Klimaschutz & Luftreinhaltung

Auf dem Weg zur CO2-neutralen Produktion

Klima- und Umweltschutz spielen schon bei der Herstellung unserer Fahrzeuge eine wichtige Rolle. Unser Ziel: Bis spätestens 2039 wollen wir in allen unseren Werken CO2-neutral produzieren, in Europa bereits ab 2022. Um auch in unseren Werken einen Beitrag zur Luftreinhaltung zu leisten, arbeiten wir außerdem an der Reduzierung von Luftemissionen.

CO2- und Luftschadstoffemissionen senken

GRI 103-1

In unserer nachhaltigen Geschäftsstrategie haben wir unseren ganzheitlichen Anspruch formuliert, die Mobilität der Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Dazu gehört nicht nur, die CO2- und Luftschadstoffemissionen unserer Fahrzeuge zu reduzieren. Auch unsere Werke und die Lieferkette nehmen wir dabei in den Blick. Mit dem Ziel, langfristig CO2-neutral zu produzieren, kommen wir unserer Selbstverpflichtung nach und erfüllen gleichzeitig nationale und internationale Klimaschutzvorgaben.

Neben CO2-Emissionen gilt unser Augenmerk auch den Luftschadstoffemissionen aus unseren Werken. Sie zu verringern, ist eine ständige Aufgabe und Herausforderung – sowohl für unsere Werks- und Anlagenplanung als auch für den täglichen Betrieb. Von besonderer Bedeutung sind sogenannte flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds – VOC) vor allem aus unseren Lackieranlagen. Stickoxid- und Schwefeloxidemissionen aus eigenen Feuerungs- und Energieerzeugungsanlagen und Feinstäube aus zum Beispiel Schweißrauchabsaugungen der Rohbaubereiche, aber auch aus unseren Energieerzeugungsanlagen sind ebenfalls bedeutsame Luftschadstoffe.

Wie wir die Produktion umwelt- und klimafreundlicher gestalten

GRI 103-2

Daimler verfügt weltweit über circa 70 Produktionsstandorte, die jeweils unterschiedlichen regionalen und nationalen Gesetzen bezüglich Luftreinhaltung unterliegen. Wir haben organisatorische und technische Maßnahmen getroffen, um die jeweiligen rechtlichen Grenzwertvorgaben in Bezug auf Luftemissionen einzuhalten.

Der Umweltschutz in der Produktion wird geschäftsbereichsübergreifend über drei regionale Gremien zentral gesteuert und koordiniert (Deutschland/Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien). Sie dienen vor allem der unternehmens- und werksübergreifenden Vernetzung unserer Umweltexperten und zur Erarbeitung weltweit akzeptierter Standards und Vorgehensweisen. Somit soll eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung durch Entwicklung von Standards, Austausch bewährter und innovativer Verfahren und Kommunikation von Zielen erreicht werden.

Eigene Prozesse prüfen

An unseren Produktionsstandorten stellen die örtlichen Verantwortlichen im Austausch mit den zuständigen Genehmigungsbehörden sicher, dass unsere Werke alle lokal geltenden Emissionsvorschriften kennen und einhalten. Darüber hinaus werden jährlich emissionsbezogene Daten der Werke in dem zentral geführten Daimler Umweltdaten-Informationssystem „DUDIS“ erhoben.

Interne und externe Beschwerdemöglichkeiten

Sollten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf eventuelle Missstände im Umweltschutz aufmerksam werden, können sie dies gegenüber ihren jeweiligen Vorgesetzten melden. Auch Anlieger von Werken oder benachbarte Unternehmen können uns über emissionsbedingte Auffälligkeiten oder Missstände informieren, indem sie sich an den Umweltschutzbeauftragten des Werks wenden. Dieser wird die Ursache der Beschwerde untersuchen und, falls erforderlich, umgehend Gegenmaßnahmen einleiten. Die Umweltschutzbeauftragten haben ein Vortragsrecht bei ihren jeweiligen Standortleitungen.

Klimaschutzziele für unsere Werke

Wir haben uns folgende Klimaschutzziele für unsere Werke gesetzt:

  • Ab 2022: CO2-neutrale Produktion in unseren europäischen Werken aller Geschäftsbereiche
  • Bis 2039: CO2-neutrale Produktion in allen Werken und allen Geschäftsbereichen weltweit
  • Bei Mercedes-Benz Cars & Vans streben wir an, die absoluten Scope-1- und -2-Emissionen um 50 Prozent bis 2030 gegenüber dem Referenzjahr 2018 zu reduzieren. Außerdem sollen die Scope-3-Emissionen aus der Nutzungsphase unserer Mercedes-Benz Pkw und Vans bis 2030 um 42 Prozent pro Fahrzeugkilometer reduziert werden – verglichen mit 2018. Diese Ziele wurden uns von der Science Based Targets Initiative bestätigt.

