Beschäftigte

Gesundheit und Arbeitsschutz

Daimler fördert sicheres und gesundes Arbeiten

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Die Gesundheit und die Arbeitssicherheit unserer Beschäftigten haben für Daimler einen sehr hohen Stellenwert. Ob mit einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung, Gesundheitsangeboten oder Sicherheitsqualifizierungen. Bei allem, was wir tun, stehen die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten im Fokus. Denn nur zufriedene und gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können ihr volles Potenzial ausschöpfen — und damit zum Erfolg des Unternehmens beitragen.

Wie wichtig ein nachhaltiges Gesundheits- und Arbeitssicherheitsmanagement ist, zeigt sich nicht nur vor dem aktuellen Hintergrund der COVID-19-Pandemie. Auch der demografische Wandel und der technologische Fortschritt bringen neue Herausforderungen. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber wollen wir unseren Beschäftigten ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld ermöglichen. Um Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen zu verhindern, setzen wir auf ein ganzheitliches Gesundheits- und Arbeitssicherheitsmanagement. Im Fokus dabei stehen vor allem präventive Maßnahmen, die wir kontinuierlich prüfen und weiterentwickeln.

Wie wir für gesunde und sichere Arbeitsbedingungen sorgen

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Unser übergeordnetes Ziel ist es, gesundheitlichen Risiken vorzubeugen und die Gesundheit aller Daimler-Beschäftigten dauerhaft zu erhalten.

Unsere Arbeitsschutzstrategie beinhaltet hohe Standards für die Gestaltung von Arbeitsplätzen und -prozessen. Außerdem arbeiten wir systematisch daran, arbeits- und gesundheitsbezogene Risiken zu verringern. Im Daimler-Konzern gelten weltweit einheitliche, auf Prävention ausgelegte Leitlinien. Die Richtlinie Arbeits- und Gesundheitsschutz und die Leitsätze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz dienen hierbei als übergreifende, international gültige Konzernregelungen. Sie orientieren sich an internationalen Standards und nationalen Gesetzen und betonen die Verpflichtung der Führungskräfte, verantwortlich zu handeln. Gleichzeitig unterstreichen sie aber auch die Eigenverantwortung der Beschäftigten.

2019 haben die Konzerngesellschaften die Richtlinie Arbeits- und Gesundheitsschutz aktualisiert. Ziel dieser Aktualisierung war es, die Sicherheitsstandards in der neuen Konzernstruktur weiterhin sicherzustellen. Die Sicherheitsstandards sollen — beispielsweise für Anlagen oder Prozesse — ein einheitliches Sicherheitsniveau gewährleisten. Mit unseren Due-Diligence-Audits an konzerneigenen Produktionsstandorten überprüfen wir, ob sie eingehalten werden.

Die Richtlinie beschreibt außerdem den Aufbau, den Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung unseres Managementsystems für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Das Managementsystem lehnt sich inhaltlich an die ISO-Norm 45001 an. Die Vorgaben gelten auch für Fremdfirmen und deren Beschäftigten. Ob Fremdfirmen diese Vorgaben einhalten, kontrollieren wir regelmäßig — teilweise mehrmals pro Jahr.

Seit 2019 bekennt sich Daimler außerdem zur Vision Zero: Ziel der weltweiten Kampagne ist es, arbeitsbedingte Unfälle und Krankheiten zu verhindern und gleichzeitig die Sicherheit, Gesundheit und das Wohlbefinden von Beschäftigten zu fördern. An der Kampagne nehmen international zahlreiche Unternehmen und Partnerorganisationen teil, darunter die Weltgesundheitsorganisation. Wir haben im Berichtsjahr 2020 beispielsweise ein weltweites Unfalldokumentationssystem eingeführt. Der dort integrierte, digitale internationale Meldeprozess ermöglicht eine schnelle Erfassung aller COVID-19-Fälle bei Beschäftigten und damit eine schnelle Nachverfolgung möglicher Kontaktpersonen durch den Werksärztlichen Dienst. Weitergehende Informationen zum Umgang mit COVID-19 finden Sie auf den folgenden Seiten:

Wie wir die Verantwortlichkeiten organisieren

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Der Bereich Health & Safety steuert konzernweit die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheit. Er ist im Personalbereich angesiedelt und dem leitenden Konzernarzt der Daimler AG, der Mercedes-Benz AG und der Daimler Truck AG unterstellt. Der Bereich Health & Safety gliedert sich in die sechs Kompetenzzentren Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebliche Gesundheitsförderung, Integrationsmanagement, Ergonomie und Sozialberatung. Jedes Kompetenzzentrum steuert die Prozesse im Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement über konzernweit gültige und regelmäßig aktualisierte Richtlinien.

