Verkehrssicherheit

Assistenzsysteme: Prävention an erster Stelle

Wir verfolgen die Vision vom unfallfreien Fahren und verstehen uns als einer der Vorreiter bei Sicherheits- und Assistenzsystemen. Dank Vernetzung und Digitalisierung nimmt das Potenzial dieser Systeme weiter zu. Mit unserem integralen Sicherheitskonzept schöpfen wir es konsequent aus.

Mehr Sicherheit auf der Straße

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Die Weltgesundheitsorganisation hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Toten und Verletzten im Straßenverkehr von 2011 bis 2020 auf die Hälfte zu senken. Die EU will die Anzahl der Verkehrstoten bis 2050 auf nahe null bringen. Fahrzeughersteller haben durch die Einführung von Sicherheits- und Assistenzsystemen in Fahrzeugen die Möglichkeit, einen positiven Beitrag zur Erreichung dieser Ziele zu leisten – auch wenn unser Einfluss auf das Fahrerverhalten und die Infrastruktur begrenzt ist.

Sicherheit ist eine unserer zentralen Verpflichtungen gegenüber unseren Kundinnen und Kunden sowie allen anderen Menschen, die am Verkehr teilnehmen. Bereits 1969 begannen Mercedes-Benz Experten in der unternehmenseigenen Unfallforschung, kritische Verkehrssituationen und reale Unfälle mit Mercedes-Benz Fahrzeugen zu analysieren.

Seither haben sich die Standards in der Fahrzeug- und Verkehrssicherheit deutlich erhöht. Daimler unterstützt die Anstrengungen der Politik, durch geeignete Rahmenbedingungen weitere Fortschritte zu erreichen. Die Fahrzeugsicherheit gehört zu den Schwerpunkten bei der Entwicklung unserer Fahrzeuge. Damit möchten wir unseren Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten.

So haben wir zum Beispiel 2015 die CSR-Initiative „SAFE ROADS“ zunächst in Indien, später auch in China gestartet. Sie soll das Bewusstsein für Verkehrssicherheit bei der Bevölkerung schärfen, vor allem in Ländern mit einem hohen Unfallaufkommen. Alle zwei Jahre findet nun die Konferenz „SAFE ROADS India Summit“ mit Vertretern der Verkehrsbehörde und verschiedenen Interessengruppen statt – so auch 2019. Für 2020 prüfen wir Möglichkeiten, die Kampagne auf weitere Länder auszuweiten.

Ebenfalls in diesem Zusammenhang ist unsere weltweite Initiative für Verkehrssicherheit „MobileKids“ zu sehen. Mithilfe von Experten entwickelt, ist MobileKids seit 2001 weltweit aktiv. Ziel ist es, das Thema Sicherheit im Straßenverkehr und die Prävention von Unfällen zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Alltags von Eltern und Kindern werden zu lassen. Daimler hat durch seine internationale Präsenz die Möglichkeit, MobileKids-Aktivitäten an länderspezifische Bedürfnisse anzupassen und gemeinsam mit Partnern vor Ort umzusetzen. So werden mit MobileKids erstmals in der Geschichte der Verkehrssicherheitsarbeit mit einem einheitlichen Konzept Kinder auf der ganzen Welt angesprochen.

Wie wir die Fahrzeugsicherheit überprüfen und verbessern

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Mit unserer konzerneigenen Unfallforschung legen wir seit Jahrzehnten die Grundlagen für innovative Sicherheitstechniken und immer leistungsfähigere Systeme. Diesen Weg wollen wir kontinuierlich weitergehen.

Dabei orientieren wir uns selbstverständlich an der sich immer weiter verschärfenden Gesetzgebung beziehungsweise gehen über diese hinaus. Wir haben viele Lösungen entwickelt und in den Markt eingeführt. So hat die EU beschlossen, mit ihrer Überarbeitung der Richtlinie zur allgemeinen Fahrzeugsicherheit unter anderem alle neuen Lkw und Busse ab 2024 verpflichtend mit Abbiege-Warnsystemen auszustatten. Auch Assistenzsysteme zur Überwachung des Raumes vor und hinter dem Fahrzeug sind Teil dieser neuen Ausstattungspflichten.