CO2-neutrale Energieversorgung

Alle Standorte der Daimler AG in Deutschland beziehen ab Januar 2022 Strom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Ein standortübergreifender Stromvertrag sichert die vollständige Deckung des Strombedarfs zu jeder Zeit aus Wind-, Solar- und Wasserkraft. Den Rest erzeugen wir in eigenen hocheffizienten Gas-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen).

Die dabei entstehenden CO2-Emissionen wollen wir ab 2022 durch geeignete Kompensationsprojekte ausgleichen. Das bedeutet, dass wir Klimaschutzprojekte unterstützen, die zu einer Reduzierung von Treibhausgasemissionen beitragen. Auch alle anderen Energiebezüge der Werke, wie zum Beispiel Erdgas, Fernwärme für die Gebäudeheizung oder Kraftstoffe für den innerbetrieblichen Verkehr, werden wir künftig kompensieren. Die Kompensation erfolgt mit CER-Zertifikaten nach Gold Standard.

3.1 Energieverbrauch in der Produktion

Neue Fabriken in Deutschland und Europa planen wir von Beginn an mit einer CO2-neutralen Energieversorgung: Das Werk in Hambach (Frankreich) bezieht heute schon seinen kompletten Strombedarf aus erneuerbaren Energiequellen. Wir haben an einer Vielzahl von Werksstandorten Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) installiert. Im Jahr 2019 wurden an den Standorten Brixworth (Großbritannien) und Kassel (Deutschland) PV-Anlagen zur direkten Stromnutzung im Werk installiert. Umfangreiche Analysen und Planungen zur Installation weiterer großer PV-Anlagen laufen an vielen weiteren nationalen und internationalen Werksstandorten.

Im Werk Sindelfingen entsteht zurzeit unsere „Factory 56“, eine der modernsten Automobilproduktionen der Welt. Die „Factory 56“ wird bereits bei Inbetriebnahme CO2-neutral mit Energie versorgt. Auf dem Dach befindet sich eine PV-Anlage, die selbst erzeugten grünen Strom für die Halle einspeist. Dazu kommt eine Vielzahl von Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs. Circa 40 Prozent der Dachfläche werden extensiv begrünt. Damit wird neben einem Ausgleich versiegelter Bodenflächen und einer Regenwasserrückhaltung auch eine Verbesserung des Raumklimas in der Halle erreicht.

Auch das Mercedes-Benz Werk Jawor (Polen) wird direkt ab Inbetriebnahme CO2-neutral produzieren. Für den CO2-neutralen Standort liefert der rund 10 Kilometer entfernte Windpark Taczalin umweltfreundliche Energie. Die 22 Windräder verfügen zusammen über eine installierte Leistung von 45,1 MW. Entwickler und Betreiber des Windparks ist die VSB Gruppe. Als Stromabnehmer sichert Daimler damit langfristig die Grünstromversorgung des Standorts ab.

Unsere Batterieproduktion

Die Montage von Antriebsbatterien findet in einem eigenen Batterie-Produktionsverbund auf drei Kontinenten statt. Sie ist von elementarer Bedeutung für die Produktion elektrischer Fahrzeuge.

Insgesamt besteht der Batterie-Produktionsverbund aus neun Fabriken an sieben Standorten auf drei Kontinenten. Die erste Fabrik in Kamenz (Deutschland) ist im Serienbetrieb. Die zweite Fabrik in Kamenz, die Batteriefabrik am Standort Peking (China) und in Bangkok (Thailand) begannen 2019 mit der Serienproduktion. Die Batteriefabriken in Stuttgart Untertürkheim (Deutschland), Tuscaloosa (USA) und Jawor (Polen) sind im Aufbau.

