Integrität und Compliance

Compliance Management

Mit Compliance Management steuern wir verantwortungsvolles Handeln

GRI 103-1

Wertebasierte Compliance ist ein unverzichtbarer Teil unseres Geschäftsalltags und als solcher fest in unserer Unternehmenskultur verankert. Daimler bekennt sich klar zu verantwortungsvollem Handeln. Wir erwarten von unseren Beschäftigten, dass sie sich an Gesetze, Regeln und freiwillige Selbstverpflichtungen halten und unsere Unternehmenswerte leben. Dies haben wir in unserer Verhaltensrichtlinie verbindlich festgeschrieben.

Compliance-Werte und -Ziele: Wonach wir streben

Zentrale Ziele unserer Compliance-Aktivitäten sind: die Achtung und Wahrung der Menschenrechte, die Einhaltung von Vorschriften zur Korruptionsprävention, die Wahrung und Förderung des fairen Wettbewerbs, die Übereinstimmung unserer Produkte mit technisch-regulatorischen Anforderungen, die Beachtung der Datenschutzgesetze, die Einhaltung von Sanktionsvorgaben und die Geldwäsche-Prävention sowie Verhinderung von Terrorismusfinanzierung.

Mit unserem Compliance Management System (CMS) wollen wir die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien im Unternehmen fördern sowie Fehlverhalten vorbeugen. Entsprechende Maßnahmen werden von unseren Compliance- und Rechtsorganisationen festgelegt und sollen den Geschäftserfordernissen in angemessener Weise Rechnung tragen.

Schwerpunkte setzen: Auf diese Themen fokussiert sich unser Compliance Management

Wie wir unsere Schwerpunktziele angehen, an welchen Gesetzen und Richtlinien wir uns dabei orientieren und welche konkreten Maßnahmen wir umsetzen, stellen wir nachfolgend dar:

Wir bekämpfen Korruption

GRI 205-1/-2/-3

Daimler hat sich verpflichtet, Korruption zu bekämpfen — denn sie schadet dem fairen Wettbewerb, den Gesellschaften und unserem Konzern. Dabei gehen unsere Maßnahmen zur Korruptionsprävention über die Einhaltung von nationalen Gesetzen hinaus: Wir orientieren uns zusätzlich an der OECD-Konvention gegen Bestechung ausländischer Amtsträger (1997) sowie an der UN-Konvention gegen Korruption (2003).

Als Gründungsmitglied des wirken wir aktiv daran mit, dass nicht nur wir selbst, sondern auch unsere Geschäftspartner den Handlungsprinzipien des UN Global Compact folgen.

Unser Korruptionspräventions-Compliance-Programm basiert auf unserem konzernweiten CMS. Ein wichtiger Bestandteil ist das integrierte Risk Assessment. Bei der Bewertung möglicher Risiken berücksichtigen wir sowohl interne Informationen — etwa das Geschäftsmodell einer Einheit — als auch externe Informationen wie den Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International. Erhöhte Korruptionsrisiken sehen wir insbesondere bei Vertriebsaktivitäten in Hochrisikoländern sowie bei unseren Geschäftsbeziehungen zu autorisierten Händlern und Generalvertretern weltweit. Die Ergebnisse des Risk Assessments bilden unsere Basis, um zielgerichtete Maßnahmen zur Korruptionsprävention umzusetzen, die sich am jeweiligen Risiko des Geschäftsfelds oder des Landes orientieren. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Korruption in allen Geschäftsaktivitäten zu vermeiden, beispielsweise indem wir Geschäftspartner und Transaktionen kritisch prüfen und mit Behörden und Amtsträgern besonders sensibel umgehen. Damit wollen wir von vornherein einem möglichen Anschein von Bestechlichkeit und Bestechung vorbeugen.

Das Management der jeweiligen Konzerngesellschaften ist dafür verantwortlich, die Maßnahmen umzusetzen; bei ihnen liegt auch die Aufsichtspflicht. Dabei arbeitet das Management eng mit den Fachbereichen des Ressorts Integrität und Recht zusammen. Die Daimler AG überwacht im Rahmen ihrer Konzernleitungspflicht die Tätigkeiten des Managements der jeweiligen Konzerngesellschaft. In Gesellschaften mit einem erhöhten Korruptionsrisiko unterstützt ein unabhängiger Local Compliance Officer das verantwortliche Management dabei, unser Korruptionspräventions-Compliance-Programm umzusetzen.

Wir überprüfen regelmäßig die Wirksamkeit unserer Maßnahmen und entwickeln unsere Methoden und Prozesse kontinuierlich weiter. Zudem sensibilisieren wir weltweit unsere Beschäftigten durch vielfältige Kommunikations- und Trainingsmaßnahmen dafür, wie wichtig das Thema Korruptionsprävention ist. Um eine unabhängige, externe Bewertung unseres Korruptionspräventions-Compliance-Programms zu erhalten, haben wir die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, das Compliance Management System Korruptionsprävention nach dem Prüfungsstandard 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer zu prüfen. Die auf Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit ausgelegte Prüfung wurde Ende 2019 erfolgreich abgeschlossen.

