Partnerschaften

Dialog und Austausch herstellen

Als weltweit tätiges Unternehmen begegnen wir unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen und Entscheidungen, die unser geschäftliches Handeln maßgeblich beeinflussen. Für Daimler ist es deshalb wichtig, dass wir die Interessen unseres Unternehmens im offenen und vertrauensvollen Dialog vertreten und gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Mit Politik und Gesellschaft im Gespräch

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Politische Interessenvertretung bedeutet, im ständigen Dialog mit Entscheidungsträgern zu sein. Zu diesen Entscheidungsträgern gehören unter anderem Politiker, Regierungsmitglieder, Amtsträger, Vertreter politischer Interessengruppen, Handelsorganisationen und Verbände. Mit ihnen tauschen wir uns auf vielen Ebenen aus, hören zu, platzieren unsere Anliegen und übernehmen gesellschafts­politische Verantwortung. Auch das Gespräch mit Vertretern von Nicht­regierungs­organisationen und gesellschaftlichen Bewegungen gehört zu unseren Aufgaben und wird immer wichtiger.

Unsere Strategie der politischen Interessenvertretung folgt stets der Unternehmensstrategie – daher spielt die Transformation der Automobilindustrie eine besonders wichtige Rolle. Zu diesem Zweck haben wir verschiedene Veranstaltungs- und Dialogformate entwickelt. Mit diesen Formaten gehen wir gezielt auf Entscheidungsträger und andere gesellschaftliche Akteure zu, um über die automobilen Kernthemen hinaus relevante Zukunftsfragen zu diskutieren. Dabei sind wir allen relevanten Stakeholdern gegenüber dialogbereit und berücksichtigen andere Sichtweisen in unserem Handeln.

Im Gegenzug bringen unsere Beschäftigten ihr Know-how und Engagement in diesen Austausch ein. So beteiligen wir uns am Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg, an der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität der Bundesregierung und vielen anderen Foren. Hierbei arbeiten wir mit Vertretern von Regierungen, politisch und gesellschaftlich engagierten Gruppen, Meinungsführern und Experten an der Transformation der Automobilindustrie zusammen.

Wie wir unsere Arbeit verantwortungsvoll gestalten

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Daimler hat sich Grundsätze für den politischen Dialog und die Interessenvertretung gegeben. Dabei wahren wir politische Zurückhaltung und Ausgewogenheit. Im Zentrum steht die Neutralität im Umgang mit politischen Parteien und Interessenvertretungen.

Mit verschiedenen Instrumenten wollen wir gewährleisten, dass unsere politische Interessenvertretung mit geltenden Vorschriften und ethischen Standards im Einklang steht. Dabei finden in der Verbandsarbeit und der Kooperation mit anderen Unternehmen die kartellrechtlichen Vorgaben besondere Beachtung.

Unsere unternehmensintern verbindlichen Vorgaben sind unter anderem in einer weltweit gültigen Richtlinie und in der Verhaltensrichtlinie des Konzerns festgeschrieben.

Die entsprechende Richtlinie „Lobbying und politische Zuwendungen/Parteispenden“ regelt den Umgang mit Zuwendungen, die Vergabe von Parteispenden und die Handhabung weiterer Instrumente zur politischen Interessenvertretung. Beide Richtlinien finden Beschäftigte in der Richtliniendatenbank im Intranet. 

Daimler ist zudem im Transparenzregister der Europäischen Union gelistet und erkennt dessen Verhaltenskodex an.

Die genannten Richtlinien regeln auch den Umgang mit Risiken im Zusammenhang mit der politischen Interessenvertretung. Die Risiken sind zudem durch konzernweit verankerte Compliance-Prozesse berücksichtigt. Beschwerden und Hinweise im Zusammenhang mit unseren Aktivitäten zur politischen Interessenvertretung nimmt unser Hinweisgebersystem BPO entgegen. Zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und unternehmensinternen Richtlinien finden regelmäßig für die Beschäftigten der Konzerngesellschaften des Daimler-Konzerns und der Daimler AG, die unsere Interessen vertreten und dem Bereich External Affairs nicht organisatorisch unterstehen, Schulungen statt.

Interessenvertretung zentral koordiniert

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Zentrale Koordinierungsstelle für den Dialog mit der Politik auf nationaler wie internationaler Ebene ist der Bereich Politik und Außenbeziehungen (External Affairs). Er hat seinen Sitz in Stuttgart und gehört zum Ressort des Vorstandsvorsitzenden. Die Arbeit des Bereichs wird in einem weltweiten Netzwerk mit Außenbüros in Berlin, Brüssel, Peking, Singapur, Madrid und Washington sowie über Repräsentanten in den Märkten organisiert. Unser Ziel sind die politische Interessenvertretung mit konzernweit abgestimmten Inhalten und eine koordinierte Ansprache von politischen und gesellschaftlichen Zielgruppen.

Der Leiter des Bereichs leistet als ständiges Mitglied im Group Sustainability Board bei vielen nachhaltigkeitsrelevanten Themen einen aktiven Beitrag. Darüber hinaus stimmt sich External Affairs eng mit den Vorständen und Fachbereichen über Fragen der Interessensvertretung ab.