Ergänzend zur externen Regulierung orientieren wir uns intern an der Richtlinie „Produktsicherheit“ der Daimler AG. Sie beschreibt die Anforderungen, Aufgaben, Prozesse und Zuständigkeiten in der Produktsicherheit und der Produkthaftungsprävention. Die Richtlinie soll dem Risiko vorbeugen, dass

  • fehlerhafte oder unsichere Produkte in den Verkehr gelangen und
  • die Daimler AG als Herstellerin für mögliche daraus resultierende Personen-, Sach- und Folgeschäden entsprechend den gesetzlichen Regelungen haften müsste und/oder mit empfindlichen Bußgeldern wegen Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorgaben belegt werden könnte sowie
  • einzelne Beschäftigte strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Im Fokus unserer Arbeit steht das ganzheitliche Konzept der „Integralen Sicherheit“, das bei uns bereits seit Jahrzehnten Anwendung findet. Unter diesem Begriff haben wir erstmals Ende der 1990er-Jahre Systeme der Fahrzeugsicherheit in vier Phasen eingeteilt, die den Fahrer unterstützen können: erstens während der Fahrt, zweitens bei Gefahr, drittens bei einem Unfall und viertens nach einem Unfall. Im Fokus steht in allen vier Phasen das reale Verkehrs- und Unfallgeschehen.

Systeme, die den Fahrer beim Fahren unterstützen (Phase 1) und sogar zur Not korrigierend eingreifen können (Phase 2), sowie präventive Insassenschutzsysteme (Phase 2, zum Beispiel PRE-SAFE®) werden mit der zunehmend besseren Umfelderkennung immer wirksamer.

Hochmoderne Sensoren und entsprechend vernetzte Algorithmen liefern die Grundlage für die sogenannte Sensor-Fusion. Dabei werden die Daten verschiedener Sensoren in einem oder mehreren Steuergeräten fusioniert und liefern so systemrelevante Daten für die jeweiligen Funktionen.

Unsere Geschäftsfelder Lkw, Vans, Omnibusse und Pkw sind sowohl untereinander als auch mit der zentralen Konzernforschung eng vernetzt. Jeder Bereich profitiert von den Entwicklungen und Erfahrungen des anderen. Im Sinne der Integralen Sicherheit können wir so stets auf die gesamte im Unternehmen vorhandene Expertise zurückgreifen.

Maßnahmen für sichere Fahrzeuge

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Daimler will mit modernen Fahrerassistenzsystemen und weiteren Schutzsystemen am Fahrzeug die Sicherheit im Straßenverkehr weiter deutlich erhöhen, stets im Sinne der Vision vom unfallfreien Fahren. Je nach Sparte und Kundenanforderung setzen wir vielfältige, eng miteinander verzahnte Sicherheitssysteme ein. Dank neuester IT und dem Engagement unserer Ingenieurinnen und Ingenieure können wir sie laufend weiter verbessern.

Pkw: Potenzial und Performance

ESF 2019

Mit dem neuen Experimentalsicherheits-Fahrzeug (ESF) 2019 zeigte Mercedes-Benz im Rahmen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im September 2019, an welchen Ideen die Sicherheitsexperten des Unternehmens momentan arbeiten. Das ESF 2019 basiert auf dem neuen Mercedes-Benz GLE Plug-in-Hybrid (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 1,3-1,1 l/100km; Elektrischer Energieverbrauch kombiniert: 28,7-25,4 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 34-29 g/km)1 und präsentiert ein ganzheitliches Sicherheits- konzept für ein Fahrzeug, das sowohl vollautomatisiert (SAE-Level 4) als auch manuell fahren kann. Unter den mehr als 20 Innovationen sind dabei sowohl seriennahe Entwicklungen als auch Ideen, die weit in die Zukunft reichen.

