Ressourcenschonung

Ressourcen schonen, recyceln, verwerten

Unser Ziel ist es, aus der Wertschöpfungskette einen Wertschöpfungskreislauf zu machen. Denn während die globale Nachfrage nach Mobilität steigt, nimmt die Verfügbarkeit von Ressourcen ab. Daher übernehmen wir Verantwortung auf Produkt- und Produktionsseite: Wir wollen unseren Ressourcenverbrauch zunehmend vom Wachstum unserer Produktionsleistung entkoppeln – zum Beispiel indem wir Stoffkreisläufe schließen, unsere Prozesse noch effizienter gestalten und den Anteil von Rezyklaten erhöhen.

Unsere Ziele bis 2030

Energieverbrauch

pro Fahrzeug*

Pkw

– 43 %

Status 2019: – 10 %

Vans

– 25 %

Status 2019: – 7 %

Wasserverbrauch

pro Fahrzeug*

Pkw

– 33 %

Status 2019: – 7 %

Vans

– 28 %

Status 2019: – 12 %

Abfallmenge

zur Beseitigung pro Fahrzeug*

Pkw

– 43 %

Status 2019: – 25 %

Vans

– 33 %

Status 2019: – 31 %***

Primärer Rohmaterialeinsatz

für elektrische Antriebe**

Pkw

– 40 %

* In der Produktion gegenüber Durchschnitt 2013/2014.
** Pro KWh, gegenüber 2015.
*** Die Reduktion umfasst 23 Prozent, wenn eine Reklassifizierung des Abfalls zur Beseitigung (gemäß Daimler Konzernumweltrichtlinie) an einem Auslandsstandort im Jahr 2017 herausgerechnet wird. Entsprechend wird das Ziel für 2030 aktuell reevaluiert und gegebenenfalls nachjustiert.

Ressourcenverbrauch und Wachstum entkoppeln

Ökologische Herausforderungen nehmen weltweit zu. Bei Daimler arbeiten wir deshalb daran, Stoffkreisläufe zu schließen und die Effizienz unserer Prozesse weiter zu verbessern. Auf diese Weise möchten wir den Ressourcenverbrauch insgesamt reduzieren und die Kreislaufwirtschaft vorantreiben. Über alle Geschäftsbereiche und Regionen hinweg wollen wir die Transparenz über den Einsatz von Sekundärrohstoffen in unseren Produkten erhöhen. Das gilt insbesondere für Materialien, die wir in großen Mengen benötigen, wie Stahl, Aluminium und Polymere, sowie für wesentliche Rohstoffe, die in Batterien zum Einsatz kommen.

Weniger Materialeinsatz, weniger Auswirkungen

Wir verfolgen das Ziel, unsere Fahrzeuge leichter zu machen und zugleich die Umweltauswirkungen der eingesetzten Materialien weiter zu reduzieren. Dazu setzen wir auf den Einsatz neuer, leichter Werkstoffe und Bauteile und wollen den Anteil nachwachsender Rohstoffe sowie Recycling-Materialien Schritt für Schritt erhöhen. Seit 2005 konnten wir den Einsatz von Kunststoffrezyklaten stetig erhöhen. Im Rahmen unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten arbeiten wir weiter an der chemischen Zusammensetzung der Batterien, die auch Einfluss auf die Energiedichte hat. Dies könnte auch einen positiven Einfluss auf das Gesamtgewicht und den damit verbundenen Rohstoffeinsatz zukünftiger Batterien haben.

89 %

spezifische Reduktion des Abfalls zur Beseitigung in unseren Trucks & Buses Werken1

Kritische Rohstoffe identifizieren: die ESSENZ-Methode

Einige Rohstoffe, die in elektrisch betriebenen Fahrzeugen zum Einsatz kommen, sind mit bestimmten Risiken verbunden. Um diese Risiken besser abschätzen zu können, haben wir im Pkw-Bereich gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft das Forschungsprojekt ESSENZ durchgeführt. Das Ergebnis ist ein neuer, ganzheitlicher Ansatz, den unsere Ingenieure schon in den frühen Phasen der Fahrzeugentwicklung anwenden. Die Risikobewertungen nach dem ESSENZ-Ansatz zeigen ihnen, wie kritisch der Einsatz eines Rohstoffs ist oder werden kann. Dabei werden neben der geologischen Verfügbarkeit auch sozioökonomische Faktoren und soziale und gesellschaftliche Risiken betrachtet.