Wir fördern fairen Wettbewerb

GRI 206-1

Unser konzernweites Antitrust-Compliance-Programm ist an nationalen und internationalen Standards zur Wahrung des fairen Wettbewerbs ausgerichtet. Es umfasst einen weltweit gültigen Daimler-Standard, der verbindlich definiert, wie kartellrechtliche Fragestellungen zu beurteilen sind. Er orientiert sich an den Maßstäben der zugrunde liegenden europäischen Regelungen und berücksichtigt die ständige Rechtspraxis der europäischen Kartellbehörden und Gerichte. Auf diese Weise wollen wir in allen Ländern ein einheitliches Compliance- und Beratungsniveau sicherstellen und erreichen, dass alle geltenden lokalen sowie internationalen Kartellgesetze eingehalten werden.

Mit einer Beratungs-Hotline, Leitfäden und Praxishilfen unterstützen wir unsere Beschäftigten weltweit dabei, kartellrechtlich kritische Situationen zu erkennen und sich regelkonform zu verhalten. Besonders wichtig ist dies beim Kontakt mit Wettbewerbern, bei der Zusammenarbeit mit Händlern und Generalvertretern sowie bei der Gremienarbeit in Verbänden. Neben der zentralen Daimler AG Rechtsabteilung mit spezialisierten Fachberatern stehen den weltweiten Geschäftsfeldern auch lokale Rechtsberater zur Verfügung. Auch sie achten darauf, dass unsere Standards eingehalten werden.

Die Ergebnisse unserer jährlichen Compliance-Risikoanalyse bilden die Basis für die Definition der Maßnahmen, mit denen wir etwaigen kartellrechtlichen Risiken begegnen. Zuständig für die Ausgestaltung und Umsetzung der Maßnahmen ist primär das Management der jeweiligen Konzerngesellschaft. Bei ihm liegt auch die Aufsichtspflicht. Dabei arbeitet das Management eng mit dem Ressort Integrität und Recht zusammen, das entsprechende Umsetzungshinweise gibt. Die Daimler AG überwacht im Rahmen ihrer Konzernleitungspflicht die Tätigkeiten des Managements der jeweiligen Konzerngesellschaft. Insbesondere Einheiten mit einem potenziell höheren Risiko müssen zudem regelmäßig systematisch bewerten, ob die lokal umgesetzten Antitrust-Compliance-Maßnahmen angemessen und wirksam sind. Ergänzend dazu führen die Bereiche Legal und Corporate Audit Monitoring-Maßnahmen in unseren Geschäftsfeldern durch. Außerdem prüfen sie verdachtsunabhängig, ob Kartellgesetze sowie interne Vorgaben eingehalten werden. Dies hilft uns, die Wirksamkeit unseres Antitrust-Compliance-Programms laufend zu verbessern und es an weltweite Entwicklungen und neue rechtliche Anforderungen anzupassen. Die entsprechenden Methoden und Prozesse hierfür entwickeln wir kontinuierlich weiter.

Mit vielfältigen Kommunikations- und Trainingsmaßnahmen sensibilisieren wir unsere Beschäftigten für die Bedeutung wettbewerbs- und kartellrechtlicher Themen. Im Berichtsjahr fanden entsprechende Schulungen, die ab der Hierarchieebene Manager verpflichtend sind, aufgrund der COVID-19-Pandemie in angepasster digitaler Form statt. Der Fokus lag 2020 auf den Themen „Kontakt mit Wettbewerbern“ und „Kooperationen“. Die lokalen Rechtsabteilungen ausländischer Konzerngesellschaften haben zusätzliche, spezifische Trainings selbstständig organisiert und durchgeführt.

Um eine unabhängige, externe Bewertung unseres Antitrust-Compliance-Programms zu erhalten, haben wir die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, das Compliance Management System Antitrust nach dem Prüfungsstandard 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer zu prüfen. Die auf Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit ausgelegte Prüfung wurde für Antitrust Ende 2016 erfolgreich abgeschlossen.

Wir wollen die Einhaltung technisch-regulatorischer Vorgaben sicherstellen

Unter technical Compliance verstehen wir die Einhaltung technisch-regulatorischer Anforderungen, Standards und Gesetze. Dabei berücksichtigen wir die grundsätzlichen Zielsetzungen der Gesetze und Regularien und halten interne Entwicklungsvorgaben und -prozesse ein. Unser Ziel ist es, Risiken im Produktentstehungsprozess (Produktentwicklung und Zertifizierung) frühzeitig zu erkennen und ihnen präventiv zu begegnen. Um das zu erreichen, haben wir in unseren automobilen Geschäftsfeldern ein technical Compliance Management System (tCMS) etabliert. Damit wollen wir sicherstellen, dass wir alle rechtlichen und regulatorischen Vorgaben während des gesamten Produktentwicklungs- und Zertifizierungsprozesses einhalten. Das tCMS legt Werte, Prinzipien, Strukturen und Prozesse fest, die unseren Beschäftigten insbesondere bei anspruchsvollen Auslegungsfragen zu technischen Regelungen Sicherheit und Orientierung geben sollen.

In den Entwicklungsbereichen der fahrzeugbezogenen Geschäftsfelder haben wir dazu spezielle Organisationseinheiten mit Experten für technical Compliance etabliert. Diese Experteneinheiten steuern unter anderem ein Netzwerk von technical Compliance-Ansprechpartnern innerhalb der Entwicklungs- und Zertifizierungsbereiche. Das Netzwerk fungiert als Bindeglied zwischen den operativen Bereichen und der Compliance-Organisation. Diese unterstützt die Entwicklungsbereiche bei Fragen rund um die technical Compliance. Komplexe Fragen der technical Compliance werden im Rahmen eines interdisziplinär ausgerichteten Prozesses anhand technischer, rechtlicher und zertifizierungsrelevanter Kriterien bewertet und entschieden (tCMS-Gremien).