Neue V-Klasse mit 13 Assistenz- und Sicherheitssystemen

Mit dem Seitenwind-Assistenten, der den Fahrer dabei unterstützt, das Fahrzeug auch bei starken Seitenwindböen auf Kurs zu halten, und dem Aufmerksamkeits-Assistenten ATTENTION ASSIST hat die V-Klasse vor fünf Jahren die Sicherheitsstandards in ihrer Fahrzeugklasse neu definiert. Seit 2019 ist die V-Klasse auch mit Aktivem Brems-Assistenten bestellbar. Dieser kann erkennen, ob die Gefahr einer Kollision mit einem vorausfahrenden Fahrzeug besteht, und gibt zunächst ein optisches und akustisches Warnsignal. Reagiert der Fahrer, baut der Assistent den zur Situation passenden Bremsdruck auf. Bleibt die Reaktion aus, kann das System ihn bei eventuell notwendigen Bremsmanövern unterstützen. Im Stadtverkehr kann der Aktive Brems-Assistent auch auf stehende Hindernisse oder querende Fußgänger reagieren. Ebenfalls neu in der V-Klasse: der Fernlicht-Assistent Plus. Dieser unterstützt den Fahrer im Fernlichtmodus, indem er die Fahrbahn durchgehend gut ausleuchtet, ohne entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge zu blenden. Insgesamt stehen in der V-Klasse und der Reisemobilvariante Marco Polo bis zu 13 Assistenz- und Sicherheitssysteme zur Verfügung.

Vans: Assistenten, Trainings und Schutz vor Hochvoltkontakt

Ob Verbrenner oder elektrisches Fahrzeug: Wie bei allen anderen in Serie gefertigten Fahrzeugen der Marke gelten auch hier hohe Sicherheitsmaßstäbe.

Mercedes-Benz Sprinter

Zu den Systemen des neuen Sprinters gehören der radarbasierte Abstands-Assistent DISTRONIC sowie der Aktive Spurhalte-Assistent. Serienmäßig ist der Seitenwind-Assistent an Bord, der Transporterfahrten vor allem bei höheren Geschwindigkeiten deutlich sicherer macht. Ein modular aufgebautes Park-Paket rundet das Assistenz-Angebot ab: Mit umfassender Sensorik und der Bildanzeige der Rückfahrkamera auf dem Multimediadisplay vereinfacht es das Ein- und Ausparken. Erhältlich ist zudem ein Park-Paket mit 360-Grad-Kamera. Es besitzt vier Kameras, die auf dem Multimediadisplay die komplette Rundumsicht des Transporters aus der Vogelperspektive abbilden. Optional ist auch ein Totwinkel-Assistent verfügbar. Er dient dazu, den Bereich unmittelbar neben und hinter dem Auto zu überwachen.

Transporter Training

Seit 2003 wurden beim „Transporter Training on Tour“ mehr als 50.000 Fahrer geschult. In speziellen Fahrtechnikzentren erhielten sie eine Einweisung in die situationsgerechte Anwendung der Sicherheitstechnik in Transportern und Vans von Mercedes-Benz. Im Jahr 2019 haben wir das Angebot ausgesetzt und gründlich überarbeitet. 2020 geht es mit einem neuen Konzept wieder an den Start.

Sicherheit bei elektrischen Vans

Unsere Batterien verfügen aufgrund der geschützten Einbaulage über eine hohe Konzeptsicherheit. Zusätzliche Sicherheitsspezifikationen, die weit über offizielle Standards hinausgehen, erhöhen das Maß an Eigensicherheit. So sind in unseren elektrischen Vans die Batterien durch spezielle Abschirmungen im Unterboden gegen mechanische Beschädigungen von außen geschützt. Weiterhin verfügen unsere Batterien über ein mehrstufiges Sicherheitssystem, das zum Beispiel Temperatur- und Spannungsüberwachungen umfasst. Diese Überwachungsfunktionen können im normalen Betrieb bei einem eintretenden Fehlerfall zu einem Abschalten der Batterie führen. Bei einem Unfall wird die Batterie ab einer bestimmten Unfallschwere grundsätzlich automatisch spannungsfrei geschaltet („Crash-Abschaltung“).

