Welt im Wandel

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Die neue Unabhängigkeit

Die Welt verändert sich – und sie verändert sich schnell. Klimawandel, demografische Trends, Digitalisierung: Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, aber auch zahlreichen Chancen. Bei Daimler wollen wir einen signifikanten Beitrag leisten, um durch Innovationen eine bessere Zukunft zu gestalten. Denn Automobile bringen die Welt voran. Sie bewegen Menschen und Güter, sie ermöglichen Begegnungen und Teilhabe. Kaum ein anderes Produkt ist so eng mit sozialem und wirtschaftlichem Aufstieg verbunden.

Im Jahr 1970 gab es etwa 3,7 Milliarden Menschen auf der Erde. 48 Prozent davon lebten in extremer Armut.1 Bis 2015 hatte sich die Weltbevölkerung annähernd verdoppelt, 10 Prozent davon lebten in extremer Armut.2 Das sind 10 Prozent zu viel, aber es zeigt: „Mehr mit weniger“ ist möglich: mehr Menschen, weniger Armut. Hält der Trend an, könnte die extreme Armut bis 2030 besiegt sein.3

1,1 Mrd.
Zwischen 1990 und 2015 sind fast 1,1 Milliarden Menschen der extremen Armut entkommen.4

Ein anderes Beispiel: Seit 1990 ist die Wirtschaftsleistung der Europäischen Union um rund 50 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum sanken die CO2-Emissionen um 22 Prozent, in Deutschland um 28 Prozent. Der Rückgang ist bei Weitem nicht ausreichend, zumal die Emissionen im gleichen Zeitraum weltweit deutlich gestiegen sind.5 Und doch: Die Entwicklung in der EU zeigt, dass „mehr mit weniger“ möglich ist. Mehr Wohlstand, weniger Emissionen.

In seinem Bestseller „Factfulness“ beschreibt der schwedische Wissenschaftler Hans Rosling viele solcher Fortschritte: mehr Artenschutz, mehr Zugang zu Trinkwasser und Strom, mehr Alphabetisierung, mehr Schulbildung, mehr Mobiltelefone und Internet – gleichzeitig weniger Kinderarbeit, weniger Unterernährung, weniger Katastrophentote, weniger Ozonbelastung und weniger Feinstaub. Vieles davon widerspricht der gängigen Intuition: Die Welt scheint „besser als ihr Ruf“ zu sein.

Schritt für Schritt, Jahr um Jahr wird die Welt besser. Nicht nach jedem einzelnen Maßstab in jedem einzelnen Jahr, aber in der Regel trifft es zu. Auch wenn wir vor riesigen Herausforderungen stehen: Wir haben enorme Fortschritte gemacht. Das ist die faktengestützte Weltsicht.

Hans Rosling Gesundheitsforscher, Arzt und Bestseller-Autor
Zitiert aus seinem Buch „Factfulness“ aus dem Jahr 2018

#covid19 #coronavirus

Dieser Bericht erscheint, während Menschen in aller Welt gegen die COVID-19-Pandemie kämpfen. Die Eindämmung des Virus ist eine Herausforderung von historischem Ausmaß: für das Individuum genau wie für die Gesellschaft, für Regierungen ebenso wie für Unternehmen. Es braucht Solidarität und Flexibilität, um diese Krise zu bewältigen: national und international.

Wir bei Daimler sind entschlossen, unseren Beitrag zu leisten und nach Kräften zu unterstützen. Wir haben eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um die Belegschaft zu schützen, die Ausbreitung der Pandemie mindestens zu verlangsamen und unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen. Fortlaufend aktualisierte Informationen dazu finden Sie hier.

Mobilität ist Fortschritt

Kann also alles bleiben, wie es ist? Mitnichten. Denn das würde die Ressourcen der Erde überfordern; viele Regionen würden aufgrund des globalen Temperaturanstiegs unbewohnbar, andere würden sich massiv verändern. Gleichzeitig wird die Weltbevölkerung weiterwachsen – bis 2050 um fast 30 Prozent auf dann knapp 10 Milliarden Menschen.6 Ein immer größerer Teil davon wird in Städten leben, Transportvolumina werden weltweit weiter steigen und digitale Technologien werden mehr und mehr Lebensbereiche prägen.

Mit Kutschen ohne Pferde haben wir die Welt verändert. Mit Fahrzeugen ohne Emissionen wollen wir es wieder tun.