Im Berichtsjahr hat das Mercedes-Benz Werk Bangkok (Thailand) die lokale Fertigung für Mercedes-Benz Plug-in-Hybrid-Batterien aufgenommen. Die Mercedes-Benz AG hat gemeinsam mit den lokalen Partnern Thonburi Automotive Assembly Plant und Thonburi Energy Storage Systems insgesamt mehr als 100 Mio. Euro in die Batterieproduktion und eine Erweiterung des bestehenden Fahrzeugwerks investiert. Große Solaranlagen auf den Dächern der Produktionsgebäude tragen zu unserem Ziel einer CO2-neutralen Produktion bei. Überschüssiger Solarstrom wird in sogenannten Second-Life-Batteriespeichersystemen aus wiederverwerteten Elektrofahrzeugbatterien zwischengespeichert. Hierbei arbeitet das Werk eng mit der Mercedes-Benz Energy GmbH zusammen. Die stationären Speichersysteme können die Wirtschaftlichkeit und Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen verbessern.

Die Produktion von Antriebsbatterien mit Lithium-Ionen-Technologie ist sehr ressourcen- und energieintensiv. Auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität hat sich Mercedes-Benz deshalb das Ziel gesetzt, bereits für die nächste Fahrzeuggeneration der Produkt- und Technologiemarke EQ zu etwa einem Drittel Batteriezellen zu beziehen, die zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt werden. Wir können so über 30 Prozent des CO2-Fußabdrucks der Antriebsbatterie künftiger Fahrzeugmodelle einsparen. Unsere eigene Batterieproduktion am Standort Kamenz erfolgt bereits mit Grünstrom; übrige CO2-Emissionen werden kompensiert.

Energieeffizienz erhöhen

GRI 302-4

Seit 2012 haben wir an unseren deutschen Produktionsstandorten Energiemanagementsysteme nach DIN EN ISO 50001 eingeführt und zertifiziert. Die Einführung der Norm beinhaltet den Aufbau einer Energiemanagementorganisation mit Energiemanagementbeauftragtem und einem Energieteam. Zur Identifikation der wesentlichen Energieverbräuche werden umfangreiche Messungen durchgeführt und bewertet.

Dadurch können Einsparpotenziale in Produktion und Infrastruktur erkannt und umgesetzt werden. Hierzu haben wir die Schaltzeit von Beleuchtungs- und Lüftungsanlagen optimiert, auf LED-Leuchtmittel umgestellt, im Rohbau ein neues Lichtsteuerungskonzept inklusive Dimm-Funktion implementiert, die Software der Energieversorgungsanlagen optimiert und die geregelte Luftvolumensteuerung nach Bedarf eingeführt. Bei der Neubeschaffung oder dem Umbau von Anlagen wird stets auf den Einsatz effizienter Motoren und Steuerungen geachtet. Auf diese Weise konnten wir den Energieverbrauch und die Energieeffizienz optimieren und die Transparenz erhöhen. Zusätzlich wird die Belegschaft in den Werken mit vielfältigen Maßnahmen sensibilisiert. Dazu gehören allgemein sichtbare Energiespartipps, Schulungen und Energiemessen in der Produktion. Verschiedene technische Maßnahmen wie die Installation von energiesparenden LEDs, die automatische Abschaltung von Verbrauchern in den Pausen und in der produktionsfreien Zeit oder hocheffiziente Turboverdichter zur zentralen Drucklufterzeugung tragen zur weiteren Energieeinsparung bei. Unterstützt werden die Maßnahmen durch eine effiziente Steuerung der elektrischen Energieversorgung.

3.2 Direkte und indirekte CO2 -Emissionen aus der Produktion

Bei diesen und weiteren Energieeffizienzprojekten wurden im Jahr 2019 Strom, Wärme/Kälte, Kraftstoffe und weitere Energieträger in Höhe von circa 180 GWh/a sockelwirksam eingespart. Systematisch erfasst werden diese Energieeffizienzprojekte inklusive ihrer Energie- und CO2-Einsparungen in einer konzerneigenen und für die Steuerung konzernweiter Ziele implementierten Datenbank.

Die bisherigen Erfolge unserer Energieeinsparbemühungen wollen wir nun weltweit erreichen. Einige Auslandsstandorte wurden bereits nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert. Dazu gehören unter anderen Brixworth (Großbritannien), Detroit-Redford (USA), Kecskemét (Ungarn) sowie Vitoria (Spanien). In Europa verfügen bereits über 70 Prozent unserer Standorte über ein Energiemanagementsystem. 2019 wurde unser Produktionsstandort in Aksaray (Türkei) nach der revidierten ISO-Norm 50001 (ISO 50001:18) zertifiziert. Dabei stehen die Werksstandorte Aksaray, São Bernardo (Brasilien) und Wörth (Deutschland) in engem Austausch miteinander, um gemeinsam eine effiziente Umsetzung der Normanforderungen zu gewährleisten und voneinander und miteinander zu lernen. Außerdem arbeiten wir intensiv daran, weitere Standorte abzudecken.

