Beschäftigte

Sicheres und gesundes Arbeiten

Die Gesundheit unserer Beschäftigten zu erhalten und zu fördern, hat für Daimler einen sehr hohen Stellenwert. Ob mit einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung, Gesundheitsangeboten oder Sicherheitsqualifizierungen. Bei allem was wir tun, steht die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten im Fokus. Denn wir möchten Unfälle und Erkrankungen von vorneherein verhindern.

Soziale Verantwortung wahrnehmen

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Es ist Teil unserer sozialen Verantwortung als Arbeitgeber und Ausdruck unserer Wertschätzung, Beschäftigten ein gesundes und sicheres Arbeiten zu ermöglichen. Gleichzeitig spielen die Leistungsfähigkeit und Produktivität unserer Beschäftigten eine entscheidende Rolle für unseren geschäftlichen Erfolg.

Wie wir für gesunde und sichere Arbeitsbedingungen sorgen

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Unsere Arbeitsschutzstrategie beinhaltet hohe Standards für die Gestaltung von Arbeitsplätzen und -prozessen. Außerdem arbeiten wir systematisch an der Reduktion von arbeits- und gesundheitsbezogenen Risiken.

Höchste Standards für alle

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Im Daimler-Konzern gelten weltweit einheitliche, auf Prävention zielende Leitlinien. Die Richtlinie „Arbeits- und Gesundheitsschutz“ und die „Leitsätze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz“ dienen als übergreifende, international gültige Konzernregelungen. Sie orientieren sich an internationalen Standards sowie nationalen Gesetzen und betonen die Verpflichtung der Führungskräfte, verantwortlich zu handeln. Gleichzeitig unterstreichen sie aber auch die Eigenverantwortung der Beschäftigten.

Im November 2019 haben die Konzerngesellschaften die Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementrichtlinie aktualisiert. Ziel dieser Aktualisierung ist es, die Sicherheitsstandards in der neuen Konzernstruktur weiterhin sicherzustellen. So sollen Sicherheitsstandards, zum Beispiel für Anlagen oder Prozesse, sowie unsere Due-Diligence-Audits an allen Standorten einheitlich sein.

Die Richtlinie beschreibt außerdem den Aufbau, den Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung unseres Managementsystems für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Das Managementsystem lehnt sich inhaltlich an die ISO-Norm 45001 an. Die Vorgaben gelten auch für Fremdfirmen und deren Beschäftigten. Ob Fremdfirmen diese Vorgaben einhalten, kontrollieren wir regelmäßig – teilweise mehrmals pro Jahr.

Seit 2019 bekennt sich Daimler außerdem zur Vision Zero. Die weltweite Kampagne hat sich die Vermeidung von arbeitsbedingten Unfällen und Krankheiten sowie die Förderung der Sicherheit, der Gesundheit und des Wohlbefindens von Arbeitnehmern zum Ziel gesetzt. An ihr nehmen international zahlreiche Unternehmen und Partnerorganisationen teil, darunter die Weltgesundheitsorganisation. Wir möchten mit unserem Beitritt vor allem ein klares Signal an alle Beschäftigten senden und ihnen zeigen, dass wir die Vermeidung von schweren Unfällen und berufsbedingten Erkrankungen sehr ernst nehmen.

Risikomanagement: Gefährdungen systematisch beurteilen und ausschließen

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Unser Ziel ist es, dass Unfälle und gesundheitliche Beeinträchtigungen von Beschäftigten gar nicht erst auftreten. Deshalb verfolgen wir im Bereich Health & Safety einen präventiven Ansatz und beurteilen das Gefährdungspotenzial von Arbeitsplätzen und -prozessen frühzeitig.

Digitale Gefährdungsbeurteilung OiRA

Ein wichtiges Instrument für die Bewertung potentieller Risiken ist die Gefährdungsbeurteilung. Mit der Einführung des Online-Tools OiRA (Online interactive Risk Assessment) Ende 2018 haben wir Teile dieses Risikomanagementprozesses digitalisiert. OiRA wird von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz bereitgestellt und ist für unsere Belange erweitert worden. OiRA bietet die Möglichkeit, Gefährdungsbeurteilungen via PC, Tablet oder Smartphone durchzuführen. Dabei werden dem Anwender spezifische Gefährdungen angezeigt, die zu seinem Bereich passen. Er muss dann nur noch beurteilen, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen ausreichen, um das Risiko auf ein akzeptables Niveau zu senken. Aus dieser Gefährdungsbeurteilung wird anschließend automatisch eine Unterweisungsunterlage generiert. Hierbei arbeiten wir eng mit der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zusammen.