Die jeweiligen Standortziele für den Arbeits- und Gesundheitsschutz basieren auf einer Gesamtstrategie. Diese enthält unsere Leitsätze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie unsere Arbeitsschutzstrategie und die Ergebnisse von Audits und Reviews.

Unsere Führungskräfte sind dafür verantwortlich, dass alle internen Richtlinien und gesetzlichen Vorschriften zum Arbeits- und Gesundheitsschutz eingehalten werden. Der Bereich Health & Safety unterstützt die Führungskräfte dabei, ihre Pflichten des Arbeits- und Gesundheitsschutzes umzusetzen. Die Zuständigkeiten und konkreten Pflichten erfolgen an jedem Standort unter Berücksichtigung der örtlichen Bedingungen.

Alle wesentlichen Themen des Gesundheits- und Arbeitsschutzes werden regelmäßig mit Betriebsrats- und Unternehmensvertretern auf allen Unternehmensebenen besprochen und entschieden.

Wie wir mit der COVID-19-Pandemie umgehen

Dieser Bericht erscheint, während Menschen in aller Welt weiterhin gegen die COVID-19-Pandemie kämpfen. Deshalb haben wir im Daimler-Konzern im Berichtsjahr eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen und unsere Beschäftigten zu schützen.

In einem ersten Schritt hat die Unternehmensleitung entschieden, den Großteil der Produktion sowie die Arbeit in ausgewählten Verwaltungsbereichen in Europa für zunächst zwei Wochen (23. März bis einschließlich 3. April 2020) zu unterbrechen. Aufgrund der sich zuspitzenden COVID-19-Pandemie folgte ab dem 6. April Kurzarbeit in Deutschland. Damit reagierte das Unternehmen auf die weitreichenden Auswirkungen des Corona-Virus und die daraus resultierenden zunehmend schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen. Davon ausgenommen blieben lediglich notwendige Grundfunktionen sowie die Arbeit an Zukunftsthemen und strategischen Projekten. Davon ausgenommen blieben lediglich notwendige Grundfunktionen sowie die Arbeit an Zukunftsthemen und strategischen Projekten.

Gleichzeitig haben wir neue Arbeitsregeln entwickelt: Dazu zählen unter anderem vorbeugende Sicherheits- und Hygienemaßnahmen in Produktion und Büro sowie in Gastronomie- und Kundenkontaktbereichen. Nicht zwingend notwendige Geschäftsreisen wurden bis Ende 2020 auf ein Minimum reduziert. Wir haben die IT-Infrastruktur erweitert, um mobiles Arbeiten zu ermöglichen und digitale Formate wie Video- und Telefonkonferenzen technisch sicherzustellen. Ab Ende April haben einzelne Standorte den Betrieb schrittweise wieder aufgenommen. Zum Schutz der Mitarbeiter hat das Unternehmen Vorkehrungen zum Infektionsschutz getroffen. Dazu gehören Hygiene- und Reinigungsstandards, sowie Regelungen zum Verhalten am Arbeitsplatz. In den Bereichen, in denen Büropräsenz erforderlich ist, wurden zum Beispiel „Schichtkonzepte“ eingeführt.

Zusätzlich wurden und werden in einer globalen Kampagne Führungskräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sensibilisiert und gezielt auf die konkreten Maßnahmen und Vorgaben zum Infektionsschutz hingewiesen. So werden an allen Standorten weltweit die Beschäftigten informiert, wie sie sich in verschiedenen Situationen bestmöglich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen können. Wo immer möglich, soll auch weiterhin mobil von zu Hause gearbeitet werden.

Risikomanagement: Wir beurteilen Gefährdungen systematisch

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Unser Ziel ist es, dass Unfälle und gesundheitliche Beeinträchtigungen von Beschäftigten gar nicht erst auftreten. Deshalb verfolgen wir bei Health & Safety einen präventiven Ansatz und beurteilen frühzeitig das Gefährdungspotenzial von Arbeitsplätzen und -prozessen.