Dazu lädt External Affairs unter anderem zu sogenannten Governmental Affairs Committees ein. In diesen Treffen stimmen der Leiter und weitere Vertreter des Bereichs mit Vorständen und Führungskräften der Topmanagement-Ebene die für das Unternehmen entscheidenden Positionen und Vorgehensweisen ab.

Beschäftigte von kontrollierten Konzerngesellschaften des Daimler-Konzerns und der Daimler AG, die unsere Interessen vertreten und dem Bereich External Affairs (EA) nicht organisatorisch unterstehen, müssen sich gemäß unserer Richtlinie bei EA registrieren lassen und werden vom ihm hierfür geschult. Beschäftigte im Bereich External Affairs wählen wir im Rahmen der standardisierten Daimler-Personalprozesse aus. Die Vergütung dieser Personen entspricht der von Beschäftigten derselben Hierarchieebenen im Konzern.

In verschiedenen Formaten stellt External Affairs den kontinuierlichen Informationsaustausch sicher. Je nach dem sind dazu die Beschäftigten von External Affairs sowie die Kollegen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit im Ausland als politische Interessensvertreter für Daimler tätig werden, eingeladen.

Was wir erreichen wollen

Übergeordnetes Ziel unserer Interessenvertretung ist es, unternehmerische und gesellschaftliche Interessen miteinander in Einklang zu bringen. Konkret geht es uns in unseren Gesprächen mit politischen Entscheidern darum, mehr Planungssicherheitfür Daimler zu erreichen und unsere Ideen in gesellschaftliche Veränderungsprozesse einzubringen.

Klimaschutz und Luftreinhaltung

Für Daimler ist das Pariser Klimaabkommen mehr als eine Verpflichtung – es ist eine Überzeugung.

Wir setzen uns für technologieoffene Rahmenbedingungen aus der Politik ein und gegen einseitige Förderung nur einer Technologie.

Kurzfristig setzen wir auf batterieelektrische Antriebe in den hierfür geeigneten Fahrzeugen und Anwendungsfällen. Flächendeckende Ladeinfrastruktur, wie zum Beispiel Schnellladestationen an Autobahnen, mit einheitlichen Technologien und kundenfreundlichem Bezahlsystem sind wesentliche Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Elektromobilität. 

Die CO2 Reduzierung bis zur –Neutralität kann nur erfolgreich sein, wenn die Energieerzeugung und – quellen CO2-frei sind. Zudem muss jede Antriebsart ihren Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Zur Erreichung der Klimaschutzziele gehen wir daher davon aus, dass mittel- und langfristig auch sogenannte E-Fuels eine wichtige Rolle spielen werden.

Hier könnten Brennstoffzellen-Fahrzeuge eine klimafreundliche Alternative darstellen. Das gilt insbesondere für Anwendungen mit einem hohen Energiebedarf. Ein Beispiel dafür sind schwere Fahrzeuge im Langstreckeneinsatz wie Long Haul Trucks.

Zudem sollten die Besteuerungs- und Incentivierungssysteme für alternative Antriebe in den EU-Mitgliedsstaaten möglichst homogen sein. 

Eine zukünftige Emissionsregulierung zur weiteren Verbesserung der Luftqualität sollte sich an tatsächlich zu erwartenden oder noch bestehenden Luftqualitätsproblemen orientieren und nach Möglichkeit international harmonisiert sein. Zukünftige Messmethoden müssen technisch ausgereift und robust sein. Zur Umsetzung benötigt die Industrie eine ausreichende Vorlaufzeit.

Lebenswerte Städte

Den Bürgern saubere, sichere, allgemein zugängliche und auch bezahlbare Mobilität zu bieten und so die Lebensqualität in Städten zu erhöhen, kann nur durch eine intelligente Nutzung und Verknüpfung aller Verkehrsträger erreicht werden. Hierbei müssen die verschiedenen Verkehrsträger entsprechend ihren Stärken kontextbasiert eingesetzt werden. 

Fahrzeugsicherheit

Fahrzeug- und Verkehrssicherheit waren, sind und bleiben Schwerpunkte der Entwicklung unserer Fahrzeuge. Daimler unterstützt die Anstrengungen der Politik, den Rahmen für weitere Verbesserungen in der Verkehrssicherheit zu setzen.

Menschenrechte

Die Achtung von Menschenrechten ist ein essenzieller Bestandteil unserer nachhaltigen Geschäftsstrategie und bleibt eine Daueraufgabe. Wir wollen menschenrechtlichen Risiken entgegenwirken und streben eine Mobilität ohne Menschenrechtsverletzungen an.

Für die Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsanforderungen entlang der Lieferkette befürworten wir die Schaffung international einheitlich akzeptierter Standards. Wichtig ist jedoch, dass eine Regulierung angemessen und für Unternehmen auch umsetzbar ist. Der Verantwortungsbereich menschenrechtlicher Sorgfalt muss klar definiert werden. Sorgfaltspflichten sollten auf tatsächliche wirtschaftliche Einflussmöglichkeiten und juristische Durchgriffsmöglichkeiten entlang der Liefer- und Wertschöpfungskette begrenzt werden.