Für die Einführung von OiRA haben wir in Pilotprojekten zunächst Vorlagen für die Gefährdungsbeurteilung erstellt. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf den großen Produktionsbereichen mit höherem Gefahrenpotenzial: Gießerei, Motorenfertigung, Presswerk, Rohbau und Montage. Um Gefährdungsbeurteilungen kontinuierlich an Vorschriftenänderungen anpassen zu können, ist es nun möglich, diese Vorlagen zentral zu aktualisieren.

An allen deutschen Standorten sowie bei smart in Hambach (Frankreich) und Kecskemét (Ungarn) haben wir OiRA mittlerweile in den regulären Betrieb übernommen. Das System ist mehrsprachig und soll in naher Zukunft auch für andere internationale Standorte zur Verfügung stehen.

Risiken einheitlich beurteilen

Unabhängig von OiRA beurteilen wir Risiken von neuen Anlagen entlang des gesamten Prozesses – von der Ausschreibung bis zur Abnahme – einheitlich. Basis dieser einheitlichen Beurteilung sind die Sicherheitskonzepte, die wir, gemäß unseren Lastenheften, von Lieferanten erwarten. Spezialisten der Arbeitssicherheit unterstützen den Planer von der ersten Idee bis zur standardisierten Abnahme. Gefahrstoffe werden von Spezialisten beurteilt, die die chemischen Gefahren einschätzen können. Mit geeigneten Verfahren bewerten wir zudem die psychische sowie die ergonomische Belastung von Arbeitsplätzen.

Fremdfirmen

Auch in der Zusammenarbeit mit Fremdfirmen führen wir Gefährdungsbeurteilungen durch und leiten entsprechende Maßnahmen daraus ab. Die Einhaltung dieser Maßnahmen überprüfen wir stichprobenartig – je nach Umfang und Gefährdung. Künftig sollen auch die Gefährdungsbeurteilung bei Fremdfirmen und die Stichprobenkontrollen digitalisiert und in OiRA abgebildet werden. Wir stellen Fremdfirmen zudem ein Unterweisungsvideo zur Verfügung, das arbeitssicherheitsrelevante Themen in verständlicher Form vermittelt.

Verantwortlichkeiten für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheit werden aus dem Bereich Health & Safety gesteuert. Dieser ist im Personalbereich angesiedelt und dem leitenden Konzernarzt der Daimler AG, der Mercedes-Benz AG und der Daimler Truck AG unterstellt. Der Bereich Health & Safety gliedert sich in die sechs Kompetenzzentren Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebliche Gesundheitsförderung, Integrationsmanagement, Ergonomie und Sozialberatung. Jedes Kompetenzzentrum steuert die Prozesse im Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement über konzernweit gültige und regelmäßig aktualisierte Richtlinien.

Unsere Führungskräfte sind dafür verantwortlich, dass alle internen Richtlinien und gesetzlichen Vorschriften zum Arbeits- und Gesundheitsschutz eingehalten werden. Sie müssen bei Antritt ihrer Aufgabe die Übertragung dieser Pflichten schriftlich bestätigen. Dabei werden sie von den Expertinnen und Experten des Health-&-Safety-Bereichs unterstützt. Die Zuständigkeiten und konkreten Pflichten sind an jedem Standort unter Berücksichtigung der örtlichen Bedingungen zu regeln.

In regelmäßigen Abständen lässt sich der Vorstand einen Health-&-Safety-Bericht vorlegen. Unter anderem wird er monatlich über die Entwicklung der Unfallkennzahlen informiert. Bei besonderen Ereignissen wie zum Beispiel schwerwiegenden Unfällen schaltet sich ein Konzernkrisenstab ein, in den auch der Vorstand eingebunden ist.