3.3 Daimler in China

Teilnahme am Europäischen Emissionshandel

Industrieanlagen, in denen durch die Verbrennung (Oxidation) fossiler Brennstoffe CO2-Emissionen verursacht werden und deren genehmigte Feuerungswärmeleistung 20 MW übersteigt, müssen laut Gesetz am Europäischen Emissionshandel (EU Emission Trading Scheme – EU ETS) teilnehmen. Der Anlagenbetreiber ist verpflichtet, jährlich die CO2-Emissionen zu ermitteln, der zuständigen Behörde darüber Bericht zu erstatten und CO2-Emissionszertifikate in Höhe der gemeldeten CO2-Emissionen an die Behörde abzugeben. Dabei erlaubt ein CO2-Emissionszertifikat (European Union Allowance – EUA), eine Tonne CO2 auszustoßen.

Im Daimler-Konzern unterliegen insgesamt 13 Anlagen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Ungarn dieser Verpflichtung. Diese Anlagen erzeugen einen Großteil der am jeweiligen Standort für die Produktion benötigten elektrischen und Wärmeenergie. Sie sind hocheffizient und nutzen fast ausschließlich Erdgas. Darüber hinaus besitzt das Werk Mannheim eine Gießerei, die ebenfalls unter die Regulierungen des Emissionshandels fällt.

Die zulässige Gesamtzahl der EUA innerhalb des EU-Emissionshandels ist begrenzt. Von dieser Gesamtzahl wird ein kleiner Teil kostenlos an Industrieanlagen zugeteilt. Diese kostenlose Zuteilung verringert sich jährlich, sodass sie sich zum Ende der vierten Handelsperiode (2021 bis 2030) für die Automobilbranche und viele weitere Sektoren auf null reduziert haben wird. Ein Großteil der benötigten CO2-Emissionszertifikate muss damit kostenpflichtig bei EUA-Auktionen, im Börsenhandel oder im direkten Handel erworben werden. Bei Daimler legt ein internes Gremium mit Experten aus verschiedenen Abteilungen die Beschaffungsstrategie und das Risikomanagement für benötigte CO2-Emissionszertifikate fest.

Derzeit sind über die Hälfte der CO2-Emissionen, die an unseren Produktionsstandorten in Europa verursacht wurden, im Rahmen des Emissionshandels erfasst. Auch diese im Emissionshandel befindlichen CO2-Emissionen von Daimler-Anlagen wollen wir ab 2022 durch geeignete Kompensationsprojekte ausgleichen. Durch Maßnahmen wie Energieeffizienzprojekte oder den Ausbau der Kapazitäten zur regenerativen Strom- und Wärmeerzeugung versuchen wir zudem, die CO2-Emissionen weiter zu verringern. Bei der Bewertung unserer Projekte zur CO2-Reduktion berücksichtigen wir dabei sowohl die Kosten des CO2-Emissionshandels als auch der CO2-Kompensation.

VOC-Emissionen reduzieren

Bei VOC-Emissionen (Volatile Organic Compounds) handelt es sich um leicht flüchtige Kohlenwasserstoffe, die hauptsächlich bei der Fahrzeuglackierung entstehen. VOC ist ein Sammelbegriff verschiedener organischer Stoffe, die leicht in die Gasphase übergehen. Verschiedene Länder definieren und erheben VOC methodisch unterschiedlich, sodass eine weltweit einheitliche Erfassung schwierig ist. Außerdem unterliegt die Erfassung dieser Emissionen unterschiedlichen gesetzlichen Grenzwertvorgaben. Aktuell gibt es keine konzernweite Selbstverpflichtung in Bezug auf diesen Emissionstyp. Wir streben jedoch an, überall die europäischen Standards zu erreichen. Sie gehören mit zu den weltweit strengsten.