Gefährdungen beurteilen wir digital

Ein wichtiges Instrument, mit dem wir potenzielle Risiken bewerten, ist die Gefährdungsbeurteilung: Mit einem Online-Tool haben wir Teile dieses Risikomanagementprozesses digitalisiert. Dieses Tool wird von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz bereitgestellt und ist für unsere Belange erweitert worden. Mittels diesem können wir die Gefährdungsbeurteilungen via PC, Tablet oder Smartphone durchführen. Das Online-Tool zeigt dem Nutzer spezifische Risiken an, die in seinem Bereich auftreten können. Er muss dann nur noch beurteilen, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen ausreichen, um das Risiko auf ein akzeptables Niveau zu senken. Aus dieser Gefährdungsbeurteilung wird anschließend automatisch eine Unterweisungsunterlage generiert. Hierbei arbeiten wir eng mit der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zusammen. An allen deutschen Standorten sowie an einigen internationalen Standorten, wie beispielsweise Kecskemét (Ungarn), haben wir das Tool in den regulären Betrieb übernommen. Das System ist mehrsprachig und soll in den nächsten ein bis zwei Jahren auch für andere internationale Standorte zur Verfügung stehen.

Risiken bewerten wir einheitlich

Bei Daimler weltweit beurteilen wir die Risiken von neuen Anlagen entlang des gesamten Prozesses — von der Ausschreibung bis zur Abnahme — einheitlich nach festgelegten Kriterien. Basis dabei sind unsere Sicherheitskonzepte, die gemäß unseren Lastenheften von den Lieferanten umgesetzt werden. Spezialisten der Arbeitssicherheit unterstützen den Planer von der ersten Idee bis zur standardisierten Anlagenabnahme. Gefahrstoffe werden von Experten beurteilt. Zudem bewerten wir die psychische und ergonomische Belastung von Arbeitsplätzen beziehungsweise dem jeweiligen Arbeitsumfeld.

Wir haben einen Fremdfirmen-Managementprozess, bei dem eine Beurteilung der gegenseitigen Gefährdungen inklusive abgeleiteter Maßnahmen elementarer Bestandteil ist. Die Maßnahmen werden stichprobenartig überprüft. Künftig sollen die Gefährdungsbeurteilungen bei der Zusammenarbeit mit Fremdfirmen sowie die Kontrollen der Maßnahmen digitalisiert und in unserem Tool für Gefährdungsbeurteilungen abgebildet werden. Darüber hinaus vermittelt unser Unterweisungsvideo Fremdfirmen arbeitssicherheitsrelevante Themen.

Unser Gesundheitsmanagement betreut, berät und fördert

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Der Daimler-Konzern in Deutschland bietet seinen Beschäftigten eine umfassende arbeitsmedizinische Beratung an. Hinzu kommen Maßnahmen und Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung und der Sozialberatung. Mit unserem betrieblichen Gesundheitsmanagement fördern wir sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit unserer Beschäftigten.

Im Zentrum des Gesundheitsmanagements zum Beispiel der Daimler AG, der Mercedes-Benz AG und der Daimler Truck AG stehen präventive Lösungsansätze — vom arbeitsplatznahen „Daimler GesundheitsCheck“ über die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung bis hin zu einem IT-System, das die Wiedereingliederung von Beschäftigten mit dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen erleichtert. Dabei wird ein vom Werksarzt erstelltes Fähigkeitsprofil des Mitarbeiters mit den Anforderungen verschiedener Arbeitsplätze verglichen. Ergebnis des „Matchings“ sind mögliche Arbeitsplätze, die für den Beschäftigten mit dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen infrage kommen.

Den Beschäftigten der Daimler Mobility AG und der Mercedes-Benz Bank AG inklusive Tochtergesellschaften stehen neben den Health & Safety-Verantwortlichen auch der Betriebsarzt, die Kolleginnen und Kollegen des Arbeitsschutzes und der Sozialberatung als Ansprechpartner zur Verfügung. Das Angebotsportfolio umfasst unter anderem Sportangebote, Vorträge, Aktionstage, Gesundheitscoachings und -checks sowie Workshops und Ergonomieberatungen. Zudem erhalten Auszubildende und dual Studierende spezielle Gesundheitsangebote — dazu zählen beispielsweise ein Vitalfrühstück mit Fachvortrag einer Ökotrophologin oder Workshops zum Thema Stressbewältigung in Prüfungsphasen. Im Jahr 2020 wurden diese Angebote aufgrund der Corona-Pandemie verstärkt digital umgesetzt und weitere Gesundheitsangebote um neue, digitale Varianten ergänzt.