Unsere Ziele

Unser übergeordnetes Ziel ist es, gesundheitlichen Risiken vorzubeugen und die Gesundheit und körperliche Unversehrtheit aller Daimler-Beschäftigten dauerhaft zu erhalten. Um dies zu erreichen, haben wir uns weitere überprüfbare Einzelziele gesteckt:

Jede Organisationseinheit im Daimler-Konzern legt regelmäßig eigene Arbeitsschutzziele fest und setzt sie um. Für die Festlegung von Zielen und Programmen gilt der „Top-down“-Ansatz. Die übergeordnete Gesamtstrategie wird vom leitenden Konzernarzt und vom leitenden Sicherheitsingenieur entwickelt und mit dem Vorstand abgestimmt. Sie ist für alle organisatorischen Einheiten in den Konzerngesellschaften verbindlich. Grundlage hierfür sind unsere Leitsätze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie unsere Arbeitsschutzstrategie und die Ergebnisse von Audits und Reviews.

Health & Safety legt jährlich Grenzwerte zu Unfallkennzahlen für die Standorte und Bereiche fest. Darüber hinaus gibt es jährliche Zielvereinbarungen mit dem Träger der Standortverantwortung, in die auch die Umsetzung von Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen einfließt.

#covid19 #coronavirus

Dieser Bericht erscheint, während Menschen in aller Welt gegen die COVID-19-Pandemie kämpfen. Die Eindämmung des Virus ist eine Herausforderung von historischem Ausmaß: für das Individuum genau wie für die Gesellschaft, für Regierungen ebenso wie für Unternehmen. Es braucht Solidarität und Flexibilität, um diese Krise zu bewältigen: national und international.

Wir bei Daimler sind entschlossen, unseren Beitrag zu leisten und nach Kräften zu unterstützen. Wir haben eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um die Belegschaft zu schützen, die Ausbreitung der Pandemie mindestens zu verlangsamen und unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen. Fortlaufend aktualisierte Informationen dazu finden Sie hier.

So nehmen wir unsere Verantwortung für Gesundheit und Arbeitsschutz wahr

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Ein nachhaltiges Gesundheits- und Arbeitsschutzmanagement ist Teil unserer sozialen Verantwortung gegenüber Beschäftigten. Für die Sicherheit unserer Arbeitsplätze und die Gesundheit unserer Beschäftigten betreiben wir einen präventiven Ansatz, mit dem wir Arbeitsunfälle, arbeitsbedingte Erkrankungen und Berufskrankheiten so gut wie möglich verhindern. Außerdem entwickeln wir unsere Konzepte laufend weiter, um sichere, ergonomische und attraktive Arbeitsplätze bereitzustellen.

Gesundheitsmanagement: betreuen, beraten, fördern

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Die Daimler AG, die Mercedes-Benz AG und die Daimler Truck AG bieten ihren Beschäftigten eine umfassende arbeitsmedizinische Beratung an. Hinzu kommen die Maßnahmen und Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung und der Sozialberatung.

Im Zentrum des Gesundheitsmanagements der Daimler AG, der Mercedes-Benz AG und der Daimler Truck AG stehen vorausschauende Lösungen – vom arbeitsplatznahen „Daimler GesundheitsCheck“ über die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung bis hin zu einem IT-System, das die dauerhafte Wiedereingliederung von Beschäftigten mit gesundheitlichen Einschränkungen erleichtert. Insbesondere in den Themenfeldern psychische Gesundheit und Erkrankungen des Bewegungsapparats möchten wir mit unserem Gesundheitsmanagement einen Mehrwert schaffen.

Beschäftigte medizinisch betreuen

Die Arbeitsmedizin bei Daimler umfasst verschiedene Maßnahmen zur Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen oder Berufskrankheiten sowie zur Gesunderhaltung am Arbeitsplatz. Des Weiteren bieten wir allen Beschäftigen eine akut- und notfallmedizinische Versorgung. Diese umfasst auch Diagnostik und Therapie von Unfällen und akuten Erkrankungen. Die Verantwortung dafür liegt bei unseren Werksärzten weltweit. Alle Beschäftigten haben freien Zugang zu den Werksärztlichen Diensten und zur Sozialberatung sowie zu den Basisangeboten der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Die Basisangebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung sowie die akut- und notfallmedizinische Versorgung stehen auch unseren Leiharbeitnehmern zur Verfügung.