Crash-Tests beim eVito

Der eVito absolviert die gleichen Fahrzeugerprobungen und Crash-Tests wie ein Vito mit Verbrennungsmotor. Der Antriebsstrang, die Hochvoltbatterie und -leitungen sind geschützt in einem Rahmen eingebettet. Eine zusätzliche Platte schirmt das Batteriesystem von unten gegen Beschädigungen ab. Alle Hochvoltleitungen sind aufwendig isoliert. Die Hochvoltkabel sind an ihrer orangefarbenen Ummantelung zu erkennen. Zudem wird ständig überwacht, ob die Kabel richtig verbunden sind. Gegebenenfalls wird das Hochvoltsystem automatisch abgeschaltet. Erkennen die Crash-Sensoren einen schwereren Unfall, bei dem zum Beispiel Airbags aktiviert werden, schaltet sich das Hochvoltsystem des Fahrzeugs umgehend spannungsfrei. Für Rettungskräfte ist zudem eine „Rettungstrennstelle“ unter dem Beifahrersitz eingebaut. Damit können sie die Stromversorgung auch manuell unterbrechen.

Lkw: Bessere Systeme und offener Dialog

Auch Lkw sind immer wieder an Unfällen beteiligt – sei es bei Auffahrunfällen an einem Stauende oder wenn der Fahrer beim Abbiegen Fußgänger oder Radfahrer übersieht. Für Daimler ist jeder Unfall einer zu viel. Deshalb entwickeln wir unsere Systeme zur Unfallvermeidung laufend weiter und beteiligen uns am gesellschaftlichen Dialog zu diesem Thema.

Mercedes-Benz Actros mit Active Brake Assist 5

Der neue Actros verfügt über das Notbremsassistenzsystem Active Brake Assist 5. Neu für den Lkw-Bereich ist daran die Zusammenarbeit von Radar- und Kamerasystem. Gegenüber der Vorgängerversion konnte so die Reaktion auf Personen verbessert werden. Der Active Brake Assist 5 kann in einem Geschwindigkeitsbereich bis 50 km/h auf querende, entgegenkommende oder in der eigenen Spur laufende Personen reagieren. Wird eine solche Situation erkannt, wird ein mehrstufiges Warnsystem ausgelöst. Reagiert der Fahrer nicht darauf, kann der Active Brake Assist 5 das Fahrzeug auf dem schnellsten Weg zum Stehen bringen.

Der Active Brake Assist ist nur eines von vielen aktiven Assistenzsystemen, mit denen wir das Sicherheitsniveau im neuen Actros nochmals erhöhen. Neben dem Active Brake Assist 5 bieten wir im neuen Actros als ersten Serien-Lkw weltweit den Active Drive Assist für teilautomatisiertes (SAE-Level 2) Fahren, die MirrorCam anstelle von Haupt- und Weitwinkelspiegel sowie einen Abbiege-Assistenten mit Fußgänger- und Radfahrererkennung an. Wir haben den Abbiege-Assistenten bereits 2016 als erster Hersteller ab Werk eingeführt. Bis heute sind wir der einzige Hersteller, der ein so vollständig ins Fahrzeug integriertes System anbietet. Um die Sicherheit auf den Straßen weiter zu erhöhen, bieten wir dieses System ab 2020 auch als Nachrüstlösung für bestehende Mercedes-Lkw an. Wir gehen die Verbreitung bestehender aktiver Sicherheitssysteme noch systematischer an, um die Sicherheit im Straßenverkehr weiter zu erhöhen. Aus diesem Grund wird der Active Brake Assist 5 ab 1. Januar 2020 in Europa serienmäßig in jedem neuen Actros und Arocs verbaut sein, sofern ein Notbrems-Assistent gesetzlich vorgeschrieben ist. Unser Abbiege-Assistent wird ab sofort als Nachrüstlösung für viele gängigen Modelle von Actros, Arocs und Econic ab dem Baujahr 2017 verfügbar sein. Die innovativen Sicherheitssysteme sind auch ausschlaggebend für die Auszeichnung des Mercedes-Benz Actros zum Truck of the Year 2020.