Ressourceneffizient: „Factory 56“

Kennzeichnend für die „Factory 56“ sind modulare Gebäudestrukturen, die sich durch eine energieeffiziente und umweltfreundliche Gestaltung auszeichnen. Die Produktionshalle unserer „Factory 56“ im Werk Sindelfingen wird den Wasserverbrauch und das Abfallaufkommen deutlich reduzieren. Hinzu kommen verschiedene weitere Maßnahmen, mit denen wir den Energieverbrauch der „Factory 56“ senken können. Dadurch, dass zudem 40 Prozent der Dachfläche begrünt sein werden, schaffen wir neben einem Ausgleich versiegelter Bodenflächen und einer Regenwasserrückhaltung auch eine Verbesserung des Raumklimas in der Halle.

Von der Wertschöpfungskette zum Wertschöpfungskreislauf

Wir möchten Abfall sowie unnötigen Rohstoff- und Energieverbrauch vermeiden, wo immer es möglich ist. Im Rahmen des Remanufacturings bereiten wir gebrauchte Mercedes-Benz Originalteile in einem industriellen Prozess wieder auf und überführen diese sogenannten Originaltauschteile, wie beispielsweise Motoren und Getriebe, in einen zweiten Automotive-Lebenszyklus. Dadurch werden, im Vergleich zur Produktion eines Neuteils, erhebliche Mengen an CO2 und Energie gespart. Dieses Remanufacturing führen wir sowohl für die klassischen Elemente des Antriebsstrangs durch als auch für die HV-Batterien unserer Elektro- und Hybridfahrzeuge.

Rund

20.000

Teile befinden sich in unserem Remanufacturing-Produktportfolio.

Je mehr es uns gelingt, Bauteile wiederzuverwenden, umso weniger Energie und Ressourcen verbrauchen wir im gesamten Produktionsprozess. Unsere Priorität liegt daher auf einer hohen Aufbereitungsquote. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig für uns, bereits in den frühen Entwicklungsphasen eines Fahrzeugs eingebunden zu sein und unsere Anforderungen an die Teile einzubringen.

Andreas Jörg verantwortlich für den Bereich Remanufacturing and Value Parts & Services
bei der Mercedes-Benz AG Zum gesamten Interview

Rund

5.000

Altfahrzeuge werden pro Jahr von unseren GTC-Beschäftigten fachgerecht zerlegt.

Neues Leben für gebrauchte Teile

Parallel dazu zerlegen wir in unserem Mercedes-Benz Gebrauchtteile Center (GTC) in Neuhausen Altfahrzeuge und stellen sicher, dass möglichst viele gebrauchte Teile wiederverwendet und verkauft werden können. Sollten Teile nicht für eine Weiterverwendung geeignet sein, führen wir sie dem Recycling zu, mit dem Ziel, wichtige Wertstoffe wie Kupferkabel, Alu- und Eisenschrott, Glas(-scheiben), Kunststoff oder Stoßdämpfer maximal zurückzugewinnen.

Zweite Chance für Fahrzeugbatterien

Wenn sich die HV-Batterien von Elektro- oder Hybridfahrzeugen nicht mehr für das Remanufacturing eignen, werden diese der Wiederverwendung zugeführt. Ein Beispiel für Reuse von HV-Batterien sind stationäre Energiespeicher, sogenannte 2nd-Life-Energiespeichersysteme. Durch eine Weiterverwendung von Elektrofahrzeugbatterien verbessern wir die Umweltbilanz und Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen und leisten gleichzeitig einen Beitrag zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft.

Die Energiespeichersysteme können Schwankungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ausgleichen, Lastspitzen glätten und als Back-up Power dienen. Eine ressourcenschonende Möglichkeit, solche Speicher zu betreiben, ist der Einsatz von ausgedienten Fahrzeugbatterien. Bereits sieben solcher Energiespeichersysteme sind in Deutschland in Betrieb.

AUSBLICK

Langfristig wollen wir unsere gesamte Wertschöpfungskette in einen möglichst geschlossenen Kreislauf verwandeln. Dazu wollen wir zum Beispiel unsere Abfälle wieder in den Materialkreislauf zurückführen. Auch am Ende des Lebenszyklus einer Batterie stellen die verwendeten Materialien einen hohen Wert dar. Das Recycling und die Wiederverwendung dieser Materialien stehen im Fokus aktueller und zukünftiger strategischer Aktivitäten. Dabei ist es für uns wichtig und notwendig, unsere Lieferanten noch stärker in unsere Arbeit einzubeziehen – zum Beispiel durch Dialoge und Qualifizierungsmaßnahmen. Zusätzlich wirken wir in verschiedenen Initiativen daran mit, dass wichtige Rohstoffindustrien ihren Ressourcenverbrauch reduzieren.

Umwelt- und ressourcenschonend produzieren

1 Diese hohe Reduktion pro produziertem Fahrzeug von 2013/2014 bis 2019 konnte unter anderem durch eine Reklassifizierung von Gießereisanden in unserem Werk Mannheim erreicht werden, die seit 2017 für die Versiegelung von Deponien verwendet werden.

Anbieter/Datenschutz

Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Manfred Bischoff

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 19360
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315