Betriebliche Gesundheitsförderung

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Wir haben uns vorgenommen, die Beschäftigten zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren und ihre Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen zu stärken. Wir fördern dies weltweit über Kampagnen, Beratungs- und Qualifizierungsangebote sowie Maßnahmen in den Bereichen Prävention, Therapie und Rehabilitation. Alle deutschen Werke verfügen über angegliederte Gesundheitszentren auf dem Werksgelände oder kooperieren mit Gesundheitszentren in Werksnähe. Über unsere Gesundheitszentren bieten wir unseren Beschäftigten unter anderem neuartige Konzepte zur Vorbeugung und Behandlung von Rücken- und Gelenkproblemen an. In dem Programm „fit@work“ ermöglichen wir ihnen ein modernes, Sehnen und Bänder stärkendes Faszientraining direkt am Arbeitsplatz.

Sozialberatung

Die Sozialberatung bietet allen Beschäftigten Coaching und Beratung in persönlichen oder auf die jeweilige betriebliche Rolle bezogenen Konflikt- und Krisensituationen an. Der Fokus der Beratung liegt darauf, die persönlichen Ressourcen zu stärken. Zusätzlich bieten wir in diesem Rahmen bereichsbezogene Workshops sowie Qualifizierungen für Führungskräfte an, mit denen sie ihre psychosozialen Führungskompetenzen weiterentwickeln können.

Grünes Licht für ergonomische Arbeitsplätze

Zum Thema Ergonomie haben wir bei Daimler eine Ergonomie-Strategie und eine Gesamtbetriebsvereinbarung verabschiedet. Mit ihr verpflichten wir uns, das Thema Ergonomie noch systematischer und nachhaltiger anzugehen und unsere Arbeitsplätze ergonomisch zu gestalten. Die Strategie umfasst folgende Grundsätze und Ziele:

  • keine gesundheitsgefährdenden Arbeitsplätze,
  • Erhalt der Leistungsfähigkeit unserer Beschäftigten,
  • adäquater Einsatz aller Beschäftigten,
  • Senkung des Krankenstandes durch Verringerung von Muskel-Skelett-Krankheiten,
  • Wahrnehmung der Führungskräfte-Verantwortung zur Gesunderhaltung der Beschäftigten.

Um diese Vorgaben umzusetzen, haben wir uns im Berichtsjahr auf folgende Handlungsfelder und Maßnahmen konzentriert:

  • durchgängiger Einsatz der Ergonomie-Standards in Entwicklung, Planung und Produktion,
  • Ergonomie-Verantwortung vom Konzept bis zur Serie,
  • kontinuierliche Verbesserung der Ergonomie,
  • Qualifizierung der Beschäftigten und Führungskräfte,
  • Einführung der Ergonomie-Strategie auf internationaler Ebene,
  • altersgerechte und zukunftsfähige Arbeitsplätze.

IT-System zur Ergonomie-Bewertung

Die Ergonomie-Bewertung unserer Arbeitsplätze haben wir im Jahr 2018 digitalisiert. Das IT-System dient beispielsweise dazu, Arbeitsplatzprofile zu erstellen, die es ermöglichen, Beschäftigte mit Einschränkungen fähigkeitsgerecht einzusetzen. Hierbei unterstützt uns auch das Tool JobMatch. Außerdem können wir mithilfe des IT-Systems Arbeitsplätze auf ihre ergonomische Gestaltung hin bewerten. Das Ergebnis wird in Ampelfarben dargestellt. Dies hilft, die Potenziale für eine ergonomischere Gestaltung zu erkennen und zielgerichtete Maßnahmen festzulegen.

Alle neu geschaffenen Arbeitsplätze bewerten wir bereits in der Planungsphase nach dem Ampelsystem. Auf diese Weise möchten wir ergonomisch risikobehaftete Arbeitsplätze zukünftig von vorneherein vermeiden.