Auszeichnung für Freightliner in Las Vegas

Im Januar 2019 erhielt der neue Freightliner Cascadia von Daimler Trucks North America auf der Consumer Electronics Show den renommierten „Best Transportation Technology Award“. Der neue Cascadia enthält zahlreiche Verbesserungen. Unter anderem ist das Fahrzeug mit Detroit Assurance 5.0 ausgestattet, dem US-Äquivalent zum Active Brake Assist 5. Per Adaptive Cruise Control hält der Lkw zudem sichere Abstände zu vorausfahrenden Fahrzeugen ein. Mit diesen und weiteren Funktionen wie Sideguard Assist, Lane Keep Assist und Lane Departure Protection ist der neue Cascadia der erste Serien-Lkw mit teilautomatisierten Fahrfunktionen (SAE-Level 2) auf nordamerikanischen Straßen. Das bedeutet, dass das hoch entwickelte Fahrerassistenzsystem den Fahrer sowohl in Fahrtrichtung als auch seitwärts dabei unterstützt, sich sicher durch den Straßenverkehr zu bewegen.

Mercedes-Benz Trucks Safety Dialogue

Im November 2019 luden wir Experten aus Politik und Wirtschaft, etwa von der DEKRA-Unfallforschung und vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V., in das Mercedes-Benz Nutzfahrzeugzentrum nach Berlin ein. Dort diskutierten wir mit ihnen über Möglichkeiten, die Verkehrssicherheit im Zusammenhang mit Lastkraftwagen für alle Verkehrsteilnehmer weiter zu erhöhen. Im Mittelpunkt des Safety Dialogue standen insbesondere Systeme der aktiven Sicherheit, die den Fahrer bei seiner Arbeit unterstützen und so Unfälle verhindern können.

Busse: Sicherheitskonzept bedarfsspezifisch angepasst

Das Sicherheitskonzept von Daimler Buses setzt sich aus vielen Bausteinen zusammen: Im Zentrum stehen fahrzeug- und einsatzspezifische Sicherheitsausstattungen, die die aktive und passive Sicherheit der Busse erhöhen. Gerade im Stadtverkehr werden spezifische Systeme benötigt. Ein Beispiel dafür ist der Preventive Brake Assist: Der erste aktive Bremsassistent für Stadtlinienbusse warnt vor einer Kollision mit sich bewegenden Fußgängern sowie mit stehenden oder fahrenden Objekten und leitet bei akuter Kollisionsgefahr automatisch ein Bremsmanöver ein. Warnkaskade und Bremseingriff sind auf den Einsatz im Stadtverkehr ausgelegt. Gefahrenpotenzial im Stadtverkehr gibt es zudem bei Abbiegemanövern. Als weltweit erste Omnibusmarken bieten Mercedes-Benz und Setra deshalb den Abbiege-Assistent Sideguard Assist mit Personenerkennung an. Die Arbeitsweise des Sideguard Assist ist mehrstufig: Er informiert den Fahrer zunächst, wenn sich ein relevantes Objekt in der Warnzone befindet. In einem zweiten Schritt wird der Fahrer gewarnt, falls er eine Aktion einleitet oder fortsetzt und dabei die Gefahr einer Kollision besteht. Erkennen die Sensoren darüber hinaus beim Abbiegen in der Abbiegekurve des Omnibusses ein stationäres Hindernis wie eine Ampel oder einen Poller, erfolgt ebenfalls eine optische und haptische Warnung.

Wichtig sind auch Trainings für Fahrerinnen und Fahrer, die ihnen dabei helfen, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Vermittelt wird auch das richtige Verhalten bei einem Unfall. Fahrgastinformationen zum Umgang mit den Sicherheitseinrichtungen an Bord – beginnend mit dem Anlegen des Sicherheitsgurts – sind ebenfalls Teil des Konzepts. Hinzu kommen weitere Maßnahmen wie eine verantwortungsbewusste Wartung der Fahrzeuge oder die Verwendung von geprüften Originalersatzteilen.

Busfahrertraining OMNIplus

Seit 27 Jahren führt OMNIplus, die Servicemarke für Omnibusse von Mercedes-Benz und Setra, deutschlandweit Trainings für Fahrerinnen und Fahrer durch. Durchschnittlich nehmen pro Jahr mehr als 700 Fahrer von Reise-, Stadt- und Schulbussen erfolgreich daran teil. Insgesamt durchliefen bis heute über 19.000 Personen die Schulungen.

