomen) unter anderem aus Produktionsabfällen und Pflanzenölen hergestellt wird.

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