#DigitalHealth

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Gesundheit unserer Beschäftigten aus und wie können wir digitale Systeme einsetzen, um ihre Gesundheit und Sicherheit zu fördern? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich unsere Initiative #DigitalHealth. Im Berichtszeitraum haben wir unterschiedliche externe Studien zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesundheit der Beschäftigten ausgewertet und diskutiert. Auf dieser Basis haben wir bestehende Qualifizierungsmaßnahmen um das Themenfeld „digitale Gesundheit“ erweitert. Ein Beispiel dafür sind die Programme „TopFit@Daimler – gesunde Führung“ und „Boxenstopp – Gesundheit in Zeiten der Beschleunigung“. Darüber hinaus haben wir im Rahmen der Sozialberatung eine neue Qualifizierungsmaßnahme entwickelt: „Navigieren in bewegten Gewässern – Psychosoziale Führungskompetenz in der digitalen Arbeitswelt“. Ein weiteres Ergebnis ist die Entwicklung des „Health & Safety Cockpits“. Es verschafft Führungskräften einen schnellen und einfachen Überblick über relevante Kennzahlen aus dem Gesundheitsmanagement.

Gesundheit und Sicherheit in der Produktion

In der Produktion bestehen vielfältige technische Möglichkeiten zur Unfallvermeidung. Hier einige Beispiele:

Mensch-Roboter-Kooperation (MRK)

In allen Produktionsanlagen wenden wir unser modular aufgebautes MRK-Sicherheitskonzept an. Dieses hochkomplexe Konzept sorgt dafür, dass die Sicherheit zwischen Mensch und Maschine in jeder Situation gewährleistet ist. Es dient als Basis für die EG-Konformitätserklärung – eine Voraussetzung für die Auszeichnung unserer Anlagen mit dem CE-Label für sichere Maschinen. Das Konzept lässt sich flexibel einsetzen, unabhängig davon, ob der Roboter eine assistierende oder leistungsunterstützende Aufgabe übernimmt oder auch voll automatisiert arbeitet.

Industrie 4.0 und Exoskelette

Der Einsatz tragbarer digitaler Endgeräte (Wearable Computing Systems) und sogenannter Exoskelett-Systeme ist ein weiteres wichtiges Thema. Sie bieten Möglichkeiten, Arbeitsprozesse zu vereinfachen. Exoskelett-Systeme werden am Oberkörper getragen und unterstützen die Beschäftigten bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten, zum Beispiel beim Heben schwerer Gegenstände. Auch Beschäftigte mit Leistungseinschränkungen können bei ihrer Arbeit davon profitieren.

Vielfältige Kanäle für die Mitarbeitersensibilisierung

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Um unsere Beschäftigten für die Themen Ergonomie und Arbeitssicherheit zu sensibilisieren, setzen wir vermehrt Filme, Wikis oder webbasierte Trainings ein. Beispielsweise haben wir 2019 einen neuen Film für Führungskräfte produziert, der ihre Verantwortung und Aufgaben im Bereich Arbeitsschutz thematisiert.

Neben den Erstunterweisungen führen wir weitere, regelmäßige Unterweisungen durch. Diese sind stets verpflichtend. Für einzelne Arbeitsbereiche haben wir zudem spezielle Online-Trainings entwickelt, etwa für Bürobereiche im Produktions- und Entwicklungsumfeld. Zusätzlich generiert OiRA, unser digitales Tool zur Gefährdungsbeurteilung, arbeitsplatzbezogene Unterweisungen direkt aus der Gefährdungsbeurteilung heraus.

So bewerten wir die Wirksamkeit unseres Managementansatzes

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Wir möchten Arbeitsplätze gesundheitsförderlich gestalten und Unfälle wirksam vermeiden. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, lassen wir die Arbeitsprozesse prüfen, dokumentieren alle Vorfälle und berichten transparent darüber.