Neue Technik erfordert neue Crash-Tests

In unserem Technologiezentrum Fahrzeugsicherheit (TFS) in Sindelfingen testen wir die Sicherheit unserer Fahrzeuge und Teilsysteme mit modernster Prüftechnik. Arbeitsschwerpunkte bilden weltweite Testkonfigurationen aus Gesetzen, Ratings und internen Prüfungen. Dazu gehört auch die Absicherung von Fahrzeugkonzepten mit alternativen Antrieben. In der Crash-Test-Halle des TFS können jährlich rund 900 Crash-Tests sowie rund 1.700 Schlittenversuche durchgeführt werden. Das Gebäude verfügt über einen stützenfrei überdachten Teil, der mit 90 mal 90 Metern größer ist als ein internationaler Fußballplatz.

Röntgentechnologie bei Crash-Versuchen

Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik und dem Ernst-Mach-Institut in Freiburg testet der Bereich Fahrzeugsicherheit von Mercedes-Benz den Einsatz von Röntgentechnologie bei Crash-Versuchen. Dadurch ließe sich das Verhalten sicherheitsrelevanter Bauteile im Fahrzeuginneren untersuchen. Die Ultrakurzzeit-Röntgentechnologie produziert während eines Crashtests Standbilder von definierten Bereichen in gestochen scharfer Qualität: Das Ziel von 1.000 Bildern pro Sekunde scheint in greifbarer Nähe zu sein. Die Daten aus dem Röntgen-Crash sollen mit computergestützten Simulationsmodellen zusammengeführt werden. So entstehen hochdynamische 3-D-Simulationen. Mithilfe der Simulation wollen wir die Prognosezuverlässigkeit verbessern und das Verhalten eines Bauteils noch effizienter und zielgerichteter optimieren.

Auf Kollisionskurs im Auftrag der Sicherheit

Bereits seit 60 Jahren finden bei Mercedes-Benz systematische Crash-Tests statt: Am 10. September 1959 prallte ein erster Versuchswagen frontal gegen ein festes Hindernis. Damit begann eine neue Ära für die Sicherheitsforschung. Denn von nun an ließ sich das Verhalten von Fahrzeugen und Insassen bei Autounfällen anhand der Testwagen und Versuchspuppen genauer untersuchen.

Verkehrssicherheit und gesellschaftliches Engagement

Um unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, haben wir 2015 die CSR-Initiative „SAFE ROADS“ gestartet. Sie soll das Bewusstsein für Verkehrssicherheit in Indien schärfen. Ein weiteres Beispiel ist unsere weltweite Initiative für Verkehrssicherheit „MobileKids“. Ihr Ziel ist es, das Thema Sicherheit im Straßenverkehr und die Prävention von Unfällen zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Alltags von Eltern und Kindern zu machen.

So bewerten wir die Wirksamkeit unseres Managementansatzes

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Die Modelle von Mercedes-Benz erhalten immer wieder Bestnoten in Sicherheitstests unabhängiger Institute. Besonders hervorzuheben sind die Spitzenbewertungen, die wir regelmäßig vom US-amerikanischen Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) bekommen. Beim IIHS-Rating werden neben der Crash-Sicherheit auch Systeme zur Unfallvermeidung bewertet. Für das Modelljahr 2019 erhielten die Mercedes-Benz Limousinen der C- und E-Klasse sowie die SUV-Modelle, der GLC und der GLE das begehrte Prädikat „2019 Top Safety Pick+“. Die Europäische Verbraucherschutzorganisation European New Car Assessment Programme (Euro NCAP) hat im Berichtsjahr folgende Baureihen mit jeweils fünf Sternen bewertet: Mercedes-Benz GLB, CLA, EQC (EQC 400 4MATIC: Stromverbrauch (nach NEFZ kombiniert) beträgt 21,3-20,2 kWh/100km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1, B-Klasse, GLE und die G-Klasse. Fünf Sterne bedeuten gute Gesamtnoten für Aufprallschutz sowie umfassende Ausstattung mit praxisgerechter Unfallvermeidungstechnologie, die für alle Käufer in Europa verfügbar ist. 2018 hat die Euro NCAP strengere Tests eingeführt. Sie legen unter anderem den Fokus auf den Schutz gefährdeter Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger.

1 siehe Anhang zu Labeling

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