3.4 Spezifische Lösemittelemissionen (VOC) pro Fahrzeug

Ein Beispiel für unsere Anstrengungen zur Minderung der VOC-Emissionen ist ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen dem Werk Sindelfingen und der Stadt Sindelfingen. Er besagt, dass die Emissionen 20 Gramm pro Quadratmeter lackierter Fahrzeugoberfläche nicht überschreiten dürfen. Die real erreichten Emissionen liegen sogar noch deutlich niedriger. Zum Vergleich: Der gesetzliche EU-Grenzwert für Pkw liegt bei maximal 35 Gramm pro Quadratmeter lackierter Fahrzeugoberfläche. Wir optimieren bestehende Abluftreinigungssysteme kontinuierlich oder entwickeln neue Technologien. Das zeigt die innovative Behandlung von lösemittelhaltiger Abluft einer Lackieranlage im Werk Gaggenau, die zwei Abluftbehandlungsverfahren miteinander kombiniert. Zuerst werden die Lösemittel aus der Abluft mit einem Adsorptionsrad abgeschieden und aufkonzentriert (erste Verfahrensstufe), um anschließend nach der partiellen Desorption in einem Katalysator (zweite Verfahrensstufe) energieeffizient bei niedrigen Temperaturen oxidiert zu werden. Durch das Adsorptionsrad kann der zu behandelnde Abluftvolumenstrom von circa 34.000 Nm³/h auf nur 1.400 Nm³/h energieeffizient reduziert werden. Es entsteht ein höher konzentriertes Lösemittel-Luft-Gemisch, das einen hohen Energieinhalt besitzt. Im Vergleich zu einer klassischen thermischen Nachverbrennung als zweite Verfahrensstufe wird die Reaktionstemperatur durch den Katalysator auf 300 Grad Celsius gesenkt. Dadurch wird der Anlagenwirkungsgrad gesteigert sowie die Temperaturbeanspruchung der Bauteile verringert.

Mit dem „Eco Paint“-Lackierprozess für Trucks (EP-T) wurde ein innovativer, umweltfreundlicher und hochflexibler Lackierprozesses für Lkw-Fahrerhäuser weltweit entwickelt und in die Serie umgesetzt. Durch den Einsatz neuer Lackmaterialien mit extrem hohem Festkörpergehalt von circa 80 Prozent des Gewichts, den integrierten (Nass-in-Nass) Auftrag von Füller und Decklack sowie durch die energieeffiziente und ressourcenschonende Trockenabscheidung des Lack-Oversprays erreichen wir Energieeinsparungen und eine Reduktion der CO2-Emissionen um mehr als 50 Prozent im Vergleich zum konventionellen Prozess. Auch eine Reduzierung der Lösemittelemissionen von bis zu 60 Prozent kann realisiert werden.

Die Transportlogistik optimieren

Unsere globale Transportlogistik bedient 75 Produktionswerke in rund 30 Ländern und etwa 8.500 Händler fast überall auf der Welt. 2019 haben wir weltweit rund 3,3 Mio. Fahrzeuge transportiert. Zudem wurden in Europa allein im ersten Halbjahr 2019 annähernd 5,4 Mio. Tonnen Produktionsmaterial transportiert. Das globale Transportvolumen lag bei rund 460.000 Standardcontainern Seefracht und etwa 90.000 Tonnen Luftfracht.

Um die hiermit verbundenen CO2-Emissionen zu reduzieren, arbeiten wir mit Hochdruck an der Optimierung des Logistiknetzes. Dabei geht es vor allem darum, die Knotenpunkte optimal miteinander zu verbinden, sodass zurückgelegte Strecken verkürzt werden können und die Auslastung verbessert werden kann. Außerdem spielen innovative Transportkonzepte und neue Transportmittel eine wichtige Rolle.

Bei der Auswahl von Logistikkonzepten berücksichtigen wir neben Kosten, Laufzeit und Transportqualität auch den CO2-Ausstoß. Ebenso ziehen wir bei der Auswahl von Logistikdienstleistern Nachhaltigkeitskriterien heran – von Umweltzertifikaten über den Einsatz von umweltschonendem Equipment bis zur Nutzung emissionsarmer Lkw nach der neuesten Euro-Norm.

Die ein- und ausgehenden Seefrachtcontainer des Global Logistics Center (GLC) Germersheim werden im Inlandstransport zu circa 70 Prozent mit dem Binnenschiff und zu circa 30 Prozent mit der Bahn transportiert.

Mit Einführung des schwefelarmen Treibstoffes (IMO-2020-Verordnung) für die Schifffahrtsindustrie zum 1. Januar 2020 wird sich der ökologische Fußabdruck in dieser Industrie wesentlich verbessern. Wir stehen für die Festlegung der kostenoptimalen, innovativen, ökologischen und teileschutzbietenden Verpackung, zur richtigen Zeit unter Berücksichtigung gesetzlicher Anforderungen.