Ola Källenius Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Mercedes-Benz AG

EQC 400 4MATIC: Stromverbrauch (nach NEFZ kombiniert) beträgt 21,3-20,2 kWh/100km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km (siehe Anhang zu Labeling)

Doch eines dürfte unverändert bleiben: Weltweit werden Menschen auch in Zukunft nach Sicherheit, Gesundheit, Freiheit und Wohlstand streben, nach Teilhabe, Aufstieg und Mobilität.

Und dabei auf Selbstbestimmung setzen. Im geschützten Raum eines Fahrzeugs ist man im wahrsten Sinne des Wortes „auto-mobil“. Man bestimmt selbst, wie und wohin man sich bewegt, man entscheidet frei, wann man dies tut und mit wem. Man befindet sich mitten im Geschehen, ohne auf die Vorzüge der Privatsphäre verzichten zu müssen. Auch deshalb macht Autofahren den meisten Menschen Spaß und unsere Marken symbolisieren ein Lebensgefühl.

SpurWechsel

Weniger Wachstum ist deshalb keine realistische Option, ein „Weiter so“ aber erst recht nicht. Langfristig verantwortbar ist das automobile Wachstum nur, wenn es im Einklang mit Gesellschaft und Umwelt steht. Je mehr Menschen also die Unabhängigkeit anstreben, die ein Automobil bietet, desto mehr brauchen wir auch eine neue Unabhängigkeit: von fossilen Energieträgern, von begrenzten Ressourcen, von Unfällen, zeitraubenden Staus und auf Wunsch sogar von einem Fahrer oder dem Besitz eines eigenen Fahrzeugs. Diese neue Unabhängigkeit ist unser Auftrag. Mehr Mobilität mit weniger Nachhaltigkeitsrisiken, für diesen Wandel steht unser „SpurWechsel“.

Klimaschutz

In seinem neuen Bericht appelliert der Weltklimarat an die Weltgemeinschaft, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen.7 Aufgrund des Klimawandels häufen sich Extremwetterereignisse wie Starkregen, Dürren oder Stürme – und zwar nicht nur im globalen Süden, sondern auch mitten in Europa.8

26  Jahre
Um das 2-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, muss die Weltwirtschaft in spätestens 26 Jahren CO2-neutral wirtschaften.9

Um die Folgen des Klimawandels zu minimieren, gilt es also für uns als Unternehmen, gemeinsam mit Politik und Zivilgesellschaft über nationale Grenzen hinweg zu handeln. Bei Daimler haben wir uns daher 2019 anspruchsvolle Ziele im Bereich Klimaschutz gesetzt. Diese Ziele wollen wir innerhalb der nächsten 20 Jahre erreichen.

Dabei setzen wir klar auf Innovationen, Technologieoffenheit und den Wettbewerb um die besten Lösungen. Gleichzeitig braucht es feste Spielregeln sowie wirksame Mechanismen zur langfristigen Reduzierung von CO2 – beispielsweise durch eine adäquate und effiziente Bepreisung. Diese Regeln sollten gemeinsam festgelegt werden und globale Gültigkeit haben.

Ressourcenschonung

Mit wirtschaftlichem Wachstum und gestiegenem Wohlstand ist in den vergangenen Jahrzehnten auch der Verbrauch von natürlichen Ressourcen massiv gestiegen. Von 1970 bis 2017 hat sich der Ressourcenverbrauch weltweit mehr als verdreifacht – und wächst stetig weiter.10 Für uns ist klar: Wir brauchen ein Wohlstandswachstum, das vom (wachsenden) Ressourcenverbrauch entkoppelt ist. Dafür wandeln wir unsere Wertschöpfungskette in einen Wertschöpfungskreislauf.

Wie alle anderen Unternehmen ist Daimler gefordert, sich zu wandeln und klimaneutral zu werden. Daran führt kein Weg vorbei und Daimler hat ja auch bereits Meter gemacht. Der Wandel sollte weiterhin so gestaltet werden, dass die Mobilität nicht dabei verloren geht.

Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker Umweltwissenschaftler und Klimaexperte Zum gesamten Interview

Verantwortung in einer globalen, digitalisierten Welt

Mit dem Wirtschafts- und Wohlstandswachstum verbunden ist der steigende Bedarf an Rohstoffen und Produkten. Die dafür nötigen globalen Lieferketten werden immer komplexer und bringen viele Herausforderungen mit sich – ökologische ebenso wie gesellschaftliche. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Achtung und Wahrung von Menschenrechten. Im Rahmen des Ausbaus der Elektromobilität beispielsweise werden Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel benötigt. Dabei besteht die Gefahr, dass diese Rohstoffe möglicherweise unter menschenrechtlich kritischen Bedingungen abgebaut werden. Entlang unserer automobilen Lieferketten verfolgen wir deshalb einen systematischen Ansatz, mit dem wir Menschenrechtsverletzungen verhindern wollen.