Audits an Produktionsstandorten ausgeweitet

Die Umsetzung der Konzernrichtlinie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz prüfen wir intern mittels Safety-Due-Diligence-Audits. Gegenstand der Prüfung sind Themen wie Sicherheits- und Unfallmanagement, Risiken durch gefährliche Tätigkeiten, Risiken durch Brand und Explosion, Risiken durch Umgebungsbedingungen oder Risiken durch Maschinen und Anlagen. Unsere Health-&-Safety-Beschäftigte informieren die Verantwortlichen der jeweiligen Einheiten darüber, ob, und wenn ja, welche Risiken hierbei festgestellt wurden, und empfehlen konkrete Abhilfemaßnahmen. Bis zum Ende des Berichtszeitraums wurden 20 Prozent der Produktionsstandorte mit Mehrheitsbeteiligungen auf diese Weise auditiert. Wir sind bestrebt, diesen Anteil bis 2023 auf 100 Prozent zu erhöhen.

Verschiedene Standorte lassen ihr Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem unabhängig von den Safety-Due-Diligence-Audits von externen Zertifizierungsgesellschaften gemäß ISO 45001 (in der Vergangenheit OHSAS 18001) prüfen. 2019 haben rund 100.000 Beschäftigte an Produktionsstandorten mit einem zertifizierten Managementsystem gearbeitet. Das entspricht circa 40 Prozent der weltweiten Belegschaft.

Unfalldokumentation und Unfallkennzahlen

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Die Daimler AG, die Mercedes-Benz AG und die Daimler Truck AG verfügen über ein standortübergreifendes Unfalldokumentationssystem und betreiben hierzu ein standardisiertes Kennzahlensystem. Es gewährt Zugriff auf lokal gespeicherte Anwesenheitsstunden, Ausfalltage und Organisationsstrukturen und gewährleistet so eine korrekte Datenbasis. Aus der Unfalldokumentation lassen sich verschiedene Erkenntnisse ableiten, zum Beispiel Unfallursachen, Unfallschwerpunkte, Tätigkeiten oder unfallverursachende Betriebsmittel. Die 2019 aufgetretenen Unfälle waren demnach zu 74 Prozent auf persönliches Verhalten, zu 17 Prozent auf technische Mängel und zu 9 Prozent auf organisatorische Mängel zurückzuführen. Nach jedem Unfall finden obligatorische Analysen statt, um dessen Hergang zu erklären. Außerdem sind die jeweiligen Einheiten dazu verpflichtet, vorbeugende Maßnahmen einzuleiten.

Transparente Berichtswege

Ein effektives Berichtswesen trägt dazu bei, dass wir unsere Ziele im Arbeits- und Gesundheitsschutz erreichen. Deshalb müssen alle Standorte Unfälle und Unfallkennzahlen an Health & Safety berichten. Auf Basis dieser Kennzahlen erstellen wir monatliche Berichte mit den konzernweiten Unfallkennzahlen. Zusätzlich erhält der Personalvorstand alle drei Monate einen Report mit den Unfallkennzahlen der Geschäftsbereiche.

Unfallhäufigkeit*
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2015

2016

2017

2018

2019

*

Erfassungsquote Daimler-Produktionsstandorte (Mercedes-Benz AG inkl. Vans, Daimler Truck AG inkl. Buses) weltweit: >99 %

Arbeitsunfälle

3.284

3.444

2.766

3.152

2.957

Unfallhäufigkeit (Anzahl aller Betriebsunfälle mit mindestens einem Ausfalltag pro 1 Mio. Anwesenheitsstunden)

8,8

9,4

7,5

7,7

6,8

Teilnehmende an Gesundheitstrainings*
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2015

2016

2017

2018

2019

*

Daimler AG, Mercedes-Benz AG, Daimler Truck AG

Schichtarbeiter

438

556

500

544

460

Führungskräfte

361

433

465

487

311

Teilnehmende an GesundheitstrainingPLUS*
GRI 403-6

 

2015

2016

2017

2018

2019

*

Daimler AG, Mercedes-Benz AG, Daimler Truck AG

Schichtarbeiter

228

219

184

206

252

Führungskräfte

115

123

245

242

304

Anbieter/Datenschutz

Daimler AG Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Deutschland
Tel.: +49 711 17 0
E-Mail: dialog@daimler.com

Vertreten durch den Vorstand: Ola Källenius (Vorsitzender), Martin Daum, Renata Jungo Brüngger, Wilfried Porth, Markus Schäfer, Britta Seeger, Hubertus Troska, Harald Wilhelm

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Manfred Bischoff

Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 19360
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 81 25 26 315