Konzernweit gesteuert wird das tCMS von einer unabhängigen Governance-Funktion, deren Leiter direkt an das Vorstandsmitglied für Integrität und Recht berichtet. Die Governance-Funktion setzt sich aus Beschäftigten mit verschiedenen Expertisen zusammen, zum Beispiel aus den Disziplinen Entwicklung, Recht, Integrität und Compliance. Die Governance-Funktion ist nach Geschäftsfeldern aufgestellt, gestaltet das tCMS und berät die Geschäftsfelder auch rechtlich.

Im Jahr 2019 hat der Vorstand der Daimler AG die tCMS-Richtlinie verabschiedet. Sie ist seither für alle Konzerngesellschaften mit relevanten Entwicklungs- und Zertifizierungstätigkeiten gültig. Die Richtlinie fasst die Kernelemente des tCMS zusammen und legt die Verantwortlichkeiten und Rollen der beteiligten Funktionen fest. Für die zentralen Elemente des tCMS haben wir Prozessbeschreibungen erstellt; Rechte und Pflichten der tCMS-Gremien sind in Geschäftsordnungen geregelt.

Bei Hinweisen auf Fehlverhalten im Zusammenhang mit technical Compliance steht zudem das Hinweisgebersystem BPO als Ansprechpartner zur Verfügung. Dazu zählen beispielsweise Verstöße gegen technische Vorgaben oder Verletzungen von Umweltvorschriften.

Um unsere Beschäftigten in den Entwicklungs- und Zertifizierungsbereichen aller Geschäftsfelder für Integrität, Compliance und Recht im Produktentstehungsprozess zu sensibilisieren, haben wir verschiedene Trainings- und Kommunikationsmaßnahmen durchgeführt. Dazu gehören beispielsweise spezielle Trainings- und Führungskräfteworkshops sowie „Tone from the Top“-Mailings. In den Mailings konkretisiert die Leitung der Entwicklungs- und Zertifizierungsbereiche gegenüber allen Beschäftigten des jeweiligen Verantwortungsbereichs ihre Erwartungshaltung an integres Verhalten. Ebenso informiert sie über aktuelle Compliance-Themen und über unterstützende Anlaufstellen, an die sich die Beschäftigten wenden können.

Um die technical Compliance auch in unserer Lieferkette sicherzustellen, sensibilisieren wir unsere Geschäftspartner, insbesondere Lieferanten, für die Bedeutung von technical Compliance und kommunizieren unsere konkreten Anforderungen — beispielsweise durch Informationsleitfäden. Mit ausgewählten Geschäftspartnern, deren Lieferumfänge eine besondere technical Compliance-Relevanz haben, treten wir darüber hinaus in den Dialog: Darin vermitteln wir, wie wir bei Daimler technical Compliance umsetzen und machen deutlich, welche Erwartungen wir an unsere Geschäftspartner haben.

Ein Bestandteil des tCMS ist die Initiative Technical Integrity. Sie unterstützt dabei, die Integritätskultur in den Produktentwicklungs- bereichen weiterzuentwickeln und sie dort langfristig zu verankern.

Ergänzend zur Verhaltensrichtlinie hat das Technical Integrity Management gemeinsam mit den entsprechenden Entwicklungsbereichen die Verhaltensprinzipien „Themen ansprechen“ (Speak Up) und „Bewusste Ermessensentscheidungen“ (Judgement Calls) erarbeitet. Sie dienen allen Beschäftigten als Basis für ein gemeinsames Verständnis von verantwortungsbewusstem Verhalten im Produktentstehungsprozess, insbesondere bei unklaren rechtlichen Rahmenbedingungen, und geben ihnen Orientierung im Arbeitsalltag. Die Verhaltensprinzipien wurden 2020 durch zielgruppenspezifische Kommunikationsmaßnahmen sowie Online-Trainings vermittelt.

Die Entwicklungsbereiche haben sich 2020 intensiv mit den Ergebnissen der Online-Mitarbeiterbefragung „Blitzlicht Integrität 2019“ auseinandergesetzt. Unterstützt wurden sie hierbei vom Technical Integrity Management. Die Ergebnisse wurden in den Leitungsgremien vorgestellt, an die Beschäftigten kommuniziert und mit ihnen diskutiert. Auf dieser Basis wurden Handlungsfelder identifiziert und entsprechende Maßnahmen festgelegt, die die Entwicklungsbereiche bis Ende 2020 eigenverantwortlich umgesetzt haben.

Die Wirksamkeit unseres tCMS überprüfen wir im Rahmen eines jährlichen Monitoring-Prozesses. Hierbei identifizierte Verbesserungsmaßnahmen werden aufgegriffen und adressiert.

Um eine unabhängige, externe Bewertung unseres tCMS zu erhalten, haben wir die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, das tCMS nach dem Prüfungsstandard 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer mit Schwerpunkt auf Emissionsrelevanz zu prüfen. Die auf Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit ausgelegte Prüfung mit Schwerpunkt auf Emissionsrelevanz wurde Ende 2020 erfolgreich abgeschlossen.

Wir gehen verantwortungsvoll mit Daten um

Vernetzung und Digitalisierung spielen für die zukünftige Mobilität eine entscheidende Rolle. Die dabei entstehenden Daten zu schützen und damit verantwortungsvoll umzugehen, hat für uns hohe Priorität.