Aktuell gibt es kaum eine andere Branche, in der die Transformation so akut ist. Entweder schafft ihr es jetzt und macht es richtig oder ihr werdet aus dem Geschäft gedrängt – das ist aufregend und anspruchsvoll.

Peter Bakker Präsident und CEO des World Business Council for Sustainable Development
Mitglied im Daimler Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung

Dabei sind physische Rohstoffe nicht die einzigen wertvollen Ressourcen. Ohne die Digitalisierung wären Wirtschaftswachstum und globale Vernetzung der letzten Jahrzehnte nicht denkbar gewesen. Neue digitale Lösungen schaffen viele gesellschaftliche Vorteile. Das gilt auch für die Mobilität: Im Zuge der Automatisierung werden Fahrzeuge in Zukunft immer intensiver mit ihrem Fahrer, anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur kommunizieren. Das kann für mehr Freiheit, Sicherheit und Komfort sorgen – geht aber auch mit dem Austausch großer Datenmengen einher. Der verantwortungsvolle Umgang mit Daten hat daher für uns höchste Priorität.

Städte: Wo die Welt sich begegnet

Nicht nur digital, auch physisch rückt die Welt enger zusammen: Im Zuge der Urbanisierung lebt mittlerweile über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Die Vereinten Nationen erwarten, dass es bis 2030 insgesamt 5 Milliarden Menschen sein werden.11 Diese Ballungszentren unter gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten zukunftsfähig zu gestalten, ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit.

70 %
Studien prognostizieren, dass bis zum Jahr 2050 knapp 70 Prozent aller Menschen in Städten leben werden.12
53 %
Lediglich rund 53 Prozent der in Städten lebenden Menschen weltweit haben Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln.13

Gleichzeitig bieten Städte vielfältige Chancen. Sie dienen als Begegnungsräume für Wissensarbeiter und Kreative aus aller Welt und sind Experimentierfeld für neue Formen des Zusammenlebens. Das macht Städte zu wichtigen Akteuren bei der Lösung globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel. Zunehmend zeigen Städte, wie ein nachhaltigeres Leben aussehen könnte – etwa durch multi- und intermodale Mobilitätsangebote. Dahinter steht die intelligente Vernetzung von Bus und Bahn über Carsharing und private Pkw bis hin zum Fahrrad. Mit neuen, digitalen Mobilitätsdiensten und innovativen Lösungen für den Warentransport wollen wir als Unternehmen eigene Akzente setzen.

Bei all dem dürfen wir jedoch auch das Umland nicht vergessen. Denn immer mehr Menschen pendeln – in Deutschland waren es im Jahr 2017 60 Prozent aller Arbeitnehmer.14 Die Individualmobilität ist dabei für viele unabdingbar. Den Individualverkehr sicher und sinnvoll in neue Mobilitätskonzepte zu integrieren, ist eine wichtige Aufgabe. In diesem komplexen Mix von individueller und gemeinschaftlicher Fortbewegung und zunehmendem Warentransport rückt das Thema Verkehrssicherheit weiter in den Fokus. Assistenzsysteme und die Weiterentwicklung des automatisierten Fahrens bei unseren Pkw, Transportern, Lkw und Bussen helfen Gefahrensituationen zu reduzieren und ermöglichen sicherere, effizientere und komfortablere Mobilität.

Weitere Themen

Kultur im Wandel

Wir gestalten die automobile Zeitenwende und wollen Maßstäbe setzen. So bewegen wir uns bei Daimler, um zukünftig als führender Anbieter nachhaltiger Mobilität die Welt bewegen zu können.

Kultur im Wandel

1 Our World in Data (2019), World population living in extreme poverty.

2 United Nations (n.d.), Ending poverty.

3,4 The World Bank Group (2019), Poverty overview.

5 The World Bank Group (n.d.), CO2 emissions.

6 United Nations Department of Economic and Social Affairs (2019), World Population Prospects.

7,8 Intergovernmental Panel on Climate Change (2019), Special Report: Global Warming of 1.5 °C.

9 Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (2019), So schnell tickt die CO2-Uhr.

10 United Nations Environment Programme (2019), Global Resources Outlook 2019.

11,13 United Nations (n.d.), Sustainable Development Goal 11.

12 United Nations Department of Economic and Social Affairs (2019), World Urbanization Prospects 2018: Highlights.

14 Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2017), Immer mehr Menschen pendeln zur Arbeit.

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Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Manfred Bischoff

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Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315