Lokale Maßnahmen

In der Region Stuttgart sind rund 80.000 Menschen für Daimler tätig. Damit sie möglichst klimafreundlich zur Arbeit kommen, fördern wir die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie S-Bahn, Stadtbahn oder Bus. Dazu gehören Jobtickets, Firmentickets und weitere Angebote. Seit 2018 können Beschäftigte des Konzerns an Tagen mit sogenanntem Feinstaubalarm kostenlos den öffentlichen Nahverkehr der Region Stuttgart für die Fahrt zwischen Wohnort und Arbeitsplatz nutzen – die Kosten hierfür übernimmt Daimler.

So bewerten wir die Wirksamkeit unseres Managementansatzes

GRI 103-3

Auf unserem Weg in Richtung CO2-neutraler Produktion können wir bereits Erfolge vorweisen: Unsere langjährigen CO2-Reduktionsziele für 2020 in der Produktion konnten wir bereits 2019 erreichen. Diese umfassten:

  • Senkung der absoluten CO2-Emissionen unserer europäischen Werke bis 2020 um 20 Prozent im Vergleich zu 1992/1994
  • Senkung der spezifischen CO2-Emissionen (pro Fahrzeug) unserer europäischen Werke bis 2020 um 66 Prozent im Vergleich zu 1992/1994
  • Senkung der spezifischen CO2-Emissionen unserer Produktionswerke weltweit bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 2007
CO2-Emissionen aus Energieverbrauch (in 1.000 t)
GRI 305-1/-2

 

2015

2016

2017

2018

2019

*

Die market-based und die location-based Methode sind gemäß GHG Protocol Scope 2 Guidance seit 2016 implementiert. Seither bildet der market-based Ansatz die Standardbilanzierungsmethode. Die historischen Daten 2006 bis 2015 wurden anhand einer der location-based ähnlichen Methode berechnet.

CO2 direkt (Scope 1)

1.060

1.056

1.192

1.247

1.239

CO2 indirekt (Scope 2) – market-based*

 

1.882

1.763

1.687

1.276

CO2 indirekt (Scope 2) – location-based*

2.171

2.141

2.041

1.985

1.706

Summe – market-based*

 

2.938

2.955

2.934

2.516

Summe – location-based*

3.231

3.197

3.233

3.232

2.946

Spezifische CO2-Emissionen (in kg/Fahrzeug)*
GRI 305-1

 

2015

2016

2017

2018

2019

*

exkl. CO2 aus Kraftstoffen

**

Die market-based und die location-based Methode sind gemäß GHG Protocol Scope 2 Guidance seit 2016 implementiert. Seither bildet der market-based Ansatz die Standardbilanzierungsmethode. Die historischen Daten 2006 bis 2015 wurden anhand einer der location-based ähnlichen Methode berechnet.

Cars – CO2 direkt (Scope 1)

252

245

250

267

279

Cars – CO2 indirekt (Scope 2) – market-based**

652

611

565

562

431

Summe – Cars – Scope 1 & 2

904

856

815

829

711

Trucks – CO2 direkt (Scope 1)

642

746

663

629

676

Trucks – CO2 indirekt (Scope 2) – market-based**

1.399

1.286

1.084

933

834

Summe – Trucks – Scope 1 & 2

2.041

2.032

1.747

1.561

1.510

Vans – CO2 direkt (Scope 1)

399

372

340

355

346

Vans – CO2 indirekt (Scope 2) – market-based**

275

201

157

196

160

Summe – Vans – Scope 1 & 2

674

573

497

551

506

Buses – CO2 direkt (Scope 1)

1.169

1.408

1.177

977

1.083

Buses – CO2 indirekt (Scope 2) – market-based**

1.416

1.421

1.059

948

911

Summe – Buses – Scope 1 & 2

2.585

2.829

2.236

1.924

1.994

Luftemissionen (in t)
GRI 305-7

 

2015

2016

2017

2018

2019

Lösemittel (VOC)

7.321

7.971

7.735

7.929

7.506

Schwefeldioxid (SO2)

39

33

57

61

60

Kohlenmonoxid (CO)

2.898

2.843

2.203

2.515

1.962

Stickoxide (NOx)

1.071

1.243

1.185

1.050

1.568

Staub (PM)

197

198

150

182

228

Spezifische Lösemittelemissionen (VOC) (in kg/Fahrzeug)

 

2015

2016

2017

2018

2019

Cars

1,21

1,31

1,18

1,37

1,47

Trucks

7,43

9,08

8,23

7,55

6,90

Vans

3,73

4,36

3,99

3,52

3,98

Buses

14,71

18,04

10,19

10,62

11,23

Anbieter/Datenschutz

Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Manfred Bischoff

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 19360
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315