Im Bereich des Datenschutzes sind die Vorgaben von regulatorischer Seite in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Nicht nur in der Europäischen Union gelten mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) strenge Vorgaben. Mittlerweile haben weltweit zahlreiche Länder, die für die Geschäftsaktivitäten von Daimler relevant sind, ihre lokalen Datenschutzgesetze verschärft. Den gestiegenen regulatorischen Anforderungen begegnen wir mit unserem konzernweiten Data Compliance Management System (Data CMS), das gemeinsam mit unserem Daten-Leitbild und unserer Datenkultur in ein übergreifendes Data Governance System eingebettet ist.

Das Data CMS bündelt alle konzernweiten Maßnahmen, Prozesse und Systeme zur Einhaltung des Datenschutzes. Es basiert auf dem bereits bestehenden Daimler CMS. Mithilfe des Data CMS können wir die Maßnahmen zur Einhaltung von Datenschutzvorgaben systematisch planen, umsetzen und kontrollieren.

Detaillierte Informationen zum Thema Daten-Compliance finden sich im Kapitel Datenverantwortung.

Wir bekämpfen Geldwäsche und beugen Verstößen gegen Wirtschaftssanktionen vor

Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verursachen immense Schäden — in Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen. Bereits der Vorwurf der Geldwäsche kann unsere Reputation beeinträchtigen und sowohl für uns als auch für unsere Share- und Stakeholder finanzielle Folgen haben. Deshalb haben wir die Prävention und Bekämpfung von Geldwäsche in unserer Verhaltensrichtlinie als ein zentrales Compliance-Ziel definiert.

Wir produzieren und verkaufen weltweit Kraftfahrzeuge und bieten unseren Kunden entsprechenden Service sowie passende Finanz- und Mobilitätslösungen an. Entsprechend richten sich die Daimler AG und ihre Konzerngesellschaften nach den geltenden Vorschriften des Geldwäschegesetzes (GwG) für Güterhändler und den Vorschriften für Finanzierungs- und Leasingunternehmen. So haben wir konzernweit Maßnahmen ergriffen, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern und zu bekämpfen.

Dazu hat die Daimler AG ein Zwei-Säulen-Modell entworfen, das den unterschiedlichen Anforderungen an Güterhändler sowie an Finanzierungs- und Leasingunternehmen Rechnung trägt: Die erste Säule der Geldwäscheprävention umfasst die Konzerngesellschaften der Mercedes-Benz AG und der Daimler Truck AG als Güterhändler, die zweite Säule die Finanzunternehmen unter der Daimler Mobility AG. Dabei berichtet der Gruppen-Geldwäschebeauftragte des Güterhandels an das Vorstandsmitglied für Integrität und Recht, während der Gruppen-Geldwäschebeauftragte der geldwäscherechtlichen Gruppe Daimler Mobility an den Vorstand Finanzen & Controlling berichtet. Der strategische Austausch zwischen den beiden Säulen wird durch das Anti Financial Crime Committee, das dreimal pro Jahr tagt, gewährleistet. In diesem Committee tauschen sich die Gruppen-Geldwäschebeauftragten und ihre Stellvertreter aus beiden Säulen sowie zentrale Stakeholder aus Compliance und Strafrecht aus.

Für die erste Säule des Kerngeschäfts Fahrzeugverkauf und Service im Güterhandel hat die Daimler AG den Chief Compliance Officer als verantwortlichen Gruppen-Geldwäschebeauftragten und dessen Stellvertreter behördlich bestellt. Er berichtet unmittelbar an das für die Geldwäscheprävention zuständige Vorstandsmitglied, verantwortet die Geldwäscheprävention für alle Konzerngesellschaften im Güterhandel und ist Ansprechpartner für die Regulierungsbehörden, die Strafverfolgungsbehörden, Behörden zur Aufklärung, Vermeidung und Beseitigung von Gefahren sowie für die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen.

Um Geldwäsche effektiv zu verhindern und zu bekämpfen, haben die Daimler AG und ihre Konzerngesellschaften im Güterhandel die zentrale Konzerneinheit „Anti Financial Crime“ (AFC) eingerichtet. Dieser Fachbereich unterstützt den Gruppen-Geldwäschebeauftragten und verfolgt dabei einen integrierten Compliance-Ansatz: Bevor wir Maßnahmen zur Geldwäscheprävention ergreifen, prüfen wir aktuelle Sanktionslisten. Dadurch wollen wir einerseits verhindern, dass supranationale und nationale Sanktionen umgangen werden; andererseits bekämpfen wir Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, organisierte Kriminalität und sonstige Wirtschaftskriminalität.

Der Fachbereich AFC unterstützt den Konzern-Geldwäschebeauftragten bei allen seinen Aufgaben: So nimmt er für die Daimler AG und alle ihre Konzerngesellschaften im Bereich des Güterhandels geschäftsfeldübergreifend die Ordnungsfunktion wahr sowie die Verantwortung für die konzernweit gültigen Standards und Prozesse nach dem Geldwäschegesetz. Darüber hinaus verantwortet er das konzernweite Sanctions Compliance Programm. Als zentrale Konzerneinheit bündelt der Fachbereich deshalb die beiden Center of Competence zur Prävention und Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie das Center of Competence zur Sanctions Compliance. Diese werden von einem lokal verantwortlichen Beschäftigten in den jeweiligen Konzerngesellschaften gesteuert.