Wir betreuen Beschäftigte medizinisch

Die arbeitsmedizinische Betreuung bei Daimler umfasst Angebote und Maßnahmen, die arbeitsbedingten Erkrankungen oder Berufskrankheiten vorbeugen, sowie Maßnahmen, die die Gesundheit am Arbeitsplatz fördern. Zudem bieten wir allen Beschäftigten eine akut- und notfallmedizinische Versorgung an — sie umfasst auch die Versorgung von Unfällen. Dafür verantwortlich sind unsere Werksärzte weltweit. Die Werksärztlichen Dienste, die Sozialberatung sowie die Basisangebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung können alle Beschäftigten in Anspruch nehmen. Die Basisangebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung sowie die akut- und notfallmedizinische Versorgung stehen auch unseren Zeitarbeitskräften zur Verfügung.

Betriebliche Gesundheitsförderung denken wir ganzheitlich

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Wir wollen unsere Beschäftigten zu einem gesunden Lebensstil motivieren und darin bestärken, Eigenverantwortung in Sachen Gesundheit zu übernehmen. Das fördern wir weltweit über Kampagnen, Beratungs- und Qualifizierungsangebote sowie Maßnahmen in den Bereichen Prävention, Therapie und Rehabilitation. Alle deutschen Produktionsstandorte und zahlreiche internationale Standorte verfügen über Gesundheitszentren auf dem Werksgelände oder kooperieren mit Gesundheitszentren in Werksnähe.

In unseren Gesundheitszentren und bei unseren Kooperationspartnern können unsere Beschäftigten beispielsweise Rücken- und Gelenkproblemen vorbeugen und sich physiotherapeutisch behandeln lassen. Mit dem Trainingsgerät „fit@work“ beispielsweise können Beschäftigte zudem ein Faszientraining absolvieren und damit ihre Sehnen und Bänder stärken — direkt am Arbeitsplatz. In einer Führungskräftequalifizierung setzen sich Führungskräfte intensiv mit ihrem eigenen Gesundheitsverhalten auseinander und entwickeln einen gesundheitsorientierten Führungsstil.

Unsere Sozialberatung unterstützt bei Krisen und Konflikten

Die innerbetriebliche Sozialberatung coacht, berät und unterstützt Beschäftigte und Führungskräfte, die sich beruflich oder privat in einer Veränderungs-, Konflikt- oder Krisensituation befinden. Das Angebot steht allen Beschäftigten inklusive der Zeitarbeitskräfte in Deutschland zur Verfügung. Zusätzlich bietet die Sozialberatung bereichsbezogene Workshops, beispielsweise zum hilfreichen Umgang mit Veränderungssituationen, sowie Coachings und Qualifizierungen für Führungskräfte an. Der Fokus dieser Angebote liegt auf der Weiterentwicklung der Sensibilität und psychosozialen Führungskompetenz im Umgang mit auffälligem, konflikthaftem oder anderweitig besorgniserregendem Verhalten von Beschäftigten. Wichtig ist dabei die Reflexion der eigenen Rolle. Hierbei geht es um die Berücksichtigung

  • der Fürsorge für die Mitarbeitenden,
  • der betrieblichen Interessen und
  • des Wohlbefindens der Führungskraft selbst.

Wir legen den Fokus auf Ergonomie

Daimler hat eine Ergonomie-Strategie und die entsprechende Bewertungsmethode in einer Gesamtbetriebsvereinbarung festgelegt.

Die Strategie umfasst folgende Grundsätze und Ziele:

  • keine gesundheitsgefährdenden Arbeitsplätze — dafür optimieren wir neue und bestehende Arbeitsplätze
  • Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Beschäftigten
  • Beschäftigte gemäß ihrem Profil und ihren Fähigkeiten einsetzen
  • durch Prävention die Zahl der Muskel-Skelett-Erkrankungen verringern
  • Führungskräfte übernehmen Verantwortung für die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Um diese Grundsätze und Ziele umzusetzen, haben wir uns im Berichtsjahr auf folgende Handlungsfelder und Maßnahmen konzentriert:

  • Ergonomie-Standards in Entwicklung, Planung und Produktion durchgängig umsetzen
  • Ergonomie bei einem neuen Produkt berücksichtigen — vom Konzept bis zur Serie
  • Ergonomisch kritische Arbeitsplätze kontinuierlich umgestalten und verbessern
  • Beschäftigte und Führungskräfte zum Thema Ergonomie informieren und qualifizieren
  • Einführung der Ergonomie-Strategie auf internationaler Ebene
  • Gestaltung altersgerechter und zukunftsfähiger Arbeitsplätze

Mithilfe eines IT-Systems bewerten wir die Ergonomie unserer Arbeitsplätze. Das System bezieht sich dabei auf arbeitsplatzrelevante Daten — beispielsweise Gewichte der Bauteile, Körperhaltungen bei Tätigkeitsausführung oder Kräfte, die für die Tätigkeit durch die Beschäftigten aufgebracht werden müssen. Auf dieser Basis berechnen Algorithmen, wie stark die Belastung an diesem Arbeitsplatz ist. Das Ergebnis wird in Ampelfarben dargestellt. So können wir schnell Verbesserungspotenzial erkennen und entsprechende Maßnahmen festlegen. Alle neu geschaffenen Arbeitsplätze bewerten wir bereits in der Planungsphase nach dem Ampelsystem. Auf diese Weise möchten wir ergonomisch risikobehaftete Arbeitsplätze von vorneherein vermeiden. Zudem erstellen wir Arbeitsplatzprofile, anhand derer wir Beschäftigte mit Einschränkungen entsprechend ihren Fähigkeiten einsetzen können.

Wir weiten digitale Angebote im Gesundheitsmanagement aus

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Gesundheit unserer Beschäftigten aus und wie können wir digitale Systeme einsetzen, um ihre Gesundheit und Sicherheit zu fördern? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich unsere Initiative #DigitalHealth, die sich aus verschiedenen Experten der Health & Safety-Fachbereiche im Daimler-Konzern Deutschland zusammensetzt. Dieses Gremium setzt sich regelmäßig mit den unterschiedlichsten Digitalisierungsthemen auseinander, die einen direkten Einfluss auf Gesundheit und Sicherheit nehmen. Das Gremium berät die Führungskräfte und treibt Digitalisierungsthemen im Bereich Health & Safety voran.

Die bisherigen digitalen Angebote im Gesundheitsmanagement bei Daimler in Deutschland haben wir 2020 deutlich ausgeweitet und intensiviert: So konnten durch neue, standortübergreifende Webinare zahlreiche Beschäftigte zu Gesundheitsthemen qualifiziert werden. Darüber hinaus können Führungskräfte, deren Teams überwiegend mobil arbeiten, Gesundheits-Coaches für digitale, teamspezifische Impulsvorträge buchen.

Wie wir Gesundheit und Sicherheit in der Produktion gewährleisten wollen

In allen Produktionsbereichen wenden wir unser modular aufgebautes Sicherheitskonzept für die Mensch-Roboter-Kooperation an. Es sorgt dafür, dass die Sicherheit zwischen Mensch und Maschine in jeder Situation gewährleistet ist. Es dient als Basis für die EG-Konformitätserklärung — eine Voraussetzung dafür, dass unsere Anlagen mit dem CE-Label für sichere Maschinen ausgezeichnet werden. Das Konzept lässt sich flexibel einsetzen, unabhängig davon, ob der Roboter eine assistierende oder leistungsunterstützende Aufgabe übernimmt oder auch voll automatisiert arbeitet.

Wir setzen zudem Arbeitskleidung mit integrierten digitalen Endgeräten (Wearable Computing Systems) und sogenannte Exoskelett-Systeme ein, um Arbeitsprozesse zu erleichtern. Exoskelett-Systeme unterstützen die Beschäftigten bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten — beispielsweise beim Heben schwerer Gegenstände. Auch Beschäftigte mit Beeinträchtigungen können bei ihrer Arbeit von diesen Geräten profitieren.

Wie wir unsere Beschäftigten für Arbeitssicherheit sensibilisieren

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Wir sensibilisieren unsere Beschäftigten für die Themen Ergonomie und Arbeitssicherheit. Dabei setzen wir vermehrt Filme, verschiedene Informationsportale oder Online-Trainings ein.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren wir in einer Erstunterweisung über sicherheitsrelevante Aspekte ihres Arbeitsplatzes. Auch danach werden regelmäßig verpflichtende Sicherheitsunterweisungen durchgeführt. Für einzelne Arbeitsbereiche haben wir zudem spezielle Online-Trainings entwickelt, etwa für Bürobereiche im Produktions- und Entwicklungsumfeld. Zusätzlich generiert unser digitales Tool zur Gefährdungsbeurteilung arbeitsplatzbezogene Unterweisungen direkt aus der Gefährdungsbeurteilung heraus.