Nachhaltige Finanzierung

Daimler unterstützt das Ziel der nachhaltigen Finanzierung, um Investitionen für ein nachhaltiges Wachstum zu fördern. Eine richtig konzipierte Taxonomie bietet das Potenzial, den Märkten mehr Klarheit zu verschaffen und Investitionen in nachhaltige Aktivitäten zu lenken.

Standortspezifische Fragen

Wir stehen im engen Austausch mit den Stakeholdern aus Politik und Gesellschaft im lokalen Umfeld unserer Standorte; dabei ist es unser oberstes Ziel, die Interessen des Werks und die Anliegen der lokalen Stakeholder in Einklang zu bringen.

Handelspolitik

Als global tätiges Unternehmen setzt Daimler auf freien und fairen Handel. Freier Handel und Investitionen sind Schlüsselfaktoren für Innovationen, Beschäftigung, Wachstum und Wohlstand. 

Arbeitsgesetzgebung

Um den Anforderungen der Digitalisierung und der Transformation der Automobilindustrie gerecht zu werden, setzen wir uns für eine Modernisierung der Arbeitsgesetze ein.

Eine besondere Bedeutung messen wir den Rechten der internationalen Menschenrechtscharta und den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) bei.

Maßnahmen für eine transparente Interessenvertretung

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Daimler möchte sich als glaubwürdiger und zuverlässiger Gesprächspartner in politische und öffentliche Meinungsbildungsprozesse einbringen. Wir kommunizieren deshalb verlässlich und faktenbasiert mit Regierungen, Verbänden und Organisationen sowie gesellschaftlichen Interessengruppen und greifen deren Anregungen in unserem Handeln auf. Hierbei berücksichtigen wir das gesellschaftliche Interesse an Transparenz und Offenheit.

Politischer Dialog und Interessenvertretung

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern wirken Daimler-Beschäftigte in verschiedensten öffentlichen und politischen Beiräten mit. Zum Beispiel nehmen wir am Expertenkreis zu europapolitischen Fragen im Ministerium der Justiz und für Europa Baden-Württemberg teil. Zudem haben wir 2019 verschiedene Dialogveranstaltungen durchgeführt: Gemäß unserer Strategie zur politischen Interessenvertretung rücken wir dabei die Transformation der Automobilindustrie in den Mittelpunkt. Im Februar und November stellten sich die Vorstandsmitglieder Renata Jungo Brüngger (Integrität und Recht) und Wilfried Porth (Personal und Arbeitsdirektor) hierzu dem politischen Dialog mit ausgewählten hochrangigen Stakeholdern aus der Region Stuttgart. 

Auch außerhalb Deutschlands haben wir unsere Stakeholder im Berichtsjahr zu verschiedenen Dialogveranstaltungen eingeladen. Beispielsweise organisierten wir anlässlich der Eröffnung des neuen Motorenwerks in Jawor, des ersten Produktionsstandorts von Mercedes-Benz Cars in Polen, die Dauerausstellung „Mercedes-Benz meets Jawor“. Die Ausstellung informiert die ansässige Bevölkerung über das neue Werk sowie über unser Unternehmen und seine Geschichte. Seit der Eröffnung haben rund 6.000 Menschen die Ausstellung besucht. 

Parteispenden und politische Zuwendungen

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Jegliche Parteispenden (unabhängig von der Höhe) sowie Zuwendungen ab 50.000 Euro (einschließlich Steuern) an andere Organisationen bedürfen vorab der Genehmigung durch den gesamten Vorstand der Daimler AG. Für die Entscheidung ist eine Stellungnahme von External Affairs erforderlich. 2019 hat der Vorstand beschlossen, nicht an politische Parteien zu spenden. Diese Entscheidung ist unabhängig von aktuellen politischen sowie wirtschaftlichen Ereignissen gefallen.

Mitgliedschaften in Verbänden und Initiativen

Neben dem direkten Austausch mit politischen Entscheidungsträgern engagieren wir uns auch mittelbar über die großen Industrieverbände wie etwa den Verband der Automobilindustrie in Deutschland (VDA). Auf diese Weise beteiligen wir uns an vielen politisch relevanten Debatten, zum Beispiel zur Luftreinhaltung in deutschen Städten und zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität. Mit unserem Know-how und unserer Technologie wirken wir aktiv an Lösungen mit. Des Weiteren sind wir in regelmäßigem Kontakt mit Vertretern der Zivilgesellschaft sowie mit anderen Unternehmen. Neben den von uns initiierten Dialogen engagieren wir uns in weiteren Verbänden, Gremien und Nachhaltigkeitsinitiativen.

So bewerten wir die Wirksamkeit unseres Managementansatzes

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Der Bereich External Affairs berichtet dem Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung regelmäßig über seine Aktivitäten und lässt die Rückmeldung der Beiratsmitglieder in seine Planung einfließen. Darüber hinaus erstattet External Affairs auch dem Aufsichtsrat der Daimler AG regelmäßig Bericht.

Anbieter/Datenschutz

Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Manfred Bischoff

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 19360
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315