Das Sanctions Compliance Programm ist für alle Konzerngesellschaften gültig. Dazu gehört unter anderem die systematische Prüfung von Sanktionslisten. Geschäfte mit darin genannten Personen, Gesellschaften und Organisationen sind verboten und strafbar. Wie gesetzlich vorgeschrieben, gleichen wir die Listen mit den Daten von Kunden, Beschäftigten, strategischen Kooperationspartnern und Geschäftspartnern beispielsweise aus dem Vertrieb und Einkauf ab. Dabei berücksichtigen wir sowohl supranationale Sanktionslisten wie die der Vereinten Nationen oder der Europäischen Union als auch anwendbare nationale Sanktionslisten — insbesondere die der USA. Wir prüfen die Listen in enger Abstimmung mit der Abteilung für Exportkontrolle und berücksichtigen den Datenschutz.

Die zweite Säule der Geldwäscheprävention im Daimler-Konzern wird durch die für die Prävention von Geldwäsche verantwortliche Einheit bei der Daimler Mobility Gruppe gebildet. Diese bündelt die dem Geschäftsfeld Mobility zugehörigen Konzerngesellschaften. Hier werden die im deutschen Geldwäschegesetz definierten Standards — insbesondere für Banken, Finanzunternehmen und -dienstleister — in der Daimler Mobility Gruppe umgesetzt. Dazu hat die Daimler AG unter Führung des Finanzvorstandes der Daimler Mobility AG eine Gruppen-Geldwäschebeauftragte sowie deren Stellvertreter ernannt und bei den Aufsichtsbehörden bestellt. Diese fungieren beide als Ansprechpartner für entsprechende Behörden und für lokale Einheiten zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Eine weitere wichtige Funktion in der Geldwäscheprävention der Daimler Mobility AG übt das anti-money laundering@DMO Group Office aus: Basierend auf der Richtlinie zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung der Daimler Mobility AG, setzt es die Regelungen des Geldwäschegesetzes in den Gruppenunternehmen um, gestaltet einheitliche Maßnahmen zur Geldwäscheprävention und führt entsprechende Kontrollen durch. Die Aktivitäten werden in engem Austausch mit der Compliance-Organisation des Daimler-Konzerns sowie dem Fachbereich AFC des Güterhandels durchgeführt.

Das Daimler Compliance Management System: So verfolgen wir unser Ziel eines regelkonformen Handelns

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Unser CMS umfasst grundlegende Prinzipien und Maßnahmen, um regelkonformes Verhalten im Unternehmen zu fördern. Es orientiert sich an nationalen und internationalen Standards und wird bei Daimler weltweit angewendet. Das CMS besteht aus sieben Elementen, die aufeinander aufbauen.

27 | Das Daimler Compliance Management System

Das Daimler Compliance Management System (Grafik)

Compliance-Organisation: Wie wir Compliance im Konzern verankern

Unsere Compliance-Organisation ist divisional, regional und entlang der Wertschöpfungskette aufgestellt. So kann sie effektiv unterstützen — beispielsweise durch Vorgaben und Beratung. Hierfür stehen funktionale, divisionale oder regionale Ansprechpartner zur Verfügung. Zusätzlich achtet ein weltweites Netzwerk lokaler Ansprechpartner darauf, dass unsere Compliance-Standards eingehalten werden. Sie unterstützen das Management der Konzerngesellschaften dabei, unser Compliance-Programm vor Ort umzusetzen.

Zudem steuert das Daimler Compliance Board übergreifende Compliance-Themen und kontrolliert, ob unsere Compliance-Maßnahmen wirksam sind. Aufgabe des Boards ist es, frühzeitig auf Veränderungen in den Geschäftsmodellen und dem Geschäftsumfeld zu reagieren, regulatorische Entwicklungen aufzugreifen und das CMS kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das Compliance Board setzt sich aus Vertretern der Compliance- und Rechtsbereiche zusammen, tagt grundsätzlich viermal im Jahr und wird durch den Chief Compliance Officer geleitet.

So binden wir die Unternehmensführung ein

Der Chief Compliance Officer, der Vice President & Group General Counsel und der Vice President Legal Product & Technical Compliance berichten direkt an das Vorstandsmitglied für Integrität und Recht sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Zudem berichten sie regelmäßig an den Vorstand der Daimler AG — unter anderem über den Status des CMS, dessen Weiterentwicklung sowie das Hinweisgebersystem BPO.

Darüber hinaus erstattet der Vice President & Group General Counsel regelmäßig an das Antitrust Steering Committee sowie das Group Risk Management Committee Bericht. Der Chief Compliance Officer und der Vice President Legal Product & Technical Compliance berichten ebenfalls an das Group Risk Management Committee. Durch die Ausgestaltung der Berichtslinien ist die Unabhängigkeit von den Geschäftsfeldern gewährleistet.

Compliance-Risiken: So identifizieren wir Risiken systematisch

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Jährlich untersuchen und evaluieren wir unsere Konzerngesellschaften und Zentralbereiche systematisch, um Compliance-Risiken zu minimieren. Dabei greifen wir beispielsweise auf zentral verfügbare Informationen zu den Konzerngesellschaften zurück — unter anderem auf Umsatzerlöse, Geschäftsmodelle sowie Beziehungen zu Geschäftspartnern. Wenn nötig, werden weitere lokal erhobene Informationen ergänzt. Die Analyseergebnisse sind Grundlage unserer Compliance-Risikosteuerung.