So bewerten wir die Wirksamkeit unseres Managementansatzes

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Wir möchten Arbeitsplätze gesundheitsförderlich gestalten und Unfälle wirksam vermeiden. Um das zu erreichen, lassen wir die Arbeitsprozesse prüfen, dokumentieren alle Vorfälle und berichten transparent darüber.

Mit unseren internen Due-Diligence-Audits an unseren konzerneigenen Produktionsstandorten überprüfen wir in der Regel alle fünf Jahre, ob Sicherheitsstandards eingehalten werden. Im Berichtsjahr haben diese Audits aufgrund von COVID-19 nicht stattgefunden. Verschiedene Standorte lassen zudem ihr Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem unabhängig von den Safety-Due-Diligence-Audits von externen Zertifizierungsgesellschaften gemäß ISO 45001 (in der Vergangenheit OHSAS 18001) prüfen. Rund 40 Prozent unserer Belegschaft an konzerneigenen Produktionsstandorten — das sind etwa 100.000 Beschäftigte — arbeiten mit einem nach ISO 45001 (beziehungsweise nach OHSAS 18001) zertifizierten Arbeitssicherheitsmanagementsystem.

Wir dokumentieren Unfälle und Unfallkennzahlen

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Daimler verfügt weltweit über mehrere Unfalldokumentationssysteme, aus denen wir, unter Beachtung gültiger Datenschutzbestimmungen, standardisierte Kennzahlen ableiten. Basis dafür sind dokumentierte Anwesenheitsstunden, Ausfalltage und Organisationsstrukturen. Aus der Unfalldokumentation erkennen wir unter anderem Unfallursachen und -schwerpunkte sowie unfallverursachende Tätigkeiten oder Betriebsmittel. 2020 haben wir 2.405 (2019: 2.957) Unfälle registriert.

Wir analysieren jeden Unfall, um dessen Hergang zu erklären. Außerdem sind die jeweiligen Einheiten dazu verpflichtet, vorbeugende Maßnahmen einzuleiten. Unfälle, aus denen andere Standorte lernen und Maßnahmen ableiten können, werden international an alle Arbeitssicherheitsexperten der Standorte kommuniziert.

Ein effektives Berichtswesen trägt dazu bei, dass wir unsere Ziele im Arbeits- und Gesundheitsschutz erreichen. Deshalb müssen alle Standorte Unfälle und Unfallkennzahlen an Health & Safety berichten. Auf Basis dieser Kennzahlen erstellen wir monatliche Berichte mit den konzernweiten Unfallkennzahlen.

Unfallhäufigkeit*
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2016

2017

2018

2019

2020

Arbeitsunfälle

3.444

2.766

3.152

2.957

2.405

Unfallhäufigkeit (Anzahl aller Betriebsunfälle mit mindestens einem Ausfalltag pro 1 Mio. Anwesenheitsstunden)

9,4

7,5

7,7

6,8

6,4

*

Erfassungquote Daimler Produktionsstandorte (Mercedes-Benz AG inkl. Vans, Daimler Truck AG inkl. Busses) weltweit: >99%

Teilnehmende an Gesundheitstrainings*(6-tägiges Training zu den Themen Bewegung, Ernährung & Entspannung)
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2016

2017

2018

2019

2020

Schichtarbeiter

556

500

544

460

-**

Führungskräfte

292

274

310

123

-**

Leitende Führungskräfte

141

191

177

188

-**

*

Daimler AG, Mercedes-Benz AG, Daimler Truck AG in Deutschland

**

Pandemiebedingt waren die Gesundheitsprogramme 2020 ausgesetzt.

Teilnehmende an GesundheitstrainingPLUS* (Gesundheitstraining zu den Themen Bewegung, Ernährung & Entspannung mit mehreren Einheiten über das Jahr verteilt)
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2016

2017

2018

2019

2020**

Schichtarbeiter

219

184

206

252

-**

Führungskräfte

123

245

242

304

-**

*

Daimler AG, Mercedes-Benz AG, Daimler Truck AG in Deutschland

**

Pandemiebedingt waren die Gesundheitsprogramme 2020 ausgesetzt.

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Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
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Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Bernd Pischetsrieder

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Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315