Wie wir mit rechtlichen Verfahren umgehen

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Wir stufen rechtliche Verfahren gegen Gesellschaften des Daimler-Konzerns als bedeutsam ein, wenn sie ein besonderes finanzielles Risiko und/oder ein besonderes Risiko für unsere Reputation darstellen. Bedeutsame rechtliche Verfahren gegen Gesellschaften des Daimler-Konzerns sind dem Geschäftsbericht 2020 beziehungsweise dem jeweils aktuellen Quartalsbericht zu entnehmen. An dieser Stelle machen wir auch Angaben zu behördlichen Anfragen, Ermittlungen, Untersuchungen, Anordnungen und Verfahren sowie Rechtsstreitigkeiten bezogen auf umweltrechtliche, kapitalmarktrechtliche, strafrechtliche, kartellrechtliche sowie weitere Gesetze und Vorschriften.

Compliance-Programm: Welche Maßnahmen wir konkret umsetzen

Unser Compliance-Programm umfasst Prinzipien und Maßnahmen, um Compliance-Risiken zu minimieren und Verstößen gegen Gesetze und Regeln entgegenzuwirken. Die einzelnen Maßnahmen bauen auf den Erkenntnissen unserer systematischen Compliance-Risikoanalyse auf. Hierbei setzen wir unter anderem nachfolgende Schwerpunkte: kontinuierlichen Sensibilisierung für Compliance, die konsequente Nachverfolgung von Hinweisen auf Fehlverhalten sowie die Formulierung von klaren Anforderungen an das Verhalten unserer Geschäftspartner — diese Punkte beschreiben wir nachfolgend näher.

Gemeinsam für ein faires Miteinander: Das Hinweisgebersystem BPO

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Das Hinweisgebersystem BPO (Business Practices Office) ermöglicht es weltweit allen Beschäftigten, Geschäftspartnern und Dritten, Regelverstöße zu melden. Es nimmt rund um die Uhr Hinweise entgegen, die per E-Mail, postalisch oder über ein Meldeformular übermittelt werden können. In Brasilien, Japan, Südafrika und den USA stehen zudem externe gebührenfreie Hotlines zur Verfügung. Sofern lokal rechtlich zulässig, kann die Meldung auch anonym erfolgen. In Deutschland steht Hinweisgebern als zusätzliche Anlaufstelle ein externer neutraler Mittler zur Verfügung.

Über Hinweise an das Hinweisgebersystem BPO werden wir auf mögliche Risiken für das Unternehmen und die Beschäftigten aufmerksam und können damit Schaden abwenden. Eine weltweit gültige Konzernrichtlinie regelt das BPO-Verfahren und die entsprechenden Zuständigkeiten. Sie hat das Ziel, eine faire und transparente Vorgehensweise zu gewährleisten, die sowohl den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit für den Betroffenen als auch den Schutz des Hinweisgebers berücksichtigt. Ebenso legt die Richtlinie den Maßstab fest, mit dem wir Regelverstöße beurteilen und über Konsequenzen entscheiden.

Wird ein Hinweis nach risikobasierter Erstbeurteilung als Regelverstoß mit geringem Risiko eingestuft, übergibt das BPO den Fall an den zuständigen Bereich — zum Beispiel den Personalbereich, die Konzernsicherheit oder den Konzerndatenschutz. Der entsprechende Bereich geht dem Hinweis nach und klärt den Fall eigenverantwortlich auf. Zu Regelverstößen mit geringem Risiko zählen beispielsweise Diebstähle, Untreue oder persönliche Bereicherungen mit einem Wert unter 100.000 Euro — sofern sie nicht im Bereich Korruption anzusiedeln sind.

Stuft das BPO einen Hinweis nach risikobasierter Erstbeurteilung als Regelverstoß mit hohem Risiko ein, verweist das BPO den Fall an eine Untersuchungseinheit. Das BPO begleitet die weitere Bearbeitung bis zum Abschluss des Verfahrens. Zu den Regelverstößen mit hohen Risiken zählen beispielsweise Korruptions-, Kartellrechts- und Geldwäschedelikte sowie Verstöße gegen technische Vorgaben oder Verletzungen von Umweltvorschriften.

Um das Vertrauen in unser Hinweisgebersystem BPO stetig zu erhöhen und es bei unseren Beschäftigten noch bekannter zu machen, setzen wir auf unterschiedliche Kommunikationsmaßnahmen. So stellen wir Informationsmaterialien wie länderspezifische Infocards, Pocket Guides oder Erklärfilme bereit. Darüber hinaus informieren wir die Beschäftigten regelmäßig über die Art und Anzahl gemeldeter Verstöße und stellen quartalsmäßig Fallbeispiele zur Verfügung.

53 Fälle wurden 2020 neu angelegt. Insgesamt wurden 42 Fälle als „zutreffend“ geschlossen, an denen 66 Personen beteiligt waren. Bei diesen Fällen hat sich ein konkreter Anfangsverdacht bestätigt. Davon gehörten unter anderem sechs Fälle in die Kategorie „Korruption“, zwei Fälle in die Kategorie „technical Compliance“ und acht Fälle in die Kategorie „Reputationsschaden“. In elf Fällen haben sich Vorwürfe bestätigt, die sich auf unangemessenes Verhalten von Beschäftigten gegenüber Dritten bezogen. Sieben Fälle entfielen auf die Kategorie „Schaden über 100.000 Euro“. Die weiteren Fälle entfielen auf sonstige Kategorien. Bei den als zutreffend geschlossenen Fällen entscheidet das Unternehmen unter den Gesichtspunkten der Verhältnismäßigkeit und Fairness über entsprechende Maßnahmen. Zu den Personalmaßnahmen im Berichtsjahr 2020 gehörten unter anderem Ermahnungen, Abmahnungen, Aufhebungsverträge sowie (außerordentliche) Kündigungen.

Wir wählen Vertriebspartner und Lieferanten mit Bedacht aus

Wir erwarten nicht nur von unseren Beschäftigten, dass sie sich an Regeln und Gesetze halten. Ebenso haben wir klare Compliance-Anforderungen an unsere Vertriebspartner und Lieferanten — denn integres und regelkonformes Verhalten ist Voraussetzung jeder vertrauensvollen Zusammenarbeit.

Deshalb achten wir bei der Wahl unserer direkten Vertriebspartner und bei bestehenden Vertriebspartnerschaften darauf, dass sie Gesetze einhalten und ethische Grundsätze befolgen. Das überprüfen wir im Rahmen eines weltweit einheitlichen und risikobasierten Prozesses (Sales Business-Partner Due-DiligenceProcess). Im Berichtsjahr haben wir alle neuen und bestehenden Vertriebspartner dahingehend geprüft. Das kontinuierliche Monitoring zielt darauf ab, mögliche Integritätsverstöße der Vertriebspartner zu identifizieren. Unterläuft ein Partner unsere Standards, behalten wir uns vor, die Zusammenarbeit beziehungsweise den Auswahlprozess zu beenden. Außerdem entwickeln wir gemeinsam mit den Einkaufsbereichen unsere Prozesse zur Auswahl und Zusammenarbeit mit Lieferanten stetig weiter.

Für unsere Lieferanten gelten zudem unsere Daimler Supplier Sustainability Standards. Auf Basis dieser Standards und unserer Verhaltensrichtlinie stellen wir ihnen ein jeweils spezifisch entwickeltes „Compliance Awareness Module“ zur Verfügung. Das Modul soll für aktuelle Integritäts- und Compliance-Anforderungen wie Korruptionsprävention und technical Compliance sensibilisieren. Damit bieten wir unseren Vertriebsspartnern auch eine Hilfestellung im Umgang mit möglichen Compliance-Risiken.

Kommunikation und Training: So schulen wir unsere Beschäftigten zum Thema Compliance

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GRI 205-2

Auf Grundlage unserer Verhaltensrichtlinie bieten wir ein umfangreiches Schulungsangebot zu Compliance-Themen an — zum Beispiel für Beschäftigte in der Verwaltung, in der Compliance- sowie in der Legal-Abteilung und für Mitglieder des Aufsichtsrats und der Geschäftsleitung. Die Trainingsinhalte und -themen orientieren sich an den Rollen und Funktionen der jeweiligen Zielgruppe. Für unser Schulungsangebot ermitteln wir regelmäßig den Bedarf, nehmen Anpassungen sowie Erweiterungen vor und führen Evaluationen durch.

Den Beschäftigten in der Verwaltung steht ein webbasiertes zielgruppenspezifisches Trainingsprogramm zur Verfügung, das aus unterschiedlichen verpflichtenden Modulen besteht. Neben einem Basismodul enthält das Trainingsprogramm ein spezifisches Modul für Führungskräfte sowie Expertenmodule zu verschiedenen Compliance-Themen. Das Basismodul haben wir im Berichtsjahr um weitere Inhalte der überarbeiteten Verhaltensrichtlinie ergänzt — beispielsweise zu Menschenrechten.

Die jeweiligen Module weisen wir den Beschäftigten bei Einstellung, Beförderung oder bei einem Wechsel in eine Funktion mit erhöhtem Risiko automatisch zu. Regulär müssen die Beschäftigten das Trainingsprogramm circa alle drei Jahre absolvieren, für gewerbliche Beschäftigte ist es freiwillig. Das webbasierte Trainingsangebot ergänzen wir durch Präsenztrainings, die wir aufgrund der COVID-19-Pandemie im Berichtsjahr teilweise in angepasster digitaler Form durchgeführt haben.

Auch für Aufsichts- und Managementfunktionen bieten wir Informations- und Qualifizierungsmaßnahmen an. Das gilt zum Beispiel für neue Mitglieder des Aufsichtsrats der Daimler AG. Im Rahmen des Onboarding-Programms informieren wir die neuen Mitglieder unter anderem über das Antitrust-Compliance-Programm und das technical Compliance Management System. Auch neue Aufsichtsratsmitglieder von Konzerngesellschaften haben wir 2020 über verschiedene Compliance-, Datenschutz- und Integritätsthemen informiert. Zudem haben sie im Rahmen des Onboarding-Programms „Know Your Responsibilities“ Schulungen zu Compliance-Themen wie beispielsweise Korruptionsprävention sowie zu Integritätsaspekten in den Konzerngesellschaften erhalten.

Neu ernannten Mitgliedern der Geschäftsleitungen von Konzerngesellschaften stellen wir mit dem sogenannten Corporate Governance Navigator einen kompakten Überblick zu wichtigen Aspekten der Unternehmensführung zur Verfügung. Das Modul vermittelt Informationen zu Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Ansprechpartnern und Anlaufstellen im Zusammenhang mit zentralen Themen des Ressorts Integrität und Recht sowie angrenzender Bereiche. Auf diese Weise unterstützt es die Teilnehmenden in ihrer neuen Rolle.

Monitoring und Verbesserung: So bewerten wir die Wirksamkeit unseres Managementansatzes

GRI 103-3

Jährlich überprüfen wir die Prozesse und Maßnahmen unseres CMS und analysieren, ob unsere Maßnahmen angemessen und wirksam sind. Dafür greifen wir auf Informationen zu den Konzerngesellschaften und weitere lokal erhobene Informationen zurück. Zudem kontrollieren wir unsere Prozesse regelmäßig anhand von Leistungsindikatoren wie etwa der individuellen Prozessdauer oder -qualität. Um diese Indikatoren zu bestimmen, überprüfen wir unter anderem die Einhaltung formeller Erfordernisse und die Vollständigkeit der Inhalte. Dabei berücksichtigen wir auch die Erkenntnisse aus internen sowie unabhängigen externen Prüfungen.

Falls es veränderte Risiken oder neue rechtliche Anforderungen erfordern, passen wir unser CMS an. Die Konzerngesellschaften setzen die jeweiligen Verbesserungsmaßnahmen eigenverantwortlich um. Zudem überprüfen sie die Maßnahmen regelmäßig auf ihre Wirksamkeit und informieren die zuständigen Führungsgremien laufend über die Ergebnisse des Monitorings.

28 | Trainingsprogramm Integrität und Compliance 2020 – webbasierte Trainings
GRI 205-2

Basic Modules

Diese Module werden allen aktiven Beschäftigten der Verwaltung der Daimler AG und kontrollierten Daimler-Konzerngesellschaften automatisiert zugewiesen.

 

Basic Module
– Integrity@Work (Wesentlicher Inhalt: Integrität und Compliance als Wettbewerbsvorteil, Korruptionsprävention, Schutz des freien Wettbewerbs, Schutz personenbezogener Daten, Menschenrechte, Hinweise auf Rechts- und Regelverstöße)

Anzahl Teilnehmer

150.055

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

133.162

Führungskräfte weltweit:

16.893

Basic Module
– Sustainability

Anzahl Teilnehmer

148.657

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

131.832

Führungskräfte weltweit:

16.825

Management Module

Dieses Modul wird allen Führungskräften der Daimler AG und kontrollierten Daimler-Konzerngesellschaften automatisiert zugewiesen. 

 

Management Module
– Integrity@Work

Anzahl Teilnehmer

16.814

davon

 

Führungskräfte weltweit:

16.814

Expert Modules

Diese Module werden relevanten Beschäftigten der Verwaltung der Daimler AG und kontrollierten Daimler-Konzerngesellschaften automatisiert zugewiesen.

 

Expert Module
– Anti-Money Laundering (Start Roll-out Dezember 2020)

Anzahl Teilnehmer

2.678

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

2.410

Führungskräfte weltweit:

268

Expert Module
– Antitrust Overview

Anzahl Teilnehmer

22.226

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

16.575

Führungskräfte weltweit:

5.651

Expert Module
– EU General Data Protection Regulation

Anzahl Teilnehmer

6.347

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

5.763

Führungskräfte weltweit:

584

Expert Module
– Integrity & Compliance@DMO

Anzahl Teilnehmer

89

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

52

Führungskräfte weltweit:

37

Expert Module
– Integrity & Compliance@MS

Anzahl Teilnehmer

2.519

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

2.413

Führungskräfte weltweit:

106

Expert Module
– Integrity & Compliance@Procurement

Anzahl Teilnehmer

968

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

851

Führungskräfte weltweit:

117

Expert Module
– Integrity & Compliance@Truck, Bus and Van

Anzahl Teilnehmer

1.583

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

1.457

Führungskräfte weltweit:

126

Expert Module
– Intellectual Property

Anzahl Teilnehmer

21.774

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

19.524

Führungskräfte weltweit:

2.250

Expert Module
– Social Compliance

Anzahl Teilnehmer

128

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

80

Führungskräfte weltweit:

48

Expert Module
– Technical Compliance & Integrity@Buses

Anzahl Teilnehmer

158

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

150

Führungskräfte weltweit:

8

Expert Module
– Technical Compliance & Integrity@Cars and Vans

Anzahl Teilnehmer

2.165

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

2.039

Führungskräfte weltweit:

126

Expert Module
– Technical Compliance & Integrity@Trucks

Anzahl Teilnehmer

774

davon

 

Sachbearbeiter weltweit:

691

Führungskräfte weltweit:

83

29 | Trainingsprogramm Integrität und Compliance 2020 – Präsenztrainings *,**
GRI 205-2

 

Anzahl Veranstaltungen

Anzahl Teilnehmer

Corruption Prevention (incl. general compliance topics)

394

7.868

Anti-Money Laundering

140

3.026

Antitrust

85

2.518

Sanctions Compliance

52

1.058

Data Compliance

231

7.536

Technical Compliance

49

2.917

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Präsenztrainings wurden im Berichtsjahr teilweise in angepasster digitaler Form durchgeführt.

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Zielgruppe: relevante Führungskräfte und Sachbearbeiter weltweit

Anbieter/Datenschutz

Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Bernd Pischetsrieder

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 19360
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315

UN Global Compact

Der Global Compact der Vereinten Nationen (UN) ist ein Pakt, der zwischen Unternehmen und der UN geschlossen wird, um die Globalisierung sozialer und ökologischer zu gestalten sowie über deren Umsetzung Bericht zu erstatten.

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